Aug. 7, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Conrad (l.) singt mit einer Patientin ein Lied, während Professor Spaghetti (r.) es auf seiner Clownsorgel spielt. (© Foto by UKM)
Clinic-Clowns: Lachen kennt kein Alter
Sie bringen Leichtigkeit in schwere Stunden, verwandeln Krankenhausflure in kleine Bühnen des Lebens und schenken Momente der Freude – die Clinic-Clowns sind seit Jahren ein fester Bestandteil der Kinderstationen am UKM. Zusätzlich zu ihrem wöchentlichen Kinderprogramm werden sie jetzt auch auf einigen Erwachsenenstationen aktiv.
Münster (ukm/ep) – Jeden Mittwoch besuchen Clowninnen und Clowns wie Pippo, Lollo oder Professor Spaghetti die kleinen Patientinnen und Patienten des UKM (Universitätsklinikum Münster). Dabei improvisieren sie mit Seifenblasen, Musik und Fantasie, klopfen an Türen und begegnen Kindern auf Augenhöhe. Mit ihren Visiten schaffen sie nicht nur ein Lächeln, sondern aktivieren oft auch wichtige innere Ressourcen wie Zuversicht, Mut und Freude.
Doch auch viele Erwachsene liegen lange stationär im Krankenhaus. Menschen, die mit schweren Erkrankungen, erschöpft von medizinischen Eingriffen, ungewiss in die Zukunft blicken. Für sie bedeutet der Besuch der UKM-Clinic-Clowns etwas ganz Besonderes: emotionale Wärme, ein Moment des Durchatmens, ein Stück Menschlichkeit im oft fordernden Klinikalltag – und eine willkommene Abwechslung zur medizinischen und pflegerischen Versorgung. „Es muntert einen einfach auf. Genau deshalb ist es auch für Erwachsene wichtig. Freude ist etwas Wundervolles, das man mit anderen teilen sollte“, freut sich ein Patient, der gerade auch von einem Clownsbesuch überrascht wurde.
Die Clowns sorgen einmal monatlich nicht nur für Spaß, sondern schaffen wohltuende Begegnungen. Sie erinnern daran, dass Heilung mehr ist als Medizin und bringen ein Stück Leben mit, in ihrem Koffer voller Komik, Improvisation und seifenblasenleichter Hoffnung. Mit einem Lied oder Lächeln lassen sie auch bei den erwachsenen Patientinnen und Patienten die Sorgen – zumindest kurzzeitig – in den Hintergrund treten. Dabei begegnen sie den Menschen in stationärer Behandlung immer achtsam – sie klopfen an, bevor sie ein Patientenzimmer betreten, nehmen behutsamen Kontakt auf und respektieren auch, wenn dieser gerade nicht gewünscht ist.

Bild: Conrad und Professor Spaghetti sprechen mit einer Patientin und basten kleine Luftballon-Aufmerksamkeiten für sie. (© Foto by UKM)
„Bei Erwachsenen ist es anders als bei Kindern“, sagt Professor Spaghetti. „Hier zählt weniger die rote Nase, sondern vielmehr der respektvolle Umgang. Viele sind für Neues offen und freuen sich, wenn frischer Wind in den Krankenhausalltag kommt. Es ist beeindruckend, wie lebensbejahend unsere Besuche wirken können.“
Für diesen neuen Aufgabenbereich, bringen die Clinic-Clowns viel Erfahrung mit, die sie bei langjährigen Einsätzen in Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern und Reha-Zentren im Umland. gesammelt haben. Der dienstälteste Clown Pippo bereitet Kindern nun schon seit mehr als 30 Jahren mit seinen Besuchen eine Freude. Zusammen mit seinen Clowns-Kolleginnen und -Kollegen kümmert er sich am UKM nun auch um Erwachsene – und das zusätzlich, denn kein Kind verliert durch das neue Angebot auch nur eine Minute Clownszeit.
Aug. 5, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Christian Feldhaus (l.), Leiter des Boxprojekts am UKM, zusammen mit Prof. Dr. Farid Vatanparast, Leiter des Boxzentrums Münster. (© Foto by UKM/Pott)
Boxen: Ferienprojekt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKM
Bereits zum zweiten Mal heißt es in den Sommerferien für bis zu 15 Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) am UKM: Handschuhe an, Alltag aus. In Kooperation mit dem Boxzentrum Münster wird dort über die gesamten Sommerferien therapeutisches Boxen als bewegungsorientiertes Zusatzangebot ermöglicht.
Münster (ukm/ep) – „Das therapeutische Boxen stärkt nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. So sind zum Beispiel positive Effekte in der emotionalen Selbstregulation, der allgemeinen Stimmung und im Selbstwertgefühl bei unseren jungen Patientinnen und Patienten bekannt“, erklärt Christian Feldhaus, aus der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie am UKM (Universitätsklinikum Münster) und Leiter des Projekts. Im Zentrum des Projekts, das sich an stationäre und teilstationäre Patientinnen und Patienten im Alter von 10 bis 18 Jahren richtet, soll aber auch in diesem Jahr vor allem wieder der Spaß der Teilnehmenden stehen.
Die insgesamt zehn Trainingseinheiten werden pädagogisch begleitet und von erfahrenen Trainerinnen und Trainern des Kooperationspartners Boxzentrum Münster durchgeführt. Durch eine gezielte Anpassung der Übungen wurde das Konzept in diesem Jahr weiterentwickelt und bereits jetzt als wirkungsvoll wahrgenommen. Der direkte Körperkontakt und Treffer durch Boxschläge werden komplett ausgeklammert und so auch die damit verbundenen Verletzungsrisiken. Aber auch bei diesem körperkontaktlosen Training sollen die Teilnehmenden Kombinationen lernen. So werden aus gezielten Schlägen gegen einen anderen Menschen gezielte Schläge gegen einen Boxsack und aus körperlichem Nahkampf (Sparring) wird Schattenboxen.
„Ich freue mich immer auf das Training, weil es so abwechslungsreich ist. Hier habe ich gelernt, dass Stärke nicht alles ist, sondern dass es auch oft auf das Timing ankommt“, berichtet eine Teilnehmerin des Projekts.
Auch wissenschaftlich wird das Projekt begleitet: Durch Prä- und Post-Fragebögen soll die Wirkung des Angebots sichtbar gemacht und gemessen werden und so auch in Zukunft regulär für therapeutische Zwecke genutzt werden. Ermöglicht wird das Projekt ausschließlich durch die Unterstützung des Fördervereins der KJP. Dieser sammelt Spenden, um Angebote wie dieses regelmäßig realisieren zu können.
Aug. 1, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Ein Teil der rund 250 neuen Auszubildende wurde heute am UKM willkommen geheißen. (© Foto by UKM/Kochinke)
Willkommen im Team: Neue Auszubildende beim UKM
Ob medizinisch, technisch, kaufmännisch oder handwerklich: Das UKM bietet auch in diesem Jahr vielfältige Perspektiven für Berufseinsteigerinnen und Einsteiger. Rund 250 neue Auszubildende beginnen im August und September 2025 ihre Ausbildung am UKM – allein 51 davon nahmen heute an der offiziellen Begrüßungsveranstaltung im Akademiegebäude des UKM, Haus Terfloth, teil.
Münster (ukm/ep) – Mit insgesamt 35 verschiedenen Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen gehört das UKM (Universitätsklinikum Münster) zu den größten Ausbildungsbetrieben der Region. „Auf die Azubis wartet eine spannende Zeit mit vielen neuen Eindrücken, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Gemeinsam gestalten wir eine starke berufliche Zukunft. Ein neuer Weg beginnt mit dem ersten Schritt – wir freuen uns, dass die neuen Auszubildenden diesen mit uns gemeinsam gehen!“, betont Frank Hermeyer, Leiter des Geschäftsbereichs Personal und Recht, der gemeinsam mit der Personalentwicklung die neuen Kolleginnen und Kollegen heute willkommen hieß.
Die angehenden Fachkräfte starten in nahezu allen Bereichen des UKM: Neben medizinischen Berufen, wie zum Beispiel den der Medizinischen Fachangestellten, bietet das UKM aktuell rund 800 Auszubildenden auch in anderen Bereichen die Möglichkeit, sich beruflich zu entwickeln. Über technische und IT-nahe Ausbildungen bis hin zu kaufmännischen und handwerklichen Berufsfeldern ist das Spektrum breit gefächert.
Nach einer informativen Auftaktveranstaltung mit vielen praktischen Hinweisen lernten die neuen Auszubildenden beim gemeinsamen Mittagessen ihre zukünftigen Kolleginnen und Kollegen näher kennen. Um den Nachmittag komplett zu machen, wurden sie anschließend von ihren Ausbilderinnen und Ausbildern abgeholt und an ihre zukünftigen Arbeitsplätze begleitet.
Juli 15, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Im Rahmen des Projektes „Interdisziplinäre Spätschicht“ bekommen Medizinstudierende möglichst realitätsnahe Einblicke in ihren späteren Berufsalltag – anschließende Evaluation inklusive. (© Foto by UKM)
Medizinische Notfälle in der Spätschicht
Das Arbeiten zu ungewohnten Zeiten und in verschiedenen multidisziplinären Teams kann für angehende Ärztinnen und Ärzte herausfordernd sein, gehört aber zur Arbeit im Krankenhaus dazu. Deshalb entwickeln die Lehrbeauftragten der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des UKM (Universitätsklinikum Münster) seit zwei Jahren gemeinsam mit der AGN (Arbeitsgruppe Notfallmedizin) ein mehrtägiges Wahlfach für Medizinstudierende der Universität Münster – den Kurs „Interdisziplinäre Spätschicht“. Anhand von sieben realitätsnahen Fallbeispielen erleben die Kursteilnehmenden die Probleme und Bedürfnisse ihrer Schauspielpatientinnen und -patienten, die Zusammenarbeit im ärztlichen und pflegerischen Team und vor allem sich selbst.
Münster (ukm/lw) – 22.00 Uhr, auf den Fluren des Krankenhauses wird es ruhiger, Patientinnen und Patienten schlafen zum Teil schon und zu dieser späten Stunde ist auch die Zahl des Stationspersonals entsprechend reduziert – da erreicht die diensthabenden Ärztinnen und Ärzte ein Anruf: „Ein Patient leidet unter akuter Atemnot und klagt über starke Schmerzen in der Brust“. Jetzt zählen Konzentration und Teamarbeit, um die Ursache schnellstmöglich festzustellen und eine passende Behandlung einzuleiten. Wie gehen Ärztinnen und Ärzte gerade zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn damit um, weitgehend auf sich allein gestellt zu sein und wie können sie sich optimal darauf vorbereiten?
Im Wahlfach „Interdisziplinäre Spätschicht“ können 16 Medizinstudierende der Universität Münster hautnah erleben, wie es ist, von 17.00 Uhr bis 01.00 Uhr medizinische Notfälle zu behandeln und dabei auf Erlerntes zurückzugreifen. Dazu werden sieben Notfallszenarien von Medizinstudierenden der AGN schauspielerisch umgesetzt. Sobald die Studierenden über einen akuten Notfall informiert werden, eilt ein Duo los und die Suche nach der Diagnose beginnt. Eine der insgesamt vier anwesenden Pflegekräfte des UKM unterstützt das Team bei der Behandlung. Außerdem sind Ärztinnen und Ärzte des UKM sowie das Team der AGN im Hintergrund aktiv. Während der Behandlungszeit von rund 20 Minuten werden Diagnosen gestellt und die Schauspielpatientinnen und -patienten entsprechend versorgt. Alle nachgestellten Behandlungsfälle werden noch vor Ort evaluiert, bevor es mit dem nächsten Notfall weitergeht.
„Wir wollen die Studierenden auch ein bisschen fordern, in unangenehme Situationen bringen, so dass sie über sich hinauswachsen und verstehen können, wie es ist, im Team zusammenzuarbeiten“, erklärt Lena Balitzki, Assistenzärztin und Lehrbeauftragte der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie. So werden die inszenierten Notfälle nicht nur für die praktische Anwendung von Fachkompetenzen, sondern auch zur Förderung von Soft-Skills genutzt. „Neben dem Fachlichen lernen die Studierenden wahrscheinlich am meisten über sich selber, also wie sie in Stresssituationen reagieren, wie sie reagieren, wenn sie müde sind, aber eben auch, wie sie auf ihre Kollegen und Kolleginnen wirken, sowohl seitens der Studierenden als auch der Pflege“, betont Jan Landwehrt, Facharzt und Lehrbeauftragter der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Seit 2022 organisieren die Lehrbeauftragten zusammen mit der AGN das dreitägige Wahlfach für Medizinstudierende im 8. bis 10. Semester. „Die Studierenden bekommen hier ein Feedback, das so eigentlich im Studium bisher einzigartig ist“, unterstreicht Landwehrt. „Außerdem bietet es uns die Möglichkeit, Rückmeldungen der Teilnehmenden zu erhalten und das Seminar dadurch weiterzuentwickeln.“ Das von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie ausgezeichnete Projekt soll auch in Zukunft weiteren Studierenden einen Einblick in die praktischen Arbeitsabläufe einer Spätschicht ermöglichen.
Juli 8, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Schulministerin Dorothee Feller und Prof. Dr. Dr. h.c. Hugo Van Aken bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zur verpflichtenden Einführung von Reanimationsunterricht ab dem Schuljahr 2026/27. (© Foto by Mark Hermenau)
Nach dem langjährigen Einsatz vieler Personen und Institutionen des Rettungswesens sowie des Münsteraner Mediziners Hugo Van Aken für die Verankerung der Laienreanimation im NRW-Schulcurriculum wurde gestern in Düsseldorf die entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Diese sieht die verpflichtende Einführung der Laienreanimation ab dem Schuljahr 2026/27 in allen allgemeinbildenden Schulen Nordrhein-Westfalens ab Klasse 7 vor. Schulministerin Dorothee Feller hatte sich zuletzt intensiv für die Umsetzung noch in dieser Legislaturperiode eingesetzt.
Münster (ukm/maz) – Prof. Dr. Dr. h.c. Hugo Van Aken benötigt nur einen Satz, um das Ergebnis der gestrigen Sitzung des Arbeitskreises Laienreanimation zusammenzufassen: „Ein Traum wird wahr!“ Seit fast 20 Jahren hat sich der heute 74-Jährige für das Thema eingesetzt. „Ich bin Frau Ministerin Dorothee Feller und Ministerpräsident Hendrik Wüst ausgesprochen dankbar, dass sie nun diese so wichtige Entscheidung getroffen haben, die nachweislich Leben retten wird“, sagt Van Aken.
Schließlich sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache: Durch Laienreanimation steigt die Überlebensrate von 10 % auf 20–30 %. In Deutschland könnten so jährlich etwa 7.000–14.000 Menschenleben gerettet werden, erklärt der Mediziner. Beim plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand komme der Rettungsdienst flächendeckend oft zu spät, aber in vielen Fällen sei eine weitere Person anwesend, die helfen könnte. In Deutschland tun dies laut Studienlage jedoch nur 50,6 %, in den Niederlanden und den skandinavischen Ländern sind es hingegen 75 %.
Das Problem ist die Hemmschwelle. Trotz umfangreicher Aufklärungskampagnen haben viele Menschen nach wie vor Angst, etwas falsch zu machen. „Und deshalb ist der Ansatz im Kindes- und Jugendalter so wichtig. Denn wie heißt es so treffend im Volksmund: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“, sagt Hugo Van Aken. Fehler gebe es bei der Wiederbelebung nicht – außer einen ganz entscheidenden: das Nichtstun.
Bereits im Jahr 2006 initiierte Van Aken am UKM (Universitätsklinikum Münster) das Projekt „Schüler werden Lebensretter“. Zu diesem Zeitpunkt war Deutschland mit einer Quote von 22 % bei der Laienreanimation Schlusslicht in der EU. Ein Höhepunkt dieses Engagements war der Weltrekordversuch im Jahr 2013 in Münster, bei dem über 12.000 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult wurden. Dies sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Seitdem ist das Projekt regelmäßig im münsterschen Stadtbild präsent. Das Klinikum unterstützt dieses Vorhaben intensiv, insbesondere durch Dr. Gunther Joos, der als Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am UKM Experte für die klinische Akut- und Notfallmedizin ist. Wissenschaftlich untermauert wurde die Bedeutung der frühzeitigen Schulung durch eine Studie, an der Van Aken maßgeblich beteiligt war. Diese zeigte, dass regelmäßiger Reanimationsunterricht ab dem 10. Lebensjahr effektiv ist und die Überlebensrate nach Herzstillstand signifikant erhöht.

Bild: Schulministerin Dorothee Feller (vorne Mitte) hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Stiftungen, Ärztekammern, Hilfsorganisationen, ärztlichen Partnerinnen und Partnern und medizinischen Fachgesellschaften – darunter Prof. Dr. Dr. h.c. Hugo Van Aken (vorne links) eine Initiative zur Verankerung der Laienreanimation im Schulalltag auf den Weg gebracht. (© Foto by Mark Hermenau)
Meilensteine hat Hugo Van Aken, emeritierter Klinikdirektor der Anästhesie sowie ehemaliger Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des UKM und Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, in den Jahren viele erlebt. Ein Beispiel ist der Runderlass der damaligen NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann im Jahr 2017 zur Laienreanimation an Schulen. Dieser basierte jedoch auf einer freiwilligen Teilnahme, ebenso wie der Runderlass von Nachfolgerin Yvonne Gebauer im Jahr 2021. Immerhin, so Van Aken, wurde 2019 die verpflichtende Teilnahme für Lehrerinnen und Lehrer bundesweit beschlossen und auch vom BGH unterstrichen. Trotz dieser Erfolge blieb die verpflichtende Aufnahme ins Curriculum aus – bis jetzt.
„Mit der Unterzeichnung wird ein entscheidender Schritt zur flächendeckenden Einführung der Laienreanimation an Schulen getan“, betont Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen. Das Projekt „Prüfen – Rufen – Drücken“ bildet die Grundlage für die Integration in den Schulalltag. Neben dem Erlass des Ministeriums sind vor allem Sponsoren für die Schulungen und die dafür notwendigen Materialien erforderlich. Das Projekt wird daher durch zahlreiche Partner aus den Bereichen Stiftungen, Ärztekammern, Hilfsorganisationen, ärztliche Partnerinnen und Partner sowie medizinische Fachgesellschaften gefördert. Feller weiter: „Dieses Bündnis zeigt, was möglich ist, wenn verschiedene Institutionen mit unterschiedlichen Beiträgen ein gemeinsames Ziel verfolgen.“
Für die Schulen der Bezirksregierung Münster wird die Stiftung Universitätsmedizin Münster in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe die Unterrichtung der Lehrkräfte koordinieren. „Wir haben hier in der Region eine sehr engagierte ehrenamtlich tätige Ärzteschaft. Das hat sich besonders in der Zeit der Corona-Impfungen gezeigt und viele freuen sich bereits jetzt darauf, dieses wichtige Projekt unterstützen zu können“, so Hugo Van Aken, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.