WN-Abendvisite Nachlese:
Deutliches „Ja“ zur Krebsvorsorge

Abendvisite-Nachlese vom September 2014

mit Prof. Dr. Rainer Wiewrodt, Privatdozent Dr. Emile Rijcken und Gudrun Bruns, Leiterin der Krebsberatung Münster zum Thema Krebsvorsorge.

von Martina Döbbe

Krebsvorsorge – eine einfache Entscheidung: So lautet das Motto der Präventionskampagne der Krebsberatungsstelle. Und das ist auch die Botschaft, mit der die Besucher der Abendvisite nach Hause gehen sollten. Prof. Dr. Rainer Wiewrodt und Privatdozent Dr. Emile Rijcken jedenfalls führten den Zuhörern im Medienhaus Aschendorff am Dienstag vor Augen, welche Möglichkeiten und Chancen die Vorsorge im Bereich Lunge und Darm bietet. Und Gudrun Bruns, Leiterin der Krebsberatung, informierte die Zuhörer über das breite Spektrum an Beratungs- und Informationsmöglichkeiten, die die Anlaufstelle im Gesundheitshaus für Betroffene, ihre Angehörigen, aber auch Interessenten bereit hält.

Zum Thema Lungenkrebs machte Prof. Wiewrodt vor allem eins deutlich: „Die beste Vorsorge ist, die Finger vom Nikotin zu lassen.“ Lungenkrebs und Rauchen sei nun einmal untrennbar miteinander verbunden: „Auch wenn es immer wieder unbelehrbare, gegenteilige Stimmen gibt.“ Bei chronischem Husten, Auswurf und Atemnot sollten Betroffene direkt einen Arzt zu Rate ziehen. Es gebe für Lungenkrebs leider kein „Frühwarnsystem“, denn „erst einmal tut er nicht weh“. Wird er aber diagnostiziert, dann seien Operation, Chemotherapie und Bestrahlung die Mittel, um die Überlebenszeit zu verlängern. Für die Lunge gebe es auch noch kein effektives Screening, um durch regelmäßige Bildgebungsverfahren wie Röntgen oder MRT Tumorerkrankungen zu suchen. „Würde man das vorsorglich jedes Jahr tun, dann besteht die Gefahr der Überdiagnose. Man findet auch viele andere Gewebeveränderungen, die kein Krebs sind.“

Anders beim Darm: Die Darmspiegelung, so erläuterte Dr. Rijcken den Zuhörern, sei eine absolut wichtige und zuverlässige Methode, Krebs schon im ganz frühen Stadium zu erkennen. „Man findet zum Beispiel Polypen und Vorstufen des Krebses und kann damit das Risiko der Erkrankung deutlich reduzieren“, so der Spezialist. 34 000 Männer und 29 000 Frauen bekommen in Deutschland jedes Jahr diese Diagnose: „Es ist eine Volkskrankheit, deren Zahl man mit der Vorsorge senken kann.“ Vor der Darmspiegelung müsse man keine Angst haben, so Dr. Rijcken ausdrücklich. „Die Patienten werden sediert, sie bekommen nichts mit.“ Zu den Risiken: „Statistisch gesehen kommt auf 3000 Untersuchungen eine Darmwandverletzung.“

Quelle: © Westfälische Nachrichten Nr. 217 – 2014