Herzwochen 2016 am UKM – Herz unter Stress

Seminare für Interessierte und Patienten mit Risiken für einen Herzinfarkt sowie Herzrhythmusstörungen

Münster (ukm/cf/ks) – Aus aktuellem Anlass ist am UKM (Universitätsklinikum Münster) ab sofort eine Experten-Hotline (T 0251 / 83 46 777) geschaltet, bei der sich Patienten mit implantierbaren Defibrillatoren der Firma St. Jude Medical zwischen 8.00 und 17.00 Uhr mit ihren Sorgen melden können, (siehe aktuelle Berichterstattung). Auch unter rhythmologie@ukmuenster.de kann man sich an die Rhythmologen wenden. Die betroffenen fast 200 Herzpatienten am UKM wurden bereits angeschrieben. „Außerdem sind wir dabei, die sogenannten Risiko-Patienten telefonisch zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen individuell festzulegen. Das sind Menschen, bei denen der Defibrillator häufiger (drei bis vier Mal im Jahr) tatsächlich zum Einsatz kommt und bei denen die Schrittmacherfunktion eine wichtige Rolle spielt. Wir wollen allen so schnell wie möglich Sicherheit geben und werden diese Patienten besonders engmaschig kontrollieren oder telemedizinisch überwachen“, heißt es von Prof. Dr. Lars Eckardt, dem Leiter der Abteilung für Rhythmologie im Department für Kardiologie und Angiologie am UKM. „Alle Geräte, deren Batteriespannung abfällt, geben einen gut spürbaren Vibrationsalarm ab. In diesem Fall sollten sich Patienten mit uns Verbindung setzen.“ Ein Gerätetausch erwartet Prof. Eckardt nur bei sehr wenigen Patienten. „Eine gute Chance für Fragen bietet tatsächlich auch das Patientenseminar im Rahmen der Herzwochen. Wir laden alle Betroffenen und Angehörigen explizit ein, die Veranstaltung wahrzunehmen“, so Eckardt weiter. Hintergrund: Am 11. Oktober 2016 hatte die Firma St. Jude Medical einen Sicherheitshinweis für alle vor dem 23. Mai 2015 hergestellten implantierbaren Defibrillatoren ausgegeben. Laut Hersteller sind von weltweit 398.740 implantierten Modellen bislang 841 Systeme aufgrund einer verkürzten Batterielaufzeit explantiert worden (0,21%). Bei 46 Geräten war ein Problem innerhalb der Batterie festgestellt worden. Grundsätzlich kann es dadurch bei den betroffenen Geräten zu einer verkürzten Laufzeit kommen. Eine Batterieentladung kann innerhalb weniger Tage bis hin zu Wochen auftreten.

Das UKM (Universitätsklinikum Münster) bietet in diesem Jahr zwei Patientenseminare anlässlich der Herzwochen an.

25.10.2016
Thema: Herz unter Stress – Stress als Ursache für Angina pectoris, Herzinfarkt und Herzschwäche. Zweite Chance für Herzinfarktpatient

ukm_herzwochen_patientenveranstaltung„Es ist wie ein Schritt in ein zweites Leben mit einer neuen Chance“, erzählt Marcus Brand. Der Münsteraner erlitt nach einem anstrengenden Tag im Garten im Sommer 2016 einen Herzinfarkt und musste in die Notaufnahme eingeliefert werden. Damit ist er einer von über 300.000 Herzinfarkt-Patienten jährlich in Deutschland. Im Rahmen der bundesweiten Herzwochen veranstaltet das Department für Kardiologie und Angiologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) am Dienstag, 25. Oktober, einen Informationsabend mit Reanimationstraining für Patienten, Angehörige und Interessierte zum Thema „Herz unter Stress“.
Bei Marcus Brand verlief die Herzerkrankung schleichend: Jahrelang hatte er sich immer weniger bewegt und zu ungesund ernährt. „In meiner Freizeit war ich eine echte Couch-Potato“, sagt er rückblickend über sich selbst. Bei der Arbeit stand er dagegen ständig unter Stress. „Nach dem Kathetereingriff denkt man dann, man könnte Bäume ausreißen – eine ganz neue Lebensqualität“, so Brand. „Es gibt verschiedenste Formen von Stress, die auf das Herz wirken“, weiß Univ.-Prof. Dr. Johannes Waltenberger, Direktor der Klinik für Kardiologie. „Psychosozialer Druck, Stress am Arbeitsplatz aber auch körperliche Belastungen, tragen über Hormone zu einer Grunderkrankung des Herzens bei. Wie auch bei Marcus Brand können diese Auslöser von Komplikationen sein, die dann zu einem Herzinfarkt führen.“
Als klassische Risikofaktoren für einen Herzinfarkt gelten neben Stress übermäßiges und unkontrolliertes Essen sowie zu wenig Bewegung und Rauchen. Aber auch ein über mehrere Jahre erhöhter Blutdruck, Diabetes und erhöhte Blutfette können die Entwicklung einer Herzerkrankung begünstigen. Marcus Brand hat sich den Neuanfang im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen genommen und sein Leben nach der Reha geändert. Jeden Morgen treibt er nun Sport und ernährt sich gesünder: „Ich achte mehr auf mich, mache Ruhepausen und genieße die Zeit mit der Familie, um meine zweite Chance auch wirklich zu nutzen.“ Das vollständige Programm finden Sie hier.

Thema: Herz unter Stress
Datum: Dienstag, 25.10.2016
Ort: Lehrgebäude am UKM
Uhrzeit: 17.00 – 20.00 Uhr
Referent: Univ.-Prof. Dr. Johannes Waltenberger mit seinem Team
Besonderheiten: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

08.11.2016
Thema: Stress, Bluthochdruck, Sport – Beeinflussung von Herzrhythmusstörungen?
Aktuelle Infos zum Sicherheitshinweis zu implantierbaren Defibrillatoren der Firma St. Jude Medical

ukm_lars_eckardt_kleinAus aktuellem Anlass haben die Rhythmologie-Experten am UKM ihr Programm des diesjährigen Patientenseminars umgestellt. Im Anschluss an die geplante Veranstaltung zum Thema Herzrhythmusstörungen, die in Kooperation mit dem Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) durchgeführt wird, informiert das Team um Prof. Dr. Lars Eckardt über den Sicherheitshinweis zu implantierbaren Defibrillatoren der Firma St. Jude Medical.

Das Seminar am 08. November ab 17 Uhr ist für alle interessant, die sich zum Thema – „Stress, Bluthochdruck, Sport: Beeinflussung von Herzrhythmusstörungen?“ – informieren wollen. Das ausführliche Programm finden Sie hier.

Thema: Stress, Bluthochdruck, Sport: Beeinflussung von Herzrhythmusstörungen?
Datum: Dienstag, 08.11.2016
Ort: Lehrgebäude am UKM
Uhrzeit: 17.00 – 20.00 Uhr
Referent: Prof. Dr. Lars Eckardt
Besonderheiten: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zusätzlich beantworten Experten vom UKM Fragen rund um das Thema Herz am 22. November auch telefonisch zwischen 15.00 und 18.00 Uhr (Telefon 0251 / 83 467 -78, -79, -80).

Quelle: © Universitätsklinikum Münster