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Polizeieinsatz für Nierentransplantation

Foto: Copyright Julia MauschMünster (ukm/jug) – Von der Klinik den erlösenden Anruf zu erhalten, dass ein passendes Spenderorgan gefunden wurde, ist meist das Einzige, an das Wartende für Spenderorgane denken können. Über acht Jahre zwischen Hoffen und Bangen verbrachte auch Christiane Datzert, die auf eine Niere wartete. Doch als für die Lingerin endlich ein passendes Organ gefunden war, verpasste sie den wichtigen Anruf des UKM (Universitätsklinikum Münster) – und wurde erst von der hinzugerufenen Polizei über die glückliche Fügung informiert.

„Mein Handy funktionierte an diesem Tag nicht. Und als ich das Haustelefon kontrollierte, war es auf stumm gestellt. Mein Kater muss beim Spielen die Taste gedrückt haben, schließlich hatte ich bei jedem Anruf Hoffnung“, so die 49-Jährige. Nachdem das UKM die Patienten über die üblichen Wege nicht erreichen konnte, alarmierte es die Polizei. „Erst habe ich mich gewundert, was die denn hier machen. Als sie mir dann aber die Nachricht brachten, dass endlich ein passendes Organ für mich gefunden sei, bin ich in Tränen ausgebrochen und habe ich mich einfach nur noch wahnsinnig gefreut“.

Nach der Transplantation der Niere vergangenen Donnerstag scheint nun alles gut zu sein – überraschend gut: „Die neue Niere mag mich anscheinend. Die Ärzte sagen, dass meine Werte überdurchschnittlich seien“, freut sich die Lingenerin. Sie ermutigt die Bevölkerung, sich mit dem Thema Organspende bewusst auseinanderzusetzen: „Wie jetzt mir kann eine Organspende für viele Patienten die Chance auf ein zweites Leben bedeuten.“

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

„Biowaffe“ Rizin entschlüsselt: UKM-Patient hätte „Regenschirmattentat“ überlebt

Einer von weltweit drei Menschen mit Rizin-Immunität wird am UKM behandelt / Erkenntnisse können perspektivisch zu einem Gegengift führen

Münster (ukm/aw) – London, 1978: Ein Reporter wartet im Stadtverkehr auf den Bus, als ein vorbeigehender Passant ihn anscheinend zufällig mit der Spitze seines Regenschirms am Bein berührt – vier Tage später ist der Mann tot. Die Obduktion ergibt, dass das Pflanzengift Rizin injiziert wurde, mittels einer millimetergroßen Platinkugel ins Bein – die Legende des Regenschirmattentats ist geboren. Obwohl Wissenschaftler bis heute kein wirksames Gegengift gefunden haben, gibt es drei Menschen auf der Welt, die das Attentat überlebt hätten: Sie alle haben einen genetisch bedingten Stoffwechsel-Defekt, können den Zucker Fucose nicht umsetzen. Forscher des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IMBA) identifizierten jetzt mit der Unterstützung des Universitätsklinikums Münster (UKM) zwei Gene, die Rizin tödlich machen. Eines davon ist bei den Patienten defekt, deshalb sind ihre Zellen gegen das Gift immun. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Cell Research veröffentlicht worden.

Einer der Menschen, die den Rizin-Angriff überlebt hätten, ist der 20-jährige Jakob* (Name der Redaktion bekannt), der seit seiner Geburt am UKM behandelt wird. Die Forschergruppe aus Wien griff bei ihren Untersuchungen auf Studienergebnisse zurück, die in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKM gewonnen wurden: „Vor fast 20 Jahren lernten wir hier Jakob kennen, der genau diese seltene Stoffwechselkrankheit hatte. Den Kollegen aus Wien stellten wir Hautproben zur Verfügung, mithilfe derer sie den Wirkungsmechanismus von Rizin entschlüsseln konnten“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Marquardt, Leiter des Bereichs Angeborene Stoffwechselerkrankungen am UKM. Nach der Aufnahme von Jakob am UKM vor 20 Jahren war es dem UKM-Mediziner im Austausch mit Experten am münsterschen Max-Planck-Institut und aus Heidelberg nach zweijähriger Arbeit gelungen, den molekularen Defekt zu entschlüsseln und eine Therapie zu entwickeln. Die Fieberschübe, die den Jungen dazu zwangen, ein ganzes Jahr im Krankenhaus zu verbringen, waren dank der Medikation schnell vorüber.

„Die neu gewonnenen Erkenntnisse über die Entschlüsselung des Wirkmechanismus eines der tödlichsten Gifte überhaupt sind ein Paradebeispiel dafür, wie die Beschäftigung mit seltenen Erkrankungen nicht nur den betroffenen Patienten helfen kann, sondern auch fundamentale wissenschaftliche Ergebnisse liefert, die der Medizin insgesamt zugutekommen“, so Marquardt. Die Studie ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zum Gegengift: „Noch ist das Zukunftsmusik, aber wir sind ein Stück weitergekommen.“

Bild: Prof. Thorsten Marquardt und sein Patient Jakob*.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Flächendeckende Versorgung von Schwerverletzten: TraumaNetzwerk NordWest hat sich bewährt

Zweite Rezertifizierung von 24 beteiligten Kliniken und 19 assoziierten Mitgliedern

Münster (ukm/aw) – Treffen des TraumaNetzwerks NordWest: Unter dem Titel „Terror- und Gefahrenlagen im TraumaNetzwerk“ haben sich die Vertreter von über 30 beteiligten Kliniken dieses Mal unter anderem mit möglichen Großeinsatzlagen in der Region auseinandergesetzt. Im St. Josephs-Hospital in Warendorf folgten die Teilnehmer dazu den spannenden Beiträgen der Referenten aus Polizeiministerium, Bezirksregierung und Berufsfeuerwehr. Dabei wurde auch ein mögliches Krisenmanagement zu dem im kommenden Jahr stattfindenden Katholikentag in Münster durchgespielt.

Die beteiligten Kliniken und assoziierten Mitglieder konnten sich auch über die erneute erfolgreiche Rezertifizierung des TraumaNetzwerks NordWest freuen. Prof. Michael J. Raschke, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKM (Universitätsklinikum Münster) und für eine weitere Amtszeit wiedergewählter Sprecher der Vereinigung, freut sich über die erneute Auszeichnung: „Unsere Zusammenarbeit im TraumNetzwerk NordWest hat sich seit 2007 außerordentlich bewährt. Die Überlebenschancen von schwerverletzten Patienten in der Region haben sich durch unsere Vernetzung extrem vergrößert. Schnellstmögliche Versorgung rund um die Uhr ist so auch in unserem ländlichen Flächengebiet jederzeit gewährleistet. Darauf können wir stolz sein.“

Abschließend erhielten die 24 auditierten Kliniken und 19 assoziierten Mitglieder ihre Urkunden. Die Auditierung und Rezertifizierung des Netzwerks erfolgte durch CERT iQ im Rahmen der Initiative TraumaNetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Bild: Prof. Michael J. Raschke, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKM (Universitätsklinikum Münster)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Neue Kindernotfall-App von BARMER und Johannitern

Forsa: Mehr als 40 Prozent der Eltern hätten Angst, bei einem Notfall ihres Kindes nicht richtig zu reagieren

Münster – Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe hätten mehr als 40 Prozent der Eltern Angst, falsch zu reagieren, wenn ihr Kind einen Notfall erleidet. Dann einen kühlen Kopf zu bewahren, bringt viele an ihre Grenzen. Eine neue App der BARMER und der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Unterstützung des Unfallklinikums Münster soll dazu beitragen, dass Mütter, Väter, aber auch andere, die regelmäßig mit Kindern zu tun haben (Erzieher, Lehrer, Jugendgruppenleiter, Sporttrainer u.a.) gut auf Kindernotfälle vorbereitet sind und im Ernstfall schnell und richtig reagieren können. „Die Kindernotfall-App soll weder den Arzt noch den Erste-Hilfe-Kurs ersetzen. Sie kann aber eine wertvolle Stütze sein, bis professionelle Hilfe eintrifft. Wir können Eltern daher nur ermutigen, die App auf ihr Handy zu laden, auch wenn wir alle hoffen, dass ein Notfall niemals eintritt“, sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der BARMER in Nordrhein-Westfalen.

Bild: Die neue App der BARMER und der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Unterstützung des UKM hilft, im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

Mehr als 60 Prozent der von Forsa befragten Eltern finden eine App hilfreich, die leicht verständlich die wichtigsten Maßnahmen bei Kindernotfällen erklärt. „Unsere Umfrage hat noch einmal deutlich gemacht, wie groß die Unsicherheit bei Eltern ist, wenn es um das richtige Handeln bei Kindernotfällen geht. Unsere Kindernotfall-App trägt den Bedürfnissen von Eltern Rechnung. Sie sollte daher auf keinem Smartphone fehlen“, sagt Ralf Sick, Bereichsleiter Bildung, Erziehung und Ehrenamt der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Notruf und Suchfunktion

Über die neue Kindernotfall-App lässt sich im Notfall direkt ein Notruf absetzen. Eine Suchfunktion ermöglicht es, schnell die nächsten Krankenhäuser, Ärzte oder Apotheken zu finden.

Erste-Hilfe-ABC

Eine weitere Funktion der App ist ein Erste-Hilfe-ABC mit einer Übersicht und einfachen Beschreibungen der wichtigsten Maßnahmen im Notfall. Diese orientieren sich an dem Symptom, das dem Ersthelfer bei einem Notfall am stärksten ins Auge fällt (Verletzung, Bewusstlosigkeit, Ausfall der Atmung u.a.).

Tipps zur Vermeidung von Unfällen bei Kindern

Damit es erst gar nicht zu einem Notfall kommt, enthält die Kindernotfall-App außerdem Tipps, wie sich Kinderunfälle im Haushalt und unterwegs vermeiden lassen. Checklisten zur Prävention helfen, typische Unfallquellen zu identifizieren und zu beseitigen.

Die Kindernotfall-App funktioniert auf Android und iOS und ist ab sofort kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store erhältlich.

Ansprechpartner

BARMER
Pressestelle Nordrhein-Westfalen
Sara Rebein
Tel.: 0211 700 490 31
E-Mail: sara.rebein@barmer.de
www.barmer.de/presse-nrw

Johanniter-Unfall-Hilfe
Pressestelle Bundesgeschäftsstelle
Therese Raatz
Tel.: 030 26997 360
E-mail: medien@johanniter.de
www.johanniter-medien.de

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

„Ein Stück Normalität zurückgewinnen“

Nach erfolgreicher Entfernung eines Tumors am Mageneingang geht es Uwe H. heute wieder gut / Viszeralonkologisches Zentrum des UKM erhält Zertifikat von der Deutschen Krebsgesellschaft

Münster (ukm/lie) – „Endlich kann ich wieder richtig essen!“ Uwe H. weiß zu schätzen, was den meisten Menschen völlig selbstverständlich erscheint. Der 51-Jährige litt an einem sogenannten Kardiakarzinom – einem bösartigen Tumor am Mageneingang. Nach erfolgreicher OP im Viszeralonkologischen Zentrum des UKM (Universitätsklinikum Münster) geht es ihm heute wieder gut.

Wegen anhaltender Schluckbeschwerden ging der Ahlener in seiner Heimatstadt zu verschiedenen Ärzten und ließ sich durchchecken. Ein Röntgenbild brachte den bedrohlichen Befund zutage: Eine Verengung am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Es wurden Proben entnommen, die den Verdacht bestätigten: Krebs. „Zum Glück habe ich mich vorher auf beides eingestellt: Es ist entweder nichts oder der Supergau“, blickt Uwe H. zurück. „Deswegen hat mir die Diagnose nicht den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Nach einer Chemotherapie kam er zur OP nach Münster in das Viszeralonkologische Zentrum, das jetzt durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden ist. „Das Zentrum befasst sich mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes“, erklärt Zentrumskoordinator Priv.-Doz. Dr. Emile Rijcken. Es setzt sich aus dem Darm-, dem Pankreas-, dem Magen- und dem Leberkrebszentrum zusammen – damit verfügt das UKM als einziges Krankenhaus in der Region über vier zertifizierte Behandlungszentren für Tumore der Verdauungsorgane. „Das Zertifikat bescheinigt, dass das Zentrum die hohen Standards der DKG erfüllt“, freut sich Rijcken über den Qualitätsnachweis. „Wir möchten, dass sich die Patienten sicher und wohl bei uns fühlen.“

Das war auch für Uwe H. von besonderer Bedeutung: „Dadurch hielt sich meine Angst vor der OP in Grenzen.“ Mit Hilfe der sogenannten minimal-invasiven Hybrid-Technik konnten Prof. Daniel Palmes, Leiter des Magenkrebszentrums, und sein Team den Tumor vollständig entfernen. „Dabei haben wir so schonend wie möglich operiert – mit vier kleinen Bauchschnitten und nur einem etwas größeren Schnitt im Bereich des Brustkorbs“, erläutert der Chirurg das Vorgehen. Neben den befallenen Anteilen der unteren Speiseröhre und des oberen Magens mussten auch zahlreiche Lymphknoten entnommen werden. „Das ist wichtig für ein langfristig gutes Ergebnis“, so Palmes. Denn diese Art Tumor streut häufig in den Bauch- sowie in den Brustraum. Nach nur elf Tagen konnte Uwe H. das Krankenhaus wieder verlassen. Heute – wenige Monate nach der OP – geht es ihm so gut, dass er schon bald zur Wiedereingliederung an seinen Arbeitsplatz in der Druckerei der Westfälischen Nachrichten zurückkehren kann. „Die Erkrankung ging ganz schön an die Substanz“, so Uwe H. „Jetzt wünsche ich mir, einfach ein Stück Normalität zurückzugewinnen: gesund bleiben, arbeiten gehen, Urlaub machen und weiterhin gutes Essen genießen.“

Bild: Freuen sich über den Behandlungserfolg: Uwe H. (r.) und Prof. Daniel Palmes. (© Foto (UKM/Thomas)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Ausbildungsstart für 32 neue Auszubildende am UKM

Startschuss am Uniklinikum Münster: Der größte Arbeitgeber der Region bietet duale Ausbildung in 27 Berufsfeldern

Münster (ukm/cf) – Hoffnungsvolle Gesichter und Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen: 32 junge Menschen beginnen heute (1. August) ihre Ausbildungszeit am UKM (Universitätsklinikum Münster) – manche als Fachinformatikerin oder Koch, andere als Zahntechnikerin oder Tischler. Insgesamt bietet das UKM gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen 27 verschiedene duale Ausbildungsberufe an.

„Das Thema Nachwuchs wird bei uns groß geschrieben“, betont Peter Plester, Leiter des Geschäftsbereichs Personal am UKM. „Wir haben das klare Ziel, unseren Auszubildenden vom ersten Tag an eine qualitativ hochwertige und umfassende Berufsausbildung zu bieten. Das Uniklinikum als größter Arbeitgeber im Münsterland bietet dafür ein spannendes Arbeitsumfeld.“ An ihrem ersten Tag konnten sich die Neulinge erst einmal kennenlernen und den weitläufigen UKM-Campus zu erkunden. Im Anschluss lernten die Azubis beim Reanimationstraining, wie man im Notfall richtig handelt. Nach dem Einführungstag starten die Berufseinsteiger in den nächsten Tagen in ihren jeweiligen Ausbildungsstationen. Je nach Beruf dauert die Ausbildungszeit dann drei bis dreieinhalb Jahre.

Bild: Die 32 neuen Auszubildenden freuen sich auf ihre Zeit am UKM. (Foto © UKM/Fotozentrale/Thomas)

Mit rund 10.000 Mitarbeitern ist das UKM der größte Arbeitgeber im Münsterland und zählt zu den führenden Ausbildungsstätten in der Region. Derzeit sind 109 Auszubildende am UKM beschäftigt, dazu kommen 603 Schülerinnen und Schüler an den acht Schulen und Weiterbildungsstätten des UKM. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.ausbildung.ukmuenster.de.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Sicheres Hantieren mit Stammzellen: 10.000-Euro-Spende ermöglicht neue Werkbank für das Knochenmark-Transplantationszentrum

Münster (mfm / ls) – Technische Unterstützung im Kampf gegen den Krebs, finanziert aus Spenden: Ärzte und Forscher am Knochenmark-Transplantationszentrum (KMT) des Universitätsklinikums Münster freuen sich über eine 10.000-Euro-Spende des KMT-Freundeskreises. Mit der Summe wurde eine neue Sicherheitswerkbank für ein Labor finanziert. Dies wurde möglich, weil die Sparkasse Münsterland Ost den Freundeskreis mit einer Zuwendung von 5.000 Euro unterstützte.

Am KMT-Zentrum werden seit 1999 Blutstammzellen und Knochenmarkstammzellen transplantiert, um beispielsweise verschiedene Formen von Leukämie zu heilen. Für die Forschungsarbeit mit Zellen im KMT und in der Onkologie sind Sicherheits-Laborwerkbänke unabdingbar, denn in den Labors gelten strenge Bedingungen für die Sauberkeit, unter denen mit Zellen hantiert werden darf. Mithilfe der Neuanschaffung wird eine Verunreinigung der Zellen vermieden. „Gleichzeitig soll so auch eine Gefährdung für die Beschäftigten ausgeschlossen werden“, erklärt Dr. Manfred Gotthardt, Vorsitzender des KMT-Freundeskreises.

Angesichts des steigenden Bedarfes an Knochenmarktransplantationen ist das Zentrum froh über die Finanzspritze, die dazu beiträgt, eines der größten Stammzell-Transplantationsprogramme in Deutschland fortführen zu können. Das KMT ist durch ein Qualitätssiegel zertifiziert, das den europaweit höchstmöglichen medizinischen Standard auf diesem Gebiet ausweist.

Bild: Klinikdirektor Prof. Wolfgang Berdel (l.) und Dr. Manfred Gotthardt, Vorsitzender des KMT-Freundeskreises, freuen sich über die Anschaffung einer Sicherheits-Laborwerkbank mithilfe einer größeren Spende (Foto: FZ/Deiters)

Quelle: © Medizinische Fakultät Münster

Endometriose: Regelschmerzen und unerfüllter Kinderwunsch

Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster

Münster – Wenn Frauen während ihrer monatlichen Regelblutung von heftigen Schmerzen geplagt werden, denken die wenigsten an eine ernsthafte Erkrankung. Doch starke Unterleibsschmerzen sind nicht normal. „Diese Schmerzen sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden, denn in 70-80 Prozent aller Fälle ist eine Endometriose die Ursache nicht nur für Schmerzen bei der Regel und beim Geschlechtsverkehr, sondern häufig auch für ungewollte Kinderlosigkeit“, so Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universitätsklinik Münster. In Deutschland ist schätzungsweise jede zehnte Frau davon betroffen, darunter auch viele junge Frauen: Denn die chronische Erkrankung setzt oft schon mit der ersten Regelblutung ein. „Eine frühe Diagnose ist wichtig, um rechtzeitig eine Therapie einzuleiten und spätere Unfruchtbarkeit zu verhindern“, so Professor Kiesel, denn nach wie vor dauert es durchschnittlich sechs bis sieben Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Aufklärung tut not! In Zusammenarbeit mit der Europäischen Endometriose Liga lädt die Frauenklinik daher am Donnerstag, 29. Juni 2017, zu einer Informationsveranstaltung über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ein. Professor Kiesel, Ernährungsberaterin Maria Barnowski, Schmerztherapeut PD Dr. med. Daniel Pöpping, Dr. med. Sebastian Schäfer, Leiter des Endometriosezentrums und Kinderwunschexperte PD Dr. med. Andreas Schüring, stehen Besucherinnen für Fragen zur Verfügung. Zudem berichten betroffene Frauen über ihre Erfahrungen.

Endometriose – schmerzhaft aber behandelbar

Bei der Endometriose handelt es sich um die gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Herde von ‚versprengtem‘ Gebärmuttergewebe können sich an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken ansiedeln. „Das Gebärmuttergewebe baut sich im Zyklus der Frau auf und wieder ab. Dies führt zu Blutungen und oftmals zu starken Schmerzen“, so Dr. med. Sebastian Schäfer, Leitender Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums der Universitätsfrauenklinik. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. Die Endometrioseherde werden immer größer und so können sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden – diese sind dann oft Ursache einer Unfruchtbarkeit.

Endometriose ist behandelbar. Die Wahl der Therapie wird nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung getroffen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin erfolgt der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation.

Thema: Endometriose
Datum: Donnerstag, 29.06.2017
Ort: Universitätsklinikum, Lehrgebäude, Albert-Schweitzer-Campus 1, Münster
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Zielgruppe: betroffene Frauen, ihre Partner und Interessierte
Referenten: Professor Kiesel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am UKM,
Ernährungsberaterin Maria Barnowski, Schmerztherapeut PD Dr. Daniel Pöpping,
Dr. Sebastian Schäfer, Leiter des Endometriosezentrums
und Kinderwunschexperte PD Dr. Andreas Schüring
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Quelle: Universitätsklinikum Münster