Schlagwort-Archive: Clemenshospital

Neuer Kicker für die Kinderklinik

Münster – Sportlich geht es ab sofort im Spielzimmer der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals zu. Die kleinen Patienten können sich über einen nagelneuen Fussball-Kicker freuen, der von der Firma „Live Kicker“ gespendet wurde. Vermittelt wurde die Spende von der Stiftung „leuchte auf“ des Fußballvereins Borussia Dortmund. „Der Aufenthalt im Krankenhaus kann gerade für Kinder zwischendurch auch mal langweilig werden“, erklärt der Chefarzt der Kinderklinik, Priv.-Doz. Dr. Otfried Debus, da sei ein Kicker eine sehr schöne Abwechslung, die zugleich auch noch die Auge-Hand-Koordination der Kinder fördere, wie der Mediziner erläutert.


Bild: Freuen sich über den neuen Fussball-Kicker im BVB-Design: Patienten und Mitarbeiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals (© Foto Clemenshospital)

Pedelec-Simulator: Mit dem Pedelec durchs Klinikfoyer

Münster – Es ist der Albtraum jedes Radfahrers: Gemütlich mit der Leeze auf Münsters Straßen unterwegs zu sein, mit den Gedanken vielleicht gerade ganz woanders und plötzlich öffnet sich die Tür eines Autos oder Kinder kommen zwischen parkenden Fahrzeugen hervorgelaufen. Solche und weitere kniffelige Verkehrssituationen haben sich im Foyer des Clemenshospitals abgespielt und sowohl Mitarbeiter als auch Besucher die Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

Mit Westfalens einzigem Pedelec-Simulator konnten unterschiedliche Gefahrensituationen geprobt werden, ein Computerprogramm ermittelte danach die Reaktionsgeschwindigkeit des Fahrers und zeigte an, bei welcher Geschwindigkeit es unweigerlich zum Zusammenstoß gekommen wäre. „Viele Fahrer von E-Bikes müssen erst lernen, langsam zu fahren“, erklärte der Geschäftsführer der Verkehrswacht Münster, Christoph Becker und verwies darauf, dass in vielen Bereichen Münsters eine Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde einfach zu schnell sei. Eine Geschwindigkeit, die auch für ungeübte oder ältere Fahrer mit einem E-Bike problemlos erreicht werden kann.
„Wir finden es natürlich gut, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen und auf diese Weise etwas für ihre Gesundheit tun“, erklärte die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung des Clemenshospitals, Reinhild Everding und fuhr fort „allerdings möchten wir auch, dass sie unfallfrei unterwegs sind, da ist dieser Pedelec-Simulator eine tolle Sache!“. Für das erfolgreiche Absolvieren der simulierten Pedelec-Fahrten gab es für jeden Teilnehmer eine Sicherheitsweste. „Viele Mitarbeiter und Besucher der Klinik haben das Angebot genutzt“, freute sich Everding über den Erfolg der Aktion.

Bild: Christoph Becker und Alexander Barth (r.) von der Verkehrswacht Münster beobachten die Reaktionsgeschwindigkeit einer Klinikbesucherin auf dem Pedelec-Simulator (© Foto Clemenshospital

Götz Alsmann wirbt für die Grippeschutzimpfung

Münster – Grippe ist kein Schnupfen, das macht der ärztliche Direktor der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Claus Spieker, deutlich. „Während der vergangenen Grippewelle hatten wir zwei junge Patienten auf unserer Intensivstation liegen, bei denen als Folge einer Grippeerkrankung schwere Komplikationen aufgetreten sind“, erinnert sich der Internist. Mögliche Schäden am Herzmuskel bilden sich auch nicht wieder zurück, wie der Experte betont.

Um die Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik zu motivieren, die kostenlose Grippeimpfung in Anspruch zu nehmen und dadurch nicht nur sich selber sondern auch die Patienten zu schützen, kam prominente Unterstützung in das Innenstadtkrankenhaus, der Entertainer Götz Alsmann schaute vorbei und informierte sich bei den Ärzten über den Nutzen der Grippeschutzimpfung. „Ich selber bin leider ein Impfmuffel, weil ich im Herbst meist erkältet bin und gehört habe, dass man sich dann lieber nicht impfen lassen sollte“, erklärt Alsmann. Dr. Carolin Dame vom Clemenshospital nimmt Alsmann hier allerdings den Wind aus den Segeln: „Eine einfache Erkältung ist kein Grund, sich nicht impfen zu lassen“. Es geht den Verantwortlichen der Kliniken um die sogenannte Herdenimmunität, für die so viele Menschen in einer Gesellschaft geimpft sein müssen, dass es nicht mehr zu einer Ausbreitung eines Erregers kommen kann. „Unser Ziel ist, dass sich 80 Prozent der Mitarbeiter impfen lassen“, erklärt Dame.

„Keine Impfung polarisiert so wie die Grippeschutzimpfung“, weiß die Betriebsärztin der Kliniken, Dr. Katharina Fastenrath und erklärt die mögliche Ursache: „Jeder kennt jemanden der jemanden kennt, der nach der Impfung krank wurde. Es ist aber absolut normal, dass im Herbst die Menschen vermehrt Erkältungen bekommen, das passiert vollkommen unabhängig von einer Grippeschutzimpfung“.

Als Slogan der Impfwochen für die Mitarbeiter haben sich die Organisatoren „Wir holen euch ins Boot“ ausgedacht und das Schlauchboot auch gleich mitgebracht. Mobile Impfteams gehen mit dem Vierfach-Impfstoff auf die Stationen und bieten denjenigen das Impfen an, die nicht zu den Terminen der Betriebsärztin kommen können, immer das Schlauchboot im Schlepptau.

„Beim Hausarzt kann man sich kostenlos gegen Grippe impfen lassen, wenn man entweder älter als 60 Jahre, schwanger oder chronisch krank ist. Auch Personen, die in einem medizinischen oder pflegerischen Beruf arbeiten, müssen für die Impfung nichts bezahlen“, erklärt Dr. Carolin Dame. Als Anreiz für die Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik werden Freifahrten auf der MS Günther verlost: „Wir haben das ganze Boot gemietet und werden mit 130 Mitarbeitern auf große Fahrt gehen“, wie Dame erklärt.

Bild: Götz Alsmann (2.v.l.) unterstützt das Team von Clemenshospital und Raphaelsklinik beim Werben für die Grippeschutzimpfung

Bauchaortenaneurysma: Eine tickende Zeitbombe

Münster – Siegfried Thiemann hatte Glück im Unglück, durch einen Zufall wurde bei ihm während einer Routineuntersuchung vor 18 Jahren eine Aussackung der Bauchschlagader entdeckt, ein Bauchaortenaneurysma. „Eine solche Veränderung macht leider keine Beschwerden“, erklärt Dr. Jean-Nicolas Beck, Leitender Oberarzt (Gefäßchirurgie) der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Clemenshospitals. Dabei handelt es sich um eine tickende Zeitbombe. Sollte eine solche Aussackung platzen, besteht wegen des großen Blutverlustes akute Lebensgefahr. Für Siegfried Thiemann bedeutete die Diagnose zunächst, dass er regelmäßig zum Arzt gehen musste, um die Größe des Aneurysmas überwachen zu lassen. „Wenn die Aussackung eine Größe von fünf Zentimetern erreicht, muss gehandelt werden“, erklärt der Gefäßchirurg.

Im Januar war es so weit, über kleine Schnitte in der Leistengegend wurde mit einem Katheter unter Röntgenkontrolle ein elastisches Metallgeflecht, ein sogenannter Stent, eingesetzt. Der Eingriff unter Vollnarkose dauert zwischen einer und drei Stunden, je nach Patient. „Nach dem Eingriff musste ich zwei Tage im Bett liegen, Schmerzen hatte ich aber nicht. Nach einer Woche konnte ich nach Hause gehen“, berichtet der 77-Jährige Dülmener. „Es gibt für Patienten nach einem solchen Eingriff keine Einschränkungen, in der ersten Zeit muss nur mit regelmäßigen Ultraschall-Untersuchungen überwacht werden, dass alles gut verläuft“, erklärt Beck.

Den Betroffenen kommen die Fortschritte in der Medizin zugute: „Die moderne Technik ermöglicht heutzutage, viele Eingriffe mit einem Katheter vorzunehmen, für die früher große Bauchoperationen notwendig waren. Das ist für den Patienten wesentlich weniger belastend“. Gerade Patienten, die älter als 65 Jahre sind, empfiehlt Dr. Jean-Nicolas Beck dringend, bei der Vorsorgeuntersuchung auch die Bauchschlagader untersuchen zu lassen. „Wenn in Ihrer Familie bereits jemand ein Bauchaortenaneurysma hatte, Sie Raucher sind oder einen erhöhten Blutdruck haben, sollten Sie diese Untersuchung unbedingt bereits in jüngerem Alter wahrnehmen“, rät der Gefäßchirurg.

Am Samstag, den 26. Mai, besteht im Clemenshospital, Düesbergweg 124, von 10 bis 13 Uhr die Möglichkeit, eine kostenlose Bauchaortenuntersuchung vornehmen zu lassen. Dabei handelt es sich um eine kurze, ungefährliche Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs. Um eine telefonische Anmeldung unter 0251 976-2351 wird gebeten.

Bild: Dr. Jean-Nicolas Beck (l.) zeigt Siegfried Thiemann und seiner Frau Elisabeth Aufnahmen des Computertomographen mit dem Bauchaortenanaurysma

Opfer des Amokfahrers werden intensiv versorgt

Münster – Zwei schwerstverletzte Opfer der Amokfahrt vom gestrigen Samstag werden im Clemenshospital behandelt, ein weiteres in der Raphaelsklinik. Die Patienten im Clemenshospital werden intensivmedizinisch betreut und weiterhin engmaschig überwacht. Das Opfer, das in der Raphaelsklinik operiert wurde, konnte inzwischen auf eine Normalstation verlegt werden. Im Clemenshospital wurde bis nach Mitternacht operiert. „Alle Mitarbeiter haben am Samstag Großartiges geleistet“, bestätigt der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin, Prof. Dr. Horst Rieger.

Bild: Zahlreiche Mitarbeiter kamen nach der Alarmierung zum Clemenshospital und in die Raphaelsklinik, um bei der Versorgung der Schwerstverletzten zu helfen.

Auch in der Raphaelsklinik sei man Dank des gut geschulten Teams sehr gut vorbereitet gewesen, „Die Organisation der Zentralen interdisziplinären Ambulanz hat sehr gut funktioniert“, sagt der Oberarzt der Klinik für Unfall- und orthopädische Chirurgie, Dr. Frank Jung. In beiden Kliniken sind unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Amokfahrt zahlreiche Mitarbeiter spontan zur Arbeit erschienen um ihre Kollegen zu unterstützen. Unter ihnen waren neben Ärzten und Pflegenden auch Techniker, Verwaltungsmitarbeiter und Vertreter der Klinikseelsorge. Die Alarmierung erfolgte über den elektronischen Alarmserver, der nach der Auslösung die Mitarbeiter automatisch auf ihrem Handy angerufen hat.

Selbst medizinisch geschulte Bürger, die nicht in den beiden Kliniken arbeiten, haben sich telefonisch gemeldet, um ihre Hilfe anzubieten. „Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeitern sehr herzlich für ihr großes Engagement und die Welle der Hilfsbereitschaft. Auch die Kommunikation mit den Einsatzkräften lief vorbildlich!“, bekräftigt der Geschäftsführer der Trägergesellschaft Alexianer Misericordia am Tag nach der Amokfahrt. Für alle Beteiligten überraschend war auch die Solidarität seitens der Bevölkerung, die zum Teil mit Lebensmitteln in die Kliniken kamen, um die vielen Helfer zu unterstützen.

Opfer des Amokfahrers auf dem Weg der Besserung

Münster – 11.04.2018, 12.45 Uhr – In der Raphaelsklinik ist das Opfer des Amokfahrers, das am Samstag operiert und nach der Betreuung auf der Intensivstation bereits am Sonntag auf eine Normalstation verlegt werden konnte, weiterhin auf dem Weg der Besserung.
Der Zustand der beiden schwerstverletzten Opfer, die sich seit Samstag in intensivmedizinischer Behandlung finden, ist ebenfalls inzwischen gebessert. Während ein Opfer weiterhin künstlich beatmet wird und nicht bei Bewusstsein ist, ist das zweite Opfer inzwischen bei Bewusstsein und wird nicht mehr künstlich beatmet. Von beiden Personen kann gesagt werden, dass eine akute Lebensgefährdung nicht mehr besteht, die intensivmedizinische Betreuung jedoch weiterhin dringend notwendig ist.
Vom Universitätsklinikum Münster erfolgte heute Vormittag die Verlegung eines Opfers zu uns ins Clemenshospital, da es sich um den Ehepartner eines der beiden Schwerverletzten in unserer Klinik handelt. Diese Person muss nicht intensivmedizinisch betreut werden und kann auf einer Normalstation weiterbehandelt werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Gründen des Datenschutzes weder zum Geschlecht noch zum Alter oder der Herkunft der Betroffenen Auskunft geben.

Clemenshospital informiert über Patientensicherheit

Keine Angst vor weißen Kitteln:
Infoveranstaltung am 22.09.2017 am Celemsnhospital

Münster – Wer als Patient ins Krankenhaus geht, braucht in erster Linie eines: Vertrauen. Vertrauen in die Fähigkeiten der Ärzte und Pflegenden und darin, dass hinter den Kulissen alles korrekt abläuft. Anlässlich des internationalen Tags der Patientensicherheit informierten Mitarbeiter des Risikomanagements des Clemenshospitals darüber, was im Krankenhaus bereits unternommen wird, um Risiken zu minimieren und gaben Tipps, was Patienten selber unternehmen können, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Unter dem Motto „Wenn Schweigen gefährlich ist“ stand in diesem Jahr das Thema Kommunikation im Fokus. „Die Patienten und deren Angehörige sollen unbedingt mit den behandelnden Ärzten sprechen, wenn sie glauben, dass zum Beispiel bei der Gabe der Tabletten etwas nicht stimmt“, rät Dr. Carolin Dame vom Risikomanagement, mit Blick auf den allgegenwärtigen Zeitdruck im Krankenhaus fügt die Medizinerin hinzu: „Die Zeit zum Reden muss sein!“

Bild: Informierten im Clemenshospital über das Thema Patientensicherheit (v.l.): Jens Lammers, Dr. Carolin Dame und Rudolf Noltensmeier.

Am Freitag, 22.09., informiert das Team des Risikomanagements der Raphaelsklinik mit einem Infostand im Klinikfoyer ebenfalls über das Thema Patientensicherheit. Interessierte sind herzlich willkommen.

Der Fachkrankenpfleger für Intensivpflege Rudolf Noltensmeier ist ebenfalls Mitglied im Team des Risikomanagements des Clemenshospitals und kennt die Zurückhaltung vieler Patienten, wenn es darum geht, Ärzte aktiv anzusprechen: „Patienten sollten nicht zu viel Respekt vor weißen Kitteln und akademischen Titeln haben und so lange fragen, bis sie alles verstanden haben“, empfiehlt er. Ein großes Thema im Krankenhaus ist die Hygiene. Die Angst vor schwer zu behandelnden Infektionen mit resistenten Keimen gehört zu den größten Sorgen vieler Patienten: „Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ärzte und Pfleger sich nicht häufig genug die Hände desinfizieren oder das Zimmer nicht gründlich genug gereinigt wird, dann äußern Sie diese Bedenken bitte“, sagt Dame. Überhaupt, da sind sich Dr. Carolin Dame, Rudolf Noltensmeier und der Leiter des Qualitätsmanagements, Jens Lammers einig, muss auf allen Ebenen viel miteinander gesprochen werden, um Fehler zu vermeiden.

Einziges Level-II-Wirbelsäulenzentrum in Münster zertifiziert

Münster – Das Wirbelsäulenzentrum der Klinik für Neurochirurgie am Clemenshospital wurde von der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG) zertifiziert. Unter der Leitung von Prof. Dr. Uta Schick erfüllt das Zentrum damit offiziell die strengen Kriterien der größten, fachgebundenen Wirbelsäulengesellschaft Europas.

Zu den Kriterien der DWG gehören unter anderem eine 24-Stunden-Versorgung an sieben Tagen in der Woche, spezielle diagnostische und therapeutische Einrichtungen sowie eine bestimmte Anzahl von Fachärzten und Wirbelsäulen-Operationen. Mit der Erfüllung dieser Kriterien ist es das einzige Level-II-Zentrum in Münster.

Das Behandlungsspektrum der Neurochirurgischen Klinik umfasst nicht nur komplexe Eingriffe an Kopf und Gehirn, sondern etwa zum gleichen Anteil auch die operative Versorgung von allen degenerativen und tumorösen Krankheitsbildern an Wirbelsäule und Rückenmark vom Kindesalter bis ins hohe Erwachsenenalter. Außerdem versorgt die Klinik als Partner des regionalen Traumazentrums am Clemenshospital Patienten mit unfallbedingten instabilen Verletzungen der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule mit oder ohne Rückenmarkbeteiligung.

Das Zentrum bietet eine überregionale Versorgung auf höchstem Niveau nach dem neuesten Standard an und fungiert unter anderem als Referenzklinik für die exakte Schraubenplatzierung an der Halswirbelsäule. Eine Besonderheit stellt die elektrophysiologische Überwachung der neurologischen Funktion während einer Operation dar, die ein hohes Maß an Patientensicherheit gewährleistet.

Die Deutsche Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie (DGW) ist die größte, fachgebundene Wirbelsäulengesellschaft Europas. Sie wurde am 4. Juni 1987 in Hamburg gegründet, als eine Vereinigung von Chirurgen, Unfallchirurgen, Orthopäden, Neurochirurgen sowie weiteren Personen, die auf dem Gebiet der Wirbelsäule in Klinik und Forschung tätig waren.

Bild: Freuen sich über die offizielle Bestätigung der guten Leistung (v. l.): Dr. Roland Hahn, Oberarzt in der Klinik für Neurochirurgie, Prof. Dr. Uta Schick, Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie und Dr. Oliver Timm, Oberarzt in der Klinik der Neurochirurgie.

P.A.R.T.Y im Clemenshospital: Jedes Unfallopfer ist eins zu viel

Münster – „Das Handy war durch den Unfall so kaputt, dass es nicht mehr auslesbar war, aber der Ohrabdruck und Spuren von Gehirngewebe am Handy ließen darauf schließen, dass der Fahrer telefoniert hat.“ Udo Weiss, Polizeidirektor a.D., ist einer der Ehrenamtlichen, die sich für das Präventionsprojekt P.A.R.T.Y. (Prevent Alcohol and Risk-Related Trauma in Youth) engagieren. Im Clemenshospital Münster haben 20 Schüler der Klassen 7 bis 10 des Gymnasiums in Versmold die verschiedenen Stationen eines Schwerverletzten gesehen.

20 interessierte Schulsanitäter aus Versmold verbrachten einen Tag im Clemenshospital Münster. Vom Rettungswagen über den Schockraum, die Intensivstation bis zur Physiotherapie, lernten Sie den oft sehr langen Weg eines Unfallopfers durch das Krankenhaus kennen.

Bild: Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Mitarbeiter des Clemenshospitals ermöglichten es den Schülern, einen Rettungswagen von innen zu entdecken.

„Im Jahr verunglücken 20.000 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren, das sind 60 Jugendliche täglich“, klärte Dr. Marie Kleine-König, Assistenzärztin im Department für Kinderorthopädie und Deformitätenkorrektur die Gymnasiasten auf. Das P.A.R.T.Y-Programm soll jungen Menschen bewusst machen, wie schnell und wodurch Unfälle passieren können.

Die meisten Unfälle werden nicht nur durch Alkohol, Drogen oder dadurch verursacht, dass sich Jugendliche überschätzen. Eine große Gefahr ist auch die Nutzung des Handys im Straßenverkehr. Oft ist das Smartphone Schuld, wenn Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer abgelenkt sind. „Das Gehirn konzentriert sich immer auf die Haupttätigkeit. Das ist in dem Fall das Telefonat. Dann ist automatisch die visuelle Wahrnehmung des Straßenverkehrs eingeschränkt“, erklärte Udo Weiss.

Der Blick auf das Handy berge die größte Gefahr. „Der Verbindungsaufbau dauert 45 Sekunden. Bei 50 Kilometern pro Stunde fahre ich 14 Meter in der Sekunde, multipliziert man das mit 45, bedeutet es, dass ich 630 Meter blind fahre“.

„Ihr denkt, das passiert immer nur den anderen?“, fragte der erfahrene Polizeibeamte in die Runde ohne auf eine Antwort zu warten. „Guckt nach links und rechts, das sind die anderen, es betrifft also uns alle, es kann jedem passieren.“

Bild: Jethro Rotter, stellvertretende Leitung Anästhesie-Pflege im Clemenshospital erklärte den Jugendlichen im Schockraum, was in den ersten 10 Minuten nach einem Unfall wichtig ist.

Unter den ehrenamtlichen Unterstützern der Aktion, sind neben den Mitarbeitern des Clemenshospitals und der Polizei, auch die Berufsfeuerwehr der Stadt Münster, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sowie ehemalige Unfallopfer. Darunter ein Jugendlicher, der vor drei Jahren durch eine Fehleinschätzung ungebremst mit dem Motorrad in einen Sprinter gefahren ist. Er hatte ein schweres Schädel-Hirn Trauma, seine Gesichtsknochen waren zertrümmert, die Augenhöhle, ein Arm und zahlreiche Rippen gebrochen, seine Lunge hatte ein Loch und die Hälfte seines Körpers war gelähmt. Er musste beatmet werden und brauchte lange, um wieder sprechen und laufen zu lernen. Seine Schilderung des langen Leidensweges, der durch einen kurzen Moment der Überschätzung verursacht wurde, beeindruckte die anwesenden Jugendlichen an diesem Tag besonders.

Das Clemenshospital Münster ist im Verbund des TraumaNetzwerks NordWest Anlaufstelle für schwere Unfälle aus dem gesamten Münsterland. Das Team der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. med. Horst Rieger versorgt Unfallverletzte aller Schweregrade, von Verkehrsunfällen über Arbeitsunfälle bis zu gravierenden Sportverletzungen.

Das bundesweite Unfallpräventionsprogramm P.A.R.T.Y. (Prevent Alcohol and Risk-Related Trauma in Youth) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) wird von der Akademie der Unfallchirurgie (AUC) koordiniert.