Nov. 6, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Felix (r.) und seine Schwester Lotta (l.) übergeben die Spende stolz an Dr. Otfried Debus vom Clemenshospital. (© Foto by Alexianer)
Fast 500 Euro Spende für das Pelikanhaus am Clemenshospital
Münster – Mit viel Herz und Eigeninitiative hat der neunjährige Felix eine besondere Spendenaktion für Familien des Pelikanhauses am Clemenshospital, einer Klinik des Alexianer-Verbunds, gestartet. An drei Wochenenden stand er gemeinsam mit seinen Großeltern in der Küche, um leckere Plätzchen zu backen und liebevoll zu verpacken, immer tatkräftig unterstützt von seiner Schwester Lotta. Am vergangenen Wochenende lud die Familie schließlich zu Kaffee und Kuchen in den Vorgarten der Großeltern ein – dort konnten Spaziergängerinnen und Spaziergänger die selbstgemachten Plätzchen gegen eine freie Spende erhalten. Felix hatte sich fest vorgenommen, 120 Euro für eine Familienpatenschaft im Pelikanhaus zu sammeln. Doch seine Idee kam so gut an, dass die Plätzchen im Nu ausverkauft waren – sogar Nachbestellungen wurden aufgegeben. Am Ende des Tages konnte Felix stolze 498,50 Euro an das Pelikanhaus übergeben.
Der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals, Dr. Otfried Debus, bedankte sich herzlich bei Felix für sein beeindruckendes Engagement: „Was Felix hier auf die Beine gestellt hat, ist wirklich außergewöhnlich. Es zeigt, wie viel Gutes entstehen kann, wenn man mit Herz und Begeisterung dabei ist.“ Das Pelikanhaus am Clemenshospital unterstützt Familien schwerkranker Kinder, die über längere Zeit in Münster betreut werden, mit Unterkunft und Begleitung. Dank Spenden wie der von Felix können diese wichtigen Angebote weiterhin aufrechterhalten werden.
Okt. 21, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Patientin Margret Eckrodt ist nach dem phonochirurgischen Eingriff wieder gut bei Stimme, kommt aber noch regelmäßig in die Sprechstunde von Dr. Philipp Mathmann in der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie am UKM. (© Foto by UKM/Ibrahim)
Wenn die Stimme versagt
Wir setzen sie jeden Tag ein und sind uns ihrer Bedeutung erst dann bewusst, wenn sie nicht mehr mitmacht: Die Stimme ist ein zentraler Teil der eigenen Identität. Für Menschen, die Probleme mit der Stimmbildung haben, erhalten an der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie am UKM in einer Spezialsprechstunde gezielte Unterstützung. Je nach Diagnose und Schwere der stimmlichen Einschränkungen kann ein operativer Eingriff helfen. Die Möglichkeiten der Phonochirurgie sind vielen dabei noch unbekannt.
Münster (ukm/aw) – Dass Margret Eckrodt (82) überhaupt Patientin der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) wurde, ist die Folge einer Bronchoskopie im Sommer 2023. Diese reizte nachhaltig den Rekurrenznerv, der die Stimmbildung maßgeblich steuert. Die Folge: eine einseitige Stimmlippenlähmung (Parese), d.h. der Schluss der beiden Stimmlippen war nicht mehr möglich. „Nach der Operation krächzte ich regelrecht und das Sprechen war extrem anstrengend. Ich habe meine eigene Stimme nicht mehr wiedererkannt“, so die Ochtruperin. Als die extreme Heiserkeit nicht nachließ, wurde Eckrodt von ihrem behandelnden HNO-Arzt direkt in die Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie überwiesen, wo Dr. Philipp Mathmann als stellvertretender Klinikdirektor die phonochirurgische Sprechstunde der Klinik leitet. „Die Menschen kommen mit Stimmproblemen ganz unterschiedlicher Ursache zu uns“, erklärt er. „Oft ist die Stimme, wie bei Frau Eckrodt, als Folge einer Operation oder eines anderen Traumas beeinträchtigt, vielfach liegen aber auch Schlaganfälle, Bandscheibenvorfälle oder Knoten in der Schilddrüse zugrunde. Manchmal findet sich auch gar keine erkennbar medizinische Ursache.“ Der Leidensdruck, nicht mehr über die vertraute eigene Stimme zu verfügen, sei im Alltag erheblich, so Mathmann.
Bei einer Stimmlippenparese kann sich der Nerv teilweise innerhalb des ersten Jahres nach der auslösenden Ursache von selbst wieder erholen, daher wurde die Patientin zunächst mit einem „Filler“ behandelt, der in die gelähmte Stimmlippe gespritzt wurde, um den Stimmlippenschluss zu verbessern. Als diese Behandlung erfolglos blieb entschied sich Eckrodt für einen operativen Eingriff – zu sehr fremdelte sie mit der eigenen angestrengten Stimme. Sie habe sich regelrecht überwinden müssen, zu sprechen – vor allem gegenüber Fremden, erinnert sie sich. „Das ist nicht selten“, erklärt Mathmann. „Die Stimme ist schließlich auch ein wichtiger Schlüssel zur sozialen Teilhabe.“
Die Operation selbst führte der auch an der Berliner Charité ausgebildete Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie am Marienhospital in Osnabrück durch, mit dem die Klinik für Phoniatrie des UKM seit etwa zwei Jahren erfolgreich kooperiert. Patientin Margret Eckrodt erhielt eine Laryngoplastik, also eine sogenannte doppelte Medialisierung der gelähmten Stimmlippe. Dabei wurde die Stimmlippenposition auch durch das „Zur-Mitte-Drehen“ des Stellknorpels (Aryrotation) optimiert. „Was sich nach einem großen Eingriff anhört, ist am Ende weniger risikoreich als eine Mandeloperation“, so Mathmann. Zwar kann es wie bei jeder Operation auch hier Komplikationen geben, diese seien aber sehr selten. Die Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie des UKM ist NRW-weit übrigens die einzige Klinik, die diesen hochspezialisierten Eingriff anbietet. Die spezielle phoniatrische Chirurgie (kurz „Phonochirurgie“) verfügt – je nach Art und Ausprägung der Stimmstörung – über ein breites Spektrum an Behandlungsverfahren zur Stimmverbesserung.
Seit dem Eingriff erhielt Margret Eckrodt noch eine Weile begleitend Logopädie, um den Umgang mit der neuen Stimme weiter zu verbessern. Ihre Stimme klingt inzwischen deutlich besser, der digitale „Vorher-nachher-Vergleich“ zeigt den Unterschied eindrücklich. Auch wenn ihre Stimme noch nicht exakt wieder wie früher klingt, ist die 82-Jährige sehr zufrieden. „Mit einem derartigen OP-Erfolg hatte ich ehrlicherweise nicht gerechnet, umso mehr freue ich mich darüber“, sagt sie.
Okt. 15, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Gemeinsam gegen AML-Spätfolgen (v.l.n.r.): Projektkoordinator Prof. Klaus Metzeler (Leipzig), Prof. Karsten Spiekermann (München), Eva Telzerow (München), Dr. Dennis Görlich (Münster), Prof. Friederike Mumm (München) und Prof. Christoph Röllig (Dresden) (Foto: LMU München/Telzerow)
Münstersches Forschungsteam wirkt mit bei Nachsorge-Projekt
Münster (mfm/nn) – Eine überstandene Krebserkrankung ist ein großer Sieg – doch viele frühere Leukämie-Betroffene kämpfen auch Jahre später noch mit den Folgen. Das neue bundesweite Forschungsprojekt „AML-CARE“ will genau hier ansetzen. Dafür versucht ein standortübergreifendes und interdisziplinäres Forschungsteam aus Leipzig, Dresden, München und Münster folgende Frage zu beantworten: Wie können medizinische, seelische und soziale Spätfolgen frühzeitig erkannt und die Nachsorge verbessert werden? Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Vorhaben mit 585.000 Euro, davon gehen etwas mehr als 100.000 Euro an das Institut für Biometrie und Klinische Forschung (IBKF) der Universität Münster.
Die Akute Myeloische Leukämie (AML) zählt zu den häufigsten Formen von Blutkrebs im Erwachsenenalter. Dank medizinischer Fortschritte überleben immer mehr Betroffene ihre Erkrankung. Um die nicht seltenen und teils erheblichen Spätfolgen besser verstehen und begleiten zu können, will AML-CARE etwa 400 ehemalige AML-Patientinnen und -Patienten in ganz Deutschland untersuchen, die ihre Erstdiagnose vor mindestens fünf Jahren erhalten haben. Dabei werden körperliche Beschwerden ebenso erfasst wie psychische Belastungen, soziale Faktoren oder Einschränkungen im Berufsleben.
„Unsere Aufgabe an der Universität Münster besteht darin, die Studiendaten statistisch fundiert auszuwerten – von der Planung über die Umsetzung bis zur Modellierung von Vorhersageanalysen“, erklärt Dr. Dennis Görlich vom IBKF. Zusätzlich koordiniert das münstersche Forschungsteam zusammen mit Prof. Dennis Häckl, Projektpartner an der Universität Leipzig, ein Arbeitspaket zur Auswertung von Krankenkassendaten. Diese ergänzen die direkte Patientenbefragung und liefern zusätzliche Informationen über langfristige Krankheitsverläufe. Die Mitwirkenden des Projekts bringen ihre jeweilige Expertise ein: Während die Universitätsklinika in Leipzig, Dresden und München maßgeblich die klinische Betreuung der ehemaligen AML-Betroffenen übernehmen, liegt der Schwerpunkt in Münster auf Methodik sowie der statistischen Datenauswertung und Modellentwicklung.
„Das Besondere an unserer Studie ist, dass wir ein wirklich umfassendes Bild der Spät- und Langzeitfolgen dieser schweren Erkrankung und ihrer Behandlung erheben möchten. Deswegen befragen wir die Betroffenen nicht nur direkt mittels eines ausführlichen Fragebogens, sondern wir werden auch Informationen aus einer körperlichen Untersuchung, Labor-Analysen und weitere medizinische Befunde mit einbeziehen“, erläutert Projektleiter Prof. Klaus Metzeler vom Universitätsklinikum Leipzig. „Unser Ziel ist es, in Zukunft anhand von Vorhersage-Modellen zu erkennen, welche Patientinnen und Patienten nach ihrer Leukämie-Behandlung ein erhöhtes Risiko für körperliche oder psychische gesundheitliche Probleme haben. Damit wäre es möglich, den Betroffenen frühzeitig und gezielt zusätzliche Hilfen anzubieten.“
Okt. 2, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Prof. Dr. Benjamin Brokinkel plädiert für das Tragen eines Helms bei Fahrradfahren. (Foto © by Alexianer)
Neurochirurg des Clemenshospitals berichtet über schwere Hirnschädigungen nach Fahrradunfällen
Münster – Die Liste auf dem Schreibtisch von Prof. Dr. Benjamin Brokinkel ist lang und hinter jedem Eintrag verbirgt sich ein Schicksal. Alle Menschen auf der Liste hatten als Folge von Fahrradunfällen schwere Schädelverletzungen erlitten und mussten in der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals, einem Krankenhaus des Alexianer-Verbunds, mit zum Teil komplizierten Operationen behandelt werden. „Viele dieser schweren Schädelhirnverletzungen hätten verhindert werden können oder wären zumindest wesentlich glimpflicher abgelaufen, wenn die Menschen einen Helm getragen hätten“, ist sich Brokinkel sicher.
Unfälle mit Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern kommen im Clemenshospital nahezu täglich vor, haben die Fahrerinnen und Fahrer dabei einen Helm getragen, bleiben den meisten schwere Kopfverletzungen erspart.- Brokinkel sagt: „Diese Patientinnen und Patienten sehen wir als Neurochirurgen meist gar nicht.“ Die Statistik könnte besser aussehen: „Nur rund 30 Prozent aller Radfahrenden tragen einen Helm. Studien haben ergeben, dass Helme etwa 80 Prozent der schweren Kopfverletzungen verhindern. Das Risiko einer schweren Hirnverletzung ist ohne Helm zehnmal höher als mit Helm, darum wäre es gut, wenn die Quote der Radfahrenden mit Helm deutlich höher wäre, auch in Münster“, berichtet der Leitende Oberarzt. Das Argument, dass Helme unattraktiv seien, lässt der Neurochirurg nicht gelten: „Wenn wir einen Patienten mit einer schweren Schädel-Hirn-Verletzung operieren, öffnen wir große Bereiche der Schädeldecke. Sie können sich vorstellen, dass das auch nicht attraktiv aussieht!“
Die Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals unter der Leitung von Prof. Dr. Uta Schick verfügt über eine unmittelbar angeschlossene Neurochirurgisch-Neurotraumatologische Frührehabilitation mit einem speziell ausgebildeten Therapeutenteam, eine Besonderheit in der Region. „Auf dieser Station werden aktuell zwei Patienten intensiv behandelt, die schwere Hirnverletzungen bei Fahrradunfällen erlitten haben, beide werden voraussichtlich pflegebedürftig bleiben.“, wie Prof. Dr. Benjamin Brokinkel eindringlich berichtet. Gerade mit Blick auf den nahenden Herbst, wenn wieder nasses, rutschiges Laub auf der Straße liegt, appelliert der Oberarzt dazu, den Helm auch für kurze Strecken nicht am Haken hängen zu lassen: „Wer immer einen Helm beim Radfahren trägt, empfindet das irgendwann genauso normal wie das Anschnallen beim Autofahren. Ohne Helm hat man beim Fahren ein schlechtes Gefühl. Auch als Vorbildfunktion den Kindern gegenüber ist das Helmtragen wichtig!“
Okt. 1, 2025 | Pressemitteilungen
Bild: Felix (r.) und seine Schwester Lotta (l.) übergeben die Spende stolz an Dr. Otfried Debus vom Clemenshospital. (© Foto by Alexianer)
Endometriosezentrum am Clemenshospital erfolgreich zertifiziert
Münster – Das Endometriosezentrum am Clemenshospital, einem Krankenhaus der Alexianer, wurde nach einem umfassenden Audit erfolgreich zertifiziert. Das Zentrum, das von Dr. Sebastian Schäfer geleitet wird, wurde in den letzten zwei Jahren konsequent auf das Ziel der Zertifizierung hin entwickelt. „Die Zertifizierung unseres Endometriosezentrums zeigt, dass wir eine sehr gute Struktur aufgebaut haben, in der die Diagnostik und die Behandlung von Betroffenen mit Endometriose auf einem sehr hohen Niveau stattfinden können“, betont Schäfer.
Interdisziplinäres Netzwerk hilft bei der Diagnose und Behandlung
Das Endometriosezentrum am Clemenshospital verfügt über verschiedene interne Kooperationspartner, darunter die Abteilungen für Gynäkologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gastroenterologie und Radiologie. Kooperationen bestehen außerdem mit der Physiotherapie, dem Sozialdienst und der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Alexianer Klinikums Hochsauerland – Arnsberg sowie der Schmerztherapie. Weiterhin umfasst das Netzwerk auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern, zu denen verschiedene Kinderwunschpraxen, Endometriosekliniken, gynäkologische Praxen, sowie weitere Schmertherapiezentren und –ambulanzen gehören. Das Netzwerk wird komplettiert durch die Zusammenarbeit mit örtlichen und überregionalen Selbsthilfegruppen. Dieses interdisziplinäre Netzwerk sorgt dafür, dass betroffenen Patientinnen eine optimale und umfassende Versorgung geboten werden kann.
Endometriose: Etwa so häufig wie Brustkrebs
Endometriose ist die häufigste gutartige Erkrankung der Frau im geschlechtsreifen Alter. Jährlich kommt es alleine in Deutschland schätzungsweise zu etwa 40.000 Neuerkrankungen. Damit ist Endometriose etwa so häufig wie Brustkrebs. Die zu den chronisch entzündlichen Erkrankungen zählende Endometriose ist durch das Vorhandensein von Gebärmutterschleimhaut-artigen Zellen außerhalb der Gebärmutterhöhle zusammen mit Bindegewebe gekennzeichnet.
Wichtige Hinweise auf das Vorliegen der Erkrankung ergeben sich bereits aus den Beschwerden. Insbesondere das Vorliegen von heftigen Regelschmerzen, vor allem wenn diese mit Schmerzmittelbedarf, Arbeits- oder Schulunfähigkeit, kurzzeitiger Bewusstlosigkeit, starken Blutungen und anderen Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und geblähtem Bauch einhergehen, spricht für das Vorliegen von Endometriose. Neben Schmerzzeichen kann auch eine ungewollte Kinderlosigkeit als Folge der Erkrankung auftreten. Aus allen diesen Gründen sollte bei begründetem Verdacht eine konsequente Diagnostik folgen.
Selbsthilfegruppe
Wichtige Unterstützung für Betroffene geben auch Selbsthilfegruppen. Neben einer Kooperation mit der Endometriosevereinigung Deutschland e.V. und der Osnabrücker Selbsthilfegruppe „Endostrong“, arbeitet das Endometriosezentrum besonders eng mit der örtlichen Selbsthilfegruppe „Aufgefangen Münster“ zusammen, die sich jeden zweiten Samstag im Monat zwischen 10 und 12 Uhr in den Räumen des Clemenshospitals trifft. Weiterführende Informationen erhalten Interessierte auf der Seite www.aufgefangen-muenster.de und per Mail unter info@aufgefangen-muenster.de.
Kontakt
Termine im Endometriosezentrum Münster können unter 0251 976 2551 telefonisch oder frauenklinik.clemenshospital@alexianer.de elektronisch vereinbart werden. Weiterführende Informationen sind auch der Homepage des Endometriosezentrums Münster, die unter https://www.clemenshospital.de/endometriose erreichbar ist, zu entnehmen.