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Patiententag der MAgKs startet mit Politikerrunde

Qualität kostet Geld:
Vertreter der „Münsteraner Allianz gegen Krebs“ diskutieren mit Politikern

Münster – Für die Vertreter der „Münsteraner Allianz gegen Krebs“ (MAgKs) ist es ein Dilemma. Auf der einen Seite sind sie davon überzeugt, dass Krebspatienten in zertifizierten Tumorzentren besser und umfassender behandelt werden als außerhalb solcher Zentren und auf der anderen Seite zahlen die Kassen immer den gleichen Betrag pro Patient, unabhängig von den Leistungen, die in diesen Zentren zusätzlich erbracht werden. „Wir wollen Qualität liefern und immer besser werden, aber das alles muss organisiert werden. Das ist personell aufwendig und teuer“, sagt Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, der Trägergesellschaft von Clemenshospital und Raphaelsklinik in Münster. Gemeinsame Tumorkonferenzen, psychoonkologische Betreuung, speziell fortgebildete onkologische Pflegeexperten, Studienbüros, die Tumordokumentation, Patienten- und Fortbildungsveranstaltungen, Qualitätsmanagement und Qualitätskontrollen durch unabhängige Beraterfirmen, all dies kostet viel zusätzliches Geld, wie die Leiter der MAgKs bestätigen.

Bild: Vertreter der MAgKs diskutierten mit Politikern: (v. l. ) Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, Dr. Karsten Kratz-Albers (BNHO Deutschland), Dr. Hans-Joachim Schulze, leitender Arzt der Fachklinik Hornheide und Zentrumsleiter der MAgKs, Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen), Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke (CDU) sowie Michael Bührke, Moderator und Pressesprecher der Alexianer Misericordia GmbH.

Während einer Infoveranstaltung der MAgKs zum Thema „Leben mit Krebs“ in den Räumen der Bezirksregierung wurde im Rahmen eines Podiumsgesprächs, an dem auch die Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen) und der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke (CDU) teilnahmen, das Thema „Qualität in der Krebsmedizin“ diskutiert. Dr. Hans-Joachim Schulze, leitender Arzt der Fachklinik Hornheide und Zentrumsleiter der MAgKs, verwies auf regelmäßig tagende Qualitätszirkel innerhalb der Zentren, Gemeinsame Tumorkonferenzen, die psychoonkologische Betreuung der Patienten, speziell fortgebildete onkologische Pflegeexperten, Studienbüros, umfassende Tumordokumentationen, Patienten- und Fortbildungsveranstaltungen, das Qualitätsmanagement und Qualitätskontrollen durch unabhängige Beraterfirmen, bei denen die Abläufe in den Zentren durchleuchtet werden, all dies kostet viel zusätzliches Geld. Diese Kosten müssen die Einrichtungen aus Eigenmitteln aufbringen. Klein-Schmeink spricht von den Niederungen des Gesundheitswesens, wenn es um die Finanzierung solcher Leistungen geht: „Ich habe es schon oft erlebt, dass Dinge in Gesetzesblättern stehen und jahrelang nicht umgesetzt werden“. Die MAgKs sei bei der Bildung von Zentren zwar auf dem richtigen Weg, der auch vom Gesetzgeber so gewünscht sei, die Kliniken würden damit allerdings finanziell und personell in Vorleistung gehen. Auch Nacke bestätigt, dass es mit der Geldfrage im Gesundheitswesen so eine Sache sei: „Die Länder sind für die Finanzierung von Krankenhausinvestitionen zuständig, zum Beispiel für Baumaßnahmen“, erläutert der Landtagsabgeordnete und fügt hinzu „hier haben wir seit Jahren einen Investitionsstau. Bis 2021 sollen aber 600 Mio. Euro vom Land und 400 Mio. Euro von den Kommunen in die Krankenhäuser NRWs investiert werden“. Außerdem sei eine stärkere Einzelförderung geplant, so Nacke.

Bild: Viele Interessierte und Betroffene kamen gestern zum Patiententag der „Münsteraner Allianz gegen Krebs“ (MAgKs) in die Bezirksregierung – hier bei dem Vortrag „Luftnot lindern: Besseres Überleben mit Lungenkrebs“ von Referent Dr. Andreas Gröschel, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II – Schwerpunkt Lungen- und Bronchialheilkunde am Clemenshospital.

Nach der Podiumsdiskussion berichteten zahlreiche Fachleute der drei beteiligten Kliniken ebenso wie Vertreter weiterer Einrichtungen über aktuelle Themen aus ihren jeweiligen Fachgebieten. Hierbei standen Themen wie Luftnot bei Lungenkrebs oder die Wirksamkeit moderner Strahlentherapien ebenso auf dem Programm wie Psychotherapie bei Krebserkrankungen oder die psychosoziale Unterstützung durch die Krebsberatungsstelle. Mehrere Vorträge beleuchteten die Bereiche Palliativmedizin und Hospizarbeit, sowohl ambulant als auch stationär.

Diagnose Darmkrebs: Vorsorgen und früh handeln!

Münster – Wer die Diagnose Darmkrebs bekommt, ist verständlicherweise zunächst geschockt. Tausend Gedanken gehen einem durch den Kopf. Die Angst ist groß. Doch was die Experten des Darmkrebszentrums der Raphaelsklinik bei ihrem Patiententag am Samstag vermittelten, macht Hoffnung: Jeder kann in einem nicht unerheblichen Maße sein eigenes Schicksal positiv beeinflussen. Eigeninitiative in Form von frühzeitiger Vorsorge und ein guter Kenntnisstand sind hier die wichtigsten Schlagworte. Das macht Mut.

Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Stomatherapeuten, Radiologen und Labormediziner berichteten beim Patiententag von ihrer Arbeit und stellten sich den Fragen der Besucher im voll besetzten Foyer der Innenstadtklinik. Dabei stand die Darstellung der Symptome von gut- und bösartigen Darmerkrankungen genauso auf dem Programm wie die optimalen Behandlungsmöglichkeiten. Aber auch die genetische Vorbelastung und Weitervererbung wurden angesprochen, und der Leiter des Zentrums, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, referierte darüber, was passiert, wenn es zu Absiedlungen in der Leber gekommen ist.

In den Pausen konnten sich die Besucher zusätzlich an den Ständen der Selbsthilfegruppen und Medizinproduktehersteller informieren und erste Kontakte knüpfen, zudem standen die Referenten jederzeit für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Das äußerst positive Fazit des Tages lautete: Auch wenn Darmkrebs eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen mit zirka 70.000 Betroffenen pro Jahr ist, zeigt sich in den letzten Jahren eine gering rückläufige Zahl der Neuerkrankungen. Gleichzeitig sind die Aussichten im Erkrankungsfall in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Grund dafür sind effektive Vorsorgeuntersuchungen und große Fortschritte in der Medizin. Selbst wenn der Krebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird, existieren heute sehr gute Behandlungskonzepte. Daher ist es so enorm wichtig, dass sich Betroffene direkt in die Hände eines Darmzentrums begeben, wenn die Diagnose Krebs gestellt wurde. Fast noch wichtiger ist es aber, noch viel früher und vor allem regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge zu gehen.

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Bild: Dr. Rüdiger Liersch, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie der Raphaelsklinik, referierte über Chemo- und Strahlentherapie bei Darmkrebs.

Das Leben nach einer Krebs-Erkrankung

Betroffene und Angehörige informieren sich beim Patiententag der Münsteraner Allianz gegen Krebs

Münster – Die Diagnose Krebs ist heutzutage nicht mehr automatisch ein Todesurteil. Im Gegenteil: Die moderne Medizin ermöglicht vielen Betroffenen ein längeres Leben mit durchaus hoher Lebensqualität. Doch wie geht es nach einer Krebserkrankung weiter? Wie sieht die Tumornachsorge aus? Wer hilft mir bei der Bewältigung psychischer Probleme infolge der Erkrankung? Auf diese und andere Fragen bekamen Betroffene, Angehörige und alle Interessierten am Mittwoch, 29. April, Antworten von Experten der Münsteraner Allianz gegen Krebs (MAgKs) beim Patiententag in der Bezirksregierung.

Mags-Infostand

Bild: Die Besucher suchten das persönliche Gespräch mit den Experten

Die Betreuung aus einer Hand hat sich die MAgKs auf die Fahnen geschrieben. Durch den Zusammenschluss von Clemenshospital, Raphaelsklinik und Fachklinik Hornheide zur Allianz ist es möglich, das beste Ergebnis für den Patienten zu erzielen. Gemeinsam werden Diagnosen diskutiert und Behandlungen besprochen. Kurze Wege für den Patienten sind dabei ganz wichtig. Und nicht nur die medizinisch-pflegerische Versorgung spielt dabei eine Rolle, auch Psychoonkologen, Ernährungswissenschaftler und Selbsthilfegruppen arbeiten in der Allianz eng zum Wohle des Patienten zusammen. All diese Berufsgruppen präsentierten sich daher auch beim Patiententag, und standen den Besuchern für persönliche Gespräche zur Verfügung.
„Diese Veranstaltung ist auch deshalb so wichtig, weil sie Hemmschwellen abbaut“, erklärt Prof. Dr. Udo Sulkowski, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Clemenshospitals. Die Besucher begegnen Ärzten und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen, und können uns direkt ansprechen. Viele nutzen diese Möglichkeit des persönlichen Gesprächs.“

Neben den medizinischen Vorträgen rund um neue Therapien bei Magenkrebs oder Behandlungsmöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs freuten sich auch die Nichtraucherwerkstatt und die Psychologen mit ihren Vorträgen über regen Zulauf. Abgerundet wurde das Angebot durch zahlreiche Informationsstände der Tumorzentren und Selbsthilfegruppen.