Psychotherapie von Angsterkrankungen:
PROTECT-AD nimmt Fahrt auf und organisiert „Autumn School“ für Therapeuten und Ärzte

Münster – Im Oktober 2015 fiel der Startschuss: Mit der Forschungskooperation PROTECT-AD sollen die biologischen Grundlagen von Angsterkrankungen sowie die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungsmethoden erforscht werden. Gefördert wird der Verbund vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Zentrales Element des Projekts ist eine Verhaltenstherapie mit intensiven Übungen, die sechs oder zehn Wochen dauert, je nach Studienarm. Durch die zeitliche Raffung der Sitzungen soll ein schnellerer Abbau der Ängste erreicht werden. Die münstersche Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist als eines von sieben Zentren an diesem Projekt beteiligt. Die Studie wird ein enger Zusammenarbeit mit der apv Münster und der Psychotherapieambulanz (PTA) des Institutes für Klinische Psychologie der WWU Münster durchgeführt. Behandelt werden Patienten von Panikstörungen über Spezifische Phobien bis hin zur Sozialen Phobie. Insgesamt wurden bereits mehr als 100 Patienten deutschlandweit in dem Projekt behandelt, geplant ist der deutschlandweite Einschluss von ca. 700 Patienten bis Mitte kommenden Jahres.

Gerade für solche Patienten, die schnell wieder in Studium und Beruf einsteigen wollen und keine monatelangen Wartezeiten in Kauf nehmen wollen, ist das Projekt ein lohnenswertes Angebot. Auch für Ärzte kann das Projekt Entlastung schaffen: zum einen bietet die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie eine schnelle Diagnostik an, zum anderen übernimmt das Team zügig die therapeutische Behandlung. Im wissenschaftlichen Teil des Projekts laufen bereits die Experimente zu körperlichen, genetischen und zerebralen Wirkfaktoren der Therapie: die Patienten werden vor und nach der Therapie untersucht, um die Wirksamkeit des intensiven Vorgehens nachweisen zu können.

Am 8. Oktober 2016 veranstaltet die Klinik passend zu dem Thema des Projekts eine „Autumn School“ zu der Behandlung von Angsterkrankungen. Als Redner wird Peter Zwanzger fungieren, ein Experte auf dem Gebiet der biologischen Behandlungsmethoden von Angsterkrankungen und Leiter des kbo Salzach-Klinikums Wasserbug am Inn. Der ehemalige leitende Oberarzt der Klinik in Münster hat die transkranielle Magnetstimulation beforscht und wird unter anderem über diese, ebenso aber medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, sprechen. Auch die virtuelle Realität als therapeutische Option in der Verhaltenstherapie der Ängste wird Thema sein. Zudem wird Thomas Lang, der in Bremen die Psychotherapieambulanz des Instituts für Klinische Psychologie leitet, über die expositionsbasierten Verhaltenstherapien bei Angsterkrankungen sprechen. Lang ist Autor eines Lehrbuches zu diesem Thema, und war bereits an einer BMBF-geförderten Studie zu diesem Thema bei Angsterkrankungen beteiligt. Zudem stehen vier Workshops zur Auswahl, die sich praktisch der Diagnostik und Behandlung häufiger Angsterkrankungen nähern, der Panikstörung, der Blut-/Spritzen-Phobie oder der generalisierten Angsterkrankung. Die Klinik möchte mit dieser Veranstaltung vor allem solche Kollegen ansprechen, Hausärzte aber auch Psychiater und/oder Psychotherapeuten, die sich mehr Informationen über Umgangsmöglichkeiten mit Patienten mit Angsterkrankungen wünschen. [Link zur Autumn School]

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Bild: Prof. Dr. Dr. med. Udo Dannlowski (ganz links), PD Dr. med. Katja Kölkebeck (Mitte vorn) und Prof. Dr. med. Volker Arolt (hinten) als Projektverantwortliche und das Behandlungs –/Studienteam laden zur Autumn Summer School zu Angsterkrankungen.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster