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Kontinenz- und Beckenbodenzentrum zertifiziert

Münster – Stuhl- und Harninkontinenz gehören sicherlich nicht zu den Lieblingsthemen der meisten Menschen, genau genommen handelt es sich hierbei noch immer um Tabuthemen. Das Unvermögen, die Ausscheidung von Stuhl und Urin zu kontrollieren, ist weit verbreitet, rund sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer Blasenschwäche, etwa drei Millionen unter einer Darmschwäche.

„Es dauert bei einer Harninkontinenz im Schnitt drei Jahre, bei einer Stuhlinkontinenz sogar bis zu sieben Jahre, bis die Betroffenen zum ersten Mal mit einem Arzt darüber sprechen“, erläutert Dr. Erik Allemeyer, Leiter der Sektion Proktologie an der Raphaelsklinik. Dabei gibt es je nach Ursache inzwischen viele medizinische Möglichkeiten, eine Inkontinenz erfolgreich zu behandeln. Um alle beteiligten Fachgebiete von der Proktologie über die Urologie bis zur Gynäkologie und Radiologie zu verknüpfen und in den Dialog miteinander zu bringen, wurde im Clemenshospital und in der Raphaelsklinik ein gemeinsames Kontinenz- und Beckenbodenzentrum gegründet. Das Zentrum wurde nun von der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifiziert. „Die Übergänge zwischen den medizinischen Fachgebieten sind bei der Behandlung einer Inkontinenz fließend. Daher ist eine erfolgreiche Behandlung nur in einem Zentrum wirklich erfolgversprechend“, erläutert Dr. Rüdiger Langenberg, Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals.

Viele Hausärzte, so bedauern die Experten des Zentrums, nehmen den Leidensdruck der Betroffenen nicht ernst genug, dabei kann eine Inkontinenz die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. „Vorlagen, Binden, Schicksal“, so beschreiben Allemeyer und Langenberg den ebenso kurzen wie erfolglosen Behandlungsweg vieler Betroffener. In regelmäßigen Konferenzen beraten die Mediziner des Zentrums, welche Therapie für den jeweiligen Patienten die größte Aussicht auf Erfolg hat. „Im Gespräch mit den Betroffenen ist es von großer Bedeutung, eine vertrauensvolle Atmosphäre aufzubauen“, erläutert Dr. Erik Allemeyer und sein Kollege Dr. Rüdiger Langenberg pflichtet ihm bei: „Die Patienten haben oft einen langen Leidensweg hinter sich und der Schritt, mit einem Arzt darüber zu sprechen, fällt vielen nicht leicht“. Doch dieser Mut wird oft belohnt, in den meisten Fällen ist eine Therapie erfolgreich und die Betroffenen können wieder ohne Einschränkungen am Leben teilnehmen.

Experten des Clemenshospitals und der Raphaelsklinik haben sich zum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum zusammengeschlossen, das jetzt erfolgreich zertifiziert wurde.

Bild: Experten des Clemenshospitals und der Raphaelsklinik haben sich zum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum zusammengeschlossen, das jetzt erfolgreich zertifiziert wurde.

Das Darmkrebszentrum des Clemenshospitals wurde vor zehn Jahren gegründet

Münster – Prof. Dr. Udo Sulkowski erinnert sich an sein Lehrbuch für Chirurgie aus dem Jahr 1982: „Dort steht, dass die Heilungschancen bei Patienten mit einem Dick- oder Enddarmkrebs bei 20 Prozent liegt. Heute liegen wir bei 80 Prozent“. Ein Grund für diesen Erfolg liegt in der Gründung von Darmkrebszentren, in denen alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, um Reibungsverluste und Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Das erste Darmkrebszentrum Münsters, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde, befindet sich im Clemenshospital und heißt „Darmzentrum Portal 10 Münster“.

Ein Patient der ersten Stunde war Norbert Schmitter. 2008 wurde bei dem heute 79-Jährigen ein Mastdarmtumor entdeckt. „Bei der Darmspiegelung stellte sich heraus, dass ich bereits einen ziemlich großen Tumor habe. Das war natürlich ein Schock, aber meine Familie hat mich sehr gut gestützt“, erinnert sich Schmitter. Es folgten Chemotherapien und Bestrahlungen, um den Tumor zu verkleinern, 2009 wurde dann operiert. Wiederum ein Jahr später tauchte eine Metastase in der Lunge auf, im Jahr 2013 eine weitere, beide konnten ebenfalls erfolgreich operiert werden. „Danach traten keine weiteren Metastasen oder Tumoren auf“, freut sich Sulkowski über den Erfolg der Behandlung.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist das frühzeitige Erkennen von Polypen oder Tumoren durch eine Darmspiegelung, „Die Darmspiegelung zur Vorsorge wird bei Männern bislang erst ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen bezahlt“, berichtet Gerhard Haneklau, Geschäftsführer der Praxis „Portal 10“, dem Partner des Clemenshospital im Darmzentrum, macht aber zugleich deutlich, dass sich dies wohl in nächster Zeit ändern wird und das Alter auf 50 herabgesetzt wird. Leider nutzen nicht mal drei Prozent der Berechtigten dieses Angebot, mit dem die Gefahr einer Erkrankung drastisch gesenkt werden kann, wie die Experten des Darmzentrums bedauern.

„Der Gedanke, dass man an Krebs erkranken könnte, wird von vielen Menschen einfach verdrängt. Sie meinen wohl, dass dies nur den anderen passiert“ vermutet die Koordinatorin des Zentrums, Petra Mühlenkamp. „Es gibt keinen Grund, vor einer Darmspiegelung Angst zu haben“, bekräftigt Haneklau. Oft kämen die Menschen gruppenweise zu ihm in die Praxis, um eine Spiegelung vornehmen zu lassen: „Das sind zum Beispiel Kegelmannschaften, in denen es sich herumgesprochen hat, dass die Untersuchung überhaupt nicht unangenehm ist“.

Bild: Norbert Schmitter (2.v.l.) freut sich, dass Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Prof. Dr. Udo Sulkowski, Petra Mühlenkamp und Gerhard Haneklau (v.l.) seine Darmkrebserkrankung besiegt werden konnte.

Sophia ist das Neujahrsbaby des Clemenshospitals

Münster – Das Team der Geburtshilfe des Clemenshospitals freut sich, mit Sophia Grothues die erste Geburt des Jahres bekanntgeben zu können. Die Eltern Ingo und Anja Grothues freuen sich, 3390 Gramm Glück in den Armen halten zu können. „Das war unsere Silvesterrakete“ berichtet die frischgebackene Mutter lachend mit Blick auf die schnelle und unkomplizierte Geburt ihrer ersten Tochter.

Im Jahr 2018 wurden 1.499 Kinder im Clemenshospital geboren, das letzte zwei Minuten vor dem Jahreswechsel. Wieder eine Geburtensteigerung für die Klinik am Düesbergweg. 1.312 Babys erblickten im Clemenshospital 2017 das Licht der Welt. Die Klinik hat damit die magische Grenze von 1.500 Geburten um nur eine verfehlt und konnte damit den positiven Trend der vergangenen Jahre weiter deutlich fortsetzen.

Der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Rüdiger Langenberg und das Team der Hebammen freuen sich sehr über die Geburtensteigerungen in den letzten Jahren. Das Konzept der individuellen und selbstbestimmten Geburt in familiärem und liebevollem Ambiente kommt bei werdenden Eltern gut an. „Die Geburtenzahlen im Clemenshospital steigen stetig von Jahr zu Jahr. Das ist für uns auch ein Zeichen, dass wir offenbar vieles richtig machen“ freut sich Hartmut Hagmann, Geschäftsführer des Clemenshospitals. Der hohe Zuspruch der werdenden Mütter basiert auf einer nachhaltigen und ausgezeichneten medizinischen und pflegerischen Qualität, sind sich die Klinikvertreter sicher.

An jedem ersten, zweiten und dritten Montag im Monat informieren Experten der Frauenklinik und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin um 19.15 Uhr beim Infoabend über die Geburt im Clemenshospital.

Bild: Ingo und Anja Grothues freuen sich im Clemenshospital über die Geburt ihrer Tochter Sophia

Neuer Kicker für die Kinderklinik

Münster – Sportlich geht es ab sofort im Spielzimmer der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals zu. Die kleinen Patienten können sich über einen nagelneuen Fussball-Kicker freuen, der von der Firma „Live Kicker“ gespendet wurde. Vermittelt wurde die Spende von der Stiftung „leuchte auf“ des Fußballvereins Borussia Dortmund. „Der Aufenthalt im Krankenhaus kann gerade für Kinder zwischendurch auch mal langweilig werden“, erklärt der Chefarzt der Kinderklinik, Priv.-Doz. Dr. Otfried Debus, da sei ein Kicker eine sehr schöne Abwechslung, die zugleich auch noch die Auge-Hand-Koordination der Kinder fördere, wie der Mediziner erläutert.


Bild: Freuen sich über den neuen Fussball-Kicker im BVB-Design: Patienten und Mitarbeiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals (© Foto Clemenshospital)

Pedelec-Simulator: Mit dem Pedelec durchs Klinikfoyer

Münster – Es ist der Albtraum jedes Radfahrers: Gemütlich mit der Leeze auf Münsters Straßen unterwegs zu sein, mit den Gedanken vielleicht gerade ganz woanders und plötzlich öffnet sich die Tür eines Autos oder Kinder kommen zwischen parkenden Fahrzeugen hervorgelaufen. Solche und weitere kniffelige Verkehrssituationen haben sich im Foyer des Clemenshospitals abgespielt und sowohl Mitarbeiter als auch Besucher die Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

Mit Westfalens einzigem Pedelec-Simulator konnten unterschiedliche Gefahrensituationen geprobt werden, ein Computerprogramm ermittelte danach die Reaktionsgeschwindigkeit des Fahrers und zeigte an, bei welcher Geschwindigkeit es unweigerlich zum Zusammenstoß gekommen wäre. „Viele Fahrer von E-Bikes müssen erst lernen, langsam zu fahren“, erklärte der Geschäftsführer der Verkehrswacht Münster, Christoph Becker und verwies darauf, dass in vielen Bereichen Münsters eine Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde einfach zu schnell sei. Eine Geschwindigkeit, die auch für ungeübte oder ältere Fahrer mit einem E-Bike problemlos erreicht werden kann.
„Wir finden es natürlich gut, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen und auf diese Weise etwas für ihre Gesundheit tun“, erklärte die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung des Clemenshospitals, Reinhild Everding und fuhr fort „allerdings möchten wir auch, dass sie unfallfrei unterwegs sind, da ist dieser Pedelec-Simulator eine tolle Sache!“. Für das erfolgreiche Absolvieren der simulierten Pedelec-Fahrten gab es für jeden Teilnehmer eine Sicherheitsweste. „Viele Mitarbeiter und Besucher der Klinik haben das Angebot genutzt“, freute sich Everding über den Erfolg der Aktion.

Bild: Christoph Becker und Alexander Barth (r.) von der Verkehrswacht Münster beobachten die Reaktionsgeschwindigkeit einer Klinikbesucherin auf dem Pedelec-Simulator (© Foto Clemenshospital

Götz Alsmann wirbt für die Grippeschutzimpfung

Münster – Grippe ist kein Schnupfen, das macht der ärztliche Direktor der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Claus Spieker, deutlich. „Während der vergangenen Grippewelle hatten wir zwei junge Patienten auf unserer Intensivstation liegen, bei denen als Folge einer Grippeerkrankung schwere Komplikationen aufgetreten sind“, erinnert sich der Internist. Mögliche Schäden am Herzmuskel bilden sich auch nicht wieder zurück, wie der Experte betont.

Um die Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik zu motivieren, die kostenlose Grippeimpfung in Anspruch zu nehmen und dadurch nicht nur sich selber sondern auch die Patienten zu schützen, kam prominente Unterstützung in das Innenstadtkrankenhaus, der Entertainer Götz Alsmann schaute vorbei und informierte sich bei den Ärzten über den Nutzen der Grippeschutzimpfung. „Ich selber bin leider ein Impfmuffel, weil ich im Herbst meist erkältet bin und gehört habe, dass man sich dann lieber nicht impfen lassen sollte“, erklärt Alsmann. Dr. Carolin Dame vom Clemenshospital nimmt Alsmann hier allerdings den Wind aus den Segeln: „Eine einfache Erkältung ist kein Grund, sich nicht impfen zu lassen“. Es geht den Verantwortlichen der Kliniken um die sogenannte Herdenimmunität, für die so viele Menschen in einer Gesellschaft geimpft sein müssen, dass es nicht mehr zu einer Ausbreitung eines Erregers kommen kann. „Unser Ziel ist, dass sich 80 Prozent der Mitarbeiter impfen lassen“, erklärt Dame.

„Keine Impfung polarisiert so wie die Grippeschutzimpfung“, weiß die Betriebsärztin der Kliniken, Dr. Katharina Fastenrath und erklärt die mögliche Ursache: „Jeder kennt jemanden der jemanden kennt, der nach der Impfung krank wurde. Es ist aber absolut normal, dass im Herbst die Menschen vermehrt Erkältungen bekommen, das passiert vollkommen unabhängig von einer Grippeschutzimpfung“.

Als Slogan der Impfwochen für die Mitarbeiter haben sich die Organisatoren „Wir holen euch ins Boot“ ausgedacht und das Schlauchboot auch gleich mitgebracht. Mobile Impfteams gehen mit dem Vierfach-Impfstoff auf die Stationen und bieten denjenigen das Impfen an, die nicht zu den Terminen der Betriebsärztin kommen können, immer das Schlauchboot im Schlepptau.

„Beim Hausarzt kann man sich kostenlos gegen Grippe impfen lassen, wenn man entweder älter als 60 Jahre, schwanger oder chronisch krank ist. Auch Personen, die in einem medizinischen oder pflegerischen Beruf arbeiten, müssen für die Impfung nichts bezahlen“, erklärt Dr. Carolin Dame. Als Anreiz für die Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik werden Freifahrten auf der MS Günther verlost: „Wir haben das ganze Boot gemietet und werden mit 130 Mitarbeitern auf große Fahrt gehen“, wie Dame erklärt.

Bild: Götz Alsmann (2.v.l.) unterstützt das Team von Clemenshospital und Raphaelsklinik beim Werben für die Grippeschutzimpfung

Bauchaortenaneurysma: Eine tickende Zeitbombe

Münster – Siegfried Thiemann hatte Glück im Unglück, durch einen Zufall wurde bei ihm während einer Routineuntersuchung vor 18 Jahren eine Aussackung der Bauchschlagader entdeckt, ein Bauchaortenaneurysma. „Eine solche Veränderung macht leider keine Beschwerden“, erklärt Dr. Jean-Nicolas Beck, Leitender Oberarzt (Gefäßchirurgie) der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Clemenshospitals. Dabei handelt es sich um eine tickende Zeitbombe. Sollte eine solche Aussackung platzen, besteht wegen des großen Blutverlustes akute Lebensgefahr. Für Siegfried Thiemann bedeutete die Diagnose zunächst, dass er regelmäßig zum Arzt gehen musste, um die Größe des Aneurysmas überwachen zu lassen. „Wenn die Aussackung eine Größe von fünf Zentimetern erreicht, muss gehandelt werden“, erklärt der Gefäßchirurg.

Im Januar war es so weit, über kleine Schnitte in der Leistengegend wurde mit einem Katheter unter Röntgenkontrolle ein elastisches Metallgeflecht, ein sogenannter Stent, eingesetzt. Der Eingriff unter Vollnarkose dauert zwischen einer und drei Stunden, je nach Patient. „Nach dem Eingriff musste ich zwei Tage im Bett liegen, Schmerzen hatte ich aber nicht. Nach einer Woche konnte ich nach Hause gehen“, berichtet der 77-Jährige Dülmener. „Es gibt für Patienten nach einem solchen Eingriff keine Einschränkungen, in der ersten Zeit muss nur mit regelmäßigen Ultraschall-Untersuchungen überwacht werden, dass alles gut verläuft“, erklärt Beck.

Den Betroffenen kommen die Fortschritte in der Medizin zugute: „Die moderne Technik ermöglicht heutzutage, viele Eingriffe mit einem Katheter vorzunehmen, für die früher große Bauchoperationen notwendig waren. Das ist für den Patienten wesentlich weniger belastend“. Gerade Patienten, die älter als 65 Jahre sind, empfiehlt Dr. Jean-Nicolas Beck dringend, bei der Vorsorgeuntersuchung auch die Bauchschlagader untersuchen zu lassen. „Wenn in Ihrer Familie bereits jemand ein Bauchaortenaneurysma hatte, Sie Raucher sind oder einen erhöhten Blutdruck haben, sollten Sie diese Untersuchung unbedingt bereits in jüngerem Alter wahrnehmen“, rät der Gefäßchirurg.

Am Samstag, den 26. Mai, besteht im Clemenshospital, Düesbergweg 124, von 10 bis 13 Uhr die Möglichkeit, eine kostenlose Bauchaortenuntersuchung vornehmen zu lassen. Dabei handelt es sich um eine kurze, ungefährliche Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs. Um eine telefonische Anmeldung unter 0251 976-2351 wird gebeten.

Bild: Dr. Jean-Nicolas Beck (l.) zeigt Siegfried Thiemann und seiner Frau Elisabeth Aufnahmen des Computertomographen mit dem Bauchaortenanaurysma

Opfer des Amokfahrers werden intensiv versorgt

Münster – Zwei schwerstverletzte Opfer der Amokfahrt vom gestrigen Samstag werden im Clemenshospital behandelt, ein weiteres in der Raphaelsklinik. Die Patienten im Clemenshospital werden intensivmedizinisch betreut und weiterhin engmaschig überwacht. Das Opfer, das in der Raphaelsklinik operiert wurde, konnte inzwischen auf eine Normalstation verlegt werden. Im Clemenshospital wurde bis nach Mitternacht operiert. „Alle Mitarbeiter haben am Samstag Großartiges geleistet“, bestätigt der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin, Prof. Dr. Horst Rieger.

Bild: Zahlreiche Mitarbeiter kamen nach der Alarmierung zum Clemenshospital und in die Raphaelsklinik, um bei der Versorgung der Schwerstverletzten zu helfen.

Auch in der Raphaelsklinik sei man Dank des gut geschulten Teams sehr gut vorbereitet gewesen, „Die Organisation der Zentralen interdisziplinären Ambulanz hat sehr gut funktioniert“, sagt der Oberarzt der Klinik für Unfall- und orthopädische Chirurgie, Dr. Frank Jung. In beiden Kliniken sind unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Amokfahrt zahlreiche Mitarbeiter spontan zur Arbeit erschienen um ihre Kollegen zu unterstützen. Unter ihnen waren neben Ärzten und Pflegenden auch Techniker, Verwaltungsmitarbeiter und Vertreter der Klinikseelsorge. Die Alarmierung erfolgte über den elektronischen Alarmserver, der nach der Auslösung die Mitarbeiter automatisch auf ihrem Handy angerufen hat.

Selbst medizinisch geschulte Bürger, die nicht in den beiden Kliniken arbeiten, haben sich telefonisch gemeldet, um ihre Hilfe anzubieten. „Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeitern sehr herzlich für ihr großes Engagement und die Welle der Hilfsbereitschaft. Auch die Kommunikation mit den Einsatzkräften lief vorbildlich!“, bekräftigt der Geschäftsführer der Trägergesellschaft Alexianer Misericordia am Tag nach der Amokfahrt. Für alle Beteiligten überraschend war auch die Solidarität seitens der Bevölkerung, die zum Teil mit Lebensmitteln in die Kliniken kamen, um die vielen Helfer zu unterstützen.

Opfer des Amokfahrers auf dem Weg der Besserung

Münster – 11.04.2018, 12.45 Uhr – In der Raphaelsklinik ist das Opfer des Amokfahrers, das am Samstag operiert und nach der Betreuung auf der Intensivstation bereits am Sonntag auf eine Normalstation verlegt werden konnte, weiterhin auf dem Weg der Besserung.
Der Zustand der beiden schwerstverletzten Opfer, die sich seit Samstag in intensivmedizinischer Behandlung finden, ist ebenfalls inzwischen gebessert. Während ein Opfer weiterhin künstlich beatmet wird und nicht bei Bewusstsein ist, ist das zweite Opfer inzwischen bei Bewusstsein und wird nicht mehr künstlich beatmet. Von beiden Personen kann gesagt werden, dass eine akute Lebensgefährdung nicht mehr besteht, die intensivmedizinische Betreuung jedoch weiterhin dringend notwendig ist.
Vom Universitätsklinikum Münster erfolgte heute Vormittag die Verlegung eines Opfers zu uns ins Clemenshospital, da es sich um den Ehepartner eines der beiden Schwerverletzten in unserer Klinik handelt. Diese Person muss nicht intensivmedizinisch betreut werden und kann auf einer Normalstation weiterbehandelt werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Gründen des Datenschutzes weder zum Geschlecht noch zum Alter oder der Herkunft der Betroffenen Auskunft geben.