Schon 260 Projekte finanziert:
IZKF Münster feiert mit 200 Gästen sein 20-jähriges Bestehen

Münster (mfm/jr) – Diese Einrichtung bringt Nachwuchskräfte ins Rotieren – und das ist durchaus gewollt so: Schon über 90 jungen Ärztinnen und Ärzten aus 20 Kliniken und Instituten verhalf das „Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung“ (IZKF) der münsterschen Universitätsmedizin zu einem zeitweisen Wechsel – sprich: einer Rotation – aus der Krankenversorgung in die Forschung. Als zentrales Förderinstrument der Medizinischen Fakultät der Universität Münster unterstützt das IZKF innovative Forschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs; bislang wurden 260 Projekte gefördert und zwölf Nachwuchsgruppen eingerichtet. Eine Leistungsbilanz, die sich sehen lassen kann – und die jetzt gefeiert wird: Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens lädt das IZKF für den 16. und 17. Juni zu einem internationalen Symposium im münsterschen Schloss ein. Erwartet werden rund 200 Teilnehmer.

Der Startschuss für die Gründung von bundesweit acht Interdisziplinären Zentren für Klinische Forschung fiel Mitte der 1990er Jahre durch das Bundesforschungsministerium. Die Forschungsverbünde sollten der deutschen Universitätsmedizin neue Strukturen und Impulse geben sowie eine Brücke zwischen den Medizinischen Fakultäten und den Universitätsklinika schlagen, so der Anspruch. Von Beginn an mit dabei: das IZKF Münster. Seine Arbeit nahm es 1996 als Forschungsverbund zu „Chronischen Erkrankungen“ auf. Heute versteht es sich als Förderinstrument der Spitzenforschung und als Motor für die Profilbildung der medizinischen Forschung an der Universität Münster (WWU).

„Das IZKF hat Standards entwickelt, die der gesamten Forschung an der Fakultät zugutekommen“, bilanziert Prof. Volker Gerke, der dem IZKF in Münster seit 2012 als Sprecher vorsteht. Er verweist auf 35 Forschungsprojekte und 85 Personalstellen, die das Förderinstrument pro Jahr durchschnittlich finanziert. Das dafür eingesetzte Budget von knapp fünf Millionen Euro jährlich stellt seit dem Auslaufen der staatlichen Anschubfinanzierung im Jahr 2004 die Medizinische Fakultät bereit.
„Die Entscheidung, das IZKF fortzuführen, war richtig. Denn das Ziel der Medizinischen Fakultät, die Forschungsaktivitäten in ihrem Bereich über ein interdisziplinäres Zentrum zu bündeln und zu forcieren, hat einen erheblichen Innovationsschub für die gesamte klinische Forschung in Münster hervorgebracht“, würdigt Prof. Mathias Herrmann, der Dekan der Medizinischen Fakultät, die Leistungen des IZKF in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Bearbeitet werden in Münster aktuell vor allem Fragestellungen aus den Schwerpunkten „Vaskuläre Erkrankungen“, „Entzündung und Infektion“ sowie „Erkrankungen des Nervensystems“. Neben innovativen Forschungsvorhaben in diesen Bereichen fördert das IZKF auch andere Forschungsprojekte an der Medizinischen Fakultät und nutzt die ihm anvertrauten Mittel auch für die Nachwuchsförderung.

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Bild: Rund 260 Projekte aus der Medizinischen Forschung in Münster hat das dortige IZKF bereits gefördert – und stetig werden es mehr (Foto: IZKF)

Eine in diesem Bereich stark nachgefragte Förderung ist das vom IZKF entwickelte SEED-Programm. Es richtet sich an junge Ärztinnen und Ärzte in der Facharztausbildung und ermöglicht es ihnen, eigene wissenschaftliche Projekte zu entwickeln. Laut Dr. Sabine Blass-Kampmann, Geschäftsführerin des IZKF Münster, vermittelt SEED zugleich die verantwortliche Leitung eines eigenen Projektes und garantiert eine erfolgreiche Facharztausbildung. In enger Kooperation zwischen der beteiligten Klinik und einem theoretischen Institut wird besonders die Vernetzung zwischen Medizinern und Naturwissenschaftlern intensiviert, um die Fragestellungen optimal zu bearbeiten.

Die feierliche Veranstaltung zum Jubiläum des IZKF Münster im Schloss wird Prof. Ursula Nelles als Rektorin der WWU eröffnen. Neben namhaften Experten aus dem In- und Ausland werden auch zahlreiche Alumni unter den Teilnehmern sein. „Als Ehrengast können wir Ministerialdirektor a.D. Dr. Peter Lange begrüßen, der das Strukturförderprogramm für die IZKF im Jahr 1993 initiiert hat“, freut sich Prof. Volker Gerke als Vorstandsvorsitzender auf die zweitägige Veranstaltung. Auf die offizielle Eröffnung am frühen Nachmittag des 16. Juni werden zahlreiche wissenschaftliche Vorträge zu den thematischen Schwerpunkten des IZKF folgen.

Lesetipp: Die Geschichte und Leistung der deutschen IZKF wird in einem Sonderteil der „duz – Deutsche Universitätszeitung“ behandelt, das ab dem 23. Juni kostenlos online zur Verfügung steht (www.duz.de). Auf dem Jubiläumssymposium erhalten die Besucher Vorabexemplare der Publikation.

Quelle: © Medizinische Fakultät Münster