Verbindliche Standards: UKM strebt Einführung einer DIN-Norm „Krankenhausreinigung“ an

Einheitliche Reinigungsstandards für Krankenhäuser sollen im Frühjahr 2019 vorgestellt werden / Bundesweite Kooperation mit UKM-Beteiligung wird perspektivisch Patientensicherheit verbessern

Münster (ukm/jug) – In bundesweiter Kooperation mit Universitätsklinika, weiteren medizinischen Institutionen und Wissenschaftlern arbeitet das UKM (Universitätsklinikum Münster) derzeit an einem Konzept, das die Einführung einer DIN-Norm „Krankenhausreinigung“ anstrebt. „Eine umfassende und qualitativ hochwertige Krankenhausreinigung ist ein Faktor, der im Kontext von Krankenhaushygiene in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen hat. Als ein Vorreiter im Bereich der Krankenhausreinigung und -hygiene ist es der Anspruch, unser Know-How einzubringen und aktiv mitzugestalten“, erklärt Andreas Rütz, Geschäftsführer der UKM GM (Gebäudemanagement GmbH). Seit Anfang des Jahres erarbeiten drei Arbeitsgruppen in monatlichen Sitzungen erste Konzeptideen. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung einheitlicher Reinigungsstandards, die beim Deutschen Institut für Normung e.V. als Projektantrag eingereicht werden. „Auf diesem Wege können wir langfristig den hygienischen Standard in den Krankenhäusern bundesweit noch einmal erhöhen, was sich dann wiederum positiv auf die Patientensicherheit auswirken wird“, schließt Rütz, der die UKM GM innerhalb der Projektgruppe im Bereich von Schulung und Ausbildung repräsentiert.

Bild: Reinigungsabläufe im Krankenhaus sollen durch die geplante DIN-Norm mit einheitlichen Vorgaben ab 2019 standardisiert und optimiert werden.

Der Hintergrund: Selbst in einer hoch entwickelten und technisierten Industrienation wie Deutschland sterben jährlich 30.000 Menschen aufgrund von Infektionen, die sie erst durch ihren stationären Aufenthalt im Krankenhaus erworben haben. Diesem Trend soll u.a. durch die Einführung einer DIN-Norm entgegengewirkt werden. Die konstituierende Sitzung des Arbeitsausschusses Krankenhausreinigung im DIN-Normenausschuss Rettungsdienst und Krankenhaus (NARK) fand vor einigen Wochen in Berlin statt. Bei der Sitzung mit mehr als 30 teilnehmenden Hygieneexperten verliehen auch Vertreter aus Wissenschaft und Politik dem Ansinnen Nachdruck, allgemeine Vorgaben zur Reinigung von Krankenhäusern aufzustellen, an denen sich Dienstleistungsunternehmen der Gebäudereinigung orientieren können. Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit soll ebenso auf die Expertise von Krankenkassen, der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene zurückgegriffen werden.

„Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Wir diskutieren verschiedene Ansätze, beispielsweise die adäquate und bedarfsgerechte Reinigung und Desinfektion oder auch die Ausbildung von hoch qualifiziertem und gut geschultem Personal“, so Rütz. Vom 1. Juni an gilt für die Projektgruppe dann die selbst auferlegte Frist von 18 Monaten, an deren Ende im Frühjahr 2019 die Veröffentlichung der DIN-Norm „Krankenhausreinigung“ stehen soll.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster