Pflege: Vielfältig und hochspezialisiert

Münster (ukm/aw/cf) – „Die Pflege ist ein schöner Beruf, den man nur mit Leib und Seele machen kann“, weiß Christiane Birschel, die auf viele Jahre Erfahrung als Gesundheits- und Krankenpflegerin zurückblickt. Seit 22 Jahren arbeitet die heute 65-Jährige als Pflegekraft in der Klinik für Radiologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) und ist damit die älteste Pflegekraft am Uniklinikum. Auch die derzeit Jüngste – Anna-Lena Stratmann – hat sich für den Pflegeberuf entschieden: Vor drei Monaten begann das Arbeitsleben der 20-Jährigen in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Ihr Ziel ist eine Spezialisierung im hochtechnologischen Wundmanagement.

Bild: Die jüngste und die älteste Pflegekraft am UKM: Anna-Lena Stratmann und Christiane Birschel.

Zwei Geschichten, zwei Perspektiven auf einen Beruf im Wandel: Christiane Birschel war früher Intensivschwester – ein fordernder Bereich. Sie erzählt: „Wenn man jung ist, hat man noch die Kraft diesem Stress standzuhalten.“ In der Radiologie sind manche Gespräche mit den Patienten, aufgrund der Strahlung teilweise nur getrennt durch eine Bleiwand möglich. Das sei emotional belastend. „Es hat sich viel verändert in den Jahren“, blickt Christiane Birschel zurück. „Heute hat man viel mehr Möglichkeiten. Man kann sich auch spezialisieren und aufsteigen.“ Auch ein Grund für Anna-Lena Stratmann in die Pflege zu gehen: „Ich wollte gerne mit Menschen arbeiten, ihnen helfen und mich gleichzeitig weiterentwickeln.“ Schnell war für sie klar: „Pflege: Das ist es für mich. Das will ich machen.“

„Es ist kein Geheimnis, dass qualifiziertes Pflegepersonal unter anderem durch den demografischen Wandel heute mehr denn je gefragt ist“, weiß Michael Rentmeister, Pflegedirektor am UKM. Auch das Uniklinikum will mit einer neuen Pflegekampagne mehr Aufmerksamkeit auf die Berufsmöglichkeiten in Münster richten. Pflegekräfte stehen in engem Kontakt zu den Patienten, werden immer wieder „angepiept“, kommen zum Blutdruck messen und Spritzen setzen. Die Anforderungen des Berufes sind hoch, nicht nur in körperlicher sondern auch in psychischer Hinsicht. Rentmeister weiß, dass das Berufsbild einem enormen Wandel unterworfen ist: „Die Pflegenden sind teils hochspezialisiert und müssen immer wieder bereit sein, sich auf den neusten Stand zu bringen. Das gilt für die beschäftigten eines Maximalversorgers, wie wir es mit unserer universitären Medizin sind, sogar noch mehr als für Regelkrankenhäuser. Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen wird vorausgesetzt.“

Anna-Lena Stratmann ist sich bei ihrer Berufswahl sicher: „Pflege ist mein Traumberuf. Das möchte ich auch in 30 Jahren noch machen.“ Christiane Birschel dagegen wird im Frühjahr in den wohlverdienten Ruhestand gehen. „Und das ist auch gut so“, stellt die 65-Jährige fest.