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Herzwochen 2017: Das schwache Herz

Patientenveranstaltungen rund um die Themen Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen am 7. und 8. November 2017

Münster (ukm/aw) – Rudolf Holtkamp ist trotz einer bekannten Herzschwäche mit seinen 82 Jahren noch immer rüstig und aktiv. Seinem Hobby, dem Motorbootfahren, geht er mit großem Ehrgeiz nach. Im Sommer jedoch kam es bei einer Tour mit seiner Yacht auf dem Mittellandkanal zu einem Zwischenfall – mit Vorhofflimmern wurde der Rentner aus Emmerich am Niederrhein mit dem Rettungswagen ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. „Da wusste ich, ich muss wieder etwas gegen meine Herzrhythmusstörungen unternehmen“, sagt Holtkamp heute. Einige Wochen später nehmen die Spezialisten aus der Abteilung für Rhythmologie im Department für Kardiologie und Angiologie am UKM eine sogenannte Ablation vor, bei der das Gewebe rund um die Lungenvenen verödet wird. Dadurch wird die Quelle, die für seine Herzrhythmusstörungen verantwortlich ist, isoliert und ausgeschaltet. Nach einem ersten solchen Eingriff 2013, bei dem mit Strom verödet wurde, ging es Rudolf Holtkamp erheblich besser. Danach waren seine Herzrhythmusstörungen weg – bis zu der Bootstour in diesem Jahr. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Ablation mehrmals wiederholt werden muss. „Dieses Mal wählten wir zur Verödung einen Kälteballlon-Katheter, der über die Leistenvene in den linken Herzvorhof geführt wurde“, sagt Oberarzt Dr. Gerrit Frommeyer. „2013 dagegen haben wir die Venen mit Strom verödet. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 70% und auch bei Herrn Holtkamp hat die erste Ablation gut geholfen. Doch manchmal erholen sich die ehemals verödeten Stellen und die Herzrhythmusstörungen tauchen damit wieder auf. Mit der Zahl der Eingriffe steigt aber die Aussicht, dass das Herz in seinem normalen Takt schlägt.“

Bild: Wollen die Herzrhythmusstörungen in den Griff bekommen: Patient Rudolf Holtkamp und Oberarzt Dr. Gerrit Frommeyer aus der Abteilung für Rhythmologie am UKM (Foto: UKM)

Rudolf Holtkamp ist mit seinen Rhythmusstörungen und der begleitenden Herzschwäche ein ganz typischer Fall für das Patientenklientel, das am UKM mit zwei Veranstaltungen im Rahmen der Herzwochen beraten will. „Das schwache Herz“: lautet das Thema, das die Deutsche Herzstiftung e.V. in diesem Jahr vorgegeben hat. Während am 7. November Prof. Lars Eckardt und Dr. Christina Wasmer aus der Abteilung für Rhythmologie in Zusammenarbeit mit dem nationalen Vorhofflimmernetzwerk (AFNET) vor allem Patienten mit Herzrhythmusstörungen beraten, sind die zahlreichen anderen Ursachen der Herzschwäche – wie Herzinfarkt oder Herzmuskelentzündung – Thema der Veranstaltung am 8. November unter Leitung von Prof. Johannes Waltenberger, dem Direktor der Klinik für Kardiologie im Department für Kardiologie und Angiologie am UKM. Der mit der Herzschwäche einhergehende Leistungsabfall und die Atemnot, die auftreten kann, aber auch die vielfältigen Therapieoptionen einschließlich der adäquaten Medikation und der Anpassung des Lebensstils können dann vor Ort mit den Experten diskutiert werden.

„Das schwache Herz“ – Herzseminare für Patienten, Angehörige und Interessierte mit Unterstützung der Deutschen Herzstiftung e.V.

Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche
Dienstag, 7. November 2017
Uhrzeit: 17.00 bis 19.30 Uhr sowie
Eintritt frei! [Programm]

Atemnot? Leistungsabfall? Herzschwäche
Mittwoch, 8. November 2017
Uhrzeit: 18.00 bis 20.00 Uhr
Eintritt frei! [Programm]

Veranstaltungsort jeweils:
Universitätsklinikum Münster
Lehrgebäude am Zentralklinikum
Gebäude A5, Hörsaal L20
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Angeborene Fußfehlbildung: Auf offenen Füßen aus dem Irak nach Westfalen

Mustafa ist 17 und einer von gut 42.000 unbegleiteten minder-jährigen Flüchtlingen, die 2015 nach Deutschland kamen. In der Kinderorthopädie am UKM sorgen die Ärzte dafür, dass seine angeborenen Fußfehlbildungen behoben werden und ihm ein normales Leben möglich ist.

Münster (ukm/aw) – In seiner irakischen Heimat wäre Mustafa wie ein Aussätziger behandelt worden: Mit seinen mehrfach deformierten und fehlgebildeten Klumpfüßen hätte er niemals einen Beruf erlernt und seine Zukunft wäre vermutlich in jeder Hinsicht perspektivlos gewesen. Das Elternhaus in Bagdad sei durch den IS zerstört worden, sagt er. Das sei der Auslöser gewesen, sich auf einen langen Weg zu machen. Der Weg nach Deutschland, der ihm eine bessere Zukunft in Würde ermöglichen sollte. „Ich hatte gehört, dass die Ärzte hier meine Füße operieren könnten“, sagt Mustafa. Mit knapp 15 Jahren lief er los. Größtenteils zu Fuß ging die Reise zunächst nach Griechenland, später dann teils mit Bussen Richtung Dortmund und dann in den Kreis Warendorf. Seitdem ist er in der Abteilung für Kinderorthopädie am UKM (Universitätsklinikum Münster) in Behandlung. „Das Bild, das sich uns bot, als Mustafa sich hier zum ersten Mal vorgestellt hat, war einfach unbeschreiblich“, so der leitende Oberarzt, Dr. Björn Vogt: „Seine deformierten Füße waren offen bis auf den Knochen. Die tiefen Wunden waren infiziert und vereitert. Er ist den ganzen Weg über wegen der Fehlstellung auf dem Fußrücken gelaufen. Dass er es hierher geschafft hat, ist eigentlich unvorstellbar.“ Mit den ersten Operationen musste zunächst die schwere Entzündung zur Ausheilung gebracht werden – gerade am Anfang war das Risiko, dass der linke Fuß amputiert werden muss, extrem hoch. Nachdem das Team die Infektion im Griff hatte, machten sich die Kinderorthopäden daran, möglichst viel des lädierten Knochens zu erhalten. Allerdings musste zur Korrektur der massiv deformierten Füße auf beiden Seiten das Sprunggelenk versteift werden.

Inzwischen haben Chefarzt Prof. Robert Rödl und seine Mannschaft Mustafa insgesamt 16 Mal operiert: Er läuft – und zwar so, dass man auf den ersten Blick seine schwere Behinderung gar nicht mehr erkennt. Lediglich seine hohen orthopädischen Schuhe erinnern daran, dass Mustafa nicht mit seinen Mitschülern um die Wette rennen kann. „Mustafa ist natürlich ein extremer Fall“, sagt sein Arzt, Björn Vogt. „Aber dass er es überhaupt hierher geschafft hat, dass er trotz der vielen strapaziösen Operationen gut Deutsch gelernt hat und dass er voran kommen will, macht ihn auch zu einem einzigartigen Patienten. Sein Lebensmut und sein Lachen stecken einfach an.“

In diesem Monat steht bei Mustafa die vorerst letzte OP an, die noch sein verkürztes Bein um sechs bis sieben Zentimeter verlängern soll. Dazu wird ein Marknagel in den Unterschenkel implantiert, der den Knochen über Wochen durch einen äußerlich angewendeten Magneten Millimeter für Millimeter auseinanderzieht, bis der neue Knochen so lang ist, wie gewünscht. Prof. Rödl freut sich: „So besonders der Fall von Mustafa auch sein mag: Er steht exemplarisch für viele Flüchtlingskinder, denen wir hier helfen konnten. In ihren kriegs- und krisengeplagten Heimatländern dagegen, hätten die allermeisten von ihnen mit der meist mangelhaften medizinischen Versorgung keine Chance auf ein normales Leben gehabt.“

Bild: Prof. Robert Rödl und die beiden Oberärzte Dr. Jan Niklas Bröking und Dr. Björn Vogt haben durch viele Operationen Mustafa ein fast normales Leben geschenkt © Foto (UKM).

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Polizeieinsatz für Nierentransplantation

Foto: Copyright Julia MauschMünster (ukm/jug) – Von der Klinik den erlösenden Anruf zu erhalten, dass ein passendes Spenderorgan gefunden wurde, ist meist das Einzige, an das Wartende für Spenderorgane denken können. Über acht Jahre zwischen Hoffen und Bangen verbrachte auch Christiane Datzert, die auf eine Niere wartete. Doch als für die Lingerin endlich ein passendes Organ gefunden war, verpasste sie den wichtigen Anruf des UKM (Universitätsklinikum Münster) – und wurde erst von der hinzugerufenen Polizei über die glückliche Fügung informiert.

„Mein Handy funktionierte an diesem Tag nicht. Und als ich das Haustelefon kontrollierte, war es auf stumm gestellt. Mein Kater muss beim Spielen die Taste gedrückt haben, schließlich hatte ich bei jedem Anruf Hoffnung“, so die 49-Jährige. Nachdem das UKM die Patienten über die üblichen Wege nicht erreichen konnte, alarmierte es die Polizei. „Erst habe ich mich gewundert, was die denn hier machen. Als sie mir dann aber die Nachricht brachten, dass endlich ein passendes Organ für mich gefunden sei, bin ich in Tränen ausgebrochen und habe ich mich einfach nur noch wahnsinnig gefreut“.

Nach der Transplantation der Niere vergangenen Donnerstag scheint nun alles gut zu sein – überraschend gut: „Die neue Niere mag mich anscheinend. Die Ärzte sagen, dass meine Werte überdurchschnittlich seien“, freut sich die Lingenerin. Sie ermutigt die Bevölkerung, sich mit dem Thema Organspende bewusst auseinanderzusetzen: „Wie jetzt mir kann eine Organspende für viele Patienten die Chance auf ein zweites Leben bedeuten.“

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

„Biowaffe“ Rizin entschlüsselt: UKM-Patient hätte „Regenschirmattentat“ überlebt

Einer von weltweit drei Menschen mit Rizin-Immunität wird am UKM behandelt / Erkenntnisse können perspektivisch zu einem Gegengift führen

Münster (ukm/aw) – London, 1978: Ein Reporter wartet im Stadtverkehr auf den Bus, als ein vorbeigehender Passant ihn anscheinend zufällig mit der Spitze seines Regenschirms am Bein berührt – vier Tage später ist der Mann tot. Die Obduktion ergibt, dass das Pflanzengift Rizin injiziert wurde, mittels einer millimetergroßen Platinkugel ins Bein – die Legende des Regenschirmattentats ist geboren. Obwohl Wissenschaftler bis heute kein wirksames Gegengift gefunden haben, gibt es drei Menschen auf der Welt, die das Attentat überlebt hätten: Sie alle haben einen genetisch bedingten Stoffwechsel-Defekt, können den Zucker Fucose nicht umsetzen. Forscher des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IMBA) identifizierten jetzt mit der Unterstützung des Universitätsklinikums Münster (UKM) zwei Gene, die Rizin tödlich machen. Eines davon ist bei den Patienten defekt, deshalb sind ihre Zellen gegen das Gift immun. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Cell Research veröffentlicht worden.

Einer der Menschen, die den Rizin-Angriff überlebt hätten, ist der 20-jährige Jakob* (Name der Redaktion bekannt), der seit seiner Geburt am UKM behandelt wird. Die Forschergruppe aus Wien griff bei ihren Untersuchungen auf Studienergebnisse zurück, die in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKM gewonnen wurden: „Vor fast 20 Jahren lernten wir hier Jakob kennen, der genau diese seltene Stoffwechselkrankheit hatte. Den Kollegen aus Wien stellten wir Hautproben zur Verfügung, mithilfe derer sie den Wirkungsmechanismus von Rizin entschlüsseln konnten“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Marquardt, Leiter des Bereichs Angeborene Stoffwechselerkrankungen am UKM. Nach der Aufnahme von Jakob am UKM vor 20 Jahren war es dem UKM-Mediziner im Austausch mit Experten am münsterschen Max-Planck-Institut und aus Heidelberg nach zweijähriger Arbeit gelungen, den molekularen Defekt zu entschlüsseln und eine Therapie zu entwickeln. Die Fieberschübe, die den Jungen dazu zwangen, ein ganzes Jahr im Krankenhaus zu verbringen, waren dank der Medikation schnell vorüber.

„Die neu gewonnenen Erkenntnisse über die Entschlüsselung des Wirkmechanismus eines der tödlichsten Gifte überhaupt sind ein Paradebeispiel dafür, wie die Beschäftigung mit seltenen Erkrankungen nicht nur den betroffenen Patienten helfen kann, sondern auch fundamentale wissenschaftliche Ergebnisse liefert, die der Medizin insgesamt zugutekommen“, so Marquardt. Die Studie ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zum Gegengift: „Noch ist das Zukunftsmusik, aber wir sind ein Stück weitergekommen.“

Bild: Prof. Thorsten Marquardt und sein Patient Jakob*.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Flächendeckende Versorgung von Schwerverletzten: TraumaNetzwerk NordWest hat sich bewährt

Zweite Rezertifizierung von 24 beteiligten Kliniken und 19 assoziierten Mitgliedern

Münster (ukm/aw) – Treffen des TraumaNetzwerks NordWest: Unter dem Titel „Terror- und Gefahrenlagen im TraumaNetzwerk“ haben sich die Vertreter von über 30 beteiligten Kliniken dieses Mal unter anderem mit möglichen Großeinsatzlagen in der Region auseinandergesetzt. Im St. Josephs-Hospital in Warendorf folgten die Teilnehmer dazu den spannenden Beiträgen der Referenten aus Polizeiministerium, Bezirksregierung und Berufsfeuerwehr. Dabei wurde auch ein mögliches Krisenmanagement zu dem im kommenden Jahr stattfindenden Katholikentag in Münster durchgespielt.

Die beteiligten Kliniken und assoziierten Mitglieder konnten sich auch über die erneute erfolgreiche Rezertifizierung des TraumaNetzwerks NordWest freuen. Prof. Michael J. Raschke, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKM (Universitätsklinikum Münster) und für eine weitere Amtszeit wiedergewählter Sprecher der Vereinigung, freut sich über die erneute Auszeichnung: „Unsere Zusammenarbeit im TraumNetzwerk NordWest hat sich seit 2007 außerordentlich bewährt. Die Überlebenschancen von schwerverletzten Patienten in der Region haben sich durch unsere Vernetzung extrem vergrößert. Schnellstmögliche Versorgung rund um die Uhr ist so auch in unserem ländlichen Flächengebiet jederzeit gewährleistet. Darauf können wir stolz sein.“

Abschließend erhielten die 24 auditierten Kliniken und 19 assoziierten Mitglieder ihre Urkunden. Die Auditierung und Rezertifizierung des Netzwerks erfolgte durch CERT iQ im Rahmen der Initiative TraumaNetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Bild: Prof. Michael J. Raschke, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKM (Universitätsklinikum Münster)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Neue Kindernotfall-App von BARMER und Johannitern

Forsa: Mehr als 40 Prozent der Eltern hätten Angst, bei einem Notfall ihres Kindes nicht richtig zu reagieren

Münster – Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe hätten mehr als 40 Prozent der Eltern Angst, falsch zu reagieren, wenn ihr Kind einen Notfall erleidet. Dann einen kühlen Kopf zu bewahren, bringt viele an ihre Grenzen. Eine neue App der BARMER und der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Unterstützung des Unfallklinikums Münster soll dazu beitragen, dass Mütter, Väter, aber auch andere, die regelmäßig mit Kindern zu tun haben (Erzieher, Lehrer, Jugendgruppenleiter, Sporttrainer u.a.) gut auf Kindernotfälle vorbereitet sind und im Ernstfall schnell und richtig reagieren können. „Die Kindernotfall-App soll weder den Arzt noch den Erste-Hilfe-Kurs ersetzen. Sie kann aber eine wertvolle Stütze sein, bis professionelle Hilfe eintrifft. Wir können Eltern daher nur ermutigen, die App auf ihr Handy zu laden, auch wenn wir alle hoffen, dass ein Notfall niemals eintritt“, sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der BARMER in Nordrhein-Westfalen.

Bild: Die neue App der BARMER und der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Unterstützung des UKM hilft, im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

Mehr als 60 Prozent der von Forsa befragten Eltern finden eine App hilfreich, die leicht verständlich die wichtigsten Maßnahmen bei Kindernotfällen erklärt. „Unsere Umfrage hat noch einmal deutlich gemacht, wie groß die Unsicherheit bei Eltern ist, wenn es um das richtige Handeln bei Kindernotfällen geht. Unsere Kindernotfall-App trägt den Bedürfnissen von Eltern Rechnung. Sie sollte daher auf keinem Smartphone fehlen“, sagt Ralf Sick, Bereichsleiter Bildung, Erziehung und Ehrenamt der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Notruf und Suchfunktion

Über die neue Kindernotfall-App lässt sich im Notfall direkt ein Notruf absetzen. Eine Suchfunktion ermöglicht es, schnell die nächsten Krankenhäuser, Ärzte oder Apotheken zu finden.

Erste-Hilfe-ABC

Eine weitere Funktion der App ist ein Erste-Hilfe-ABC mit einer Übersicht und einfachen Beschreibungen der wichtigsten Maßnahmen im Notfall. Diese orientieren sich an dem Symptom, das dem Ersthelfer bei einem Notfall am stärksten ins Auge fällt (Verletzung, Bewusstlosigkeit, Ausfall der Atmung u.a.).

Tipps zur Vermeidung von Unfällen bei Kindern

Damit es erst gar nicht zu einem Notfall kommt, enthält die Kindernotfall-App außerdem Tipps, wie sich Kinderunfälle im Haushalt und unterwegs vermeiden lassen. Checklisten zur Prävention helfen, typische Unfallquellen zu identifizieren und zu beseitigen.

Die Kindernotfall-App funktioniert auf Android und iOS und ist ab sofort kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store erhältlich.

Ansprechpartner

BARMER
Pressestelle Nordrhein-Westfalen
Sara Rebein
Tel.: 0211 700 490 31
E-Mail: sara.rebein@barmer.de
www.barmer.de/presse-nrw

Johanniter-Unfall-Hilfe
Pressestelle Bundesgeschäftsstelle
Therese Raatz
Tel.: 030 26997 360
E-mail: medien@johanniter.de
www.johanniter-medien.de

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

„Ein Stück Normalität zurückgewinnen“

Nach erfolgreicher Entfernung eines Tumors am Mageneingang geht es Uwe H. heute wieder gut / Viszeralonkologisches Zentrum des UKM erhält Zertifikat von der Deutschen Krebsgesellschaft

Münster (ukm/lie) – „Endlich kann ich wieder richtig essen!“ Uwe H. weiß zu schätzen, was den meisten Menschen völlig selbstverständlich erscheint. Der 51-Jährige litt an einem sogenannten Kardiakarzinom – einem bösartigen Tumor am Mageneingang. Nach erfolgreicher OP im Viszeralonkologischen Zentrum des UKM (Universitätsklinikum Münster) geht es ihm heute wieder gut.

Wegen anhaltender Schluckbeschwerden ging der Ahlener in seiner Heimatstadt zu verschiedenen Ärzten und ließ sich durchchecken. Ein Röntgenbild brachte den bedrohlichen Befund zutage: Eine Verengung am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Es wurden Proben entnommen, die den Verdacht bestätigten: Krebs. „Zum Glück habe ich mich vorher auf beides eingestellt: Es ist entweder nichts oder der Supergau“, blickt Uwe H. zurück. „Deswegen hat mir die Diagnose nicht den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Nach einer Chemotherapie kam er zur OP nach Münster in das Viszeralonkologische Zentrum, das jetzt durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden ist. „Das Zentrum befasst sich mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes“, erklärt Zentrumskoordinator Priv.-Doz. Dr. Emile Rijcken. Es setzt sich aus dem Darm-, dem Pankreas-, dem Magen- und dem Leberkrebszentrum zusammen – damit verfügt das UKM als einziges Krankenhaus in der Region über vier zertifizierte Behandlungszentren für Tumore der Verdauungsorgane. „Das Zertifikat bescheinigt, dass das Zentrum die hohen Standards der DKG erfüllt“, freut sich Rijcken über den Qualitätsnachweis. „Wir möchten, dass sich die Patienten sicher und wohl bei uns fühlen.“

Das war auch für Uwe H. von besonderer Bedeutung: „Dadurch hielt sich meine Angst vor der OP in Grenzen.“ Mit Hilfe der sogenannten minimal-invasiven Hybrid-Technik konnten Prof. Daniel Palmes, Leiter des Magenkrebszentrums, und sein Team den Tumor vollständig entfernen. „Dabei haben wir so schonend wie möglich operiert – mit vier kleinen Bauchschnitten und nur einem etwas größeren Schnitt im Bereich des Brustkorbs“, erläutert der Chirurg das Vorgehen. Neben den befallenen Anteilen der unteren Speiseröhre und des oberen Magens mussten auch zahlreiche Lymphknoten entnommen werden. „Das ist wichtig für ein langfristig gutes Ergebnis“, so Palmes. Denn diese Art Tumor streut häufig in den Bauch- sowie in den Brustraum. Nach nur elf Tagen konnte Uwe H. das Krankenhaus wieder verlassen. Heute – wenige Monate nach der OP – geht es ihm so gut, dass er schon bald zur Wiedereingliederung an seinen Arbeitsplatz in der Druckerei der Westfälischen Nachrichten zurückkehren kann. „Die Erkrankung ging ganz schön an die Substanz“, so Uwe H. „Jetzt wünsche ich mir, einfach ein Stück Normalität zurückzugewinnen: gesund bleiben, arbeiten gehen, Urlaub machen und weiterhin gutes Essen genießen.“

Bild: Freuen sich über den Behandlungserfolg: Uwe H. (r.) und Prof. Daniel Palmes. (© Foto (UKM/Thomas)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Ausbildungsstart für 32 neue Auszubildende am UKM

Startschuss am Uniklinikum Münster: Der größte Arbeitgeber der Region bietet duale Ausbildung in 27 Berufsfeldern

Münster (ukm/cf) – Hoffnungsvolle Gesichter und Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen: 32 junge Menschen beginnen heute (1. August) ihre Ausbildungszeit am UKM (Universitätsklinikum Münster) – manche als Fachinformatikerin oder Koch, andere als Zahntechnikerin oder Tischler. Insgesamt bietet das UKM gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen 27 verschiedene duale Ausbildungsberufe an.

„Das Thema Nachwuchs wird bei uns groß geschrieben“, betont Peter Plester, Leiter des Geschäftsbereichs Personal am UKM. „Wir haben das klare Ziel, unseren Auszubildenden vom ersten Tag an eine qualitativ hochwertige und umfassende Berufsausbildung zu bieten. Das Uniklinikum als größter Arbeitgeber im Münsterland bietet dafür ein spannendes Arbeitsumfeld.“ An ihrem ersten Tag konnten sich die Neulinge erst einmal kennenlernen und den weitläufigen UKM-Campus zu erkunden. Im Anschluss lernten die Azubis beim Reanimationstraining, wie man im Notfall richtig handelt. Nach dem Einführungstag starten die Berufseinsteiger in den nächsten Tagen in ihren jeweiligen Ausbildungsstationen. Je nach Beruf dauert die Ausbildungszeit dann drei bis dreieinhalb Jahre.

Bild: Die 32 neuen Auszubildenden freuen sich auf ihre Zeit am UKM. (Foto © UKM/Fotozentrale/Thomas)

Mit rund 10.000 Mitarbeitern ist das UKM der größte Arbeitgeber im Münsterland und zählt zu den führenden Ausbildungsstätten in der Region. Derzeit sind 109 Auszubildende am UKM beschäftigt, dazu kommen 603 Schülerinnen und Schüler an den acht Schulen und Weiterbildungsstätten des UKM. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.ausbildung.ukmuenster.de.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster