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Clemenshospital: Vier Mal Gold für die Hygiene

Münster – Bereits zum vierten Mal in Folge wurde das Clemenshospital Münster mit dem Goldsiegel der „Aktion Saubere Hände“, ausgezeichnet. In Deutschland haben 38 von knapp 2000 Kliniken das Goldsiegel erhalten, unter neun Häusern in Nordrhein-Westfalen erfüllt in Münster nur das Clemenshospital die „goldenen“ Kriterien der „Aktion Saubere Hände“.

„Das Hygienebewusstsein ist bei den Mitarbeitern nach vier Jahren Gold in Folge nachhaltig geprägt und so hoch, dass sie selbständig über hygienische Verbesserungen nachdenken“, erklärt Dr. Carolin Dame, leitende Ärztin der Krankenhaushygiene. Das goldene Siegel und die damit verbundene Qualität sei die Basis für Infektionsprävention und damit für die Patientensicherheit.

Die Händedesinfektion nimmt einen der größten Stellenwerte bei der Krankenhaushygiene ein. Gemessen wird sie am Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln. Jährliche Schulungen und Aktionstage, regelmäßige Begehungen auf den Stationen und zahllose Gespräche mit den Mitarbeitern zeigen deutliche Erfolge: Der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel ist kontinuierlich gestiegen und die Infektionszahlen sind seit Jahren rückläufig. Aber auch andere Maßnahmen müssen nachgewiesen werden, um das goldenes Siegel zu bekommen.

Bild: (v.l.) Cornelia Mählmann (Hygienefachkraft in Ausbildung), Claudia Nonnhoff und Martin Wolke (Hygienefachkräfte) sowie Dr. Carolin Dame (leitende Ärztin der Krankenhaushygiene) freuen sich über das Goldsiegel der „Aktion saubere Hände“.

Im Clemenshospital wird die Abteilung Krankenhaushygiene aktuell im Zuge des Neubaus an Bauplanungen beteiligt, denn, so Hygienefachkraft Martin Wolke: „Die Händedesinfektion ist nur ein Teilaspekt des Hygienekonzeptes. Der Gedanke der Hygiene muss alle Arbeitsprozesse durchdringen.“

Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance („Regeltreue“) der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen.

Sie wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen – mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, des Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ), dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V..

Rooming-In: Gesunde Nähe im Clemenshospital

Gerade kranke Kinder benötigen viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die Nähe der Eltern kann sogar den Genesungsprozess fördern. Deshalb ist es wichtig, dass ein Elternteil Platz hat, mit seinem Kind im Krankenhaus zu bleiben.

Münster – So wie bei Justus und Konrad. Die Zwillinge kamen, genau wie ihre beiden Geschwister, im Clemenshospital Münster zur Welt. Wegen des geringen Geburtsgewichts, wurden sie zunächst auf der Kinderintensivstation überwacht. „Vor allem in der frühen Phase der Neugeborenen ist Nähe wichtig, dies gilt natürlich auch für Frühgeborene oder wenn andere gesundheitliche Probleme wie Infekte vorliegen“, erklärt Dr. Rüdiger Langenberg, Chefarzt der Frauenklinik im Clemenshospitals. Deshalb war Claudia Hombergs froh, ganz nah bei ihren Kindern Justus und Konrad bleiben zu können. „Ich fand Rooming-In toll, weil ich rund um die Uhr bei meinen Babys sein konnte. Die Station hat es geschafft, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, in der man sich wohl fühlt.“

Rooming-in ist für Kinder aller Altersgruppen wichtig. Es hilft Ängste zu vermeiden und vorhandene abzubauen. Außerdem hat es körperliche Auswirkungen. „Die Nähe führt nachweislich zu einer Entspannung des Neugeborenen oder Kindes, was am Überwachungsmonitor anhand der Herzfrequenz und des Atemrhythmus gut zu sehen ist“, so Langenberg.

Die Kinderintensivstation des Clemenshospitals ist in drei Fachbereiche unterteilt: Neonatologie, Frührehabilitation und Intensivmedizin. Hier werden die kleinen Patienten auf 15 Plätzen medizinisch und pflegerisch betreut. 39 Pflegekräfte und drei Ärzte stehen den Familien zur Seite.

Rooming-In ist mittlerweile gängige Praxis in Kinderkliniken und Krankenhäusern – so auch auf allen Kinderstationen im Clemenshospital. Wenn Neugeborene jedoch auf die Intensivstation müssen, ist dort oft kein Platz für die Eltern. Im Clemenshospital ist das anders. Auf der Kinderintensivstation gibt es mehrere Zimmer, in denen ein Elternteil bei seinem Kind bleiben kann. „Durch die meist integrative Versorgung der Mutter auf der neonatologischen Intensivstation, ist ein sogenanntes Bonding und Zusammenfinden noch besser möglich“, betont Langenberg.

Bonding wirkt wie ein „emotionaler Sekundenkleber“, der die innere Bindung zwischen Eltern und Kind erleichtert, stärkt und aufbaut. Das Neugeborene entwickelt dadurch Urvertrauen. Den Eltern gibt sie Kraft, auch in schwierigen Phasen für das Kind da zu sein. Aber auch für das Klinikpersonal hat Rooming-In einen Vorteil. „Eltern sind die Übersetzer ihrer Babys und Kleinkinder. Durch sie können wir die Kinder und Ihre Bedürfnisse oft besser verstehen“, erklärt Dr. Georg Hülskamp, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Clemenshospital.

Bild: Im Clemenshospital haben Eltern und Ihre Kinder auch auf der Intensivstation ganz viel Platz, so wie Claudia Hombergs und ihre Zwillingen Justus und Konrad (Rooming-In).

Quelle: © Clemenshospital Münster

Auszeichnung für Kniechirurgen

Münster – Die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin des Clemenshospitals unter der Leitung von Prof. Dr. Horst Rieger wurde von der Deutschen Kniegesellschaft mit dem Zertifikat „Kniechirurg“ ausgezeichnet. Ziel der Gesellschaft ist die Forschung, Fort- und Weiterbildung von Ärzten, Therapeuten und Wissenschaftlern bei Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenks. Sie soll Unfallchirurgen, Endoprothetiker, Sporttraumatologen, Sportmediziner und Wissenschaftler vereinen.

Mit der Zertifizierung soll die Qualität der chirurgischen Versorgung des Kniegelenks verbessert werden. Schwerpunkte der unfallchirurgischen Abteilung des Clemenshospitals sind die kniegelenkserhaltende Chirurgie, die Behandlung von Kreuzbandschädigungen sowie Knorpeltransplantationen. „Unter unseren Patienten befinden sich viele Leistungs- und Berufssportler, als regionales Traumazentrum operieren wir außerdem häufig Unfallopfer mit schweren Knochenbrüchen des Kniegelenks“, erläutert Prof. Dr. Horst Rieger. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen eine bestimmte Anzahl unterschiedlich komplizierter Kniegelenks-Operationen nachgewiesen und vorgeschriebene Kurse absolviert worden sein.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Neues Verfahren zum Entdecken von Prostatakrebs

Münster – Mit dem zweiten sieht man besser, dies gilt nicht nur für das ZDF sondern auch für die Medizin. Das Prostatazentrum Münsterland an der Raphaelsklinik kombiniert zukünftig im Zweifelsfall die Bilder eines Magnetresonanztomographen (MRT) mit denen eines Ultraschallgerätes, um beim Verdacht auf Prostatakrebs zielgenau Proben entnehmen zu können.

Die Ultraschall-MRT-Fusionsbiopsie wird angewendet, wenn die üblichen Untersuchungsmethoden wie Tasten, Ultraschall und die fächerförmige Entnahme von Gewebeproben kein Ergebnis liefern, die weiteren Untersuchungen aber weiterhin auf einen Tumor in der Prostata hinweisen. Als MRT kommt ein Hochleistungs-3-Tesla-Gerät der Verbundabteilung für Radiologie am Standort Clemenshospital unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Weßling und Manfred Pützler zum Einsatz. Die hochaufgelösten Bilder der Prostata werden digital an die Belegabteilung für Urologie von Dr. Walter Otto, Dr. Eckart Gronau und Dr. Maximilian Cohausz in der Raphaelsklinik übermittelt. Dort werden die MRT-Bilder eines verdächtigen Befundes mit den ultraschallgesteuerten Aufnahmen in Echtzeit überlagert. Durch die Kombination beider Verfahren können somit auch kleine oder versteckt liegende Tumore zielgenau mit der Punktionsnadel für die Entnahme von Gewebeproben angegangen werden. Das Risiko, dass die Biopsienadel den Tumor möglicherweise verfehlt, ist somit deutlich geringer. Durch das neue Verfahren ist auch die Art der Gewebeveränderung besser zu erkennen, von der die weitere medizinische Behandlung abhängt. Das neue Verfahren der Ultraschall-MRT-Fusionsbiopsie erlaubt somit eine schonende und präzisere Diagnostik beim Prostatakarzinom und bietet sowohl dem betroffenen Mann als auch den behandelnden Ärzten mehr Sicherheit.

Bild: Urologen und Radiologen von Clemenshospital und Raphaelsklinik kombinieren zukünftig ihre Untersuchungsergebnisse beim Erkennen von Prostatatumoren.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jährlich rund 63.400 Männer an einem Tumor der Vorsteherdrüse. Die Ursachen sind noch nicht endgültig bekannt, jedoch scheinen eine familiäre Veranlagung sowie Ernährung und Umwelteinflüsse die Entstehung eines Prostatakrebses zu begünstigen. Der wichtigste Faktor ist das Alter, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Erkrankung deutlich an. Ab 45 wird die jährliche Vorsorgeuntersuchung von den Kassen bezahlt, bei familiärer Veranlagung ab 40. Wird der Tumor früh erkannt, besteht eine sehr gute Heilungschance.

Quelle: © Raphaelsklinik/Clemenshospital Münster

Neue Intensivstation für beatmete Patienten in Betrieb genommen

Münster – Die Fotos an den Wänden der neuen Beatmungs-Intensivstation des Clemenshospitals zeigen weite Berglandschaften mit blauem Himmel und klarer Luft bis zum Horizont. „Stellen Sie sich vor, dass Sie durch eine solche Landschaft wandern und vor jedem Schritt erst zwanzigmal tief Luftholen müssen“, erklärt der Neurologe Prof. Dr. Peter Young, und fährt fort: „So fühlt sich ein Patient mit einer schweren Erkrankung, die das Atmen nahezu unmöglich macht“. Gemeinsam mit dem Pneumologen Dr. Klaus-Peter Czudaj leitet Young die neue, spezialisierte Intensivstation für Menschen, die künstlich beatmet werden oder von einer solchen Beatmung schrittweise wieder entwöhnt werden müssen. Die neue Abteilung ist nicht nur im Münsterland einmalig, sie ist auch die erste Kooperation dieser Art zwischen dem Universitätsklinikum Münster und einem Krankenhaus der Alexianer. „Die Kooperation von Neurologen und Pneumologen, also von Experten für Nervensystem- und Atemwegserkrankungen, hat in Deutschland keine große Tradition“, wie die beiden Experten bedauern. Dabei eröffnet die gemeinsame Behandlung durch Mediziner beider Fachrichtungen neue Perspektiven, sowohl für die Patienten als auch für die wissenschaftliche Erforschung dieser Krankheitsbilder.

Bild: Freuen sich über die neue Beatmungs-Intensivstation (v. l.): Prof. Dr. Peter Young, Oberärztin Priv.-Doz. Dr. Inga Teismann, Dr. Klaus-Peter Czudaj, Hartmut Hagmann und der stellvertretende Stationsleiter Rudolf Noltensmeier.

Eine dieser Krankheiten, die zu Muskelschwund führen ist die amyotrophe Lateralsklerose, ALS. Zahllose Menschen haben sich im Sommer 2014 öffentlich eiskaltes Wasser über den Kopf geschüttet, um auf die relativ seltene Krankheit aufmerksam zu machen. Patienten mit dieser bislang unheilbaren Nervenerkrankung finden auf der Beatmungs-Intensivstation ideale Bedingungen vor, wenn Schwierigkeiten bestehen diese Menschen wieder von der Beatmung zu entwöhnen oder um durch die Anwendung von speziellen Formen der Beatmung wieder mehr Lebensqualität zu erlangen. Auch die wesentlich häufigere chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), auch als Raucherlunge bekannt, erfordert in vielen Fällen eine künstliche Beatmung, von der die Entwöhnung sehr behutsam und sachkundig durchgeführt werden muss. „Viele Intensivstationen haben für eine solche Entwöhnung gar nicht die Zeit, im Durchschnitt dauert dieser Prozess etwa drei Wochen“, wie Czudaj erläutert.

„Beim Umbau der Station wurde gerade wegen dieser langen Aufenthaltsdauer besonders der Aspekt der Privatsphäre des Patienten im Auge behalten“, wie der Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, Hartmut Hagmann, betont. Mit den Möglichkeiten eines regionalen Beatmungszentrums können sich die Mediziner zukünftig verstärkt um Patienten mit Atmungs- und Beatmungsproblemen kümmern und die Versorgung in der Region für beatmungspflichtige Patienten infolge verschiedenster pneumologischer und neurologischer Erkrankungen verbessern.

Kaum in Betrieb genommen, schwebt den Medizinern bereits eine Erweiterung des Projektes zum regionalen Beatmungszentrum vor, das sich verstärkt um die Zeit nach dem Aufenthalt auf der Station kümmert, um die Beatmung zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung, auch die Abteilung für neurologische Frührehabilitation des Clemenshospitals könnte hierbei zukünftig eine wichtige Rolle übernehmen, berichten Prof. Dr. Peter Young und Dr. Klaus-Peter Czudaj.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Diabetes Kooperation: Betroffene vernetzen

Münster – Bei der Adventsfeier der Diabetes Kooperation Münster informierte Prof. Dr. Peter Baumgart, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I im Clemenshospital, rund 40 Gäste über das Thema „Lebensverlängerung für Diabetiker durch neue Medikamente“.

„Die Anzahl der an Diabetes erkrankten Menschen nimmt drastisch zu. Derzeit gibt es weltweit knapp 400 Millionen Diabetiker“, erklärte Baumgart. Das liege daran, dass die Häufigkeit von Übergewicht in der ganzen Welt drastisch zunehme – das Hauptproblem des Typ-2-Diabetes. Klassischerweise ist Insulin Mittel der Wahl bei Patienten, bei denen mit Lebensstiloptimierung und oralen Antidiabetika keine ausreichende Blutzuckersenkung erreicht werden kann. Um das Risiko gefürchteter Komplikationen, wie etwa Herz-Kreislauf-Problemen, zu verringern, sollten Diabetiker ein paar Dinge beachten. Neben einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung, sollte der Blutzucker mit den richtigen Medikamenten gut eingestellt sein. Neben den klassischen Mitteln zur Blutzuckerregulierung wie Insulin oder Metformin, gibt es neue Medikamente, die eine positive Wirkung auf die Lebenserwartung haben, so Baumgart. Das Diabetes-Medikament Empagliflozin beispielsweise könne laut einer Studie (EMPA-REG OUTCOME-Studie) vor dem Herz-Kreislauf-Tod schützen. „Empagliflozin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es zur vermehrten Zuckerausscheidung durch die Nieren führt“, beschrieb Baumgart die Wirkung. Liraglutid dagegen stimuliere die Insulinsekretion, den Blutzucker und senke das Gewicht durch eine verzögerte Magenentleerung sowie eine Verminderung des Hungergefühls. Auch Liraglutid kann das Leben von Typ-2-Diabetikern verlängern, sagte der Experte.

Die Diabeteskooperation Münster wurde vor 18 Jahren gegründet. Sie bietet Menschen mit neu diagnostiziertem sowie bereits bekanntem Diabetes individuelle Beratung und effektive Unterstützung in allen Lebenslagen. Die Diabetes Kooperation versteht sich als Netzwerk, das Kontakt zu Experten unterschiedlicher Fachbereiche herstellt. Es finden regelmäßige Treffen mit Vorträgen zu aktuellen Themen statt, zu denen alle Interessierten eingeladen sind.

Bild: Prof. Dr. Peter Baumgart, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I im Clemenshospital, informierte über das Thema „Lebensverlängerung für Diabetiker durch neue Medikamente“.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Weihnachtswünsche-Aktion im Clemenshospital:
Mitarbeiter erfüllen Wünsche von hilfsbedürftigen Menschen

Bescheidenheit und warme Wünsche

Münster – Auch in diesem Jahr möchte das Clemenshospital bedürftigen Menschen aus drei münsterschen Einrichtungen eine Freude machen. Ende November wurde deshalb ein Weihnachtsbaum mit rund 100 Wünschen geschmückt. Bereits kurz nach Beginn der Aktion hatten fast 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Wunsch mit nach Haus genommen. Die Geschenke werden gesammelt und kurz vor Weihnachten in die Einrichtungen gebracht.

Einen Wunsch frei – was würde uns alles einfallen. Ein Smartphone, ein Fahrrad, hippe neue Kleidung, Geld oder teure Gutscheine. Ein warmer Schal oder Handschuhe scheinen uns selbstverständlich. Und doch gibt es Menschen, die ihren Weihnachtswunsch hergeben für eben diesen bescheidenen Wunsch. Das Clemenshospital hat die Bewohner von drei Einrichtungen in Münster gebeten, ihre Weihnachtswünsche aufzuschreiben. Die Wunschzettel kamen von Gästen des Treffpunktes an der Clemenskirche (Wohnungslosentreff), Bewohnerinnen des Frauenhauses Münster und ihren Kindern sowie minderjährigen Flüchtlingen ohne Familie aus dem Kinderheim Vinzenz-Werk Handorf.

Auch eine Zugfahrt nach Hause stand auf einem der fast 100 Wunschzettel am Tannenbaum im Clemenshospital sowie ein Medikament gegen Halsschmerzen, warme Wäsche oder ein Christstollen. Alltägliche Dinge. Die Kinder im Vinzenzwerk wünschen sich einen Theaterbesuch, eine Kuscheldecke, ein Deutschbuch oder einen Fußball. Es sind häufig Dinge, die nicht viel kosten, die manche Familien vielfach zuhause haben, Dinge, die selbstverständlich scheinen.

Andrea Frye, Personalsachbearbeiterin im Clemenshospital, hatte vor einem Jahr die Idee zu der Aktion: „Mir persönlich bedeutet es sehr viel, bedürftige Menschen zu unterstützen und ihnen eine Freude zu machen. Auch in diesem Jahr stelle ich wieder fest, dass es vielen Mitarbeitern ähnlich geht, darüber freue ich mich sehr.“ Eine Krankenschwester der Intensivstation beispielsweise stieß auf den Wunsch eines Obdachlosen – ein Rollator. Sie erinnerte sich an einen kürzlich verstorbenen Patienten, dessen Gehhilfe noch auf der Station steht und nahm Kontakt zu der Familie auf. Die Ehefrau des verstorbenen Patienten war sehr froh über die Idee und ihr gefiel der Gedanke, dass der Rollator ihres verstorbenen Ehemanns einem guten Zweck dienen würde. Eine Clemensschwester nimmt sich dem Wunsch eines obdachlosen Mannes nach einem Rosenkranz an und auch der Wunschzettel, mit dem sich das Frauenhaus Münster einen dringend benötigten Föhn wünscht, hängt nicht mehr am Baum. „Mich berührt es immer wieder sehr, wenn ich Mitmenschen durch die Erfüllung von so bescheidenen Wünschen, wie beispielsweise warmer Kleidung, glücklich machen kann. Ich finde aber auch besondere Wünsche, wie ein Deutschbuch oder ein Theaterbesuch, sehr ergreifend“, sagt Reinhild Everding, MAV Vorsitzende im Clemenshospital und Mitorganisatorin der Aktion.

Schon bei der Kontaktaufnahme mit den Einrichtungen hat sich gezeigt, wie dringend ein bisschen Hilfe benötigt wird. Aber vor allem, wie bescheiden die Wünsche vieler Menschen sind. Zwei Einrichtungen waren bereits im letzten Jahr dabei und konnten davon berichten, wie groß die Freude über die Geschenke war.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Peter Weidlich: Lesen nicht nur für Patienten

Münster – Als Peter Weidlich Patient im Clemenshospital war, kam ihm beim Betrachten der Gottesdienstübertragung aus der Klinikkapelle in die Patientenzimmer eine Idee. Warum diesen Weg nicht nutzen, um Patienten mit kurzweiliger Literatur zu versorgen? Zwei Jahre hat es gedauert, bis der Bezirkssprecher des Verbands Deutscher Schriftsteller den Plan in die Tat umgesetzt und das Projekt „Einfach Hin Hören“ ins Leben gerufen hat.

„An fünf Terminen werden unterschiedliche Schriftsteller aus unserem Verband aus ihren Büchern vorlesen. Die Lesung wird über das Klinik-Fernsehen übertragen, wir freuen uns aber natürlich auch sehr über jeden Zuhörer, der zum Zuhören in die Klinikkapelle kommen kann!“, erläutert der 70-Jährige und macht deutlich, dass jeder herzlich willkommen ist, nicht nur die Patienten des Clemenshospitals.

Weidlich ist es auch, der am 18. Dezember um 16 Uhr mit Auszügen aus seinem Buch „Stärker als Rache“ die Reihe starten wird. „Die Veranstaltung wird etwa 30 Minuten dauern, mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand der Zuhörer“, sagt Weidlich. Aufgelockert werden die Leseabschnitte von Weihnachtsliedern, die der Autor auf der klassischen Mundharmonika spielt. Im kommenden Jahr folgen dann vier weitere Lesungen, die auf der Internetseite www.clemenshospital.de und in der Zeitung angekündigt werden. Die Lesungen sind öffentlich und kostenlos, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Quelle: @ Clemenshospital Münster