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Verein Herzenswünsche e.V.: Im Galopp gegen Depression

Verein Herzenswünsche e.V. und Förderverein der Kinder und Jugendpsychiatrie des UKM ermöglichen jungen Patienten tierische Erlebnisse in Form einer Reit- und einer Hundetherapie

Münster (ukm/som) – Große glänzende Augen und ein strahlendes Lächeln – Saskia, Patientin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKM (Universitätsklinikum Münster), ist sichtlich begeistert, als sie an ihre ersten Erfahrungen auf dem Rücken eines Pferdes zurückdenkt. Seit Ende August bietet die Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKM eine Reittherapie sowie eine Hundetherapie für die jungen Patienten an. Einmal wöchentlich besuchen vier Jugendliche der geschützten Station für Akut- und Intensivbehandlung für eine Stunde die Reittherapie auf dem Hof Krützkemper – von dieser Auszeit aus dem Klinikalltag durfte auch Saskia profitieren. „Unsere Reittherapeutin hat mich in der letzten Woche als Naturtalent bezeichnet“, erzählt die 15-Jährige stolz. „Wenn ich mit dem Pferd durch den Wind reite, fühle ich mich frei. Das ist, als wäre ich gar nicht mehr ich selber. Da vergisst man für einen Moment alle Sorgen.“

„Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd“ nennt sich die Therapie in der Fachsprache und verspricht vor allem für Kinder mit traumatischen Erlebnissen, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen eine sinnvolle Ergänzung zum Gesamtbehandlungsplan. Begleitet durch Personal des Pflege- und Erziehungsdienstes und unter der Leitung einer ausgebildeten Reittherapeutin können die Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren während der Tiertherapie über sich hinauswachsen und – wie es bei Saskia war – eine neue Leidenschaft entdecken. Mit Mut, Abenteuerlust und ohne Scheu vor tierischem Körperkontakt sammeln sie hier erste Reiterfahrungen, machen Vertrauensübungen und wer möchte, darf sogar auf dem Pferderücken turnen. „Der Umgang mit den Pferden ist für die Jugendlichen oftmals sehr stabilisierend. Sie tanken Selbstbewusstsein und neue Hoffnung, das hilft gerade bei unseren schwer kranken Patienten enorm bei der Behandlung“, weiß Judith-Maria Fernholz, Oberärztin der geschützten Station.

Bild: In der Reittherapie macht Saskia große Fortschritte. Ihr Ziel ist es, bald schon freihändig auf dem Pferderücken stehen zu können.

Ermöglicht wird die Reittherapie durch den münsterischen Verein Herzenswünsche e.V., der schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen langersehnte Wünsche erfüllt. Für ein Jahr übernimmt der spendenfinanzierte Verein die Kosten der Therapie, die von den Krankenkassen leider nicht getragen werden. „Der Umgang mit Pferden ist eine wunderbare Möglichkeit für junge Patienten, vielfältige Erfahrungen zu sammeln. Das Projekt unterstützen wir sehr gerne“, sagt Vereinsgründerin Wera Röttgering.

Neben der Reittherapie ermöglichte der Förderverein der Kinder- und Jugendpsychiatrie derzeit eine dreimonatige Hundetherapie für die jungen Patienten. Kunststücke üben, Stöckchen werfen und ausgelassen mit den Vierbeinern spielen: Durch den wöchentlichen Umgang mit den Hunden im Garten der Kinder- und Jugendpsychiatrie lernen die Patienten, sich selbst zu behaupten.
„Die Hunde erwecken Emotionen und stellen schnell eine Nähe zu den Kindern her. Daher ist es unser Wunsch, den Patienten diese Begegnung zu ermöglichen, da sie ein wichtiges Zusatzangebot sein kann“, betont die Vorsitzende des Fördervereins Dr. Marlies Averbeck-Holocher, die selber auch als Leitende Oberärztin am UKM tätig ist.

CCCM: Ausgezeichnete Teamarbeit im Kampf gegen Krebs

Mehr als 40 universitäre Kliniken, Organzentren und Institute im Zentrum für Krebsmedizin des UKM (CCCM) überzeugten gemeinsam bei der Qualitätsprüfung im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft. Auch das neue Speiseröhrenkrebszentrum wurde zertifiziert.

Münster (ukm/lie) – Die Versorgung von Krebspatienten stetig verbessern – das ist das Ziel der regelmäßigen Prüfungen durch das unabhängige Institut OnkoZert im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Beim zweiten großen Rezertifizierungs-Audit seit der Erstbegutachtung in 2012 konnte das Team des Zentrums für Krebsmedizin (CCCM – Comprehensive Cancer Center Münster) des UKM (Universitätsklinikum Münster) die Prüfer jetzt in allen Bereichen überzeugen und wurde erneut als fachübergreifendes „Onkologisches Zentrum“ ausgezeichnet.

Insgesamt neun externe Auditoren nahmen zwei Tage lang Strukturen, Zahlen und Arbeitsabläufe in Augenschein. „Beim Kampf gegen Krebs sind schnelles Handeln und die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Experten der unterschiedlichen Fachbereiche besonders wichtig“, erklärt Prof. Dr. Georg Lenz, Leiter des CCCM.

Mit mehr als 40 universitären Kliniken, Abteilungen, Instituten und Organzentren wie z.B. dem Darm-, dem Prostata- und dem neuen, nun ebenfalls zertifizierten Speiseröhrenkrebszentrum bietet das CCCM das größte Spektrum an Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten im Münsterland. „Neben der Krankenversorgung spielen auch die Krebsforschung sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung von z.B. Medizinstudierenden, Ärzten und Pflegenden eine große Rolle“, sagt Priv.-Doz. Dr. Philipp Lenz, koordinierender Geschäftsführer des CCCM. Darüber hinaus stehen den Patienten im Zentrum auch Psychoonkologen, Mitarbeiter des Sozialdienstes und speziell geschulte Pflegekräfte zur Seite. cccm.ukmuenster.de


Bild: Gemeinsam für mehr Qualität: Im CCCM arbeiten alle an Diagnostik und Behandlung beteiligten Experten und Berufsgruppen eng zusammen. (© Foto UKM/Wibberg)

Noch ganz klein – schon brandverletzt! Aktion zum „Tag des brandverletzten Kindes“

Kita-Gruppe lernt anschaulich die Gefahren durch Feuer und heiße Flüssigkeiten kennen / Jährlich 30.000 Kinder mit thermischen Verletzungen / Aktionstag der Plastischen Chirurgien in Münster

Münster (ukm/aw) – Die „Wackelzahnkinder“ der Kindertagesstätte St. Theresia aus Münster hatten einen aufregenden Morgen: Einige von ihnen hielten sich die Ohren zu, als der Rettungshubschrauber des ADAC auf dem Hubschrauberlandeplatz am UKM (Universitätsklinikum Münster) landete. Anschließend konnten die Vorschulkinder die Technik im Innern des Helikopters bestaunen. Doch der Ausflug der Kita-Kinder zum UKM hat einen ernsten Hintergrund: Laut Paulinchen e.V., der Initiative für brandverletzte Kinder, müssen allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 30.000 Kinder mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt werden, 6.000 von ihnen müssen aufgrund ihrer schweren thermischen Verletzungen sogar ins Krankenhaus. „Dreiviertel dieser Kinder sind jünger als fünf Jahre. Wie hoch die Gefahr ist, dass sich gerade die Jüngsten in einem unbeobachteten Moment durch Feuer oder eine heiße Flüssigkeit schlimm verletzen, wird leider oft unterschätzt“, sagt Prof. Tobias Hirsch, der neue Leiter der Sektion Plastische Chirurgie in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKM und Chefarzt der Plastischen Chirurgie der Fachklinik Hornheide. „Vorschulkinder ab fünf sind aber kognitiv schon gut in der Lage, die Gefahren abzuschätzen. Mit dem gemeinsamen Aktionstag der Plastischen Chirurgien am UKM und der Fachklinik Hornheide wollen wir aufklären, damit es gar nicht erst zu Unfällen kommt.“ Die Plastische Chirurgie am UKM war erst zu Monatsbeginn durch eine Kooperationsvereinbarung beider Kliniken möglich geworden.

Auch die UKM-Werkfeuerwehr unterstützte den Tag nach Kräften: hier durften die Kinder Feuerwehrautos anschauen und am Ende sogar selbst Feuer löschen.
Paulinchen e.V. ruft jedes Jahr am 7. Dezember zu Aktionstag auf. „Das war sicher nicht unsere letzte Teilnahme heute. Es ist besser, aufzuklären, als dass Kinder die Folgen eines einzigen unbedachten Augenblicks ein Leben lang mit sich tragen müssen“, so Hirsch.

Bild: Vorsicht im Umgang mit Feuer und heißen Flüssigkeiten: Die Wackelzahnkinder bei der UKM-Werkfeuerwehr. (UKM/Hirsch)

Sodbrennen: Mit dem Roboter gegen den Reflux

Jeder Dritte kämpft zumindest zeitweilig mit Sodbrennen. Neben den Schmerzen leiden Betroffene unter mangelndem Schlaf und Appetitlosigkeit. Frank Fritzsche wurde mit einem robotergestützten, minimal-invasiven Eingriff von seinen Beschwerden befreit.

Münster (ukm/maz) – Viele beschreiben es als brennendes Gefühl oder einen Druckschmerz an Brust und Speiseröhre: Sodbrennen. Jeder Dritte kennt das saure Aufstoßen, Räuspern und Heiserkeit, der Markt an Medikamenten ist riesig. „Doch jüngste Veröffentlichungen zeigen bei jahrelanger, regelmäßiger Säureblocker-Einnahme einen unmittelbaren Zusammenhang mit Erkrankungen wie Demenz oder Osteoporose“, sagt Dr. Jens-Peter Hölzen, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am UKM (Universitätsklinikum Münster). „Tatsächlich empfiehlt sich für einen Teil der Patienten eher eine Anti-Reflux-Operation.“ So wie für Frank Fritzsche (53), der zeitweilig sogar sitzend im Bett geschlafen hat, damit ihm die Magensäure nicht im wahrsten Sinne bis zum Hals stand.
Sein Beispiel zeigt, dass Betroffene nichts unversucht lassen: Umstellung der Ernährung, keine kohlensäurehaltigen Getränke, tägliche Einnahme von Medikamenten. Und doch gibt es meist nur Linderung, keine Heilung. „Sogar mein Hobby Motorradfahren war durch die etwas nach vorn geneigte Position eine Qual“, erzählt Fritzsche, der sich nach längerer ärztlicher Behandlung, Magenspiegelung und Säuremessung eine Zweitmeinung am UKM einholte. „Grund für Sodbrennen ist in den meisten Fällen nicht zu viel Magensäure, wie viele annehmen, sondern dass die Säure am falschen Platz ist“, erklärt Privat-Dozent Dr. Mike Laukötter, Bereichsleiter Oberer Gastrointestinaltrakt. „Bei der Operation wird der Verschlussmechanismus des Übergangs der Speiseröhre in den Magen ausgebessert, damit die Magensäure nicht wieder zurück fließen kann.“

Die Ursachen für Sodbrennen können vielfältig sein, nicht immer sind sie zu ergründen. Bei dem Niedersachsen Fritzsche lag ein Zwerchfellbruch zugrunde. Nach der Beratung am UKM entschied er sich für den Eingriff mit dem robotergestützten System Da Vinci. Dem Operateur stehen dabei vier flexible Arme, die über eine Konsole gesteuert werden und viel beweglicher als das menschliche Handgelenk sind, und eine Hochleistungskamera zur Verfügung. „Das millimeter-genaue Operieren ist vor allem an schwer zugänglichen und engen Stellen wichtig, wie zum Beispiel im Bereich der Speiseröhre, wo viele empfindliche Strukturen wie Milz, Leber und Hauptschlagader nicht verletzt werden dürfen“, erklärt Robotik-Chirurg Hölzen. Mit welcher Operationsmethode eine Besserung der Symptome erreicht und ob ein Patient mit Hilfe des Roboters operiert wird, entscheiden die behandelnden Experten jeweils individuell.

Frank Fritzsche verlässt das UKM zwei Tage nach der 90-minütigen Operation positiv gestimmt: „Ich habe seit dem Erwachen nach der OP keine Anzeichen mehr von Sodbrennen.“ Nach Brei am ersten Tag konnte er langsam mit normaler Nahrung beginnen; in etwa sechs Wochen ist seine Speiseröhre dann wieder so trainiert, dass sie normal funktioniert.

Bild: Positiv gestimmt am Krankenbett: Patient Frank Fritzsche mit seinen Operateuren Dr. Jens-Peter Hölzen (l.) und Privat-Dozent Dr. Mike Laukötter.

Gründung einer Sportpsychiatrischen Ambulanz: Hilft Sport gegen das Zappelphilipp-Syndrom?

Sportpsychiatrische Ambulanz zur Erforschung der Auswirkungen von Sport auf die Psyche / Wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Skaten statt Ritalin“ / Resilienzförderndes Angebot für Leistungssportler

Münster (ukm/aw) – Die Auswirkungen sportlicher Aktivitäten auf das psychische Befinden und auf psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen sind unbestritten positiv. Mit der Eröffnung einer sportpsychiatrischen Ambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKM (Universitätsklinikum Münster) hat sich gestern das deutschlandweit nunmehr elfte universitäre Zentrum gegründet, das die Effekte von Sport auf die Psyche erforschen will. Maßgeblich unterstützt wird dieses Kompetenznetzwerk von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) mit ihrem Referat für Sportpsychiatrie. „Wir befinden uns sicher noch in der initiativen Phase. Es interessieren uns besonders die spezifischen Wirkfaktoren des Sports auf das psychische Befinden und die kognitive Leistungsfähigkeit“, sagt Prof. Patricia Ohrmann, die als Leiterin der Psychiatrischen Institutsambulanz auch die neue Sportambulanz organisiert. „Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt ‚Skaten statt Ritalin‘, das Titus Dittmann mit seiner Stiftung skate-aid initiiert hat. In einem Pilotprojekt haben wir mit dem Institut für Sportwissenschaft der Uni Münster (WWU) in diesem Jahr 30 Kinder aus dem Projekt im Alter zwischen acht und 14 mit einer ADHS-Diagnose ausführlich untersucht.“

Bereits seit 2012 engagiert sich die skate-aid-Stiftung mit speziellen Skateboard-Workshops für hyperaktive Kids mit ADHS. Die beobachteten Wirkungen waren durchweg positiv. Und so sucht die Stiftung seit diesem Jahr den Schulterschluss mit den Forschern, um die Erfolge des Skateboardens auf die Konzentrationsfähigkeit auch wissenschaftlich belegen zu können. Titus Dittmann berichtete in seiner Auftaktrede zur Veranstaltung gestern: „Wir bekommen fast überschwängliche Rückmeldungen von Eltern, die ihre Kinder durch das Skateboarden plötzlich ganz anders erleben. Sie sind konzentrierter und weniger ablenkbar. Sogar mit den Hausaufgaben läuft es plötzlich.“ Gesucht werden nun für eine Kontrollgruppe weitere Kinder mit einer ADHS-Diagnose.

Und noch eine weitere Zielgruppe will die neue sportpsychiatrische Ambulanz erreichen. „Leistungs- und Kadersportler sollen sich künftig bei psychischen Problemen an uns wenden können. Hier werden wir mit dem Institut für Sportmedizin am UKM zusammenarbeiten.“, so Ohrmann. „Der Freitod von Nationaltorhüter Robert Enke im Jahr 2009 hat im öffentlichen Bewusstsein verankert, dass auch die nach außen stark erscheinenden ‚Helden des Sports‘ von psychischen Störungen wie Depressionen betroffen sein können. Wir wollen ein Hilfsangebot schaffen, eine Anlaufstelle, die den Sportlern ermöglicht, Spitzenleistungen zu erbringen und gleichzeitig psychische Resilienz zu trainieren.“

Bild: Referierten anlässlich der Gründung der Sportpsychiatrischen Ambulanz (v.l.n.r.): Dr. Moritz Westhoff (MVZ Bonifatius Hospital Lingen), Titus Dittmann (Gründer der skate-aid-Stiftung), Dr. Karsten Henkel (Sportreferat DGPPN), Prof. Patricia Ohrmann (Leiterin der Sportpsychiatrischen Ambulanz UKM), Prof. Bernd Strauß (Institut für Sportwissenschaft WWU) und Dr. Jonathan Repple (UKM). (© Foto UKM)

Verein „Das Frühgeborene Kind Münster e.V.“ informiert am Welt-Frühgeborenen-Tag auf dem Marktplatz und in der Stubengasse

Mit Keksen und guten Gesprächen für die Kleinsten

Münster (ukm/som) – Rund 60.000 Kinder werden jährlich in Deutschland zu früh geboren – damit zählen die Frühgeborenen zur größten Kinder-Patientengruppe. Jedes zehnte Neugeborene ist ein Frühchen. Doch nicht nur die Kleinen, sondern vor allem die Eltern haben mit einer Frühgeburt zu kämpfen: Oft fühlen sie sich unvorbereitet und haben große Angst um ihr Kind.

Am Welt-Frühgeborenen-Tag, Samstag, 17. November 2018, ist der Verein „Das Frühgeborene Kind Münster e.V.“ mit einem Informationsstand auf dem Marktplatz vor dem Bankhaus Lampe und an der Deutschen Bank in der Stubengasse 21 vertreten. Der Verein begleitet Frühgeborene und ihre Eltern schwerpunktmäßig im UKM (Universitätsklinikum Münster) während und nach dem oft monatelangen Klinikaufenthalt. „Durch Spenden finanzieren wir zum Beispiel seit mehr als sechs Jahren eine professionelle Musiktherapeutin, die regelmäßig auf der Station zur Beruhigung und Stabilisierung der Frühgeborenen beiträgt und die Eltern-Kind-Bindung fördert“, erklärt Vereinsvorsitzende Sandy Aasmann. Ferner hat der Verein durch Materialspenden wie Liegestühle zum Känguruhen, Frühgeborenenkleidung und Kinderwagen für Spaziergänge dazu beigetragen, den Eltern den Aufenthalt am UKM angenehmer zu gestalten.

Am 17. November können sich Interessierte über diese und weitere Projekte bei Waffeln und Popcorn mit betroffenen Eltern sowie Ärzten und Pflegekräften der Frühgeborenen- und Säuglingsstation des UKM austauschen und informieren. Auch die Kleinen kommen nicht zu kurz: Kinder können sich schminken lassen und an einer Bastelaktion teilnehmen. Gegen eine Spende für den Verein können auch Kekse erworben werden, die in den münsterschen Kindergärten unter dem Motto „Die Feinsten für die Kleinsten“ gebacken wurden. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Band „Groovler“.

Weitere Informationen unter www.fruehchenverein-muenster.de.

Bild: Der Vereinsvorstand um Sandy Aasmann (2.v.l.), Funktionsoberärztin Dr. Wiebke Beckmann (2.v.r.) und Dr. Isabell Hörnig-Franz (r.) mit Musiktherapeutin Verena Lodde auf der Frühgeborenen- und Säuglingsstation des UKM.

Schrittmacher statt Schnarchen

Schnarchen ist oft das erste Anzeichen für ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, die am weitesten verbreitete Schlafstörung. Therapiert wird sie standardmäßig mit einer Atemmaske, mit der jedoch längst nicht alle Patienten zurechtkommen. Heiko Bütergerds profitiert nun von einem neuen Zungenschrittmacher.

Münster (ukm/maz) – Er fühlt sich müde und ausgelaugt – und das seit Jahren: Heiko Bütergerds leidet unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, einer schlafbezogenen Atmungsstörung, bei der es während des Schlafes nahezu minütlich zu Atemaussetzern kommt. Die Folge ist ein wenig erholsamer Schlaf und starke Tagesmüdigkeit. Mehr als fünf Jahre ist der 42-Jährige in ärztlicher Behandlung, seit 2016 am Institut für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen am UKM (Universitätsklinikum Münster). Jetzt wurde ihm ein Hypoglossus-Stimulator, ein Schrittmacher, der die Atemwege während des Schlafes offenhält, implantiert – mit vielversprechendem Erfolg.

Knapp dreieinhalb Stunden hat die Operation gedauert, bei der neben dem Schrittmacher ein Atmungssensor, der das Atemmuster des Patienten erkennt, und eine Stimulationselektrode eingesetzt wurden. Je ein kleiner Schnitt am Hals, an der Brust und unterhalb der Rippenbögen war dafür notwendig. „Die Elektrode wird mit den feinen Nervenästen der Zunge verbunden und sorgt dafür, dass die Zunge beim Einatmen stimuliert wird und damit nicht mehr den Rachenraum verschließt“, erklärt Operateur Dr. Markus Mönninghoff aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des UKM. Etwa vier bis sechs Wochen nach der OP erfolgt die Inbetriebnahme des bis zu fünf Volt starken Schrittmachers – so wie vor zwei Wochen bei Heiko Bütergerds. Mittels kleiner Fernbedienung aktiviert er nun jeden Abend das Gerät, das über zehn individuell einstellbare Stufen verfügt.

Bild: Per Fernbedienung steuert Heiko Bütergerds, hier mit Schlafmedizinerin Dr. Anna Heidbreder (2.v.l.) sowie den Operateuren Jacqueline Rodríguez-Álvarez und Dr. Markus Mönninghoff (r.), seinen neuen Atemwegs-Schrittmacher.

In Deutschland leiden rund zehn Prozent unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, Männer etwas häufiger als Frauen. Auslöser Nummer 1 ist Übergewicht – jedoch nicht bei Heiko Bütergerds. „Das Gewicht spielte bei ihm nie eine Rolle“, erklärt Schlafmedizinerin Dr. Anna Heidbreder. „Allerdings schlugen bei ihm auch Standardtherapien, mit denen viele Patienten gut zurechtkommen, nicht an.“ Bei Betroffenen, bei denen die Atmungspausen nur in Rückenlage auftreten, helfen zum Teil bereits Rückenlagerungsverhinderungswesten, der nächste Schritt ist die sogenannte CPAP-Therapie, eine nächtliche Überdruckbeatmung durch eine Maske. „Ich hatte mit der Maske Beklemmungsgefühle und habe noch weniger geschlafen“, erzählt der Niedersachse, der nach Ausschöpfung dieser Möglichkeiten und mit mittelschwerer obstruktiver Apnoe, das heißt mehr als 15 und maximal 30 Atemaussetzer pro Stunde, als Patient für den Schrittmacher in Frage kam.

Seine Hoffnung ist groß, dass sich nach Jahren schlechter Nächte nicht nur diese bessern, sondern auch tagsüber der Akku endlich wieder voll ist – für die Arbeit, für Hobbies, einfach für ein weitgehend normales Leben. „Die ersten Nächte waren schon eine Wohltat“, erzählt Heiko Bütergerds, „und an den Schrittmacher gewöhnt man sich sehr schnell, zumindest in den unteren Stufen. Ich habe sogar schon eine Nacht komplett durchgeschlafen – das erste Mal seit Jahren!“

Gute Platzierungen für UKM in Focus Klinikliste

Die neu veröffentlichte Klinikliste des Gesundheitsmagazins Focus bescheinigt dem UKM gute Noten. Neben Platz 3 in NRW und Platz 16 bundesweit werden 14 Fachdisziplinen besonders hervorgehoben.

Münster (ukm/maz) – Platz 3 in NRW und Platz 16 bundesweit – das Ergebnis des UKM (Universitätsklinikum Münster) in der Focus Klinikliste 2019, Deutschlands größtem Krankenhausvergleich, kann sich auch in diesem Jahr sehen lassen. Positiv sticht zudem die Patientenzufriedenheit hervor, die mit 83 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt von 79 Prozent liegt. „In NRW verzeichnen wir von den sechs Unikliniken damit sogar den besten Wert“, zeigt sich Univ.-Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, zufrieden. „Das ist der guten Teamleistung aller, seien es Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte oder Beteiligte der Logistik und des Service zu verdanken.“

Neben der Befragung von 1.170 Krankenhäusern in Deutschland, von denen die Top 100 in die Liste aufgenommen werden, zeichnet der Focus auch noch spezielle Fachdisziplinen aus einem Pool von insgesamt 5.500 Fachkliniken aus. Wie in den Vorjahren verteidigt das UKM bei der Behandlung von Hirntumoren, Prostatakrebs, Multipler Sklerose, Depressionen, Angsterkrankungen und in der Strahlentherapie seinen Platz in der Spitzengruppe. Weitere ausgezeichnete Bereiche: Darmkrebs, Parkinson, Risikogeburten, Gefäßchirurgie, Herzchirurgie und Kardiologie. Erstmals den Sprung in die Liste schaffen es die Behandlung bei Leukämie und die Unfallchirurgie.

Für die Erstellung der Klinikliste beauftragt der Focus seit über 20 Jahren das unabhängige Recherche-Institut MINQ. Analysiert werden Fallzahlen, Behandlungserfolg bei Operationen, Komplikationsquoten, technische Ausstattung, Anzahl betreuender Ärzte, Qualifikation der Pfleger, Beteiligung an Qualitätsinitiativen sowie Patientenzufriedenheit und Hygienestandards. Zusätzlich werden tausende niedergelassene Haus- und Fachärzte als auch Klinik-Chefärzte sowie 398.000 Versicherte der Techniker-Krankenkasse nach ihrer Meinung gefragt. Die Befragung erfolgte von Mai bis Juni 2018.

Bild: Urkunden soweit das Auge reicht: Univ.-Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch (vorne rechts), Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, mit den Vertretern der ausgezeichneten Kliniken.

Die ausgezeichneten Kliniken des UKM im Überblick:

Angsterkrankungen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med Volker Arolt

Darmkrebs
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Pascher
Leiter UKM Darmzentrum: Priv.-Doz. Dr. med. Emile Rijcken

Depressionen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Volker Arolt
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Dr. theol. Gereon Heuft

Gefäßchirurgie
Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Alexander Oberhuber

Herzchirurgie
Klinik für Herzchirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Sven Martens

Hirntumoren
Klinik für Neurochirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med. Walter Stummer

Kardiologie
Klinik für Kardiologie I (Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Angiologie)
Direktor: Prof. Dr. med. Holger Reinecke
Klinik für Kardiologie II (Rhythmologie)
Direktor: Prof. Dr. med. Lars Eckardt
Klinik für Kardiologie III (Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen)
Direktor: Univ.-Prof. Dr. Helmut Baumgartner

Leukämie
Medizinische Klinik A (Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Pneumologie)
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Georg Lenz

Multiple Sklerose
Klinik für Allgemeine Neurologie
Direktor: Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med. Heinz Wiendl

Parkinson
Klinik für Allgemeine Neurologie
Direktor: Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med. Heinz Wiendl

Prostatakrebs
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Andres Jan Schrader
Leiter UKM Prostatazentrum: Prof. Dr. med. Axel Semjonow

Risikogeburten
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel
Leiter UKM Geburtshilfe: Prof. Dr. med. Walter Klockenbusch und Priv.-Doz. Dr. med. Ralf Schmitz

Strahlentherapie
Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Hans Th. Eich

Unfallchirurgie
Klinik für Unfall-, Hand und Wiederherstellungschirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Michael J. Raschke