Kleeblatt perfekt: Vierlinge erblicken im St. Franziskus-Hospital das Licht der Welt

Größter Wunsch der Familie ist jetzt eine größere Wohnung

Münster – Das St. Franziskus-Hospital freut sich über die Geburt der ersten Vierlinge seit mehr als 25 Jahren: Mit den Jungen Nabil, Ihsan und Itkan und ihrer Schwester Shahd, die als dritte auf die Welt kam, ist die Familie Abu Haj nun komplett: Mutter Faten brachte am 2. Juni in der 31. Schwangerschaftswoche ihre Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. Um 3.27 Uhr kam Nabil. (1.210 g), um 3.28 Uhr der kleine Ihsan (845 g), um 3.30 Uhr das einzige Mädchen Shahd (1.160 g) und um 3.31 Uhr der Bruder Itkan, der 1.260 g auf die Waage brachte. Die vier Babys werden auf der Neugeborenenintensivstation betreut und sind alle wohlauf; nach drei Wochen wird jetzt nur der der kleine Ihsan intensiv überwacht, seine Geschwister sind bereits in Wärmebettchen umgezogen. Vierlingsgeburten sind extrem selten: Zwischen 2000 und 20012 sind bundesweit 18 Kinder im „Quartett“ geboren, die Häufigkeit für eine Vierlingsschwangerschaft liegt bei 1:600.000. Bei allen Mehrlingsschwangerschaften steigt die Gefahr einer viel zu frühen Geburt deutlich.

„Frau Abu Haj kam Mitte Mai in der 28. Schwangerschaftswoche mit Frühgeburtsbestrebungen zu uns. Wir konnten mit unserem Konzept zur Vermeidung von Frühgeburten die Schwangerschaft bis zur 31. Woche aufrecht erhalten. Das ist auch eine tolle Leistung von der Mutter, die sehr gut kooperiert hat. Die meisten Vierlinge kommen schon in der 30. Woche oder früher zur Welt. Für die gute Entwicklung der Kinder zählt jeder Tag. Mehrlingsschwangerschaften bergen immer ein besonderes Risiko für Mutter und Kinder“, betont Dr. Heinz Albers, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe am St. Franziskus-Hospital Münster. Dazu kommt die hervorragende Zusammenarbeit der interdisziplinären Teams in Geburtshilfe und Neonatologie vor und nach der Geburt: Dr. Renate Rosenberg und Dr. Johannes Steinhard von der Praxis für Pränatalmedizin im FranziskusCarré, das Team der Geburtshilfe mit Ärzten, Hebammen und Pflegekräften sowie die Perinatalmediziner und Pflegekräfte aus dem Team der Neonatologie und Kinderintensivmedizin. Professor Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie, hatte die Narkose vor dem Kaiserschnitt eingeleitet.

„Die Eltern können mit Recht stolz auf ihre Vierlinge sein, sie haben alles richtig gemacht und ihren Kindern einen guten Start ins Leben ermöglicht“, erläutert Dr. Florian Urlichs, Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin. Die besondere Herausforderung an ihn und sein Team war es, ab dem Zeitpunkt der stationären Aufnahme von Faten Abu Haj ständig auf Abruf bereit zu stehen: “Wir mussten gewährleisten, dass zur Geburt fünf Ärzte aus der Neonatologie und fünf Fachpflegekräften hier im Hospital bereit stehen. Auch die vier Intensivbetten in unserem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) waren für die Babys reserviert. Zudem standen die Kollegen aus der Anästhesie und die Hebammen bereit, im Hintergrund gab es noch mehr Mitarbeiter, die uns unterstützen wollten. Das war eine große Herausforderung für alle Beteiligten, die wir gerne angenommen haben. Jetzt sorgen unsere Fachärzte und speziell ausgebildeten Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen auf unserer Neugeborenenintensivstation dafür, dass die Kinder in einigen Wochen gesund nach Hause gehen können“, so Dr. Urlichs.

Vierlinge-SFH2015

Bild (v.l.): Mutter Faten und Vater Isam Abu Haj (vorne) sind stolz und glücklich über die Geburt von Nabil, Ihsan, Shahd und Itkan, die innerhalb von vier Minuten im St. Franziskus-Hospital Münster das Licht der Welt erblickten. Mit ihnen freuen sich, stellvertretend für alle Bereiche, die beteiligt waren (hinten, v.l.): Dr. Heinz Albers (Chefarzt Klinik für Geburtshilfe), Monika Hitz (Klinischer Sozialdienst), Hiltrud Meyer-Fritsch (Babylotsin), Maria Sturm (Stationsleitung) und Dr. Florian Urlichs (Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin).

Die 37-jährige Mutter ist glücklich, dass ihre Kleinen gesund auf der Welt sind: „Ein wenig Angst haben wir vor dem Umgang mit den Vierlingen, wenn wir wieder zu Hause sind und uns alleine um sie kümmern.“ Die Eltern, die aus Palästina stammen und seit vielen Jahren in Münster leben, haben schon zwei Kinder: den vierjährigen Hak Jihad und den 16-jährigen Malek. So wird es in der Dreizimmerwohnung der Familie in Gievenbeck bald zu eng sein: „Wir haben unseren Vermieter, eine Wohnbaugesellschaft, bereits auf die Vermittlung einer größeren Wohnung mit fünf Zimmern angesprochen, wir würden uns aber auch über weitere Angebote aus Münster freuen“, betont Isam Abu Haj. Auch der Vater ist sehr stolz auf seinen Familienzuwachs, mit dem sich die Zahl der Familienmitglieder auf einen Schlag verdoppelt hat.

Monika Hitz vom Klinischen Sozialdienst und Hiltrud Meyer-Fritsch, die seit Kurzem als Babylotsin am St. Franziskus-Hospital Münster arbeitet, ebnen seit Wochen den Weg der Familie den Weg nach Hause und leiten weitere Unterstützung für die Zeit nach der Entlassung ein, zum Beispiel über die Stadtteilkoordination „Frühe Hilfen“. Für die Sprachbarriere im Krankenhaus -Mutter Faten spricht kaum Deutsch- hat die Babylotsin zudem eine Kultur-Mittlerin ins Boot geholt. Familie Abu Haj freut sich über finanzielle Unterstützung für ihre Vierlinge, zum Beispiel für die Erstausstattung. Wer helfen möchte, kann folgende Kontoverbindung des St. Franziskus-Hospitals Münster nutzen: IBAN DE45400602650003173900 (Konto: 3173 900, BLZ: 400 602 65) bei der DKM Darlehnskasse Münster. Als Verwendungszweck bitte angeben: Vierlinge.

Konzept zur Vermeidung von Frühgeburten im St. Franziskus-Hospital
Das Ziel des Teams der Geburtshilfe ist es, wenn immer möglich, eine Frühgeburt zu vermeiden. Bei einer stationären Behandlung bietet die Klinik den Schwangeren eine umfassende Betreuung. Neben der medikamentösen Therapie und dem schulmedizinischen Vorgehen gibt es die präpartale Elternsprechstunde, bei der die Versorgung des Neugeborenen anhand von Anschauungsmaterial durch Gesundheits- und Krankenpflegerinnen erläutert wird und die Eltern Einblicke in die Abläufe auf der Kinderintensivstation erhalten. Zudem bietet die Klinik vorgeburtliche Bindungsanalyse und Bindungsförderung, Konzepte zur Langzeit-Schwangeren-Begleitung, Seelsorge-Angebote und auch der Klinische Sozialdienst und zwei Babylotsinnen stehen für die Schwangeren und jungen Mütter bereit. Die Klinik für Geburtshilfe zählt zu den größten Entbindungskliniken in Nordrhein-Westfalen. Sie verfügt über sechs Kreißsäle, die sich in direkter Nähe zur neonatologischen Abteilung und zur Frühgeborenen- und Kinderintensivabteilung (Perinatalzentrum Level 1) befinden. Im St. Franziskus-Hospital erblickten im letzten Jahr 2.214 Kinder das Licht der Welt. Weitere Informationen über die Klinik für Geburtshilfe im St. Franziskus-Hospital finden Sie unter www.sfh-muenster.de und www.geburten-muenster.de. Das St. Franziskus-Hospital ist eine Einrichtung der St. Franziskus-Stiftung Münster.

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster