WN-Abendvisite Nachlese:
Die Menge macht‘s: Zu viel Salz schadet der Gesundheit

Abendvisite-Nachlese vom Januar 2013

mit Prof. Dr. Hans Oberleithner

von Martina Döbbe

Bluthochdruck, Schädigung der Blutgefäße, Schlaganfall und Herzinfarkt sind Risikofaktoren, die zu viel Salz in der Ernährung begünstigen. Prof. Hans Oberleithner riet daher bei der WN-Abendvisite, den Salzverbrauch zu reduzieren.

Ganz klar: Die Menge macht’s. Niemand muss auf Salz komplett verzichten, aber: „Reduzieren und mal bewusst gucken, wo es überall versteckt ist“, em-pfiehlt Prof. Dr. Hans Oberleithner. Denn: „Zu viel davon ist schädlich für die Gesundheit“, betont der Direktor des Institut für Physiologie II am Universitätsklinikum. Bluthochdruck, Schädigung der Blutgefäße, Schlaganfall und Herzinfarkt sind Risikofaktoren, die zu viel Salz in der Ernährung begünstigen, erläuterte der Experte jetzt in der jüngsten Abendvisite am Dienstag im Medienhaus Aschendorff.

„80 Prozent der Salzzufuhr beziehen wir über verarbeitete Lebensmittel“, machte er deutlich, dass es nicht das Salz auf dem Frühstücksei, sondern das versteckte Natriumchlorid (Kochsalz) in Brot, Käse, Pizza und vielen anderen Fertiggerichten ist, das die tägliche Menge in die Höhe treibt. Ein Gramm pro Tag würde schon reichen – die Mehrheit der Menschen aber nehme mehr als zehn Gramm täglich zu sich. „Und das wird nicht komplett ausgeschieden, das bleibt im Körper.“ „Allein eine Tiefkühlpizza liefert so viel Salz, wie Sie in sieben Tagen brauchen“, informierte der Fachmann.

Doch was tun? „Ideal in der Ernährung ist alles, was natürlich ist“, so Prof. Oberleithner. Gemüse und Obst zählen an erster Stelle dazu, überhaupt alles frisch zuzubereiten, sei natürlich ideal. Also: „Finger weg von Fertigprodukten, wenn man bewusst die Salzzufuhr drosseln will“.

Dass der Verbraucher weder Zeit noch Lust habe, jede Packung im Supermarkt dreimal umzudrehen und die komplizierten Angaben nachzurechnen, das könne er gut verstehen. Doch es gebe gute Bücher mit entsprechenden Tabellen dazu, die die Werte auflisten und Hilfestellung geben könnten.

Oberleithner verwies zudem darauf, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Salz reagieren: „Studien haben gezeigt, dass manche sehr, manche gar nicht salzempfindlich sind.“ Inzwischen werde auch ein an der Universität Münster entwickelter Salzbluttest dafür als Messlatte verwendet.

Quelle: © Westfälische Nachrichten Nr. 20 – 2013