WN-Abendvisite Nachlese:
Lebensstil beeinflusst Bluthochdruck

Abendvisite-Nachlese vom Januar 2014

mit Prof. Dr. med. Hermann Pavenstädt, Direktor der Medizinischen Klinik D, Allg. Innere Medizin sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie am Universitätsklinikum Münster über die Möglichkeiten, was man alles gegen zu hohen Blutdruck machen kann.

von Sandra Peter

Bluthochdruck ist eine der großen Volkskrankheiten – und eine tückische dazu, denn zu hohe Werte verursachen keine Warnsymptome, sagte Prof. Hermann Pavenstädt bei der Abendvisite. Doch zum Glück gibt es vieles, was jeder Patient gegen zu hohen Blutdruck tun kann.

Die schlechte Nachricht: Jeder Zweite über 50-Jährige leidet an Bluthochdruck – und der tut zwar nicht weh, kann aber gefährlich werden: Zu hoher Blutdruck kann dafür sorgen, dass Blutgefäße verkalken, die Nieren geschädigt werden, und er erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die gute Nachricht: Um den Blutdruck zu senken, kann jeder selbst eine Menge tun – und längst nicht immer sind Medikamente nötig, erklärte der Mediziner Prof. Dr. Hermann Pavenstädt am Dienstag bei der ausverkauften Abendvisite im Medienhaus Aschendorff.

Bluthochdruck, der für die Mediziner bei einem systolischen Blutdruck von mindestens 140 mm Hg oder einem diastolischen Blutdruck von mindestens 90 mm Hg beginnt, bleibt oft zu lange unbemerkt, „weil er meistens keine Beschwerden verursacht“, sagte Pavenstädt, Nephrologe am Uniklinikum Münster – und erklärte deshalb, worauf Patienten beim Blutdruckmessen beim Arzt achten sollten: etwa darauf, vorher einige Minuten zur Ruhe zu kommen. „Gerade das wird in der Praxis, wenn es schnell gehen soll, oft vernachlässigt.“

Viele Risikofaktoren, die den Bluthochdruck begünstigen, habe man selbst in der Hand: Rauchen, Übergewicht, ein zu großer Bauchumfang. Schon kleine Änderungen hin zu einem gesunden Lebensstil könnten viel bewirken, betonte Pavenstädt. Eine Gewichtsreduktion um zehn Kilogramm senke den Blutdruck um fünf bis 20 mm Hg, wer Sport treibt, wenig Alkohol trinkt, Kochsalz einspart und sich gesund mit viel mediterraner Kost ernährt, kann Ähnliches bewirken. „Entscheidend ist: Wer gesund lebt, senkt nicht nur den Blutdruck, sondern fühlt sich auch besser“, so der UKM-Mediziner.

Seine Tipps: Fünf bis sieben Mal pro Woche 30 Minuten joggen, Rad fahren oder schwimmen, Stress reduzieren, und nicht mehr als einen halben Teelöffel Salz am Tag verwenden. „Eine Lebensstiländerung gehört immer dazu“, sagte er – auch, wenn Medikamente zum Einsatz kommen. Bei denen sei überdies besondere Aufmerksamkeit geboten, wenn mehrere Präparate kombiniert werden: Denn nicht alle vertragen sich gleich gut.

Quelle: © Westfälische Nachrichten Nr. 19 – 2014