Sehr gute Behandlungserfolge bei Mastdarm-Krebs

Neue schonende Operationstechnik im St. Franziskus-Hospital

Münster – Gute Nachrichten für Patienten mit Mast- und Enddarmkrebs: Im St. Franziskus-Hospital Münster wird erfolgreich eine neue, sehr schonende Operationsmethode eingesetzt. „Dank dieser neuen Technik, die deutschlandweit nur in wenigen Zentren durchgeführt wird, können wir wahrscheinlich die Heilungschancen weiter verbessern und einigen Patienten einen bleibenden künstlichen Darmausgang ersparen“, freut sich Prof. Dr. med. Matthias Brüwer, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie und Leiter des Zentrums für Darmerkrankungen des St. Franziskus-Hospitals Münster. Eine Operationsmethode, die hoffentlich vielen Patienten zu Gute kommen wird: Der bösartige Tumor des Dickdarms ist die zweithäufigste Krebsart. Allein im zertifizierten Darmzentrum des St. Franziskus-Hospitals werden jährlich mehr als 120 Patienten mit Darmkrebs operiert.

Die Behandlung von Mast- und Enddarmkrebs ist höchst anspruchsvoll, wie Prof. Brüwer erläutert. „Dieser Darmabschnitt ist im Becken unmittelbar von anderen Organen, Nerven und Blutgefäßen umgeben, die bei einer Operation unbedingt geschont werden müssen, um alle wichtigen Funktionen der Beckenorgane, wie die Blasenfunktion, die Sexualfunktion und natürlich die Stuhlhaltefunktion aufrecht zu erhalten.“ Die neue Technik basiert auf der Idee, die Operation nicht wie bisher nur „von oben“, also von der Bauchhöhle aus durchzuführen, sondern „von unten“, durch den After. Dabei wird nicht nur in der Bauchhöhle, sondern auch über den After eine spezielle 3D-Schlüsselloch-Chirurgie eingesetzt, die den Operateuren optimale Sicht und räumliches Orientierungsvermögen erlaubt. Besonders bietet sich das Verfahren bei schließmuskelnahen Tumoren an sowie bei übergewichtigen Patienten und bei Männern mit engem langen Becken oder einer vergrößerten Prostata. Prof. Brüwer geht davon aus, dass die neue Operationstechnik auch bei der operativen Therapie weiterer Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa zukünftig einen immer größeren Stellenwert erlangen wird.

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Bild: Mit Patient Osman Yjagci freuen sich die Operateure über den guten Behandlungserfolg mit der neuen Operationstechnik (v.l.n.r.): Dr. med. Claus Wagner und Dr. med. Walther Engels (Oberärzte der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie des St. Franziskus-Hospitals Münster), Prof. Dr. med. Matthias Brüwer (Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie und Leiter des Zentrums für Darmerkrankungen des St. Franziskus-Hospitals Münster).

Quelle: © St.-Franziskus-Hospital Münster