Depression: Die Last des Frühlings

Münster – Nicht im Winter nehmen sich die meisten Menschen das Leben, sondern im Frühjahr. Eindeutig wissenschaftlich erklären lässt sich dieses Phänomen bisher nicht. Verschiedene Faktoren scheinen zusammenzukommen. 90 Prozent der Menschen, die einen Suizid begehen, sind psychisch erkrankt, meistens an einer Depression. „Nach der dunklen und kalten Jahreszeit steigert das vermehrte Sonnenlicht den Antrieb. Der stimmungsaufhellende Effekt tritt aber erst später ein, nach etwa zwei Wochen. Dadurch kann sich das Suizidrisiko erhöhen. Vor allem wenn das Gefühl der lebensermüdenden Hoffnungslosigkeit nicht therapeutisch aufgefangen wird“, erklärt YooJeong Lee, leitende Oberärztin der Christoph-Dornier-Klinik in Münster. […]

Erste Erfahrungen der Spezialsprechstunde für Flüchtlingskinder am UKM

Münster (ukm/cf) – Schlafprobleme, das Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken – viele Geflüchtete können das Erlebte aus ihrer von Gewalt zerrütteten Heimat oder aus der Flucht kaum verarbeiten. Vor fast zwei Jahren kam auch Najman Z. nach Deutschland. Durch mehr als sieben Länder ist er bei seiner Flucht aus Afghanistan gereist, bevor er im Frühjahr 2016 Münster erreichte. „Ich konnte nicht darüber reden, was in meinem Herzen war – ich habe mir immer Sorgen gemacht, konnte nicht Schlafen und habe mich selbst verletzt“, blickt er zurück. Um Jugendlichen wie Najman zu helfen mit den traumatischen Erfahrungen umzugehen, wurde vor 18 Monaten das Modellprojekt Spezialsprechstunde für Flüchtlingskinder, ihre Familien und Bezugspersonen am UKM (Universitätsklinikum Münster) gegründet. […]

Terror-Simulation im UKM: Chirurgen trainieren den Ernstfall

Münster (ukm/aw) – Es ist der Fall, der niemals eintreten soll: Bombenexplosion im Zentrum einer beliebigen deutschen Großstadt – ein Terroranschlag. Die Folge: 120 Verletzte, davon 40 schwer. Die Teilnehmer des TDSC®-Kurses (Terror and Desaster Surgical Care) am UKM Trainingszentrum müssen schnell entscheiden: Wer ist wie schwer verletzt – wen müssen wir also zuerst versorgen? […]

Neueste OP-Methoden bei Darmkrebs

Münster – Am Mittwoch, 14.03., trifft sich die „Deutsche ILCO“, die Selbsthilfeorganisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs, um 15.30 Uhr in der Raphaelsklinik. Thema sind diesmal moderne OP-Methoden bei Darmkrebs und deren Vorteile für die Betroffenen. Referent ist Dr. Emile Rijcken, leitender Oberarzt am Uniklinikum Münster. Die ILCO trifft sich regelmäßig an jedem zweiten Mittwoch im Monat in den Räumen des Krankenhauses an der Loerstraße 23. Betroffene und Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig. […]

Patiententag der MAgKs startet mit Politikerrunde

Münster – Für die Vertreter der „Münsteraner Allianz gegen Krebs“ (MAgKs) ist es ein Dilemma. Auf der einen Seite sind sie davon überzeugt, dass Krebspatienten in zertifizierten Tumorzentren besser und umfassender behandelt werden als außerhalb solcher Zentren und auf der anderen Seite zahlen die Kassen immer den gleichen Betrag pro Patient, unabhängig von den Leistungen, die in diesen Zentren zusätzlich erbracht werden. „Wir wollen Qualität liefern und immer besser werden, aber das alles muss organisiert werden. Das ist personell aufwendig und teuer“, sagt Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, der Trägergesellschaft von Clemenshospital und Raphaelsklinik in Münster. […]

„Dumbo“-Krake wird von Forschern der Universität Münster in Hochfeld-MRT untersucht

Münster (mfm/jk) – Ohrenartige Flossen rechts und links des Kopfes, spiralenförmig gleiten sie damit durch das Wasser. Nicht zufällig werden sie auch „Dumbo“-Kraken genannt, denn zu auffällig ist ihre Ähnlichkeit mit Disneys Elefanten. Beinahe niedlich sind diese Wesen, die aussehen, als kämen sie von einem fremden Planeten. Und ihr eigentlicher Lebensraum ist auch eine uns nahezu unbekannte Welt: die Tiefsee. Forscher aus Münster, Bonn und den USA haben nun zum ersten Mal einen Dumbo-Schlüpfling mithilfe eines speziellen Kleintier-MRT-Gerätes untersucht und ihre Ergebnisse in der „Current Biology“ publiziert. Das Team rund um Prof. Cornelius Faber aus dem Institut für klinische Radiologie der Universität Münster konnte durch die im MRT entstandenen Aufnahmen die inneren Organe des Kraken-Jungen in einen Zusammenhang mit der Verhaltensweise und dem Entwicklungszyklus dieser Tiefsee-Tiere bringen. […]

MALDI-TOF-Massenspektrometrie: Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen

Münster (mfm/sm) – Atemwegs-, Harnwegs- oder Wundinfektion, Sepsis: Die Liste der typischerweise durch multiresistente Keime ausgelösten Erkrankungen ist lang, deren Verlauf oft schwer oder gar tödlich. Therapeutischer Königsweg sind exakt auf den krank machenden Erreger zugeschnittene Antibiotika, doch genau hier liegt das Problem: Tests, welcher Keim den Patienten krankmacht und gegen welche Antibiotika dieser noch empfindlich ist, dauern oft lange. Ein Forscherteam des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Münster hat nun eine Methode entwickelt, die das Verfahren deutlich beschleunigt. Unterstützt durch eine neue Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bringen die Forscher die Methode in Kooperation mit einem Technologieunternehmen derzeit zur Marktreife, sodass sie Patienten schon bald zugutekommen kann. […]

„Schmerz kann alles sein“:
Schmerzambulanz für Kinder und Jugendliche am UKM

Münster (ukm/aw) – Jahrelang litt Julia Wesselmeier aus Hörstel unter immer wiederkehrenden Bauchschmerzen. Mit ihren Eltern war die heute 15-Jährige quasi Dauergast bei niedergelassenen Ärzten und in Krankenhäusern. „Doch niemand konnte eine Ursache finden, man fühlt sich irgendwann nur noch hilflos“, so Julias Mutter. Als dann noch unerklärliche Taubheit in den Knien dazu kam, kam Familie Wesselmeier mit Julia zum UKM (Universitätsklinikum Münster). „Julia war insgesamt neun Wochen stationär hier und wir haben sie noch einmal medizinisch gründlich untersucht: Gleichzeitig haben wir aber auch intensiv nach nicht körperlichen Ursachen für ihre Schmerzen gesucht“, sagt Dr. Martina Monninger, leitende Oberärztin der Kinderpsychosomatik in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKM. […]