Dez. 3, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Erfolgreiche AINR-Veranstaltung zum Abschluss des Jahres im St. Marien-Hospital mit mehr als 60 Teilnehmenden. Foto © by St. Marien-Hospital Lüdinghausen
Lebensrettendes Wissen für medizinisches Personal
Lüdinghausen – Ein Thoraxtrauma zählt zu den schwerwiegendsten Verletzungen in der Notfallmedizin. Ob durch Verkehrsunfälle, Stürze oder Gewalteinwirkung – die Folgen sind nicht selten lebensbedrohlich, da Organe wie Lunge, Herz, große Blutgefäße, Luftröhre oder Speiseröhre betroffen sein können. Die in diesem Jahr letzte Veranstaltung der AINR-Fortbildungsreihe (Anästhesie – Intensivmedizin – Notaufnahme – Rettungsdienst) wurde vom Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin sowie Ärztlichen Direktor im St. Marien-Hospital, Dr. Mario Santamaria, moderiert und richtete sich an Ärztinnen und Ärzte, Pflegende der Intensivstation, Anästhesie und Notaufnahme sowie Kolleginnen und Kollegen des Rettungsdienstes aus der Region Coesfeld, Kreis Warendorf, Kreis Unna sowie aus Münster.
Ziel der Fortbildung war die optimale Vorbereitung auf ein Thoraxtraumata, denn eine schnelle und fachgerechte Versorgung entscheidet hier oft über Leben und Tod. Mit dem Fachvortrag von Dr. Nils Alt, Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie im Krankenhaus in Lüdinghausen, und dem des Initiators der Veranstaltung, Dr. Daniel Nitschke, Oberarzt und Notfallmediziner, wurde wichtiges theoretisches Wissen vermittelt.

Bild: Unter realitätsnahen Bedingungen trainierten über 60 Teilnehmende Thoraxdrainagen, Notfallgriffe und die Bedeutung von Teamarbeit. Foto © by St. Marien-Hospital Lüdinghausen
Besonderen Wert wurde zudem auf praktische Fertigkeiten und den interprofessionellen Austausch gelegt. Im theoretischen Teil standen die Anatomie und Pathophysiologie des Thorax sowie aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie im Mittelpunkt. Das besondere Highlight war allerdings der praktische Übungsteil, der an Schweineteilen durchgeführt wurde. Unter realitätsnahen Bedingungen konnten die mehr als 60 Teilnehmenden sowohl das korrekte Anlegen von Thoraxdrainagen, als auch wichtige Handgriffe für Notfallsituationen trainieren und die große Bedeutung von Teamarbeit in der akuten Versorgung dieser medizinischen Herausforderung erleben. Die praxisorientierte Gestaltung wurde von den Teilnehmenden als besonders wertvoll hervorgehoben, da sie den direkten Transfer des Gelernten in den Berufsalltag ermöglicht.
„Mit dem Thema Thorax haben wir in der die AINR-Fortbildungsserie wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, wie sich Wissenschaft und Praxis verbinden lassen. Die hohe Teilnehmerzahl und das durchweg positive Feedback bestätigen den Erfolg unseres Formats und unterstreichen die Bedeutung praxisnaher Weiterbildung für die Qualität der Patientenversorgung hier in der Region“, sagt Dr. Daniel Nitschke und verspricht für das kommende Jahr wieder interessante Themen in der AINR-Fortbildungsreihe.
Das St. Marien-Hospital Lüdinghausen ist ein Krankenhaus der Grund-und Regelversorgung mit den Fachabteilungen Anästhesie und Intensivmedizin, Chirurgie, Innere Medizin und dem Zentrum für Akutgeriatrie und geriatrische Rehabilitation. Das Krankenhaus verfügt über 221 somatische Betten sowie über 25 Betten in der geriatrischen Rehabilitation, in dem das Pflegesystem der Bereichspflege praktiziert wird, und ist zudem Träger des Altenwohnhauses St. Ludgerus-Haus mit 80 Einzelpflegeplätzen und 14 Wohnungen für betreutes Wohnen. Hauptgesellschafter der St. Marien-Hospital Lüdinghausen GmbH ist die St. Franziskus-Stiftung Münster, die derzeit für 18 Krankenhäuser mit über 4.000 Betten und zehn Behinderten und Senioreneinrichtungen in den Ländern Nordrhein-Westfalen und Bremen verantwortlich ist. Darüber hinaus hält sie Beteiligungen u. a. an ambulanten Rehabilitationszentren, Pflegediensten und Hospizen. Zuletzt hat die Franziskus Stiftung im Juli 2025 die Mehrheitsanteile am Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf GmbH (VKKD) übernommen. Zudem hält sie Beteiligungen u.a. an ambulanten Rehabilitationszentren, Pflegediensten und Hospizen. In den Einrichtungen der Franziskus Stiftung werden jährlich über 720.000 Menschen stationär und ambulant behandelt, in den Langzeiteinrichtungen etwa 1.000 Menschen betreut. Rund 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für kranke, behinderte und alte Menschen.
Nov. 24, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Dr. Jan Esters arbeitet als Chefarzt in der Abteilung für Plastischen und Ästhetische Chirurgie in Lüdinghausen. (© Foto by St. Marien-Hospital Lüdinghausen)
Frühe Behandlung durch Erstattung über die Krankenkasse ab Stadium 1
Lüdinghausen – „Ab dem kommenden Jahr gibt es für Betroffene des Lipödems eine entscheidende Verbesserung in der medizinischen Versorgung“, sagt der Chefarzt der Abteilung für Plastischen und Ästhetische Chirurgie, Dr. Jan Esters, „denn die Krankenkassen übernehmen künftig auch bei Patientinnen und Patienten im Stadium 1 und 2 die Kosten für eine Liposuktion. Bislang war dieser Eingriff nur in fortgeschrittenen Stadien erstattungsfähig – ein Umstand, der viele Menschen über Jahre hinweg belastet hat.“ Mit dieser frühzeitigen Behandlungsmöglichkeit des Lipödems – also dem operativen Entfernen von krankhaft vermehrtem Fettgewebe – wird ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Versorgung von Patienten und Patientinnen eingeleitet. Mit der neuen Regelung – der Abrechnung über die Krankenkasse auch im frühen Stadium der Krankheit – wird ein wichtiger Schritt hin zu mehr Früherkennung und einer rechtzeitigen Behandlung und für mehr Lebensqualität getan. „Denn früh erkannt und behandelt, kann die Liposuktion nicht nur Schmerzen und Bewegungseinschränkungen deutlich reduzieren, sondern auch das Fortschreiten der Erkrankung verhindern“, erklärt der Chirurg aus dem St. Marien-Hospital in Lüdinghausen. Für die Betroffenen bedeute dies: weniger Leidensdruck, mehr Teilhabe am Alltag und eine spürbare Entlastung im Gesundheitssystem. Diese Eingriffe dürfen die Kliniken nur dann abrechnen, wenn sie mindestens 50 dokumentierte Operationen pro Jahr nachweisen können. Das chirurgische Team im St. Marien-Hospital Lüdinghausen erfüllt diese Vorgabe – und geht sogar darüber hinaus.
„Für uns ist die Liposuktion bei Lipödem nicht nur ein medizinischer Eingriff, sondern ein Weg zurück zu Lebensqualität und Selbstbestimmung“, erklärt Dr. Jan Esters, der in einer Doppelspitze mit Chefärztin Dr. Irina Herren die Abteilung für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Lüdinghausen führt. „Dass wir die geforderte Mindestanzahl von 50 Eingriffen pro Jahr übertreffen, zeigt, wie etabliert und erfolgreich unsere Versorgung in diesem Bereich ist“. Die Klinik zählt zu den spezialisierten Versorgungseinrichtungen in Deutschland, die Patientinnen mit Lipödem auf höchstem medizinischem Niveau behandelt und begleitet.
Die Liposuktion in der Abteilung in Lüdinghausen wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern eingebettet in ein interdisziplinäres Konzept aus Diagnostik, konservativer Therapie und kompetenter Nachsorge. „Unser Ziel ist es, Patientinnen mit Lipödem nicht nur leitliniengerecht, sondern mit größter Sorgfalt, medizinischer Präzision und menschlicher Zuwendung zu behandeln“, so Dr. Esters. Die hohe Fallzahl sei nicht nur ein Zeichen der medizinischen Expertise der Ärzte im St. Marien-Hospital, sondern auch Ausdruck des Vertrauens, das die Patientinnen aus der Region und auch weit darüber hinaus in die Kompetenz der Fachkräfte setzen. „Unser Ziel ist es mit dem Eingriff, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu steigern“, sagt der Mediziner. „Die von uns angewandte operative Methode gilt als äußerst wirksam, wenn konservative Therapien wie Kompression und Bewegung nicht mehr ausreichen.“
Mit der Kostenübernahme der Liposuktion bereits im Stadium 1 ab Januar 2026 setzt das Gesundheitssystem ein klares Signal – ein Fortschritt, der die Behandlung dieser chronischen Erkrankung nachhaltig verändert und der als ein Meilenstein in der Versorgung des Lipödems verstanden werden kann.
Schätzungen zufolge leiden etwa 3,8 bis 4 Millionen Frauen in Deutschland an einem Lipödem. Die Erkrankung wird leider oft spät erkannt oder falsch diagnostiziert – die tatsächliche Zahl könnte also deutlich höher liegen.
Das Lipödem ist eine chronische, schmerzhaft verlaufende Fettverteilungsstörung, die die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen oft erheblich einschränkt. Schmerzen, Druckempfindlichkeit und disproportionale Fettverteilung an Beinen und Armen sind typisch. Die operative Fettabsaugung (Liposuktion) spielt insbesondere in den späteren Erkrankungsstadien eine zentrale therapeutische Rolle. Um die Sicherheit der Patientinnen zu gewährleisten und eine wirksame Behandlung zu sichern, legt der GBA klare Vorgaben für diagnostische, strukturelle und operative Standards fest. GBA ist eine Abkürzung für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, das entscheidet, welche medizinischen Leistungen gesetzlich Versicherte erhalten.
Nov. 19, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Die Leitungen der vom Magazin Focus ausgezeichneten Kliniken und Sektionen des UKM freuen sich mit dem Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden, Prof. Alex. W, Friedrich (vorne Mitte) und Pflegedirektor Thomas van den Hooven (hinten Mitte) über die guten Bewertungen im Ranking. (© Foto by UKM/Wibberg)
38 Top-Bewertungen für breite und exzellente medizinische Expertise
Mit insgesamt 38 Fachdisziplinen ist das UKM (Universitätsklinikum Münster) in der Ende Oktober erschienenen „Klinik-Liste“ des Magazins Focus für hervorragende medizinische Leistungen aufgeführt. Im bundesweiten Vergleich der 100 TOP-Kliniken rangiert das UKM demzufolge auf Platz 15, im NRW-Vergleich auf Platz drei der ausgezeichneten Krankenhäuser.
Münster (ukm/aw) – Die Daten, die dem Ranking zugrunde liegen, wurden im Auftrag des Magazins Focus vom unabhängigen Rechercheinstitut FactField ausgewertet. Dazu erstellte das Institut eine Datenanalyse aus über 50 verschiedenen Datenquellen. So wurden unter anderem ärztliche Kolleginnen und Kollegen nach deren Klinik-Empfehlungen befragt, auch die Patientenzufriedenheit und das Urteil medizinischer Fachgesellschaften sowie Forschungsaktivitäten der Kliniken flossen beispielsweise in die Bewertung mit ein. Über die 38 medizinischen Top-Empfehlungen hinaus erhält die Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie ein weiteres Prädikat: In der Kategorie „International“, in der der Umgang mit internationalen Patientenkontakten und die Mehrsprachigkeit bewertet wurden, wird sie empfohlen.
Der UKM-Vorstand sieht die Bewertungen in der Leistung der Mitarbeitenden aller Kliniken und Zentren, auch derer, die hier nicht erwähnt sind, begründet: „Unsere Mitarbeitenden in allen Berufsgruppen tragen jeden Tag zu einer Universitätsmedizin bei, die auf höchstem Niveau arbeitet und die aus gutem Grund für ihre medizinische Expertise in der Region und weit darüber hinaus anerkannt und empfohlen wird. Darauf können wir stolz sein und wir sind allen, die sich hier täglich für das Gelingen unseres Auftrags einsetzen, sehr dankbar“, so der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende, Prof. Alex W. Friedrich.
Das UKM ist „TOP Nationale Fachklinik“ in folgenden 38 medizinischen Bereichen:
Augenheilkunde:
Hornhauterkrankungen, Refraktive Chirurgie & Katarakt
Klinik für Augenheilkunde, Direktorin Prof. Dr. Nicole Eter
Gynäkologie und Geburt:
Gynäkologische Chirurgie
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Direktor Prof. Dr. Lars Hanker
Kinderwunsch
UKM Kinderwunschzentrum, Komm. Leiter Prof. Dr. Hermann M. Behre
Risikogeburt & Pränataldiagnostik
UKM Geburtshilfe, Leiterin Priv.-Doz. Dr. Mareike Möllers
Haut, Gesicht und Körper:
Hautkrankheiten
Klinik für Hautkrankheiten, Direktorin Prof. Dr. Kerstin Steinbrink
Herz und Gefäße:
Gefäßchirurgie
Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie, Direktor Prof. Dr. Alexander Oberhuber
Herzchirurgie
Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Direktor Prof. Dr. Sven Martens
Kardiologische Einrichtungen
Klinik für Kardiologie I (Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Angiologie), Direktor Prof. Dr. Holger Reinecke
Klinik für Kardiologie II (Rhythmologie), Direktor Prof. Dr. Lars Eckardt
Klinik für Kardiologie III (Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen), Direktor Prof. Dr. Gerhard-Paul Diller
Institut für Genetik von Herzerkrankungen, Direktor Prof. Dr. Eric Schulze-Bahr
Krebs:
Nierenkrebs, Prostatakrebs
Klinik für Urologie und Kinderurologie, Direktor Prof. Dr. Andres Jan Schrader
UKM Prostatazentrum, Zentrumsleiter Dr. Philipp Papavassilis
Darmkrebs
UKM Darmzentrum, Zentrumsleiter Priv.-Doz.Dr. Philipp Houben/Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Direktor Prof. Dr. Andreas Pascher
Hautkrebs
Hauttumorzentrum UKM, Zentrumsleiter Prof. Dr. Carsten Weishaupt/Klinik für Hautkrankheiten, Direktorin Prof. Dr. Kerstin Steinbrink
Hirntumoren
Klinik für Neurochirurgie, Direktor Prof. Dr. Walter Stummer
Hodenkrebs
Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Chefärztin Prof. Dr. Sabine Kliesch
Kopf-Hals-Tumoren
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Direktorin Prof. Dr. Claudia Rudack
Knochenkrebs, Leukämie, Lymphome,
Medizinische Klinik A (Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Pneumologie), Direktor Prof. Dr. Georg Lenz
Magen, Darm und Bauch:
Gallenchirurgie
Klinik für Allgemein-, Viszeral-und Transplantationschirurgie, Direktor Prof. Dr. Andreas Pascher
Prostata-Syndrom
Klinik für Urologie und Kinderurologie, Direktor Prof. Dr. Andres Jan Schrader
Neurologie:
Multiple Sklerose, Parkinson, Schlaganfall
Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie, komm. Leiter Prof. Dr. Matthias Schilling
Leitung des Bereichs Parkinson-Syndrome, Priv.-Doz. Dr. Inga Claus
Leiter des Neurovaskulären Bereichs, Priv.-Doz. Dr. Antje Schmidt-Pogoda
Orthopädie:
Fußchirurgie, Handchirurgie, Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie
Klinik für Unfall-, Hand und Wiederherstellungschirurgie, Direktor Prof. Dr. Michael J. Raschke
Sektionsleiterin Fußchirurgie, Prof. Dr. Sabine Ochmann
Sektionsleiter Handchirurgie, Prof. Dr. Martin Langer
Hüftchirurgie
Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie, Direktor Prof. Georg Gosheger
Psyche:
Angst- & Zwangsstörungen, Depressionen
Klinik für Psychische Gesundheit, Direktor Prof. Dr. Bernhard Baune
Essstörungen, Schmerzstörungen
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Direktor Prof. Dr. Rupert Conrad
Strahlentherapie und Nuklearmedizin:
Nuklearmedizin
Klinik für Nuklearmedizin, Direktor Prof. Dr. Michael Schäfers
Strahlentherapie
Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie, Direktor Prof. Dr. Hans Th. Eich
Zahnmedizin:
Zahnkliniken
Klinik für Parodontologie und Zahnerhaltung, Direktor Prof. Dr. Benjamin Ehmke
Zahnkliniken
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Leiter Prof. Dr. Edgar Schäfer
Nov. 7, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Vertreterinnen und Vertreter der Alexianer und der Pfarrei St. Liudger am Grab der „Sternenkinder“ auf dem Friedhof der Pfarrei St. Liudger. (© Foto by Alexianer)
Herzensangelegenheit: Gemeinsam mit der Stiftung der Alexianerbrüder wird die Grabstelle für früh im Mutterleib verstorbene Kinder neu gestaltet
Münster – Die Kapelle des Friedhofs der Pfarrei St. Liudger ist lichtdurchflutet, durch die Fenster leuchtet das gelbe Herbstlaub der Bäume. In der Kapelle ertönt „Weißt Du, wie viel Sternlein stehen“, ein Kinderlied, gesungen für die Kinder, die niemals dieses oder ein anderes Lied singen konnten, weil sie vor der Geburt gestorben sind. „Sternenkinder“ werden diese Kinder genannt, auf dem Friedhof in Mecklenbeck gibt es ein eigenes, von der Pfarrei St. Liudger bereit gestelltes Grab für sie. Hier werden die Stillgeburten des Clemenshospitals, einem Krankenhaus des Alexianer-Verbunds, seit über 20 Jahren beerdigt. Jetzt wurde die Sternenkinder-Grabstätte erneuert und im Rahmen eines Gottesdienstes wieder geweiht. Möglich wurde die Neugestaltung, zu der auch eine Arbeit des Bildhauers und Theologen Winfried Häder in Form von fünf Basaltsäulen gehört, durch die Unterstützung der Stiftung der Alexianerbrüder. Dessen Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, Dr. Hartmut Beiker, erläutert, warum diese Unterstützung den Alexianern ein derart wichtiges Anliegen ist: „Mit dem neugestalteten Grab möchten wir unsere liebevolle Erinnerung an die ‚Sternenkinder‘ bewahren und den betroffenen Familien, die ein solches Leid ertragen müssen, einen würdevollen Ort der Trauer bieten.“
Immer wieder fällt während der Feier das Wort Herzensangelegenheit. So war die Entstehung der Grabstätte eine Initiative von Prof. Dr. Christian Witting, der das Institut für Pathologie am Clemenshospital geleitet hat und den häufigen Fragen der Eltern, was mit den im Mutterleib früh verstorbenen Kindern geschieht, keine zufriedenstellende Antwort geben konnte, wie sein Nachfolger Prof. Dr. Cornelius Kuhnen berichtet. Gemeinsam mit dem damaligen Seelsorger der Klinik, dem Kapuzinerpater Dr. Edilbert Schülli und den Clemensschwestern, kam er auf den Gedanken, ein eigenes Grab für die Sternenkinder einzurichten. Ihre Bestattung ist für alle Beteiligten bis heute eine Herzensangelegenheit, die viele von ihnen ehrenamtlich ausüben. So wie Monika Schulte-Ludwig, Vertreterin des Friedhofausschusses, Annemete Hein, die als Kirchenmusikerin mitwirkt und der ehemalige Friedhofsgärtner Reiner Marx, der selbst im Ruhestand weiterhin das Grab pflegt und gemeinsam mit Kuhnen zwei Mal pro Jahr die Särge mit den Stillgeburten während einer Trauerfeier zusammen mit den Eltern und Angehörigen zur Grabstelle trägt. Auf dem Grab steht neben den Basaltsäulen ein hölzernes Kreuz, verziert mit bunten Glassteinen, das die Worte „Der Himmel geht über allen auf“ trägt. „Der Himmel geht über allen auf, auch über denen, die das Licht dieser Welt nie sehen konnten“, betonen Pastoralreferentin Mechthild Döbbe und Pfarrer Arndt Menze vom ökumenischen Seelsorgeteam des Clemenshospitals, die gemeinsam mit Pfarrer Timo Holtmann aus der Pfarrei St. Liudger die Feier leiteten.
Nov. 7, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Prof. Heymut Omran bei der Verleihung des KFJ-Preises im Rigshospitalet in Kopenhagen (Foto: S. M. Ulriksen/Rigshospitalet)
Internationale Auszeichnung für Pionier bei seltenen Erkrankungen: Heymut Omran erhält hoch dotierten KFJ-Preis
Kopenhagen/Münster – Der Internationale KFJ-Preis des Rigshospitalet – Universitätskrankenhaus der Universität Kopenhagen – geht in diesem Jahr erstmalig an einen deutschen Wissenschaftler: Prof. Heymut Omran von der Universität Münster. Mit seiner renommierten Auszeichnung würdigt das Rigshospitalet (deutsch: Reichshospital) die bahnbrechenden Beiträge des Mediziners auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen. Insbesondere die chronische Atemwegserkrankung Primäre ziliäre Dyskinesie (PCD) steht im Fokus von Omrans Arbeit. Verbunden mit dem Forschungspreis, den der Kinderarzt und Wissenschaftler am Mittwoch [05.11.] in der dänischen Hauptstadt entgegennehmen konnte, ist ein Preisgeld von umgerechnet rund 234.000 Euro.
Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die molekularen und zellulären Mechanismen, die der PCD zugrunde liegen, nur unzureichend verstanden und die therapeutischen Möglichkeiten äußerst begrenzt. Heute sieht die Situation ganz anders aus. Eine der treibenden Kräfte hinter dieser Entwicklung ist der diesjährige KFJ-Preisträger, Prof. Heymut Omran, Direktor der Klinik für Allgemeinen Pädiatrie am Universitätsklinikum Münster. Seit fast 20 Jahren arbeitet Heymut Omran eng zusammen mit Prof. Kim Gjerum Nielsen, Leiter des dänischen PCD-Zentrums am Rigshospitalet, der seinen deutschen Kollegen auch für den KFJ-Preis nominiert hat. Der ist benannt nach der Kirsten- und Freddy-Johansen-Stiftung, die die Auszeichnung finanziert, und geht in jährlichem Turnus an eine international hochrangige Forscherin oder einen Forscher, die beziehungsweise der mit dem Rigshospitalet zusammenarbeitet. ”Seit Beginn seiner Forschung hat Heymut Omran Pionierarbeit auf dem Gebiet der seltenen Krankheiten geleistet, insbesondere bei den Ziliopathien. Seine Beiträge haben unser Verständnis von chronischen Atemwegserkrankungen wie der Primären Ciliären Dyskinesie verbessert”, begründet Prof. Nielsen seinen Vorschlag.
Bei der Entgegennahme des Preises zeigte sich Prof. Omran tief bewegt: ”Die Verleihung des KFJ-Awards ist sehr bedeutsame Anerkennung – nicht nur für mich persönlich, sondern vor allem auch für meine Kolleginnen und Kollegen in Kopenhagen.” Der Kinderarzt koordiniert derzeit den PCD-Bereich innerhalb des Europäischen Referenznetzwerks für seltene Atemwegserkrankungen (ERN-LUNG), das mittlerweile 40 Expertenzentren umfasst. Er leitet auch das Internationale PCD-Register, das Daten von über 3.500 Patienten in 50 Zentren aus 26 Ländern enthält.
Wenn aus einem Meilenstein eine neue Behandlung wird
Die langjährige dänisch-deutsche Zusammenarbeit ist eine tragende Säule der internationalen PCD-Forschung. Durch die Kombination von klinischer Expertise mit genetischer und molekularer Forschung hat sie zur Identifizierung zahlreicher krankheitsverursachender Gene, neuer diagnostischer Standards und zur Entwicklung gezielterer Behandlungsstrategien für PCD-Patienten geführt. Die gemeinsamen Anstrengungen mündeten zudem in ein starkes internationales Forschungsnetzwerk: Im Jahr 2022 wurde für die Durchführung von klinischen Studien unter Federführung von Prof. Omran und Prof. Nielsen das PCD Clinical Trial Network (PCD-CTN) gegründet. Das vom dänischen PCD-Zentrum am Rigshospitalet koordinierte internationale Netzwerk hat das Ziel, die translationale Forschung sowie patientenzentrierte klinische Studien im Bereich der PCD zu fördern.
Jüngster Meilenstein ist die Entwicklung einer innovativen, auf Boten-RNA (mRNA) basierenden Therapie, die das fehlende oder defekte Protein bei PCD-Patienten ersetzen soll. Die Behandlung erfolgt durch Inhalation, wobei die mRNA es den Atemwegszellen ermöglicht, das Protein zu produzieren, das für eine normale Ziliarbewegung notwendig ist. Die erste klinische Studie am Menschen (Phase-1-Studie) wurde gerade abgeschlossen, was auf völlig neue Therapieoptionen für diese seltene Atemwegserkrankung hoffen lässt. ”Von Anfang an hat unsere Partnerschaft komplementäre Stärken kombiniert – die erstklassige klinische Expertise in Kopenhagen und unsere Expertise bei Genetik und molekularen Mechanismen”, beschreibt Omran den zentralen Erfolgsfaktor.
Abgestimmt auf den molekularen Defekt
Ein roter Faden in der Arbeit des Medizinprofessors und seiner Arbeitsgruppe ist die Umsetzung wissenschaftlicher Entdeckungen in klinischen Nutzen für Patienten. Mit dem KFJ-Preis möchte Omran seine Forschung weiter vorantreiben – mit besonderen Schwerpunkten auf der Identifizierung bislang unbekannter Krankheitsgene, der Stärkung molekularer Diagnostik und der Entwicklung personalisierter Therapien. Der Anspruch des Preisträgers: ”Durch die Kombination von Genetik, Molekularbiologie und klinischer Forschung wollen wir einer Zukunft näherkommen, in der jeder Patient von einer Therapie profitieren kann, die auf den zugrunde liegenden molekularen Defekt zugeschnitten ist.”