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„Babylotsen-Projekt“ am St. Franziskus-Hospital: Kooperationsvertrag sichert Zukunft

Münster – Mit dem „Babylotsen-Projekt“ startete das St. Franziskus-Hospital Münster vor vier Jahren ein einzigartiges Präventionsprojekt rund um Schwangerschaft und Geburt, um Familien mit Betreuungsbedarf zu erkennen und ihnen die individuell nötige Unterstützung in den Kommunen und Kreisen zu vermitteln. Das Krankenhaus als eine der größten Geburtskliniken in NRW konnte eine Projektförderung durch die Glücksspirale erreichen, die aber im vergangenen Jahr auslief. Das Hospital sprang ein, um die Finanzierung mit geringer Stundenzahl aufzufangen. Dank des Einsatzes der Projektleitung, die zusammen mit der Babylotsin die umliegenden Jugendämter persönlich aufgesucht und Anträge an die Kommunen und Kreise geschrieben hat, konnten fast alle Angesprochenen von der Dringlichkeit und der Qualität des Projektes überzeugt werden und die Finanzierung nun langfristig ausgebaut werden. In einer Feierstunde dankten die Projektbeteiligten des Hospitals den Förderern.

„Babylotsen sind Ansprechpartner und Netzwerker, wenn sich rund um die Geburt Anhaltspunkte für Belastungen bei den Schwangeren oder in der Familie ergeben“, beschrieb Beate Riße ihre Aufgabe als Babylotsin in der Geburtsklinik des St. Franziskus-Hospitals. Schon beim Aufnahmegespräch mit den Patientinnen werde mit Hilfe eines speziellen Erhebungsbogens ermittelt, ob Hilfe- und Beratungsbedarf bestehe. Da über 90 Prozent der Frauen in einer geburtshilflichen Klinik entbinden, habe man hier die einmalige Gelegenheit, den größten Teil der Mütter und Familien zu erreichen und frühzeitig zu beraten. „Das Projekt ist eine echte Herzens­angelegenheit geworden und ein gelungenes Beispiel für Prävention beim Lebensstart. Wir konnten damit eine Lücke zwischen der Jugend-, Sozial- und Gesundheitshilfe schließen“, erläuterte der projektverantwortliche Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Michael Böswald. Im Namen des St. Franziskus-Hospitals dankte er den Vertretern der Städte Münster, Greven, Emsdetten und des Kreises Steinfurt für die finanzielle Unterstützung, die es seit Jahresanfang 2019 ermöglicht, das Beratungsangebot langfristig zu etablieren und zeitlich auszubauen: Eine anteilsmäßige Finanzierung wurde in entsprechenden Kooperationsverträgen festgeschrieben. Zusammen mit dem Eigenanteil des Hospitals stehen so jährlich rund 80.000 Euro für das Projekt zur Verfügung.

Bild: Gelbe Rosen als symbolischer Dank (v.l.): Dr. Dagmar Schwarte (Gesundheitsamt Münster), Heiner Vogt (Stellv. Leiter Amt für Kinder, Jugendliche und Familie, Münster), Jutta Möllers (Ratsmitglied Stadt Münster, Kinder- und Jugendpolitische Sprecherin Bündnis90/Die Grünen), Petra Gittner (Leiterin Jugendamt Emsdetten), Beate Tenhaken (Leiterin Jugendamt Greven), Dr. Anke Hövels (Lt. Oberärztin Geburtshilfe), Priv.-Doz.Dr. Michael Böswald Projektverantwortlicher Chefarzt), Monja Göcke (Babylotsin), Tillmann Fuchs (Sozialdezernent Kreis Steinfurt) und Regionalgeschäftsführer Burkhard Nolte.

„Bisher hat das St. Franziskus-Hospital das Babylotsen-Angebot allein aus Eigenmitteln und Spenden finanziert“, erläuterte Regionalgeschäftsführer Burkhard Nolte. „Dank der finanziellen Unterstützung der Kommunen und des Kreises Steinfurt kann das Projekt nun nicht nur aufrechterhalten, sondern sogar personell erweitert werden.“ Künftig stehen den Familien zwei Mitarbeiterinnen im Hospital mit insgesamt ca. 50 Wochenstunden zur Verfügung.

„Der Beratungsbedarf bei Schwangeren und ihren Familien ist groß – und es war bisher nicht möglich, dieser Nachfrage gerecht zu werden“, führte Beate Riße aus. So habe es 2018 im St. Franziskus-Hospital 2530 Geburten gegeben und bei jeder fünften Schwangeren oder ihrer Familie sei ein Bedarf für das Babylotsen-Angebot zu erkennen gewesen. „Die individuelle Kontaktvermittlung und Beratung wird sehr gerne in Anspruch genommen und schafft bei den Schwangeren Vertrauen – und für ihre Lebenssituation Zuversicht “, sind sich Dr. Michael Böswald und Babylotsin Beate Riße einig.

Das St. Franziskus-Hospital ist neben dem Mathias Spital in Rheine das einzige Krankenhaus im Münsterland, in dem Babylotsen tätig sind.

Babylotsen sind Netzwerker, die wissen, wer helfen kann
Werdende Eltern unterliegen oftmals unterschiedlichen Belastungen: Wirtschaftliche Not oder Arbeitslosigkeit, fehlende Integration, schwindende familiäre Strukturen, Trennung oder Krankheit der Eltern. Nicht alle Familien verfügen über ausreichend eigene Ressourcen, um mit diesen Belastungen fertig zu werden. So kann es zu Überforderung und im schlimmsten Fall zur Gefährdung des Kindeswohls kommen. Babylotsen sorgen dafür, dass hilfebedürftige Schwangere und Familien frühzeitig durch den oft unübersichtlichen Dschungel aus Hilfsangeboten geleitet werden.

Hierfür ist es besonders wichtig, den Hilfe- und Beratungsbedarf von Familien professionell zu erkennen und frühzeitig zu ihnen Kontakt aufzunehmen. Babylotsen zeichnen sich durch ihre besonders gute Vernetzung zu den verschiedenen Einrichtungen der frühen Hilfen aus. Sie zeigen den Familien einen Weg auf und motivieren sie, an Hilfemaßnahmen teilzunehmen. Bestehende Angebote sollen dabei nicht ersetzt werden. So gibt es von freien und kommunalen Trägern sehr viele Angebote vor und nach der Geburt. Die Wahrnehmung dieser Hilfen kann aber ausgebaut werden. Durch die Babylotsen kann in den Geburtskliniken der akute Bedarf ermittelt und Hilfe sehr früh an die Familien gebracht und die schon vorhandenen Netze besser genutzt werden. Babylotsen leisten somit einen präventiven Beitrag zum Kinderschutz.

Babylotsin Beate Riße: „Lange Zeit hatte ich ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken, dass es so viele werdende Mütter und Familien gibt, die mit Ihrer Lebenssituation überfordert sind. Als Babylotsin habe ich den Eindruck, diesen Menschen wirklich helfen zu können. Das ungute Bauchgefühl weicht einem Gefühl der Hoffnung“.

Erstes Netzwerktreffen der Babylotsen aus NRW

Babylotsen: Gemeinsamer Austausch zeigt Möglichkeiten und Probleme auf

Münster – Erstmalig trafen sich die Babylotsen verschiedener Geburtskliniken aus Nordrhein-Westfalen zu einem Netzwerktreffen. Der Bedarf an psychosozialer Unterstützung von Familien wächst stetig. Kostenlos beraten die Babylotsen Familien mit besonderem Hilfebedarf. Dabei wird in Absprache mit den Eltern passgenaue Hilfe vor Ort gesucht und in die regionalen Unterstützungsangebote vernetzt. Babylotsen leisten so einen wichtigen Beitrag, der das gesunde Aufwachsen von Kindern ermöglicht. Zum weiteren Ausbau des 2007 ins Leben gerufenen Projektes fand nun das erste Netzwerktreffen der NRW-Babylotsen statt.

Als erster Standort in NRW beteiligte sich 2015 das St. Franziskus-Hospital Münster an dem Projekt Babylotsen. Im weiteren Verlauf kamen das St. Johannes-Hospital Dortmund, das St. Rochus-Hospital Castrop-Rauxel, das St. Marien-Hospital Düren und die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen hinzu. Beate Riße, Babylotsin im Franziskus Hospital, sieht einen deutlichen Mehrwert durch den neu gegründeten Arbeitskreis: „An unseren jeweiligen Standorten sind wir Einzelkämpfer. Uns fehlt in der täglichen Arbeit der fachliche Austausch“. Das neue Netzwerk ermöglicht, Arbeitsprozesse abzugleichen und Fallbesprechungen durchzuführen.

Das Treffen hatte jedoch auch die Finanzierungsproblematik des Projekts zum Thema. Die Finanzierung von Lotsendiensten in den Geburtskliniken ist derzeit im Regelsystem nicht vorgesehen. Erste Fördermittel laufen an vielen Standorten bereits aus. Das gilt auch für das St. Franziskus-Hospital Münster. „Das Projekt ist sehr wichtig und sinnvoll. Die Finanzierung steht jedoch leider auf der Kippe. Damit die Babylotsin ihre Arbeit bei uns weiterführen kann, sind wir momentan auf der Suche nach finanzieller Unterstützung“, erklärt Dr. Ansgar Klemann, Kaufmännischer Direktor des St. Franziskus-Hospitals.

Bild: Babylotsen der verschiedenen Krankenhäuser in NRW trafen sich in Dortmund zum gemeinsamen Austausch.
v.l.: Beate Riße (Münster), Lucia Goffin (Düren), Sylvia Milke (Hamm-Heessen), Sonja Wollny (Dortmund), Marina Odehnal (Castrop-Rauxel).

Teilnehmer am Franziskus-Rochus-Lauf unterstützen Babylotsen am St. Franziskus-Hospital

Erlös aus Franziskus-Rochus-Lauf geht an Hilfsangebot für junge Eltern

Münster – Einen Betrag von 610 Euro erhielten jetzt die beiden Babylotsinnen Hiltrud Meyer-Fritsch und Beate Riße im St. Franziskus-Hospital. Die Summe ist aus Spenden der Teilnehmer am Franziskus-Rochus-Lauf zusammen­gekommen, der Ende August stattgefunden hat. Anstelle von Startgebühren wurden die Läufer eingeladen, zu Gunsten des Unterstützungsangebotes für junge Familien zu spenden.

Zusätzlich zur medizinischen Versorgung beraten und unterstützen zwei Babylotsinnen im St. Franziskus-Hospital bei Bedarf junge Familien mit besonderen Belastungen. Sie stehen werdenden und frischgebackenen Eltern bei Fragen und Sorgen zur Verfügung und sprechen diese auf besondere Umstände an. Auf Wunsch stellen sie den Kontakt zu weiterführenden Angeboten und Netzwerken in Münster her. Hiltrud Meyer-Fritsch (Diplomtheologin, Vorgeburtliche Bindungsförderung und Bindungsanalyse) und Beate Riße (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Dozentin der Elternschule) sind schon seit Jahren im Hospital tätig und kennen die Herausforderungen, die Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen können. Treten Komplikationen ein, so verläuft eine Schwangerschaft oft anders, als man es sich gewünscht hat. Schon während der Schwangerschaft beginnt daher das unterstützende Angebot. Auch die Geburt selbst und die Zeit danach sind nicht immer einfach. Vor allem benachteiligte Familien können von dem Angebot der Beratung, Information und Netzwerkarbeit profitieren.
Das nun gespendete Geld wird in eine Evaluationssoftware investiert. „So können wir unsere Arbeit jetzt schneller dokumentieren und auswerten und es bleibt uns viel mehr Zeit für die einzelnen Familien“, freuen sich die Babylotsen über die finanzielle Unterstützung.

SpendeBabylotsen_FRLauf2015

Bild: Laufshirt und Stoppuhr bezeugen den schon stattgefundenen Lauf – Über die gespendeten Startgebühren freuen sich (v.l.): Pflegedirektor Leonhard Decker, die beiden Babylotsinnen Beate Riße und Hiltrud Meyer-Fritsch, Pflegedienstleiterin Marita Ortmann, Chefarzt Dr. Werner Weisbach (Gynäkologie) und Chefarzt Dr. Heinz Albers (Geburtshilfe).

Babylotsen unterstützen junge Eltern

Neues Angebot am St. Franziskus-Hospital für Neugeborene und ihre Familien

Münster – Ab sofort beraten am St. Franziskus-Hospital in Münster Babylotsinnen werdende und frischgebackene Eltern. Zusätzlich zur medizinischen Versorgung von Mutter und Kind stehen die Babylotsinnen für Fragen und Sorgen zur Verfügung und sprechen diese auf besondere Belastungen an. Im Bedarfsfall stellt die Babylotsin auf Wunsch den Kontakt zu weiterführenden Angeboten der Frühen Hilfen in Münster her. Das Angebot ist für die Eltern freiwillig und kostenlos. Finanziert wurde das Projekt vom St. Franziskus-Hospital und aus Mitteln der GlücksSpirale. Der Caritasverband für die Diözese Münster hatte sich bei der Lotterie für die Unterstützung des Projektes am St. Franziskus-Hospital engagiert.

Babylotsen

Bild: Freuen sich auf den Start der „Babylotsen“ (v.l.): Christiane Kröger (Fördermittelberatung Stabsstelle Wirtschaftliche Beratung und Revision, Caritasverband für die Diözese Münster), Dr. Ansgar Klemann (Kaufmännischer Direktor St. Franziskus-Hospital Münster), Beate Riße (Babylotsin), Marita Ortmann (Pflegedienstleitung), Hiltrud Meyer-Fritsch (Babylotsin) und Chefarzt Dr. Heinz Albers (Zentrum für Frauen, Klinik für Geburtshilfe am St. Franziskus-Hospital).

Hiltrud Meyer-Fritsch (Diplomtheologin, Vorgeburtliche Bindungsförderung und Bindungsanalyse) und Beate Riße (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Dozentin der Elternschule) heißen die Babylotsinnen am St. Franziskus-Hospital Münster. Beide sind schon seit Jahren im Hospital tätig und kennen die Herausforderungen, die eine Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen. „Wir Babylotsen stehen den Frauen mit Rat und Tat zur Seite. Manchmal verläuft eine Schwangerschaft anders, als man es sich gewünscht hat. Auch die Geburt selbst und die Zeit danach sind nicht immer einfach. Dann sind wir Babylotsen gerne an ihrer Seite, um bestmögliche Voraussetzungen für Familien schaffen. Vor allem benachteiligte Familien können von unserem Angebot profitieren“, betonen sie. Die Babylotsen klären mit den Familien gemeinsam, welche Unterstützungsmöglichkeiten es in den konkreten Situationen gibt. Gerne begleiten sie die Mütter während Ihres Aufenthaltes im St. Franziskus-Hospital. Auch für die Zeit nach der Geburt gibt es zahlreiche unterstützende Angebote in Münster und Umgebung. Hier bieten sie Information und Vernetzung.

An 19 Geburtskliniken in vier Bundesländern arbeiten bereits Babylotsen. Ihre Aufgabe ist es, Familien mit besonderen Belastungen zu erkennen, zu beraten und in die mittlerweile nahezu flächendeckend vorhandenen Netzwerke Früher Hilfen zu vermitteln. Die frühe Kontaktaufnahme in der Geburtsklinik – teilweise schon vor der Entbindung – ermöglicht es, Probleme wie ungeklärte Formalitäten, eine nicht geregelte Nachsorge, psychische Probleme der Mutter oder familiäre Konfliktsituationen in Angriff zu nehmen und damit den Start ins Familienleben zu erleichtern. Im Zentrum steht dabei immer das gesunde und ungefährdete Aufwachsen des neugeborenen Kindes. Seit dem Startschuss im Marienkrankenhaus Hamburg 2007 erreichte das von der Stiftung SeeYou Familienorientierte Nachsorge Hamburg entwickelte Programm rund 70.000 Familien – das entspricht in 2014 rund 5,7 Prozent aller Geburten in Deutschland.