Schlagwort-Archive: Förderverein Palliativmedizin Raphaelsklinik e. V.

Urologen spenden für Palliativstation

Münster – Über eine Spende in Höhe von 5.000 Euro kann sich der „Förderverein Palliativmedizin Raphaelsklinik e.V.“ freuen. Übergeben wurde der Betrag von den Leitern der Urologischen Gemeinschaftspraxis Münster Dr. Walter Otto, Dr. Eckart Gronau und Dr. Maximilian Cohausz an die Vereinsvorsitzende Gaby Marbach. Es handelt sich um das mit der Verleihung des Alexander-von-Lichtenberg-Preises verbundene Preisgeld, das von der Deutschen Gesellschaft für Urologie vergeben wird. Ausgezeichnet wurde damit unter anderem die außergewöhnlich enge Verzahnung zwischen der ambulanten und stationären Versorgung der Patienten und die Erweiterung des Behandlungsspektrums um sogenannte komplementärmedizinische Angebote wie die traditionelle chinesische Medizin. Der Förderverein unterstützt die Palliativstation der Raphaelsklinik bei der Finanzierung von Leistungen, die von den Kassen nicht übernommen werden wie die Musiktherapie oder spezielle Rollstühle. „Diese großzügige Spende wird zu 100 Prozent den Patienten unserer Palliativstation zugute kommen!“, wie Marbach während der Spendenübergabe zusagte.

Bild: Die Vorsitzende des Fördervereins, Gaby Marbach (3.v.r.), nimmt die Spende von Dr. Maximilian Cohausz (3.v.l.) von der Urologischen Gemeinschaftspraxis entgegen.

Wohltätigkeits-Golfturnier: 1510 Euro für den guten Zweck

Münster – Während eines Wohltätigkeits-Golfturniers des Golfclub Münster-Tinnen kamen am vergangenen Sonntag 1510 Euro zugunsten des Fördervereins Palliativmedizin Raphaelsklinik e. V. zusammen. Der Schirmherr des Fördervereins, Jörg Adler und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Holger Timmer nahmen die Spende entgegen, die vollständig den Patientinnen und Patienten der Palliativstation des Innenstadtkrankenhauses zugutekommen wird. „Es gibt viele Dinge, die von der Klinik oder den Kostenträgern nicht finanziert werden können, hier wird der Förderverein aktiv“, erläutert Timmer. Initiiert wurde das Benefiz-Golfturnier von Puppa Thiele, die auch zahlreiche hochwertige Preisspenden für die begleitende Tombola organisiert hat. Auf der Palliativstation werden unheilbar erkrankte Menschen in ihrer letzten Lebensphase betreut und behandelt.

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Bild: Der Schirmherr Jörg Adler, die Organisatorin Puppa Thiele und der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Holger Timmer (v. l.) freuen sich über das erfolgreiche Golfturnier zugunsten des Fördervereins Palliativmedizin Raphaelsklinik e. V.

Erster Palliativtag in der Raphaelsklinik

„Es geht nicht um das Sterben, es geht um das Leben“

Artikel-RAK_15022016Münster –  Erstmals fand im Foyer der Raphaelsklinik der öffentliche Palliativtag des „Förderverein Palliativmedizin Raphaelsklinik e. V.“ statt. Über 100 Zuhörer konnten sich aus erster Hand über ein Thema informieren, über das in den letzten Monaten, auch auf politischer Ebene, viel diskutiert wurde. „In der Öffentlichkeit besteht ein viel zu düsteres Bild von der Palliativversorgung, dem wollen wir mit unserer Veranstaltung etwas entgegensetzen“, erklärt der ärztliche Leiter der Palliative Care Einheit der Raphaelsklinik, Dr. Marc Theisen und stellt klar: „Es geht bei unserer Arbeit nicht um das Sterben, es geht um das Leben“.

Nach einer intensiven Podiumsdiskussion mit neun Experten aus den Bereichen Medizin, Pflege, Psychoonkologie, Physiotherapie, Sozialdienst und Seelsorge sowie Vertretern des Palliativnetzwerks und der Hospizbewegung folgte ein bewegender Vortrag des ehemaligen Bundesministers und Vizekanzlers Franz Müntefering. Der 76-Jährige ist Mitglied im Stiftungsrat der Deutschen Hospiz- und Palliativstiftung und beklagt, dass das Thema Tod und Sterben zu oft verdrängt wird: „Man muss das Sterben zulassen, aber es muss auch begleitet werden, es muss Hilfe geben.“ Engagiert tritt er in seiner Rede daher auch dafür ein, die Arbeitsbedingungen aller in der Versorgung Schwerstkranker Beschäftigten zu verbessern: „Die Pflege in Palliativ- oder Hospizeinrichtungen macht sich nicht von selber, das muss man gelernt haben! Die Berufe müssen attraktiver werden, woher sollen sonst in der Zukunft die Ärzte und Pfleger kommen, die wir brauchen, um immer mehr Palliativpatienten zu versorgen?“
Die legale aktive Sterbehilfe, wie sie in der Vergangenheit immer wieder diskutiert und gefordert wurde, lehnt Müntefering ab: „Der Satz ‚Ich will nicht mehr leben’ heißt oftmals nichts anderes als ‚Ich will so nicht mehr leben’ und ist ein Appell, die Sorgen Schwerstkranker in all ihren Facetten ernst zu nehmen und Hilfe anzubieten.“
Allen Beiträgen war eine klare Aussage gemeinsam: Eine gewissenhafte Palliativversorgung ist der wirksamste Weg, den Ruf nach aktiver Sterbehilfe zu entkräften.

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div class=“bildunterschrift“>Bild: Franz Müntefering setzte sich während seines Vortrags im Foyer der Raphaelsklinik engagiert für die Palliativ- und Hospizarbeit ein (© Foto: Markus Hauschild).