Weiterer Todesfall nach schwerer Pilzvergiftung

44-Jähriger verstirbt nach Pilzvergiftung (Verzehr von Knollenblätterpilzen) / Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Gefahr des hochgiftigen Pilzes / Aufklärungsplakate in acht Sprachen zum Download

Artikel-UKM_21092015Münster (ukm/maz) – Am Dienstagabend ist in Münster ein weiterer Patient an den Folgen einer schweren Pilzvergiftung verstorben. Trotz intensivster Bemühungen der Mediziner und einer am Montag erfolgten Lebertransplantation ließen sich die Folgen des Vergiftungsprozesses nicht aufhalten. Der 44-Jährige verstarb am Multiorganversagen.

Der Mann aus Lengerich wurde seit Donnerstag am UKM (Universitätsklinikum Münster) behandelt, nachdem er mit Übelkeit und Erbrechen die Notaufnahme aufgesucht hatte. Nach eigenen Angaben hatte er vier bis fünf selbst gesammelte Pilze zu sich genommen, einen weiteren brachte er mit ins Klinikum. Die Laboranalyse bestätigte den Verdacht, dass es sich um einen der hochgiftigen Knollenblätterpilze, die häufig mit Champignons verwechselt werden, handelte. Diese Pilzart zählt zu den giftigsten in Deutschland und ist für rund 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich.

Bundesweit wird mittlerweile aufgrund der erhöhten Anzahl und teils schwerwiegenden Verläufe an Vergiftungen durch die Landesämter für Gesundheit und das Bundesinstitut für Risikobewertung vor der Gefahr von Knollenblätterpilzen gewarnt. Aufklärungsplakate zum Thema können u.a. auf der Seite des UKM (www.ukmuenster.de) in acht verschiedenen Sprachen (arabisch, kurdisch, persisch, russisch, türkisch, deutsch, englisch und französisch) heruntergeladen werden.

Bereits am Sonntag war in Münster ein 16-Jähriger an den Folgen einer schweren Pilzvergiftung gestorben. Drei weitere Patienten können das Klinikum in diesen Tagen nach erfolgreicher Behandlung verlassen.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster