Behandlung von Angststörungen:
Münstersche Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie wird Teil eines bundesweiten Forschungsprojektes

Münster (mfm/ps) – Im Oktober fällt der Startschuss: Mit der Forschungskooperation PROTECT-AD sollen die biologischen Grundlagen von Angsterkrankungen sowie die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungsmethoden erforscht werden. An dem Verbundprojekt, das eine Laufzeit von vier Jahren hat, ist auch die münstersche Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie beteiligt. Insgesamt fördert das Bundesforschungsministerium (BMBF) das Projekt, dessen Kurztitel für „Providing Tools for Effective Care and Treatment of Anxiety Spectrum Disorders“ steht, aus dem Programm „Forschungsnetz für psychische Erkrankungen“ mit 5,3 Millionen Euro. Münster ist eines von bundesweit sieben beteiligten Zentren.

Die dortigen Uni-Mediziner können sich bei dem neuen Projekt auf umfassende Erfahrungen aus zwei Vorläuferstudien stützen: Das neue Projekt knüpft an PANIC-NET an, das zuletzt von Klinikdirektor Prof. Volker Arolt geleitet und ebenfalls – von 2010 bis 2013 – vom BMBF finanziert wurde. Für den Nachfolger PROTECT-AD, bei dem die Ausrichtung nun von Panikerkrankungen auf andere Angststörungen ausgeweitet wird, verfügen Priv.-Doz. Dr. Katja Kölkebeck und Prof. Udo Dannlowski als Verantwortliche über ein speziell zertifiziertes Behandlungsteam. Die von diesem untersuchten Krankheitsformen reichen von Panikstörungen über spezifische Phobien bis hin zur Sozialen Phobie, die in zwischenmenschlichen Situationen zutagetritt. Den Schwerpunkt in Münster bildet eine klinische Studie zum „Extinktionslernen“ von Erwachsenen – einem Vorgang, mit dem angstfördernde neuronale und kognitive Strukturen verändert werden können.

Protect-AD

Bild: Das Behandlungsteam von PROTECT-AD mit Prof. Udo Dannlowski (1.v.l.), Priv.-Doz. Dr. Katja Kölkebeck (3.v.l.) und Klinikdirektor Prof. Volker Arolt (4.v.l.) (Foto: FZ)

Um die Behandlung solcher Angststörungen zu optimieren, an denen jeder achte Deutsche leidet, konzentriert sich das Verbundprojekt auf eine intensive ambulante Psychotherapie. Dabei werden zur genaueren Erforschung angstauslösender Reize vor und nach der Therapie bildgebende Untersuchungen des Kopfes und genetische Analysen vorgenommen. Darüber hinaus entwickeln die Beteiligten in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten neue Versorgungskonzepte, um bekannte Mängel bei der derzeitigen Diagnose und Therapie zu beheben, so die fehlende Bezahlung intensivierter Behandlungsmethoden.

„Vor allem die Mischung von wissenschaftlicher Arbeit und ambulantem therapeutischen Angebot macht für unser Team den besonderen Reiz von PROTECT-AD“ aus, freuen sich Kölkebeck und Dannlowski auf die kommende Arbeit. Die Gesamtleitung der multizentrischen Studie liegt bei Prof. Ullrich Wittchen vom Institut für Klinische Psychologie der Technischen Universität Dresden.