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Endometriose: Regelschmerzen und unerfüllter Kinderwunsch

Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster

Münster – Wenn Frauen während ihrer monatlichen Regelblutung von heftigen Schmerzen geplagt werden, denken die wenigsten an eine ernsthafte Erkrankung. Doch starke Unterleibsschmerzen sind nicht normal. „Diese Schmerzen sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden, denn in 70-80 Prozent aller Fälle ist eine Endometriose die Ursache nicht nur für Schmerzen bei der Regel und beim Geschlechtsverkehr, sondern häufig auch für ungewollte Kinderlosigkeit“, so Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universitätsklinik Münster. In Deutschland ist schätzungsweise jede zehnte Frau davon betroffen, darunter auch viele junge Frauen: Denn die chronische Erkrankung setzt oft schon mit der ersten Regelblutung ein. „Eine frühe Diagnose ist wichtig, um rechtzeitig eine Therapie einzuleiten und spätere Unfruchtbarkeit zu verhindern“, so Professor Kiesel, denn nach wie vor dauert es durchschnittlich sechs bis sieben Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Aufklärung tut not! In Zusammenarbeit mit der Europäischen Endometriose Liga lädt die Frauenklinik daher am Donnerstag, 29. Juni 2017, zu einer Informationsveranstaltung über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ein. Professor Kiesel, Ernährungsberaterin Maria Barnowski, Schmerztherapeut PD Dr. med. Daniel Pöpping, Dr. med. Sebastian Schäfer, Leiter des Endometriosezentrums und Kinderwunschexperte PD Dr. med. Andreas Schüring, stehen Besucherinnen für Fragen zur Verfügung. Zudem berichten betroffene Frauen über ihre Erfahrungen.

Endometriose – schmerzhaft aber behandelbar

Bei der Endometriose handelt es sich um die gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Herde von ‚versprengtem‘ Gebärmuttergewebe können sich an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken ansiedeln. „Das Gebärmuttergewebe baut sich im Zyklus der Frau auf und wieder ab. Dies führt zu Blutungen und oftmals zu starken Schmerzen“, so Dr. med. Sebastian Schäfer, Leitender Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums der Universitätsfrauenklinik. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. Die Endometrioseherde werden immer größer und so können sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden – diese sind dann oft Ursache einer Unfruchtbarkeit.

Endometriose ist behandelbar. Die Wahl der Therapie wird nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung getroffen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin erfolgt der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation.

Thema: Endometriose
Datum: Donnerstag, 29.06.2017
Ort: Universitätsklinikum, Lehrgebäude, Albert-Schweitzer-Campus 1, Münster
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Zielgruppe: betroffene Frauen, ihre Partner und Interessierte
Referenten: Professor Kiesel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am UKM,
Ernährungsberaterin Maria Barnowski, Schmerztherapeut PD Dr. Daniel Pöpping,
Dr. Sebastian Schäfer, Leiter des Endometriosezentrums
und Kinderwunschexperte PD Dr. Andreas Schüring
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Quelle: Universitätsklinikum Münster

Den Arbeitstag musikalisch abschütteln:
Singkreis für Mitarbeiter geht in die Testphase

Internationales Konzept der „Singenden Krankenhäuser“ wird am UKM umgesetzt

Münster (ukm/cf) – Shake it Baby! heißt es seit Mai am UKM: In beinahe allen Kulturen spielt Singen eine wichtige Rolle und auch wissenschaftliche Studien sprechen der Musik zunehmend heilende Wirkung zu. Seit einigen Wochen wird deshalb am UKM (Universitätsklinikum Münster) zur Unterstützung der Mitarbeiter ein besonderes musikalisches Konzept angeboten. „Ob nach einer anstrengenden Frühschicht oder in der späten Mittagspause – Singen hilft, dass wir einfach loslassen und die Belastung abschütteln“, erklärt Organisator Gustav von Blanckenburg, Klinischer Musiktherapeut am UKM.

Die Testphase des Projekts ist Ende Mai gestartet. „Viele sind am Anfang zwar neugierig aber noch etwas zaghaft“, weiß der Singleiter im Auftrag des Netzwerks Singende Krankenhäuser e.V. „Wenn das Eis aber erst einmal gebrochen ist, erkennen die Teilnehmer, wie viel Spaß das gemeinsame Singen macht.“ Gesungen werden einfache Lieder aus aller Welt und auch bekannte Songs wie „I like the flowers“ oder „Wonderwall“– je nach Stimmung der Mitarbeiter. Gustav von Blanckenburg begleitet die Treffen mit der Gitarre. Dabei gilt immer der Grundsatz: Musikalisch sein oder gar Singen können sind keine Voraussetzungen. „Es gibt keine falschen Töne, sondern nur Variationen“, schmunzelt von Blanckenburg.

Der Singkreis für Mitarbeiter basiert auf dem Konzept der Singenden Krankenhäuser. Hinter der Idee steht die Initiative Singende Krankenhäuser e.V., die Singangebote für Gesundheitseinrichtungen anbieten. Der Verein ist international aktiv und steht dafür, die heilende Kraft von Musik zur Gesundheitsfürsorge und Krankheitsbewältigung anzuerkennen. Auch das UKM setzt ein Zeichen und nimmt ab August den wöchentlichen Singkreis in das Programm der Gesundheitsförderung für UKM-Mitarbeiter auf. Mehr Informationen zum Konzept finden Interessierte auch im Internet.

Bild: Beim Singen schütteln Gustav von Blanckenburg und Pflegende des UKM den anstrengenden Arbeitstag ab.

Quelle: © Universiätsklinikum Münster

Tag der Pflege (12.05.2017):
Universitätsmedizin braucht Hochleistungspflege

Niklas Wiechert ist der Prototyp des modernen Pflegers: Er trägt den Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und studiert neben dem Job Pflegewissenschaften

Münster (ukm/aw) – „In unserem Zentral-OP mit seinen 18 Operationssälen kann man oft die Anspannung förmlich mit Händen greifen“, beschreibt Niklas Wiechert die Stimmung dort. „Doch eigentlich ist es genau das, was mich an dem Beruf begeistert. Wir sind ein großes Team in einem Hochleistungs-bereich. Wir haben viele Notfälle, viele Schwerstkranke, denen woanders nicht geholfen werden kann. Zu erleben, dass wir es oft können, macht den Job so erfüllend.“

Niklas Wiechert ist ab Mitte Mai das jüngste Mitglied des fünfköpfigen pflegerischen Gesamtleitungsteams im OP-Bereich des UKM (Universitäts-klinikum Münster). Der 26-Jährige hatte schon seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am UKM gemacht und im letzten Jahr dann die Fachweiterbildung zum Anästhesiepfleger abgeschlossen. Für seine Studie zur Frage, ob Vorwärmung von Patienten vor Beginn der Narkose deren Wärmeverlust nach einer Operation verhindern kann, wurde er 2016 auch mit dem Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF) ausgezeichnet. Seitdem hält er zu diesem Thema bundesweit Vorträge auf Pflegekongressen und unterstreicht dabei, dass auch Pflege Forschung braucht. „Viele Standards müssen auch von Seiten der Pflege hinterfragt werden“, sagt er und fügt hinzu: „Nicht nur für die Mediziner, auch für uns Pflegeexperten gilt künftig umso mehr, dass wir unser Wissen direkt ans Krankenbett bringen müssen.“ Translation, also die Umsetzung von Forschung in Behandlungsmethoden, gebe es auch an der Pflege, sagt Wiechert, der berufsbegleitend Pflegewissenschaften an der Hochschule Osnabrück studiert.

Dabei hatte er nie Berührungsängste mit Wechselschichten und Wochenend-diensten: Seine Eltern kommen beide aus der Pflege – das war prägend. An der Anästhesiepflege habe ihn vor allem das Technische begeistert, so Wiechert. Außerdem der „kurze aber dafür umso intensivere Kontakt zu Patienten“. Denn angesichts der hohen Technisierung im OP seien die Minuten vor Einleitung der Narkose entscheidend für das Befinden der Patienten: „Schmerzkatheter und Infusionskanülen müssen angelegt werden und verursachen Schmerzen und auch Angst. Da hilft vor allem Körperkontakt: das Halten der Hand und ein ablenkendes Gespräch über Alltägliches“, erzählt der Pfleger. „So wie die Patienten einschlafen, so wachen sie auch wieder auf.“

Dass bundesweit Pflegende gesucht werden, weiß auch Wiechert, er empfindet die Lage aber nicht als hoffnungslos. Insgesamt müsse man in Deutschland den Berufsstand mehr wertschätzen lernen. „In anderen Ländern ist ein Pfleger oft auf Augenhöhe mit Ärzten. Hierzulande hinkt man dabei noch ein wenig hinterher, weil das Wissen um den inzwischen hohen Spezialisierungsgrad des Berufsstandes noch nicht wirklich verankert ist.“ Der Bedarf an mehr und noch besserer Pflege sei aber nicht wegzudiskutieren.

Bild: Niklas Wiechert bei der Einleitung einer Narkose im OP.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Girls‘ und Boys‘ Day: Abseits der beruflichen Geschlechterrollen

Girls‘ und Boys‘ Day am UKM lockt mit spannenden Aktionen / 157 Mädchen und Jungen informieren sich über breites Berufsspektrum am UKM

Münster (ukm/cf) – Tischler, Feuerwehrfrau oder doch lieber Zahnmedizinischer Angestellter? Der Girls‘ und Boys‘ Day bot auch in diesem Jahr Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen aller Schulformen die Möglichkeit, in Berufe fernab der traditionellen Geschlechterrollen hinein zu schnuppern. Auch das UKM (Universitätsklinikum Münster) als größter Arbeitgeber der Region beteiligte sich am heutigen Aktionstag.

„Von der Architektin über die Elektrikerin bis hin zum Kindergärtner – wir am UKM haben mit 45 verschiedenen Aktionen auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Programm für die Mädchen und Jungen zusammengestellt“, weiß Girls‘ und Boys‘ Day-Organisatorin Eva Wallmeier von der Personalentwicklung. Am UKM und auch seinen Tochterunternehmen konnten so insgesamt 157 Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Bereiche Naturwissenschaft, Handwerk und Technik sowie Soziales, Erziehung, Pflege und Gesundheit gewinnen.

Bild: (UKM/Deiters) Sind Männer Memmen oder Frauen Mimosen? Schmerztest hier an männlichen Versuchsteilnehmern.

Bild: (UKM/Tanner) Auch ein Krankenhaus braucht Innenausstatter: Katja Lingg vom UKM Infrastrukturmanagement zeigt (v.r.) Nina Nordhoff, Emilia Pavenstädt und Antonia Burke mögliche Bodenbeläge für das UKM.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Beratung am UKM: Stabsstelle Demenzsensible Krankenhaus unterstützt Angehörige

Kostenfreie Beratung und individuelles Pflegetraining: Pflegeexperten des Demenzsensiblen Krankenhauses unterstützen Angehörige

Münster (ukm/cf) – Wenn ein Patient nach Hause entlassen wird, stehen die pflegenden Angehörigen vor einer großen Aufgabe. Das weiß auch Zdenko Miletic. Seine Frau Sonja erhielt vor rund zwei Jahren die Diagnose Demenz. „Mittlerweile muss ich ihr bei vielen alltäglichen Handgriffen helfen“, beschreibt der Borkener. „Da muss man das eigene Ich ein bisschen zurücknehmen.“ Am UKM (Universitätsklinikum Münster) erfuhr Miletic von der kostenlosen Angehörigenberatung. Das Modellprojekt wird von der Stabstelle Demenzsensibles Krankenhaus und der Klinik für Neurologie durchgeführt.

„Wir unterstützen Angehörige mit unserer Arbeit und bereiten sie auf die häusliche Pflege vor“, erklärt Prof. Thomas Duning, Leiter der Stabstelle Demenzsensibles Krankenhaus am UKM und Oberarzt der Neurologie. Die Familiale Pflege entstand aus einer Kooperation der AOK Rheinland/Hamburg und der Universität Bielefeld. Seit das Projekt im Dezember letzten Jahres am UKM umgesetzt wird, haben die Pflegeexperten rund 50 Angehörigen zur Seite gestanden. Um eine gute Betreuung zu gewährleisten, setzt das Programm schon vor der Entlassung der Patienten an. Beratungsgespräche und Pflegeübungen können so bereits am UKM durchgeführt werden, um Sicherheit für den Schritt ins häusliche Umfeld zu schaffen. Liane Janßen, Pflegeberaterin, klärte Zdenko Miletic noch während des stationären Aufenthalts seiner Frau über die Möglichkeiten auf. „Man muss ja nicht nur beim Anziehen oder der Körperpflege helfen, sondern zum Beispiel auch ganz anders kommunizieren“, so Janßen.

Das Modellprojekt beinhaltet auch einen Qualitätscheck zu Hause, der vor oder bis zu sechs Wochen nach der Entlassung möglich ist. Dafür fahren die Pflegeberaterinnen auch bis nach Borken. „Ich bin froh über die Unterstützung“, erzählt Miletic „Sogar nach der Entlassung lässt man uns nicht allein.“ Pflegeberaterin Sandra Großmann erklärt: „Das Haus der Miletics hat beispielsweise viele Treppen. Wenn die Erkrankung voranschreitet, kann es sein, dass Herr Miletic seine Frau körperlich mehr unterstützten muss.“ Die examinierten Pflegekräfte weisen während ihres Besuchs auf Gefahrenherde hin und zeigen einige Hilfestellungen, wie man zum Beispiel den Einstieg in die Badewanne erleichtert. „Manchmal klappt´s noch alleine, aber manchmal eben auch nicht. Dann ist es gut zu wissen, wie ich meiner Frau helfen kann“, so Miletic.

In ganzheitlichen Pflegekursen lernen Angehörige und Interessierte dann alles Wissenswerte zu Lagerungstechniken, Sturzvorbeugung und Körperpflege und tauschen sich mit anderen Betroffenen aus. Ende des Monats will auch Herr Miletic so einen Kurs besuchen: „Wer weiß schon, was in vier Jahren ist. Deshalb bereite ich mich jetzt vor.“ Mehr Informationen zur Angehörigenberatung finden Sie auf der UKM-Internetseite.

Bild: Individuelle Beratung: Sandra Großmann (l.) und Liane Janßen (r.) von der Angehörigenberatung machen einen Qualitätscheck beim Ehepaar Miletic zu Hause.

Verbindliche Standards: UKM strebt Einführung einer DIN-Norm „Krankenhausreinigung“ an

Einheitliche Reinigungsstandards für Krankenhäuser sollen im Frühjahr 2019 vorgestellt werden / Bundesweite Kooperation mit UKM-Beteiligung wird perspektivisch Patientensicherheit verbessern

Münster (ukm/jug) – In bundesweiter Kooperation mit Universitätsklinika, weiteren medizinischen Institutionen und Wissenschaftlern arbeitet das UKM (Universitätsklinikum Münster) derzeit an einem Konzept, das die Einführung einer DIN-Norm „Krankenhausreinigung“ anstrebt. „Eine umfassende und qualitativ hochwertige Krankenhausreinigung ist ein Faktor, der im Kontext von Krankenhaushygiene in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen hat. Als ein Vorreiter im Bereich der Krankenhausreinigung und -hygiene ist es der Anspruch, unser Know-How einzubringen und aktiv mitzugestalten“, erklärt Andreas Rütz, Geschäftsführer der UKM GM (Gebäudemanagement GmbH). Seit Anfang des Jahres erarbeiten drei Arbeitsgruppen in monatlichen Sitzungen erste Konzeptideen. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung einheitlicher Reinigungsstandards, die beim Deutschen Institut für Normung e.V. als Projektantrag eingereicht werden. „Auf diesem Wege können wir langfristig den hygienischen Standard in den Krankenhäusern bundesweit noch einmal erhöhen, was sich dann wiederum positiv auf die Patientensicherheit auswirken wird“, schließt Rütz, der die UKM GM innerhalb der Projektgruppe im Bereich von Schulung und Ausbildung repräsentiert.

Bild: Reinigungsabläufe im Krankenhaus sollen durch die geplante DIN-Norm mit einheitlichen Vorgaben ab 2019 standardisiert und optimiert werden.

Der Hintergrund: Selbst in einer hoch entwickelten und technisierten Industrienation wie Deutschland sterben jährlich 30.000 Menschen aufgrund von Infektionen, die sie erst durch ihren stationären Aufenthalt im Krankenhaus erworben haben. Diesem Trend soll u.a. durch die Einführung einer DIN-Norm entgegengewirkt werden. Die konstituierende Sitzung des Arbeitsausschusses Krankenhausreinigung im DIN-Normenausschuss Rettungsdienst und Krankenhaus (NARK) fand vor einigen Wochen in Berlin statt. Bei der Sitzung mit mehr als 30 teilnehmenden Hygieneexperten verliehen auch Vertreter aus Wissenschaft und Politik dem Ansinnen Nachdruck, allgemeine Vorgaben zur Reinigung von Krankenhäusern aufzustellen, an denen sich Dienstleistungsunternehmen der Gebäudereinigung orientieren können. Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit soll ebenso auf die Expertise von Krankenkassen, der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene zurückgegriffen werden.

„Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Wir diskutieren verschiedene Ansätze, beispielsweise die adäquate und bedarfsgerechte Reinigung und Desinfektion oder auch die Ausbildung von hoch qualifiziertem und gut geschultem Personal“, so Rütz. Vom 1. Juni an gilt für die Projektgruppe dann die selbst auferlegte Frist von 18 Monaten, an deren Ende im Frühjahr 2019 die Veröffentlichung der DIN-Norm „Krankenhausreinigung“ stehen soll.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Weltepilepsietag (13.02.2017): Anfallsfrei dank Hirn-OP am UKM

Epilepsie-Patienten wenden sich häufig erst spät an spezialisierte Zentren / UKM kooperiert seit einem halben Jahr erfolgreich mit Klinikum Osnabrück im gemeinsamen „Epilepsiezentrum Münster-Osnabrück“ (EMOS)

Münster (ukm/jug) – „Das erste Mal zeigten sich die Symptome nach einer starken Erkältung, damals tat ich es als Schwächeanfall ab, später als Anzeichen von Stress“, blickt Claudia Eickhoff zurück. Sie war 25 Jahre alt, als sie den ersten Anfall hatte – erst Jahre später fanden Mediziner heraus, dass der Grund dafür eine erworbene Epilepsie gewesen ist. Ihr halbes Leben lang lebte die Münsteranerin mit der Krankheit, bis sie sich Anfang des vergangenen Jahres für einen operativen Eingriff in der Klinik für Neurochirurgie am UKM (Universitätsklinikum Münster) entschied. „Seit der Operation vor genau einem Jahr habe ich keinen Anfall mehr gehabt, auch keine leichten Anzeichen“, freut sich die 50-Jährige über neugewonnene Lebensqualität.

Mittlerweile wird sie nur noch halbjährlich kontrolliert, die Dosis der Medikamente wird sukzessive heruntergesetzt. „Häufig werden Patienten mit epileptischen Anfällen erst viel zu spät in einem Epilepsiezentrum vorstellig“, erklärt Dr. Gabriel Möddel, Ärztlicher Leiter des Epilepsiezentrums Münster-Osnabrück (EMOS). „Spätestens nach fünf Jahren erfolgloser Medikamententherapie sollten Betroffene spezialisierte Zentren aufsuchen.“ Seit über einem halben Jahr arbeitet das UKM eng mit dem Klinikum Osnabrück im EMOS zusammen, um Menschen wie Claudia Eickhoff noch besser helfen zu können. Diese können jetzt von einer hohen Expertise in der Region profitieren und müssen nicht mehr in weit entfernte überregionale Zentren ausweichen.

„Viele Jahre habe ich Medikamente genommen, die Dosis auch stückweise erhöht. Das hat alles nicht wirklich geholfen, die Anfälle blieben“, so die 50-Jährige. Diese meist ein- bis zweiminütigen Phasen kündigten sich durch Unwohlsein an, sie begann zu schmatzen und auf die Lippen zu beißen, die Arme kribbelten, ihr Körper vollführte automatisierte Bewegungen ohne ihr willentliches Zutun. Zu Beginn litt sie im monatlichen Abstand unter den Anfällen; die Zeit zwischen deren Auftreten wurde kürzer, bis sie wöchentlich von den Symptomen heimgesucht wurde. Dies ging so weit, dass sie aufgrund der hoch dosierten Medikamente Nebenwirkungen in Form von Übelkeit und Schwindelgefühl verspürte.

„Bei meiner Schwester hatte ich das erste Mal öffentlich einen epileptischen Anfall, sie war natürlich sehr besorgt. Ihre Reaktion war für mich einer der Gründe, warum ich mich für die Operation entschied“, beschreibt Eickhoff. Im UKM unterzog sie sich einem achttägigen Video-EEG-Monitoring, in dem ihre elektrische Hirnaktivität Tag und Nacht überwacht und mehrere typische Anfälle aufgezeichnet wurden. „Wir stellten fest, dass sie eine Narbe im mittleren Schläfenlappen hatte, das ist eine sehr häufige Ursache für Epilepsie. Die prächirurgische Diagnostik zeigte uns, dass diese Stelle glücklicherweise operabel war. Das ist nur bei rund 20 Prozent der Epilepsie-Patienten der Fall. Wenn Medikamente nicht anschlagen, ist eine Operation in vielen Fällen die erfolgversprechendere Option“, erklärt Möddel.

Bild: Dr. Gabriel Möddel erklärt Claudia Eickhoff den Behandlungserfolg anhand eines nach der Operation angefertigten Kernspinbildes (MRT).

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Pflege: Vielfältig und hochspezialisiert

Münster (ukm/aw/cf) – „Die Pflege ist ein schöner Beruf, den man nur mit Leib und Seele machen kann“, weiß Christiane Birschel, die auf viele Jahre Erfahrung als Gesundheits- und Krankenpflegerin zurückblickt. Seit 22 Jahren arbeitet die heute 65-Jährige als Pflegekraft in der Klinik für Radiologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) und ist damit die älteste Pflegekraft am Uniklinikum. Auch die derzeit Jüngste – Anna-Lena Stratmann – hat sich für den Pflegeberuf entschieden: Vor drei Monaten begann das Arbeitsleben der 20-Jährigen in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Ihr Ziel ist eine Spezialisierung im hochtechnologischen Wundmanagement.

Bild: Die jüngste und die älteste Pflegekraft am UKM: Anna-Lena Stratmann und Christiane Birschel.

Zwei Geschichten, zwei Perspektiven auf einen Beruf im Wandel: Christiane Birschel war früher Intensivschwester – ein fordernder Bereich. Sie erzählt: „Wenn man jung ist, hat man noch die Kraft diesem Stress standzuhalten.“ In der Radiologie sind manche Gespräche mit den Patienten, aufgrund der Strahlung teilweise nur getrennt durch eine Bleiwand möglich. Das sei emotional belastend. „Es hat sich viel verändert in den Jahren“, blickt Christiane Birschel zurück. „Heute hat man viel mehr Möglichkeiten. Man kann sich auch spezialisieren und aufsteigen.“ Auch ein Grund für Anna-Lena Stratmann in die Pflege zu gehen: „Ich wollte gerne mit Menschen arbeiten, ihnen helfen und mich gleichzeitig weiterentwickeln.“ Schnell war für sie klar: „Pflege: Das ist es für mich. Das will ich machen.“

„Es ist kein Geheimnis, dass qualifiziertes Pflegepersonal unter anderem durch den demografischen Wandel heute mehr denn je gefragt ist“, weiß Michael Rentmeister, Pflegedirektor am UKM. Auch das Uniklinikum will mit einer neuen Pflegekampagne mehr Aufmerksamkeit auf die Berufsmöglichkeiten in Münster richten. Pflegekräfte stehen in engem Kontakt zu den Patienten, werden immer wieder „angepiept“, kommen zum Blutdruck messen und Spritzen setzen. Die Anforderungen des Berufes sind hoch, nicht nur in körperlicher sondern auch in psychischer Hinsicht. Rentmeister weiß, dass das Berufsbild einem enormen Wandel unterworfen ist: „Die Pflegenden sind teils hochspezialisiert und müssen immer wieder bereit sein, sich auf den neusten Stand zu bringen. Das gilt für die beschäftigten eines Maximalversorgers, wie wir es mit unserer universitären Medizin sind, sogar noch mehr als für Regelkrankenhäuser. Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen wird vorausgesetzt.“

Anna-Lena Stratmann ist sich bei ihrer Berufswahl sicher: „Pflege ist mein Traumberuf. Das möchte ich auch in 30 Jahren noch machen.“ Christiane Birschel dagegen wird im Frühjahr in den wohlverdienten Ruhestand gehen. „Und das ist auch gut so“, stellt die 65-Jährige fest.