Neues Verfahren zum Entdecken von Prostatakrebs

Münster – Mit dem zweiten sieht man besser, dies gilt nicht nur für das ZDF sondern auch für die Medizin. Das Prostatazentrum Münsterland an der Raphaelsklinik kombiniert zukünftig im Zweifelsfall die Bilder eines Magnetresonanztomographen (MRT) mit denen eines Ultraschallgerätes, um beim Verdacht auf Prostatakrebs zielgenau Proben entnehmen zu können.

Die Ultraschall-MRT-Fusionsbiopsie wird angewendet, wenn die üblichen Untersuchungsmethoden wie Tasten, Ultraschall und die fächerförmige Entnahme von Gewebeproben kein Ergebnis liefern, die weiteren Untersuchungen aber weiterhin auf einen Tumor in der Prostata hinweisen. Als MRT kommt ein Hochleistungs-3-Tesla-Gerät der Verbundabteilung für Radiologie am Standort Clemenshospital unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Weßling und Manfred Pützler zum Einsatz. Die hochaufgelösten Bilder der Prostata werden digital an die Belegabteilung für Urologie von Dr. Walter Otto, Dr. Eckart Gronau und Dr. Maximilian Cohausz in der Raphaelsklinik übermittelt. Dort werden die MRT-Bilder eines verdächtigen Befundes mit den ultraschallgesteuerten Aufnahmen in Echtzeit überlagert. Durch die Kombination beider Verfahren können somit auch kleine oder versteckt liegende Tumore zielgenau mit der Punktionsnadel für die Entnahme von Gewebeproben angegangen werden. Das Risiko, dass die Biopsienadel den Tumor möglicherweise verfehlt, ist somit deutlich geringer. Durch das neue Verfahren ist auch die Art der Gewebeveränderung besser zu erkennen, von der die weitere medizinische Behandlung abhängt. Das neue Verfahren der Ultraschall-MRT-Fusionsbiopsie erlaubt somit eine schonende und präzisere Diagnostik beim Prostatakarzinom und bietet sowohl dem betroffenen Mann als auch den behandelnden Ärzten mehr Sicherheit.

Bild: Urologen und Radiologen von Clemenshospital und Raphaelsklinik kombinieren zukünftig ihre Untersuchungsergebnisse beim Erkennen von Prostatatumoren.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jährlich rund 63.400 Männer an einem Tumor der Vorsteherdrüse. Die Ursachen sind noch nicht endgültig bekannt, jedoch scheinen eine familiäre Veranlagung sowie Ernährung und Umwelteinflüsse die Entstehung eines Prostatakrebses zu begünstigen. Der wichtigste Faktor ist das Alter, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Erkrankung deutlich an. Ab 45 wird die jährliche Vorsorgeuntersuchung von den Kassen bezahlt, bei familiärer Veranlagung ab 40. Wird der Tumor früh erkannt, besteht eine sehr gute Heilungschance.

Quelle: © Raphaelsklinik/Clemenshospital Münster