Apr. 16, 2024 | Pressemitteilungen
Bild: Dass ihr Konzept für die Simulation in der Pflege nun auch anderen Pflegeschulen zur Verfügung steht, freut Alexianer-Lehrerin Doreen Strzys. Foto: Alexianer/Oelgemöller
Alexianer-Lehrerin Doreen Strzys veröffentlicht Buch zum Simulationsbasierten Lernen
Münster – Hohes Fachwissen, eine ausgeprägte Sozialkompetenz und das sichere Anwenden von praktischen Fertigkeiten sind in der Pflege elementar. Alle drei Aspekte sind Teil der generalistischen Pflegeausbildung. Im Alexianer Bildungszentrum Gesundheit und Soziales in Münster werden sie in Simulationsräumen zusammengebracht – in einem geschützten Raum, in dem Fehler erlaubt sind. Konzeptionell wird das Arbeiten im dritten Lernort, der Simulation, durch die Masterarbeit von Doreen Strzys gestützt. Inzwischen ist diese als Buch im Springer Verlag erschienen und dient so auch anderen Schulen als Leitfaden.
Ihre Masterarbeit mit dem Titel „Vom fachpraktischen Unterricht zur Simulation in der Pflege. Ein Konzept zum simulationsbasierten Lernen am Beispiel der perioperativen Pflege im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung“ ist eng mit der Arbeit und den Möglichkeiten im neuen Bildungszentrum der Alexianer am Dreieckshafen in Münster verknüpft. „Ich habe ein Konzept entwickelt, das wir in unseren neuen Räumen umsetzen können. Aus dem Regieraum können wir zum Beispiel beobachten, wie die Auszubildenden vorgehen und ihnen eine bestmögliche Rückmeldung geben“, erklärt Doreen Strzys. Die Möglichkeiten seien optimal, aber leider nicht selbstverständlich an deutschen Pflegeschulen. Dass nun auch andere Bildungseinrichtungen Zugang zu dem konzeptionellen Buch haben, erfreut Doreen Strzys deshalb umso mehr. „Und dass das, was ich mir in der Theorie überlegt habe, wirklich funktioniert, ist natürlich auch ein tolles Gefühl“, sagt sie.
Einen Verband wechseln, auf eine Blutung reagieren, einen Katheter legen und klar miteinander kommunizieren – die Fähigkeiten, die die Auszubildenden in der Pflege lernen, sind vielfältig. In der Simulation können sie theoretisch Gelerntes praktisch in einer realitätsnahen und geschützten Umgebung ausprobieren, bevor sie eigenständig Patienten oder Bewohner in Pflegeeinrichtungen versorgen. „Die Komplexität nimmt immer weiter zu, deshalb ist die Simulation eine wertvolle Möglichkeit der Vorbereitung für den Berufsalltag“, betont Doreen Strzys. Die Vorteile der Simulation kann sie klar benennen: „Mehr Selbstsicherheit bei den Auszubildenden und eine Qualitätssteigerung der pflegerischen Versorgung.“
Doreen Strzys hat an der FH Münster den Studiengang Bildung im Gesundheitswesen, Berufliche Fachrichtung Pflege im Master studiert. Ihre Masterarbeit wurde mit 1,0 bewertet. Im vergangenen Sommer hat sie dafür den Hochschulpreis der FH Münster für die beste Masterarbeit im Fachbereich erhalten. In diesem Zusammenhang erhielt sie die Möglichkeit, ihre Arbeit als Buch im Springer Verlag zu veröffentlichen.
Apr. 15, 2024 | Gesundheit
Bild: Müdigkeit, Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen können Symptome eines Vitamin-B12-Mangels sein. Etwa jeder Vierte im Alter über 65 Jahren ist davon betroffen. Foto: DJD/Wörwag Pharma/colourbox.de
Vitamin-B12-Mangel: Symptome werden oft falsch gedeutet, Therapie kann Nervenschäden verhindern
(DJD) – Wenn wir uns matt fühlen, das Konzentrieren schwerfällt und das Gedächtnis nachzulassen beginnt, dann werden diese Anzeichen oft vorschnell dem Alter zugeschrieben. Nicht selten verbirgt sich jedoch dahinter ein Mangel an Vitamin B12, einem Nährstoff, der unter anderem für das Nervensystem und die Blutbildung unverzichtbar ist. Mit steigendem Alter steigt das Risiko für einen solchen Mangel: Eine Studie des Münchner Helmholtz-Instituts zeigt, dass etwa ein Viertel der über 65-Jährigen betroffen ist.
Medikamente behindern die Vitamin-Aufnahme
Beschwerden wie ein unsicherer Gang, Vergesslichkeit, Müdigkeit und Erschöpfung können auf eine Unterversorgung mit Vitamin B12 hinweisen. Mit zunehmendem Alter fällt es dem Körper häufig schwer, Vitamin B12 richtig aufzunehmen. Ursachen hierfür können Verdauungsstörungen, eine nachlassende Magensäureproduktion, chronische Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente sein. Dazu zählen der bei Diabetes häufig verordnete Wirkstoff Metformin sowie Magensäureblocker, die gegen Sodbrennen oder als Magenschutz verschrieben werden.
Vitamin-B12-Mangel ausgleichen, Lebensqualität verbessern
Ein Vitamin-B12-Mangel sollte rechtzeitig ausgeglichen werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Dafür sind ausreichend hohe Dosierungen erforderlich – 1.000 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag haben sich in Studien als wirksam erwiesen. Entsprechend hoch dosierte Vitamin-B12-Präparate, wie B12 Ankermann, sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, weitere Informationen gibt es unter www.b12ankermann.de. Wird der Mangel ausgeglichen, dann kann die Leistungsfähigkeit wiederhergestellt werden.
Rechtzeitig handeln, um Schäden auszubremsen
Daher ist es wichtig, auf erste Anzeichen eines möglichen Vitaminmangels zu achten und bei Verdacht einen Arzt aufzusuchen. Durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung eines Mangels können die Symptome gelindert und Schäden an den Nerven verhindert werden. Wichtig ist zudem, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Fleisch, Milch und Milchprodukte sowie Eier sind gute Vitamin-B12-Quellen.
Apr. 12, 2024 | Pressemitteilungen
Bild: Prof. Walter Stummer, Studienkoordinator Dr. Niklas Pepper und Prof. Hans Theodor Eich (v.l.n.r.) freuen sich über die vielversprechenden Ergebnisse der „ALA-RDT in GBM“-Studie (Foto: Uni MS/M. Heine)
Aminosäure 5-ALA: Innovative Behandlung von Hirntumoren
Münster (mfm/sw) – Ihre Behandlung ist hochkomplex und setzt die interdisziplinäre Zusammenarbeit mehrerer Fachdisziplinen voraus: Die Rede ist von Hirntumoren. Gerade bei der aggressivsten Variante, dem Glioblastom, arbeiten Neurochirurgen, Strahlentherapeuten und Onkologen eng zusammen, um den Tumor möglichst effektiv zu bekämpfen. Kommt es zum Rückfall – was bei dieser Erkrankung trotz bestmöglicher Therapie keine Seltenheit ist – sind die Behandlungsoptionen durch die umfangreiche Vortherapie oft eingeschränkt. Eine fächerübergreifende Studie unter der Leitung der Medizinprofessoren Walter Stummer und Hans Theodor Eich von der Universität Münster geht dieses Dilemma jetzt mit einer innovativen Therapiekombination an.
Dabei setzen Eich und Stummer auf eine vielversprechende Kombination – in Form der körpereigenen Aminosäure 5-Aminolävulinsäure (5-ALA), die in der Hirntumorchirurgie bereits erfolgreich eingesetzt wird. Das Besondere: Unter UV-Licht im OP bringt sie Tumore zum Leuchten und ermöglicht es dem Operateur derart, gesundes Gewebe besser von erkranktem abzugrenzen. Hierbei wird ausgenutzt, dass sich das 5-ALA lediglich im Tumor anreichert, während gesunde Hirnzellen es nicht aufnehmen. Prof. Stummer, Direktor der münsterschen Uniklinik für Neurochirurgie, konnte bereits in diversen klinischen Studien die Effektivität des Einsatzes von 5-ALA in der Behandlung von Hirntumoren nachweisen und dieses Verfahren weltweit zur Zulassung bringen.
Neue Forschungsergebnisse versprechen nun auch Anwendungsmöglichkeiten außerhalb des Operationssaals: Tumorzellen mit eingelagertem 5-ALA sind nicht nur unter UV-Licht besser sichtbar, sondern reagieren auch empfindlicher auf Strahlentherapie. Prof. Eich, Direktor der Uniklinik für Strahlentherapie, erklärt, dass eine erneute Bestrahlung im Rezidivfall – also bei einem Rückfall – noch komplexer ist, da das gesunde Gewebe durch die Ersttherapie bereits belastet wurde: „Wirksamkeit und Nebenwirkungsrisiko müssen daher vorsichtig abgewogen werden. Ein Radiosensitizer, also eine Substanz wie 5-ALA, die bestimmte Gewebe sensibler für Bestrahlung macht, ermöglicht es uns, mit geringerer Strahlendosis potenziell mehr zu erreichen.“
Dieses neu entdeckte Zusammenwirken wird nun in der „ALA-RDT in GBM“-Studie erstmalig in einem klinischen Umfeld überprüft. Die lokale Koordination der Studie erfolgt durch Dr. Niklas Pepper, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uniklinik für Strahlentherapie; unterstützt wird das Projekt außerdem durch das Biotechnologie-Unternehmen Photonamic. In die Studie eingeschlossen werden Patienten mit wieder aufgetretenem Glioblastom; diese bekommen die Aminosäure an bestimmten Tagen während der postoperativen vierwöchigen Bestrahlung zu trinken. Aufgrund der Neuartigkeit der Kombination gibt es strenge Sicherheitsmaßnahmen, obwohl 5-ALA wegen seiner guten Verträglichkeit und unkomplizierten Anwendung bislang wenig Anlass zur Sorge gab. Die bisherigen fünf Patienten der Studie haben die Kombinationsbehandlung unkompliziert vertragen. Der nächste Schritt: eine noch größer angelegte Studie, in der die Kombination mit dem derzeitigen Therapiestandard verglichen wird.
Apr. 5, 2024 | Gesundheit
Bild: Der Sommer ist die Zeit feuchtfröhlicher Feste, die man allerdings am nächsten Morgen oftmals „büßen“ muss. Eine neue Studie widerlegt die vermeintliche Ursache für den „Kater“. Foto: DJD/Forum Trinkwasser/Anne Ponomarenko – stock.adobe.com
Neue Studie widerlegt eine vermeintlich goldene Regel beim Alkoholkonsum
(DJD) – Ob Sommerparty, Geburtstag oder Hochzeit – wo gefeiert wird, da wird auch gerne das ein oder andere Glas Alkohol getrunken. Nach einem feuchtfröhlichen Abend kommt jedoch meist das böse Erwachen: Man hat einen „Kater“, mit äußerst unangenehmen Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen und Übelkeit. Hätten ein paar Glas Wasser zwischendurch geholfen, dem Unwohlsein vorzubeugen? Eine neue Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis.
Konsum von Alkohol führt nicht zur Dehydrierung, Giftstoffe sorgen für den Kater
Bisher galt die goldene Regel beim Alkoholtrinken: zwischendurch immer wieder ein Glas Wasser, um eine Dehydrierung zu vermeiden. Denn Wassermangel wird als Hauptgrund für einen Kater angesehen. Diese Annahme basiert jedoch auf einer in den 1950er-Jahren veröffentlichten Studie, nach der der Körper beim Alkoholkonsum mehr Wasser ausscheidet. Das wurde jahrzehntelang als schlüssige Erklärung für einen Kater akzeptiert, bestätigt wurde es aber nie. Bis jüngst Biologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dieser Annahme wissenschaftlich auf den Grund gingen: Im Rahmen einer Studie nahmen 240 Probanden über vier Stunden lang alkoholische Getränke zu sich – so viel sie wollten. Das Ergebnis: Trotz erhöhter Flüssigkeitsausscheidung führte der Alkoholkonsum nicht zu einer Dehydrierung. Das bedeutet, so die Mainzer Wissenschaftler, dass der Körper bei Alkoholkonsum keine nennenswerten Mengen an Wasser verliert. „Der Studie zufolge hat das Trinken von Wasser zusammen mit Alkohol also keinen Einfluss darauf, ob man einen Kater bekommt oder nicht“, erläutert Dr. Stefan Koch vom Forum Trinkwasser. Als Ursache gelten vielmehr die Giftstoffe aus dem Stoffwechsel – allen voran Acetaldehyd –, die beim Abbau des Alkohols im Körper entstehen.
So kann Wasser dennoch eine positive Wirkung haben
Wer Alkohol in sehr konzentrierter Form trinkt, also hochprozentige Getränke genießt, dessen Magen weist für kurze Zeit einen sehr hohen Gehalt an Alkohol auf. Um die Magenschleimhaut weniger zu belasten, ist Wassertrinken angeraten. Auf das Wohlbefinden am nächsten Tag hätte aber auch das, so die Mainzer Biologen, keinen Einfluss. Also bringt Wassertrinken bei Alkoholkonsum nichts? Doch, sagt Dr. Stefan Koch: „Wer immer wieder Wasser zu alkoholischen Getränken konsumiert, trinkt in der Regel weniger Alkohol. Und beugt damit einem Kater vor.“ Was außerdem helfe: Im Vorfeld eine fettreiche Mahlzeit zu sich nehmen, da Fett die Aufnahme von Alkohol ins Blut verlangsamt.