Lungenerkrankungen früh erkennen

Aus Anlass des Deutschen Lungentages informierten Experten des UKM am Mittwoch, 16. September, am Lungenfunktionsmobil / Interview über Anzeichen, Diagnose und Behandlung von Asthma und COPD

Artikel-UKM_10092015Münster (ukm/rem) – Diagnose Asthma: Zusammen mit der Krankheit COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zählt das Lungenleiden zu den großen Volkskrankheiten der Welt. Um eine frühzeitige Diagnose zu fördern, lud das UKM (Universitätsklinikum Münster) zusammen mit der gemeinnützigen Ethos GmbH am Mittwoch, dem 16. September, zu einem kostenlosen Lungenfunktionstest auf den Schlossplatz ein. Von 10 bis 17 Uhr konnten Interessierte im „LufuMobil“ (Lungenfunktionsmobil) Messungen durchführen lassen und sich bei Prof. Dr. Rainer Wiewrodt, Leiter der Pneumologie am UKM, und seinem Team über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Asthma und COPD sind weltweit verbreitet. Was sind die ersten Anzeichen?
Wiewrodt: Atemwegserkrankungen bereiten zunächst keine Schmerzen, deshalb wissen viele Betroffene nicht, dass bei ihnen Symptome vorliegen. Erste Anzeichen für Lungenerkrankungen sind Luftnot bei Belastung und Schwierigkeiten zu Atmen. Auch häufiges Husten kann ein Anzeichen sein.

Was macht eine frühzeitige Diagnose so wichtig?
Wiewrodt: In Deutschland leiden ca. zehn Prozent der Erwachsenen und fünf Prozent der Kinder an Asthma, weltweit zählt die Erkrankung zu den Leiden mit der höchsten Sterblichkeit. Wie bei vielen Erkrankungen gilt: Je früher die Lungenerkrankung erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie. Deshalb sollten Betroffene mit Atembeschwerden, egal ob diese in Ruhe auftreten oder in Bewegung, zum Hausarzt oder Lungenarzt gehen.

Welche Therapien gibt es?
Wiewrodt: Das Behandlungsspektrum erweitert sich ständig. Bei einer frühzeitigen Diagnose und konsequenter Behandlung helfen in den meisten Fällen inhalative Therapien. Auch neue Medikamente und Verfahren können die Behandlung vorantreiben. Wenn Medikamente nicht mehr helfen, kann schweres, nicht kontrolliertes Asthma durch die Spezialtechnik der bronchialen Thermoplastie behandelt werden. Davor müssen jedoch seltene Ursachen von schwerem Asthma und häufigen Infektionen der Atemwege oder Immundefekte ausgeschlossen werden.

Gibt es Chancen auf Heilung?
Wiewrodt: Nein, vollständig heilbar sind weder Asthma noch COPD. Aber bei einem guten Therapieverlauf, der eben zu großen Teilen von einer frühen Diagnose abhängt, können viele Betroffene fast ohne Einschränkungen leben. Deshalb möchten wir im Rahmen des Deutschen Lungentages mit der Aktion am 16. September auf Lungenerkrankungen aufmerksam machen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, einen kostenlosen Lungenfunktionstest durchführen zu lassen. Dieser dauert ca. 10 Minuten und kann einen ersten Hinweis auf eine mögliche Lungenerkrankung geben.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster