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Clemenshospital informiert über Patientensicherheit

Keine Angst vor weißen Kitteln:
Infoveranstaltung am 22.09.2017 am Celemsnhospital

Münster – Wer als Patient ins Krankenhaus geht, braucht in erster Linie eines: Vertrauen. Vertrauen in die Fähigkeiten der Ärzte und Pflegenden und darin, dass hinter den Kulissen alles korrekt abläuft. Anlässlich des internationalen Tags der Patientensicherheit informierten Mitarbeiter des Risikomanagements des Clemenshospitals darüber, was im Krankenhaus bereits unternommen wird, um Risiken zu minimieren und gaben Tipps, was Patienten selber unternehmen können, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Unter dem Motto „Wenn Schweigen gefährlich ist“ stand in diesem Jahr das Thema Kommunikation im Fokus. „Die Patienten und deren Angehörige sollen unbedingt mit den behandelnden Ärzten sprechen, wenn sie glauben, dass zum Beispiel bei der Gabe der Tabletten etwas nicht stimmt“, rät Dr. Carolin Dame vom Risikomanagement, mit Blick auf den allgegenwärtigen Zeitdruck im Krankenhaus fügt die Medizinerin hinzu: „Die Zeit zum Reden muss sein!“

Bild: Informierten im Clemenshospital über das Thema Patientensicherheit (v.l.): Jens Lammers, Dr. Carolin Dame und Rudolf Noltensmeier.

Am Freitag, 22.09., informiert das Team des Risikomanagements der Raphaelsklinik mit einem Infostand im Klinikfoyer ebenfalls über das Thema Patientensicherheit. Interessierte sind herzlich willkommen.

Der Fachkrankenpfleger für Intensivpflege Rudolf Noltensmeier ist ebenfalls Mitglied im Team des Risikomanagements des Clemenshospitals und kennt die Zurückhaltung vieler Patienten, wenn es darum geht, Ärzte aktiv anzusprechen: „Patienten sollten nicht zu viel Respekt vor weißen Kitteln und akademischen Titeln haben und so lange fragen, bis sie alles verstanden haben“, empfiehlt er. Ein großes Thema im Krankenhaus ist die Hygiene. Die Angst vor schwer zu behandelnden Infektionen mit resistenten Keimen gehört zu den größten Sorgen vieler Patienten: „Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ärzte und Pfleger sich nicht häufig genug die Hände desinfizieren oder das Zimmer nicht gründlich genug gereinigt wird, dann äußern Sie diese Bedenken bitte“, sagt Dame. Überhaupt, da sind sich Dr. Carolin Dame, Rudolf Noltensmeier und der Leiter des Qualitätsmanagements, Jens Lammers einig, muss auf allen Ebenen viel miteinander gesprochen werden, um Fehler zu vermeiden.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Patienten-Sicherheit im Focus

St. Franziskus-Hospital engagiert sich am Internationalen Tag der Patientensicherheit

Münster – Vor fünf Jahren richtete das St. Franziskus-Hospital als erstes Krankenhaus in Münster eine Pharmazeutische Aufnahme ein. Dort werden Arzneimittelgespräche von Apothekern mit Patienten im Rahmen der stationären Aufnahme geführt. Am Internationalen Tag der Patientensicherheit, diesjähriges Motto „Medikationssicherheit“, am Samstag, den 17.9.2016, feiern die Akteure dieses kleine Jubiläum und starten eine Aktion, um mehr Bewusstsein für die Sicherheitskultur in der Patientenversorgung zu schaffen.

Als „Leuchtturmprojekt für Patientensicherheit und optimale Arzneimitteltherapie“ wurde das pharmazeutische Aufnahmegespräch des St. Franziskus-Hospital 2011 mit dem Hospital-Innovationspreis ausgezeichnet. Ein Krankenhaus­apotheker erfasst direkt bei der Aufnahme systematisch alle Medikamente, die der Patient einnimmt. In diesem Gespräch wird überprüft, ob die Medikation korrekt eingenommen wird, ob sie im Rahmen des stationären Aufenthaltes angepasst werden muss, ob die Verträglichkeit gewährleistet ist oder ob Wechselwirkungen zu erwarten sind. Gemeinsam mit den Ärzten sorgt er so dafür, arzneimittelbezogene Probleme zu erkennen und im Sinne des Patienten zu vermeiden. „Durch dieses Angebot profitieren die Patienten direkt durch einen Zugewinn an Arzneimittelsicherheit und -verträglichkeit“, fasst Georg Rosenbaum, leitender Apotheker und Centerleiter des medicalORDERcenters Ahlen und Bochum zusammen.

Patienten sind jedoch nicht die Einzigen, die davon profitieren. Auch den Ärzten bringt die pharmazeutische Aufnahme viele Vorteile. Die Mediziner erhalten direkt zu Beginn des Klinikaufenthaltes einen Medikationsplan, der vom Apotheker bereits pharmakologisch überprüft wurde. Ebenso übersetzen die Pharmazeuten den Präparatennamen in die Wirkstoffbezeichnung und warnen in der elektronischen Patientenakte vor möglichen Wechselwirkungen. „Das Know-how der Apotheker bietet uns einen großen Komfort, auf den wir nicht mehr verzichten möchten“, lobt Prof. Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor im St. Franziskus-Hospital. die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Apothekern. So steige die Versorgungsqualität und die Kosten nähmen ab.

„Die letzten fünf Jahre haben gezeigt, dass das Projekt auch in anderen Kliniken im Münsterland Anklang findet. So wurde es innerhalb der Franziskus Stiftung, neben Münster, auch in den Hospitälern in Ahlen und Beckum eingerichtet. Klinische Pharmazeuten haben direkt in der Klinik ihren Stellenwert bewiesen und aus Apothekern, Ärzten und Pflegenden ist ein therapeutisches Team geworden, das zugunsten des Patienten und seiner Arzneimittelsicherheit zusammenarbeitet“, resümiert Rosenbaum.

Neben der richtigen, verträglichen Medikation gibt es noch viele weitere Aspekte, die zur Patientensicherheit beitragen. Diese Bereiche abzustimmen, zu kontrollieren und zu optimieren gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Qualitäts- und Risikomanagements eines Krankenhauses. Neben Ablaufplänen, Checklisten, Schulungen etc. für die Mitarbeiter gewinnt nun auch eine weitere Personengruppe hierfür an Bedeutung. „Es hat sich gezeigt, dass auch Patienten eine aktive Rolle im Risikomanagement übernehmen können – und dieses vor allem auch wollen“, schildert Susanne Eschkötter aus dem Qualitäts- und Risikomanagement, die steigende Bereitschaft der Patienten, Rückmeldungen über ihre Behandlung und Betreuung zu geben. Sie nehmen Prozesse und Vorfälle aus einer anderen Perspektive wahr und sind aufmerksame Beobachter. „Niemand erhält gerne Beschwerden, aber wir nutzen die Rückmeldungen als wichtige Informationsquelle, um daraus Verbesserungen zu entwickeln und die Abläufe sicherer zu machen“, erläutert die Risikomanagerin. Am Thementag startet daher die Aktion „Mit Sicherheit in guten Händen“. Eine Woche lang werden die Patienten mit unterschiedlichen Slogans in Form von bunten Postkarten auf dem Essenstablett für das Thema Patientensicherheit sensibilisiert. Sie sollen motiviert werden, Hinweise zu entsprechenden Themen zu geben und Fragen zu stellen. Die abgebildeten Themen stellen einige der wichtigsten Handlungsfelder und Risikobereiche in der Patientenversorgung dar, wie z.B. Patienten-Armbänder, Medikamenten-Einnahme und Hygiene. „Viele Maßnahmen haben wir bereits etabliert. Diese Aktion ist ein weiterer Schritt, um die Patientensicherheit zu erhöhen und eine Sicherheitskultur aufzubauen“, so der Ärztliche Direktor.

tagpatientensicherheit
Bild: Am 17.9. feiert die Pharmazeutische Aufnahme (im Hintergrund) des St. Franziskus-Hospitals ihr fünfjähriges Bestehen. An diesem Internationalen Tag der Patientensicherheit startet darüber hinaus eine Aktion, um die Patienten für das Thema Patientensicherheit zu sensibilisieren. (v.l.) Dr. Hubert Buddendick, Leider Qualitätsmanagement-Center, Prof. Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor und Risikomanagerin Susanne Eschkötter präsentieren die auffälligen Aktionskarten.

17.September „Internationaler Tag der Patientensicherheit“
Der Aktionstag wird zum zweiten Mal vom Verein „Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.“, bei dem die St. Franziskus-Stiftung Münster Mitglied ist, ins Leben gerufen. Der Verein will eine medizinisch hochwertige und zugleich sichere Versorgung der Patienten in Deutschland erreichen.
Thema 2016 „Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden“
Der Aktionstag möchte mehr Bewusstsein für die Risiken bei der Anwendung von Medikamenten schaffen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.
Die Arzneimitteltherapie gehört zu den wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen der Medizin, doch die Gabe birgt Risiken. Falsch dosierte oder falsch eingenommene Medikamente oder eine Kombination verschiedener Arzneimittel mit Wechselwirkungen sind die häufigste Ursache von so genannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). Das Spektrum der Folgen reicht von leichten Gesundheitsstörungen bis hin zum Tod. Rund fünf Prozent der Krankenhauseinweisungen sind auf Medikationsfehler oder Überdosierungen zurückzuführen. Betroffen sind vor allem chronisch kranke oder ältere Patienten, die eine Vielzahl unterschiedlicher Medikamente einnehmen müssen und deren Stoffwechsel sich altersbedingt verändert. Neben der gesundheitlichen Schädigung der Patienten belasten Medikationsfehler durch ihre Folgekosten auch das Gesundheitssystem.

Quelle: © St.-Franziskus-Hospital Münster