WN-Abendvisite Nachlese:
Herzklappenerkrankungen und ihre Behandlung

Abendvisite-Nachlese vom Oktober 2013

mit Prof. Dr. Sven Martnes und Prof. Dr. Helmut Baumgartner aus dem Universitätsklinikum Münster

von Martina Döbbe

Vier Herzklappen hat der Mensch – und die arbeiten rund um die Uhr. Unermüdlich sorgen sie dafür, dass das Herz funktioniert wie ein zuverlässiges Uhrwerk. „Ein kleines Wunder der Natur“, finden diejenigen, die dann nachhelfen müssen, wenn die Natur Unterstützung braucht, wenn die Herzklappen es allein nicht mehr schaffen: Kardiologe und Herzchirurg. Zum Auftakt der neuen Runde der Abendvisite informierten Prof. Dr. Helmut Baumgartner und Prof. Dr. Sven Martens darüber, was zu tun ist, wenn Herzklappen krank werden.

Doch ehe die Chefärzte ins Detail gehen konnten, kam ihnen noch ein Überraschungsgast zuvor: Kiepenkerl Bernhard Wortmann. „Ich war Patient, bei mir haben die beiden Professoren alles gemacht, was sie gleich erzählen“, verkündete er den staunenden Zuhörern im Vortragsraum des Medienhauses Aschendorff. Um dann nachzuschieben: „Gucken Sie mich an, es hat alles wunderbar geklappt.“ Dafür wollte er sich „als lebendes Beispiel“ bedanken. Applaus war ihm sicher . . .

Dann aber ging es mitten ins Herz: Um eine Klappenerkrankung zu diagnostizieren, verlassen sich die Ärzte nicht nur auf Symptome wie Luftnot, Schwindel, Ohnmacht oder Herzschmerzen. „Die können auch bei anderen Krankheiten auftreten“, betonte Prof. Baumgartner. Eine Ultraschalluntersuchung dagegen zeige sofort, ob etwas nicht in Ordnung ist. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Verengungen, Verdickungen, Verkalkungen oder Undichtigkeiten auftreten.

Steht die Diagnose, stellt sich vor allem die Frage: Herzklappe ersetzen oder reparieren? Dann kommt zum Kardiologen der Herzchirurg ins Spiel – Prof. Baumgartner und Prof. Martens war wichtig, deutlich zu machen, dass bei dieser Thematik beide als Team gefragt sind. Es gebe kein Patentrezept: Die Behandlung muss auf den einzelnen zugeschnitten sein. Auch bei chirurgischen Eingriffen könne eine Vielzahl längst minimal-invasiv erfolgen: „Sieben bis acht Zentimeter Narbe sind die Narben, wir müssen den Brustkorb in vielen Fällen nicht mehr komplett öffnen“, betonte Prof. Martens.

Auch kardiologische Techniken wie zum Beispiel die kathetergestützte Therapie, von der besonders Patienten mit hohem Operationsrisiko profitieren, sei eine Variante. 2002 wurde erstmals dieses Verfahren angewandt.

Gute Botschaft für Betroffene: „Keine langen Wartezeiten, wenn nötig, wird sofort operiert.“

Quelle: © Westfälische Nachrichten Nr. 230 – 2013