Welt-Schlaganfalltag:
Experten diskutierten über Versorgungskette der Schlaganfall-Versorgung im Münsterland

Symposium lockte viele Besucher nach Telgte

Telgte – Anlässlich des Welt-Schlaganfalltages am 29. Oktober sind rund 80 Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe am letzten Wochenende der Einladung der Klinik Maria Frieden nach Telgte gefolgt. Im Fokus des diesjährigen Neurologisch-Geriatrischen Symposiums standen die Versorgungsstrukturen bei einem Schlaganfall.

Ein Schlaganfall ist in den westlichen Industrienationen die dritthäufigste Todesursache und gilt als häufigste Ursache bleibender Funktionsstörungen. So behalten 70 Prozent der Betroffenen als Folge des Schlaganfalls eine bleibende Behinderung, die den Alltag unterschiedlich stark beeinträchtigen oder vollkommen verändern. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich die Schlaganfallrate innerhalb der nächsten 50 Jahre voraussichtlich verdoppeln. „Umso wichtiger ist eine optimale Versorgungskette zur Behandlung des Schlaganfalls – von der Notarztbehandlung über die Rehabilitation bis hin zur ambulanten ärztlichen Weiterbetreuung und Sekundärprävention“, sind sich die Chefärztinnen Professor Dr. Svenja Happe und Priv.-Doz. Dr. Barbara Elkeles als Initiatorinnen einig. Zusammen mit weiteren ausgewiesenen Experten beleuchteten sie die verschiedenen, aufeinander aufbauenden Behandlungsaspekte mit besonderer Betrachtung der regionalen Versorgung im Münsterland.

So erläuterte Prof. Dr. Rainer Dziewas, Klinik für Allgemeine Neurologie/UKM, die Möglichkeiten der Akutbehandlung eines Schlaganfalles und Dr. Florian Bethke, Klinik für Neurologie/Klinikum Ibbenbüren, erklärte die besonderen Probleme der Spastikbehandlung, die den rehabilitativen Verlauf zum Teil erheblich beeinträchtigen kann. Dr. Wolfgang Kusch, Klinik für Neurologie/Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup, gab einen Überblick über die Maßnahmen der Sekundärprävention, die der Früherkennung und damit der Eindämmung des Ausmaßes, bzw. dem Auftreten eines zweiten Schlaganfalles dienen.
Die stationären Rehabilitationsstrukturen in der Klinik Maria Frieden stellte Professorin Dr. Svenja Happe vor: „Die neurologische Frührehabilitation hat das Ziel, verloren gegangene Funktionen bestmöglichst wiederherzustellen und eine Wiedereingliederung in das Sozial- und Arbeitsleben zu erreichen. Hierzu ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Berufsgruppen nötig. Die Aufklärung der Patienten und deren Angehörigen über Symptome und Ursachen sowie die Behandlung sämtlicher Risikofaktoren eines Schlaganfalls sind ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Rehabilitation nach einem Schlaganfall.“ Im Anschluss erläuterte Priv.-Doz. Dr. Martin Ritter, niedergelassener Neurologe, die ambulanten Nachsorge-Abläufe. Mit einem Fokus auf die älteren Schlaganfallpatienten, gab Priv.-Doz. Dr. Barbara Elkeles zum Abschluss einen Überblick über die Besonderheiten dieser zahlenmäßig zunehmenden Patientengruppe. So leiden Schlaganfallpatienten im hohen Lebensalter meist an mehreren Begleiterkrankungen und ihr Krankheitsverlauf sei häufig sehr komplikationsreich, so dass die Behandlung nur interdisziplinär durch Neurologen und Internisten/Geriater erfolgen könne. Hinzu kommt, dass bei der Behandlung typische Alterserscheinungen wie Muskelschwäche, Sturzneigung und Mangelernährung berücksichtigt werden müssen.

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Bild: Die Referenten freuten sich über eine gut besuchte Veranstaltung (v.l.): Priv.-Doz. Dr. Barbara Elkeles, Dr. Florian Bethke, Prof. Dr. Svenja Happe, Priv.-Doz. Dr. Martin Ritter, Prof. Dr. Rainer Dziewas und Dr. Wolfgang Kusch
Weltschlaganfalltag
Jedes Jahr am 29. Oktober wird der Welt-Schlaganfall-Tag ausgerufen, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und die aktive Prävention zu fördern. Durch umfassende Informationen können die Symptome im Akutfall erkannt werden und so schnellst möglichst ein Notarzt verständigt werden. Denn je eher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Chancen auf eine komplette Wiederherstellung. Bei der Vorbeugung und Reduzierung der Risikofaktoren hat ein gesunder Lebensstil den größten Stellenwert.

Risikofaktoren eines Schlaganfalles:

– Bluthochdruck
– Herzrhythmusstörung in Form von Vorhofflimmern
– Diabetes mellitus
– Übergewicht
– Fettstoffwechselstörung
– Schlafapnoe-Syndrom
– Positive Familienanamnese
– Nikotin
– Alkohol in größeren Mengen
– Ungünstige Ernährung (fettreich, salzreich)
– Körperliche Inaktivität

Quelle: © St. Franziskus-Stiftung Münster