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Revolutionäre Fortschritte bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Münster – Rund 100 Zuhörer informierten sich im Foyer der Raphaelsklinik über die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und deren Behandlung. Experten des Pankreaszentrums Münster sowie niedergelassener Praxen und der EOS-Klinik berichteten während der dreistündigen Veranstaltung über die besonderen Eigenarten des Bauchorgans sowie die Untersuchungsmöglichkeiten und Operationsmethoden bei Entzündungen und Krebserkrankungen. Noch immer erzeugt die Nachricht, dass die Bauchspeicheldrüse erkrankt ist, bei vielen Betroffenen Sorgen und Ängste. Dabei hat die Medizin auf diesem Gebiet große Fortschritte gemacht.

„Die enge Zusammenarbeit von Radiologen, Gastroenterologen und Chirurgen ist gerade bei einem Organ wie der Bauchspeicheldrüse von entscheidender Bedeutung um zu unterscheiden ob es sich um eine gutartige oder eine bösartige Erkrankung handelt. Im Zweifel muss oft operiert werden, da im Fall eines bösartigen Tumors eine Heilung nur durch eine frühzeitige Operation erreicht werden kann“, so die Experten. In den letzten Jahren habe es bei den medizinischen Behandlungsmöglichkeiten geradezu revolutionäre Entwicklungen gegen. Durch intensivierte Chemotherapien können fortgeschrittene Tumoren oft so verkleinert werden, dass eine Operation möglich wird: „Wir können heute Menschen helfen, bei denen vor 15 Jahren an eine Heilung gar nicht zu denken war“, berichtete der Chefarzt Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann aus der Praxis.

Erst seit kurzer Zeit sind in der Wissenschaft sehr frühe Vorläuferstadien von Bauchspeicheldrüsentumoren bekannt, die mit speziellen Ultraschall-Endoskopen entdeckt werden können. Bei solch frühen Stadien bestehen sehr gute Heilungschancen, wie der Chefarzt Dr. Ulrich Peitz hervorhebt. Aber auch bei fortgeschritteneren Krebserkrankungen sind durch den frühzeitigen Einsatz moderner Chemotherapien, gezielte Bestrahlungen und präzise OP-Techniken des Chirurgen heutzutage gute Erfolge zu erzielen, berichten die Mediziner des Pankreaszentrums.

Bild: Rund 100 Zuhörer kamen zum „Bauchspeicheldrüsentag“ in das Foyer der Raphaelsklinik

Auszeichnung für Urologen

Münster – Die urologische Gemeinschaftspraxis Münster wurde mit dem renommierten Alexander-von-Lichtenberg-Preis 2018 ausgezeichnet. Diese wichtige Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden und würdigt herausragende Leistungen auf dem Gebiet der ganzheitlichen Versorgung von Krebspatienten. Dr. Walter Otto, Dr. Eckart Gronau und Dr. Maximilian Cohausz nahmen den Preis beim diesjährigen Jahreskongress in Dresden entgegen.

Besonders hervorgehoben hat die Fachjury das Engagement der Mediziner, die in der Raphaelsklinik die urologische Belegabteilung leiten, sowohl beim Aufbau des Prostatazentrums Münsterland als auch beim deutschlandweit ersten klinikübergreifenden Tumorzentrum „Münsteraner Allianz gegen Krebs (MAgKs)“. „Um Patienten mit einer Tumorerkrankung umfassend sowohl medizinisch als auch pflegerisch, therapeutisch und psychologisch betreuen zu können, ist ein tragfähiges Netzwerk vieler unterschiedlicher Experten notwendig“, betonen die Preisempfänger. Die Zentren werden regelmäßig von unabhängigen, externen Gutachtergremien überprüft und zertifiziert. Im Prostatazentrum Münsterland werden sowohl Patienten mit bösartigen als auch mit gutartigen Erkrankungen untersucht und behandelt.

Erkrankungen der Vorsteherdrüse (Prostata) sind sehr verbreitet, bei den über 50-Jährigen leidet bereits jeder zweite, ab 75 fast jeder Mann unter einer gutartigen Vergrößerung der Drüse. Neben den gutartigen Erkrankungen treten deutschlandweit außerdem rund 60.000 Fälle von Prostatakrebs jährlich neu auf, damit ist diese Form der Krebserkrankung die häufigste bei Männern hierzulande.

Bild: Dr. Maximilian Cohausz (2.v.l.) während der Preisübergabe durch Alida Cardinal, Dr. Axel Schroeder und Prof. Dr. Maurice Stephan Michel (v.l.)

Raphaelsklinik eröffnet die Ausstellung „Genesis“ von Marita Mues

Münster – Am Donnerstag, 20.09., wird im Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, die Ausstellung „Genesis“ der Warsteiner Künstlerin Marita Mues eröffnet. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig. Die Gastrede hält Bernhard Enste, erster Vorsitzender des Museums Kupferhammer (Warstein). Literarisch begleiten lyrische Texte von Yosh Malzon Jessen die Werke. Musikalisch wird die Eröffnung durch Dilek Gecer (Gesang) und Anna-Sophie Sczepanek (Flügel) bereichert.

Alles beginnt mit dem Licht! Die Genesis der Bibel hat viele elementare Aspekte: Himmel und Erde, Mensch und Tier… allen aber liegt das Kreative, Gestaltende zugrunde. Der Wille, dem, was sein soll, eine Gestalt zu geben. Der Mensch ist seit Anbeginn nicht nur Teil der Schöpfung, sondern selbst schöpferisch – in vielfältigstem Ausdruck. Marita Mues stellt sich ihrer eigenen schöpferischen Kraft, in der Malerei mit Demut vor dem, was ihren Möglichkeiten dazu mit auf den Weg gegeben wurde.

Bild: Bild von Marita Mues im Rahmen der Ausstellung „Genesis“ (© Marita Mues)

Opfer der Amokfahrt von Münster heiraten in der Klinik

Münster – Es sollte ein schönes Wochenende in Münster werden, das Hubert seiner Verlobten Melanie als Weihnachtsgeschenk unter den Baum gelegt hat. Die beiden Niedersachsen sind eingefleischte Krimifans, ganz besonders haben es Ihnen der Münster-Tatort (ARD) und die Krimiserie „Wilsberg“ (ZDF) angetan. „Ich habe eine Zeitungsanzeige entdeckt, in der spezielle Stadtführungen zu dem Thema angeboten wurden. Da wusste ich, dass ich das richtige Geschenk gefunden habe“, erinnert sich der 57-Jährige inzwischen mit etwas zwiespältigen Gefühlen.

Alles schien perfekt, es war der erste schöne Frühlingstag des Jahres, das Hotel war gemütlich und die Tour zu den Drehorten ihrer Lieblingsserien ein spannendes Erlebnis. „Während der Tour gab es für die Teilnehmer ein Buchstabenrätsel mit dem Titel ‚Wo ist Boerne?‘. Die Lösung lautete ‚Trinke Wein im Kiepenkerl‘ und als wir an der Gaststätte vorbeikamen und dort auch noch die zwei letzten Plätze frei waren, haben wir uns sofort hingesetzt und freuten uns auf das Weizenbier“, berichtet Melanie.

Hubert wollte, bevor das Bier auf dem Tisch steht, noch schnell auf die Toilette, diese Entscheidung hat möglicherweise sein Leben gerettet. „Ich war schon im Restaurant und hörte plötzlich eine der Bedienungen laut ‚Nein!‘ rufen. Ich machte kehrt und als ich aus dem Restaurant kam, sah ich dort einen Kleintransporter stehen, wo ich vorher gesessen habe. Mein erster Gedanke war, dass der doch da gar nicht hingehört“, die Erinnerung schmerzt auch nach anderthalb Wochen noch. Melanie lag zwischen den Trümmern der Tische und Stühle, der Ellenbogen war gebrochen, aus einer Platzwunde am Kopf tropfte Blut. Hubert kniete sich neben seine Verlobte und sprach mit ihr, damit sie bei Bewusstsein bleibt. „Plötzlich stand ein Polizist neben mir und sagte, dass ich weggehen solle, da der Bereich geräumt werden muss. Das wollte ich auf gar keinen Fall“, berichtet Hubert.

Bild: Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) traute Melanie und Hubert in der Raphaelsklinik.

Der Polizist ließ jedoch nicht mit sich handeln, da die Möglichkeit bestand, dass sich im Fahrzeug Sprengstoff befindet. Auf dem Weg zur Sammelstelle auf dem nahen Domplatz begegnete ihm zufällig eine Seelsorgerin, die sich sofort um Hubert gekümmert hat, später kam ein italienischer Restaurantbesitzer vorbei, der Obst an die Helfer und Betroffenen verteilte. Melanie war zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Weg in die Raphaelsklinik, wo die alarmierten Ärzte und Pflegekräfte schon warteten. „Die Trennung war schlimm und es dauerte eine ganze Zeit, bis ich herausgefunden habe, wo meine Verlobte hingebracht wurde“ berichtet Hubert.
Nach der Notfall-Operation musste die 54-Jährige noch einen Tag auf der Intensivstation verbringen, bevor es auf eine Normalstation ging, immer war Hubert an ihrer Seite. „Und dann habe ich sie gefragt, ob sie mich heiraten würde. Noch hier in Münster und in dem Krankenhaus, in dem uns so schnell geholfen wurde. Und sie hat ‚Ja‘ gesagt“. Als die ungewöhnliche Anfrage im Standesamt eintraf, hat der münsterische Oberbürgermeister Markus Lewe spontan angeboten, die Eheschließung selber vorzunehmen. Für die Brautleute sollte die Trauung ein Geschenk an Münster sein. Ein positives Signal, dass es bei all dem Schrecken immer auch Hoffnung gibt, berichten die frischgebackenen Eheleute. „Wir dank den vielen Menschen in Münster, die sich um die Betroffenen der Amokfahrt gekümmert haben und den Mitarbeitern der Raphaelsklinik, die uns so toll geholfen haben!“

An den Amokfahrer denken die Beiden nicht, empfinden weder Wut noch Hass, „der Mann ist bei uns ausgeblendet, gar nicht existent“.

Opfer des Amokfahrers werden intensiv versorgt

Münster – Zwei schwerstverletzte Opfer der Amokfahrt vom gestrigen Samstag werden im Clemenshospital behandelt, ein weiteres in der Raphaelsklinik. Die Patienten im Clemenshospital werden intensivmedizinisch betreut und weiterhin engmaschig überwacht. Das Opfer, das in der Raphaelsklinik operiert wurde, konnte inzwischen auf eine Normalstation verlegt werden. Im Clemenshospital wurde bis nach Mitternacht operiert. „Alle Mitarbeiter haben am Samstag Großartiges geleistet“, bestätigt der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin, Prof. Dr. Horst Rieger.

Bild: Zahlreiche Mitarbeiter kamen nach der Alarmierung zum Clemenshospital und in die Raphaelsklinik, um bei der Versorgung der Schwerstverletzten zu helfen.

Auch in der Raphaelsklinik sei man Dank des gut geschulten Teams sehr gut vorbereitet gewesen, „Die Organisation der Zentralen interdisziplinären Ambulanz hat sehr gut funktioniert“, sagt der Oberarzt der Klinik für Unfall- und orthopädische Chirurgie, Dr. Frank Jung. In beiden Kliniken sind unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Amokfahrt zahlreiche Mitarbeiter spontan zur Arbeit erschienen um ihre Kollegen zu unterstützen. Unter ihnen waren neben Ärzten und Pflegenden auch Techniker, Verwaltungsmitarbeiter und Vertreter der Klinikseelsorge. Die Alarmierung erfolgte über den elektronischen Alarmserver, der nach der Auslösung die Mitarbeiter automatisch auf ihrem Handy angerufen hat.

Selbst medizinisch geschulte Bürger, die nicht in den beiden Kliniken arbeiten, haben sich telefonisch gemeldet, um ihre Hilfe anzubieten. „Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeitern sehr herzlich für ihr großes Engagement und die Welle der Hilfsbereitschaft. Auch die Kommunikation mit den Einsatzkräften lief vorbildlich!“, bekräftigt der Geschäftsführer der Trägergesellschaft Alexianer Misericordia am Tag nach der Amokfahrt. Für alle Beteiligten überraschend war auch die Solidarität seitens der Bevölkerung, die zum Teil mit Lebensmitteln in die Kliniken kamen, um die vielen Helfer zu unterstützen.

Opfer des Amokfahrers auf dem Weg der Besserung

Münster – 11.04.2018, 12.45 Uhr – In der Raphaelsklinik ist das Opfer des Amokfahrers, das am Samstag operiert und nach der Betreuung auf der Intensivstation bereits am Sonntag auf eine Normalstation verlegt werden konnte, weiterhin auf dem Weg der Besserung.
Der Zustand der beiden schwerstverletzten Opfer, die sich seit Samstag in intensivmedizinischer Behandlung finden, ist ebenfalls inzwischen gebessert. Während ein Opfer weiterhin künstlich beatmet wird und nicht bei Bewusstsein ist, ist das zweite Opfer inzwischen bei Bewusstsein und wird nicht mehr künstlich beatmet. Von beiden Personen kann gesagt werden, dass eine akute Lebensgefährdung nicht mehr besteht, die intensivmedizinische Betreuung jedoch weiterhin dringend notwendig ist.
Vom Universitätsklinikum Münster erfolgte heute Vormittag die Verlegung eines Opfers zu uns ins Clemenshospital, da es sich um den Ehepartner eines der beiden Schwerverletzten in unserer Klinik handelt. Diese Person muss nicht intensivmedizinisch betreut werden und kann auf einer Normalstation weiterbehandelt werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Gründen des Datenschutzes weder zum Geschlecht noch zum Alter oder der Herkunft der Betroffenen Auskunft geben.

Schlechte Krankenhaushygiene kommt teuer zu stehen

Münster – Prof. Dr. Claus Spieker ist sich sicher: „Krankenhauskeime gehören zu den Herausforderungen der Gegenwart“. Der Chefarzt der Raphaelsklinik kennt die Ängste vor Keimen, gegen die kaum ein Mittel hilft, aus vielen Patientengesprächen. Dabei sind die Keime allgegenwärtig, leben auf und im Körper, ohne eine Gefahr darzustellen. „Gefährlich wird es, wenn die Keime dorthin gelangen, wo sie nicht hingehören“, erläutert der hygienebeauftragte Arzt der Raphaelsklinik, Dr. Norbert Gödde während eines Treffens des Rotary Clubs Münster-Himmelreich. Dann drohen Infektionen der Atemwege, Wundinfektionen, Entzündungen der Harnwege oder anderer Bereiche des Körpers.

Ehemals wirksame Antibiotika können nichts mehr ausrichten, weil die Erreger gegen deren Wirkstoffe resistent geworden sind. Ein Grund für diese Entwicklung ist die in vielen Ländern unkontrollierte Gabe von Antibiotika sowohl an Menschen als auch an Tiere. „In Deutschland werden pro Jahr etwa 700 Tonnen Antibiotika von Menschen eingenommen, wohingegen 1.700 Tonnen in der Tierzucht verwendet werden“, berichtet Gödde. Kein Wunder also, dass gerade bei Mitarbeitern aus der Landwirtschaft zunehmend Keime gefunden werden, die mit den gängigen Antibiotika nicht bekämpft werden können. „85 Prozent der resistenten Keime, an denen Patienten in der Klinik erkranken, befinden sich bereits auf dem Patienten, wenn diese das Krankenhaus betreten, 15 Prozent infizieren sich während ihres Klinikaufenthaltes“, erläutert Gödde.

Jährlich sterben in Deutschland etwa 15.000 Menschen an Krankenhausinfektionen. Um solche Infektionen zu vermeiden, wurden zum Beispiel in der Raphaelsklinik Hygienekommissionen bestehend aus der Geschäftsführung, Krankenhaushygienikern, hygienebeauftragten Ärzten und Pflegenden, Hygienefachkräften, Mikrobiologen, Technikern und Apothekern eingerichtet. Ein jährlicher Hygienebericht und die laufende Überwachung durch interne und externe Stellen sowie die strikte Einhaltung der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, die laufende Schulung der Mitarbeiter und die Teilnahme an Studien hält der hygienebeauftragte Arzt der Raphaelsklinik von zentraler Bedeutung. Dreh- und Angelpunkt sei jedoch die Motivation der Mitarbeiter, damit das regelmäßige Desinfizieren der Hände und andere Maßnahmen zum Verhindern der Keimverbreitung in Fleisch und Blut übergehen. An dieser Stelle ist auch eine ausreichende personelle Ausstattung von großer Bedeutung, damit im Stress des Arbeitsalltags die Hygiene nicht zu kurz kommt. Göddes Fazit: „Gute Hygiene ist teuer aber eine schlechte können wir uns nicht leisten!“

Bild: Dr. Norbert Gödde, Prof. Dr. Claus Spieker, Dr. Christian Otte (Leiter des Qualitätsmanagements), Thomas Keck (Präsident des Rotary Clubs Münster-Himmelreich) und der Regionalgeschäftsführer Hartmut Hagmann (v.l.) während der Informationsveranstaltung zur Hygiene in der Raphaelsklinik.

Gute Resonanz beim Stomatag

Münster – Das Foyer der Raphaelsklinik war am Samstag gut besucht. Mehr als 70 Interessierte und Betroffene informierten sich beim Stomatag über verschiedene Themen rund um den künstlichen Darmausgang.

Vor 25 Jahren riefen ein Chirurg und eine Krankenschwester in der Raphaelsklinik die Stomapflege ins Leben. Inzwischen ist sie ein wichtiger Bestandteil der Stomatherapie im eigenen Darmkrebszentrum. Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Stoma, berichteten Experten des Darmkrebszentrums der Raphaelsklinik unter anderem über die Entwicklung der Pflege in der Stomatherapie, über Darm- und Stomachirurgie sowie über Hilfsmittel und Kostenübernahme. Der künstliche Darmausgang ist immer noch ein Tabuthema. Dabei erkranken in Deutschland jedes Jahr über 70.000 Menschen an Darmkrebs, mehr als 100.000 Menschen leben mit einem Stoma (Quelle: Deutsche ILCO). „Bei meiner Arbeit in der stomatherapeutischen Pflege schaue ich, wie die Bedürfnisse der Patienten sind, damit ich die Versorgung individuell für den Betroffenen anpassen kann. Ziel ist es, möglichst nah an die gewohnte Lebensqualität heranzukommen“, erklärte Olaf Hagedorn, Krankenpfleger mit Weiterbildung Pflegeexperte Stoma, Inkontinenz und Wunde. Dafür gibt es über 200 Stoma-Systeme. Genug, um für jeden Patienten das individuell passende System zu finden. Einige der bewährten Systeme und neuen Produkte konnten sich interessierte Patienten beim Stomatag von den verschiedenen Anbietern zeigen lassen.

Die Raphaelsklinik hat den stomatherapeutischen Bereich der Pflege bereits vor 25 Jahren in die Behandlungsabläufe integriert. Um Patienten mit Darmkrebs menschlich und fachlich bestmöglich zu behandeln, haben Experten aus allen beteiligten Fachbereichen im Jahr 2009 das Darmkrebszentrum der Raphaelsklinik Münster gegründet, das seitdem jährlich von der Deutschen Krebsgesellschaft überprüft wird.

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Bild: Angelika Gerhardy, pflegerische Zentrumsleitung in der Raphaelsklinik Münster, erklärte den Betroffenen was auf sie zukommt, wenn sie ins Krankenhaus müssen.

Prominenter Hilfspfleger auf der Palliativstation

Münster – Der neue Mitarbeiter der Palliativstation der Raphaelsklinik dürfte vielen Patienten bekannt vorgekommen sein, Jörg Adler hat am Freiwilligentag einen Vormittag lang die Dienstkleidung des Krankenpflegers übergezogen und bei der Pflege mitgeholfen. „Es war zum Teil wie ein déjà vu für mich, ich habe Anfang der Siebziger während des Studiums auf einer Intensivstation gearbeitet und viele Handgriffe sind mir sofort wieder eingefallen“, berichtete der USC-Präsident und ehemalige Zoodirektor.

Bettlägerige Patienten waschen und in die richtige Lage bringen, damit sie sich nicht wundliegen, Gespräche mit Schwerstkranken führen, Adler schenkte sich nichts und half den Pflegern und Schwestern wo es ging. „Es ist sehr eindrucksvoll, wie viel Zeit notwendig ist, um einen Menschen rundum zu versorgen. Was die Pflegenden leisten, wird in der Öffentlichkeit gar nicht wahrgenommen“ schilderte Adler seine Eindrücke. Die letzte Stunde seines Einsatzes auf der Palliativstation verbrachte Adler am Krankenbett von Barbara Zimmermann.

Gesprächsstoff gab es genügend, über Vietnam, das beide bereist haben und Adler als seine zweite Heimat bezeichnet oder über Borneo, einem Traumziel des 70-Jährigen, „wegen der Nasenaffen“. Doch nicht nur das Reisen ist Thema, auch das Umziehen. Adler arbeitet bei der Caritas, vermittelt Wohnungen für Flüchtlinge und ist gewissermaßen ein Umzugsexperte. Barbara Zimmermann benötigt nach ihrem Umzug nach Coerde dringend Küchenmöbel, der Förderverein der Palliativstation der Raphaelsklinik, dessen Schirmherr Adler ist, hat bereits beim Kauf eines Kühlschranks geholfen, doch das Küchenmobiliar ist ein Problem. Adler will sich umhören. Als er die Dienstkleidung wieder abgelegt hat, war er um viele Eindrücke reicher, wie er sagte. Und die Pflegenden waren froh über die tatkräftige Hilfe durch den prominenten Hilfspfleger.

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Bild: Prominenter Aushilfspfleger: Jörg Adler (m.) mit dem ärztlichen Leiter der Palliaitvstation, Dr. Marc Theisen (l.) am Bett von Barbara Zimmermann.