St. Franziskus-Hospital startet Spendenkampagne für Erweiterung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Kranke Kinder brauchen „Mehr Raum für Nähe“ / Spendenziel: 3,3 Mio. Euro

Münster – Mit einem grundlegenden Umbau soll für Eltern und kleine Patienten in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am St. Franziskus-Hospital bald mehr Raum für Nähe geschaffen werden: Die bauliche Ausstattung der Kinder- und Jugendstationen entspricht nicht mehr den aktuellen räumlichen Anforderungen einer modernen Kinderklinik. Für die Finanzierung des Vorhabens geht das Hospital jetzt ganz neue Wege. Mit einer Spendenkampagne soll in den nächsten vier Jahren ein Teil der Kosten für die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen eingeworben werden.

Ganz gleich, wie weit die moderne Medizin und Pflege voranschreiten: Menschliche Nähe bleibt ein wichtiges Heilmittel, vor allem für kleine Patientinnen und Patienten im Krankenhaus. Hier brauchen sie die Nähe ihrer Familie und Freunde, um wieder gesund zu werden. Besonders Neugeborene sind auf eine Umgebung angewiesen, in der Nähe und Bindung überhaupt erst entstehen können. Zahlreiche Eltern im Münsterland vertrauen der Kinder- und Jugendmedizin im St. Franziskus-Hospital. „Doch die Klinikräume sind zu eng, zu nüchtern und die Wege dazwischen viel zu weit. Die mittlerweile selbstverständliche familienintegrierte Behandlung, die die Eltern und Geschwister einbezieht, ist aufgrund der Raumsituation nur eingeschränkt möglich. Die momentan beengte Situation macht es Eltern schwer, auch über Nacht bei ihren kranken Kindern zu bleiben, weil sie nur auf Notbetten übernachten können“, beschreibt Christine Gradert, stellvertretende Stationsleitung auf der Kinderstation, die aktuellen Gegebenheiten. Deshalb muss der Baustandard dringend angepasst werden. „Wir möchten bald die Kinderstationen komplett umstrukturieren und unsere Räumlichkeiten für kleine Patienten endlich erweitern. Der Umbau soll 2017 beginnen und spätestens 2024 mit dem letzten Bauabschnitt fertiggestellt sein“, erklärt Dr. Ansgar Klemann, Kaufmännischer Direktor des St. Franziskus-Hospitals.

Doch selbst so wichtige Vorhaben wie dieses lassen sich heute nicht mehr aus eigenen und öffentlichen Mitteln finanzieren. So sehr es die Gesundheit von Kindern auch fördert – für kindgerechte Patienten- und Familienzimmer, für lernunterstützende Spielgeräte und Unterrichtsräume oder für Spiel- oder Stillzimmer sieht das Gesetz keine Mittel vor. Wer mehr möchte als eine apparatemedizinische Versorgung, muss dafür selbst aufkommen. „Bei Umbaukosten von knapp 13 Mio. Euro ist uns das aus eigener Kraft allein unmöglich. Einen Anteil von 4,5 Mio. Euro können wir über öffentliche Fördermittel abdecken, zusätzliche 5 Mio. Euro kommen aus Eigen- bzw. Fremdmitteln. Damit verbleibt ein Rest von etwa 25 Prozent – rund 3,3 Mio. Euro – den wir nur über private Spenden finanzieren können. Das sind bei einer Fläche von 5.120 qm also ca. 650 Euro pro Quadratmeter“, erläutert Dr. Ansgar Klemann.
Dr. Daisy Hünefeld, Vorstandsmitglied der St. Franziskus-Stiftung Münster, betont: „Wir suchen Menschen, die die Gesundheit unserer Kinder zu ihrer Herzensangelegenheit machen und mit uns gemeinsam mehr Raum für Nähe schaffen. Mit jeder Spende sichern sie die optimale Versorgung im St. Franziskus-Hospital – und damit die Zukunft Münsters als Leuchtturm der deutschen Kinder- und Jugendmedizin.“

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Bild: Mit 15.000 EUR, die von den Mitarbeitern eingebracht wurden, ist das „Spenden-Fundament“ für die neue Klink für Kinder- und Jugendmedizin bereits gelegt. darüber freuen sich (v.l.): PD Dr. Michael Böswald, Chefarzt der Allgemeinen Kinder- und Jugendmedizin St. Franziskus-Hospital Münster, Dr. Ansgar Klemann, Kaufmännischer Direktor, Leonhard Decker, Pflegedirektor, Professor Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor, Christine Gradert, stellvertretende Stationsleitung und Dr. Florian Urlichs, Chefarzt der Neonatologie und Kinderintensivmedizin.

Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“ gestartet

Die Spendenkampagne des St. Franziskus-Hospitals ist auf rund vier Jahre angelegt und hat schon jetzt zum Start viele Unterstützer: „Die Spendensumme für die ersten Quadratmeter haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Franziskus-Hospitals in den letzten Monaten mit vielen kreativen Aktionen und Ideen erbracht: Mit den eingeworbenen mehr als 15.000 Euro ist der Spendenanteil für 24 qm Kinder- und Jugendklinik bereits abgedeckt. Damit haben wir das Fundament gelegt“, freut sich PD Dr. Michael Böswald, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin. Für die Erstellung der kampagnenbegleitenden Broschüren und Plakate haben sich viele Eltern ehemaliger Patienten und ihre Kinder zur Verfügung gestellt. „Viele haben spontan zugesagt. Sie waren gerne bereit, mit ihren Geschichten und Gesichtern zu zeigen, wer von unseren Umbauplänen profitiert. Damit haben sie uns sehr geholfen und können unser Anliegen authentisch rüberbringen“, unterstreicht Dr. Florian Urlichs, Chefarzt der Neugeborenen- und Kinderintensivmedizin. Zudem hat das St. Franziskus-Hospital einen Kreis von namhaften Unterstützern aus der Münsteraner Stadtgesellschaft gegründet, der sich für die Spendenkampagne einsetzen will. Auch Schwester Hiltrud Vacker, Provinzvikarin bei den Mauritzer Franziskanerinnen, ist dabei: „Den uns anvertrauten Menschen wollen wir ein Höchstmaß an Sicherheit, Trost und Hoffnung geben. Dazu gehört völlig selbstverständlich eine familiäre Umgebung, die Wertschätzung und Geborgenheit vermittelt. Der Umbau der veralteten Kinder- und Jugendstationen ist eine unverzichtbare Maßnahme, die ich zum Wohl der Kinder von Herzen gerne unterstütze.“

Auf der Internetseite www.mehr-raum-fuer-naehe.de gibt es weitere Informationen zur Spendenkampagne.

Spendenkonto
Kontoinhaber: St. Franziskus-Hospital GmbH
Bank: DKM Darlehnskasse Münster
IBAN: DE02 4006 0265 0007 3736 10
BIC: GENODEM1DKM
Verwendungszweck: „Mehr Raum für Nähe“

Zahlen & Fakten zum Bauvorhaben

artikel-sfh_04102016_finanzgrafikZiel der Baumaßnahme der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am St. Franziskus-Hospital Münster: 5.120 qm Raum für Nähe.

Mehrere Stationen in verschiedenen Gebäudeteilen werden ab 2017 in vier Bauabschnitten bei laufendem Betrieb umgebaut.

1. Schritt: Kinder- und Jugendmedizin (Station 14)
Ziel: bessere Unterbringung für Patientinnen und Patienten zwischen 3 und 17 Jahren sowie Rooming-In für Eltern
■ ca. 1.050 m2 mit 28 Betten
■ Gesamtkosten: ca. 3,51 Mio. Euro – Spendenbedarf: ca. 680.000 Euro
■ geplante Fertigstellung: 2018

2. Schritt: Neugeborenenmedizin und Kinderintensivstation
Ziel: kurze Wege zwischen Entbindungs-, Intensiv- und Wöchnerinnenstation durch eine Früh- und Neugeborenen-Intensivstation direkt neben dem Kreißsaal
■ ca. 1.640 qm mit 29 Betten
■ Gesamtkosten: ca. 3,7 Mio. Euro – Spendenbedarf: ca. 1.070.000 Euro
■ geplante Fertigstellung: 2020

3. Schritt: Behandlungsbereich der Kinder- und Jugendmedizin
Ziel: dringend notwendige Neugestaltung von Untersuchungs- und Behandlungszimmern
■ ca. 880 qm mit funktionsgerechter Struktur
■ Gesamtkosten: ca. 1,91 Mio. Euro – Spendenbedarf: ca. 570.000 Euro
■ geplante Fertigstellung: 2022

4. Schritt: Kinder- und Jugendmedizin (Station 24)
Ziel: bessere Unterbringung für Babys und Kleinkinder bis 3 Jahre und ihre Eltern (Rooming-In)
■ ca. 1.550 qm mit 26 Betten
■ Gesamtkosten: ca. 3,71 Mio. Euro – Spendenbedarf: ca. 1.010.000 Euro
■ geplante Fertigstellung: 2024

Informationen zur Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Die Klinik für Kinder-und Jugendmedizin am St. Franziskus-Hospital besteht aus der Allgemeinen Kinder- und Jugendheilkunde, der Früh- und Neugeborenenmedizin sowie der Kinderintensivmedizin. Ergänzt wird das Spektrum durch die Kinder- und Neuroorthopädie sowie die Kinderchirurgie. Alle Abteilungen arbeiten Hand in Hand, auch bei der Betreuung der kleinen Patienten anderer Fachbereiche im Haus – wie die der Augenheilkunde, der HNO, der Wirbelsäulenchirurgie oder der anderen chirurgischen Abteilungen. Mehr als 5.000 Neugeborene, Kinder und Jugendliche werden hier jährlich untersucht und behandelt. Etwa 3.000 kleine Patientinnen und Patienten werden im Notdienst ambulant mitbetreut. In Kooperation mit der Geburtshilfe im Zentrum für Frauen betreibt die Klinik zudem ein Perinatalzentrum Level 1 – der höchstmöglichen Versorgungsstufe für Frühgeborene und kranke Neugeborene. Zur Behandlung stehen den Neonatologen/-innen Spezialisten der Kinderchirurgie, -orthopädie, -kardiologie, der Neuropädiatrie, der HNO sowie Augenheilkunde und viele weitere Experten zur Seite. Die Eltern werden von Anfang an in die Betreuung ihrer Kinder einbezogen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege und im ärztlichen Dienst ist es selbstverständlich, jedes Kind so zu behandeln, als wäre es das eigene.

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster