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Zecken – mal wieder auf der Lauer

Von April bis September ist Vorsicht geboten / Mückenschutzmittel, lange Kleidung und Impfung bieten Schutz vor Borreliose und FSME

Münster (ukm/hch) – Sie lauern auf Gräsern und in Büschen – Zecken. Doch wie entfernt man sie richtig? Und handelt es sich um einen Biss oder einen Stich? Von April bis September ist Zeckenzeit. Dr. Frieder Schaumburg vom Institut für Medizinische Mikrobiologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) kennt sich mit den Parasiten aus: „Bei jedem Zeckenstich gilt: Die schnelle Entfernung der Zecke ist entscheidend. Das Risiko sich bei einem Zeckenstich mit Borreliose zu infizieren wird maßgeblich von der Saugdauer der Zecke beeinflusst.“ Es vergehen bis zu 24 Stunden, bis die Erreger der Borreliose auf den Menschen übertragen werden. „Deshalb sollte man sich nach einem Tag im Freien gründlich auf Zecken untersuchen, um die Gefahr einer Infektion zu minimieren“, rät der Leiter der Impfsprechstunde.

Während Zecken unzählige Erreger in sich tragen können, spielen in Deutschland fast ausschließ die FSME-Viren und die Borrelien eine Rolle, die neben grippalen Symptomen im schlechtesten Fall eine Entzündung des Gehirns hervorrufen können. „Das Münsterland ist aber kein Risikogebiet für den FSME-Erreger, da dieser bisher auf den Süden Deutschlands beschränkt ist. Das sollten jedoch Reisende berücksichtigen und über eine Impfung nachdenken“, so Schaumburg mit dem Hinweis, dass Borrelien wiederum sehr wohl in den münsteraner Zecken zu finden sind. Um sich zu schützen empfiehlt der Mikrobiologe gängige Mückenschutzmittel, die die Inhaltsstoffe DEET oder Icaridin enthalten. Diese machen den Menschen als Beute uninteressant. Zusätzlich sollte lange Kleidung zum Beispiel bei Wanderungen oder Spaziergängen durch hohe Gräser getragen werden.

„Im Falle eines Zeckenstichs sollte man die Zecke mit einer feinen Pinzette möglichst nah an den Mundwerkzeugen greifen und senkrecht nach oben herausziehen“, erklärt Dr. Frieder Schaumburg. Von drehen oder anwärmen rät er dringlich ab. Stattdessen sollte die Wunde desinfiziert und beobachtet werden. „Ein Anzeichen für eine Infektion ist die sogenannte Wanderröte. Dabei entsteht eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle. Diese breitet sich beim Voranschreiten der Infektion immer weiter aus.“ Bei einem Verdacht sollten Betroffene ihren Hausarzt aufsuchen.

Haben die Bakterien das Nervensystem befallen, spricht man von der Neuroborreliose. Je nach Stadium der Infektion dauert die Behandlung mit Antibiotika zwischen wenigen Tagen und einigen Wochen. „In der Regel lässt sich die Borreliose jedoch gut behandeln“, sagt Schaumburg.

Bild: Dr. Frieder Schaumburg zeigt die FSME-Risikogebiete in Deutschland. (© Foto: UKM/FZ/Tronquet)