Abendvisite-Nachlese vom Januar 2012
"Die Schwangerschaft sicherer machen"
Dr. Ralf Schmitz informierte in der letzten Abendvisite über pränatale Diagnostikvon Martina Döbbe
Glück, Hoffnung, Ängste, Fragen - die Schwangerschaft ist oft genug eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Sorge, die alle werdenden Eltern dabei nicht los lässt, ist immer dieselbe: "Ist unser Kind gesund?" Bei rund 95 Prozent ist das so, betont Dr. Ralf Schmitz. In der Abendvisite erläuterte der Fachmediziner der Universitäts-Frauenklinik, welche Rolle die pränatale Diagnostik dabei spielt. Ein Ziel: "Die Schwangerschaft sicherer machen."
Und zwar für Mutter und Kind. Das gelte von der ersten Blutuntersuchung bis hin zum Ultraschall: "Herzaktionen, Bewegungen, die Lage des Kindes, aber auch die zeitgerechte Entwicklung sind einzelne Aspekte, die dabei untersucht werden können." Der Gynäkologe legte die Betonung auf das Wort "können". Es gebe kein Muss, machte er deutlich, dass die Entscheidung, welche Untersuchungen gemacht werden sollen, ausschließlich bei den schwangeren Frauen liege.
Eins müsse man sich vorher bewusst machen: "Die Frage nach dem was wäre wenn?" Was bedeutet es, wenn ein ernster Befund vorliegt? Das Kind eine schwere Erkrankung hat? In diesen Fällen sei ein Faktor besonders wichtig: die Zeit. "Entscheidungen nie unter Druck treffen, genau überlegen, darüber sprechen", so sein Rat. Die Hälfte der pränatalen Diagnostik bestehe aus intensiven Gesprächen und Information.
Oft helfe es den Eltern im Vorfeld zu wissen, was auf sie zukommt. Psychosoziale Begleitung, Kontakt zu Selbsthilfegruppen, Austausch mit anderen helfe, mit der Situation umzugehen. "Im ersten Moment bleibt die Welt stehen, das muss verarbeitet werden."
Aber: Die Angebote der Hilfe seien vielfältig. Eins gelte bei allen: "Schwangerschaft und junges Leben, das ist immer etwas Besonderes."
Quelle: © Westfälische Nachrichten Nr. 22 2012
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"Ein offenes Bein muss nicht sein"
Dr. Tobias Görge informierte in der letzten Abendvisite zum Thema "Das offene Bein" über Wundbehandlung und Schutz vor Komplikationenvon Martina Döbbe
Das Fazit des Abends – ein Reim: "Ein offenes bein, das muss nicht sein", gibt Dr. Tobias Görge seinen Zuhörern abschließend mit auf den Weg nach Hause. In der Abendvisite am Dienstag informierte der Experte über ein Thema, das immer mehr Menschen betrifft und einschränkt. Ein offenes Bein, das tut nicht nur weh, das ist nicht nur gefährlich, es isoliert Betroffene, die oftmals nicht mehr am normalen Alltag teilnehmen können.
Der Leiter der Tagesklinik Wundambulanz-Phlebologie der Universitäts-Hautklinik ermutigte die Besucher deshalb, schon erste Symptome ernst zu nehmen und etwas dagegen zu unternehmen.
Ausschlaggebend für die Therapie sei die exakte Diagnose. "Unterschiedliche Ursachen können durchaus zu einem ähnlichen Krankheitsbild führen", erläuterte er, dass äußere erste Anzeichen zum Beispiel in Krampfadern und Besenreisern zu finden seien. Auch ständig wiederkehrende Wadenkrämpfe, dicke, geschwollene, schmerzende und blau verfärbte Beine dürfe man nicht als harmlos abtun. "Manchmal reicht dann schon eine kleine Verletzung in dem Bereich, eine kleine Wunde, die aber nicht mehr zuheilt."
Von einer echten Wundheilungsstörung spreche man, wenn eine Wunde nach etwa zwölf Wochen nicht geschlossen sei. "Da muss man die Ursache finden." Vor der ersten Untersuchung müsse niemand Angst haben, betonte Dr. Görge: "Per Ultraschall kann der Facharzt das Gefäßsystem unter die Lupe nehmen." Und es müsse auch nicht gleich operiert werden, um die Probleme zu beheben. "Es gibt auch die Möglichkeit von Schaumverödung", nannte er ein Beispiel.
Und natürlich auch die nicht unbedingt heiß geliebten Kompressionsstrümpfe … . Das Argument "Die sind aber hässlich und lassen micht alt aussehen", ließ der Fachmediziner nicht gelten. "Da gibt es inzwischen richtig schicke Modelle in allen Farben", hatte er sich schon mal für die Damenwelt schlau gemacht. Wohl aber, gab er zu, müsse man ein bisschen Zeit einplanen, bis die Strümpfe passgenau sitzen. "Aber nur dann helfen sie auch."
Er gab einige Tipps vorzubeugen: Walken, Wandern, Radfahren, Schwimmen, Golfen, Tanzen – kurzum die ganze Palette an Sport und Bewegung tue dem Venensystem sehr gut. Viel sitzen und viel stehen – schlecht. Laufen und liegen – gut.
Zur Frage eines Zuhörers, was man gegen Schmerzen tun könne, empfahl er, entsprechende Mittel einzunehmen (unter ärztlicher Kontrolle) und auf schmerzreduzierende Wundauflagen zurückgreifen.
Um Keimen und einer Blutvergiftung vorzubeugen, müsse der Wundwechsel immer steril erfolgen: "HAndschuhe tragen", sei ausgesprochen wichtig.
Seiner Erfahrung nach sei ein offenes Bein oft hartnäckig und langwierig in der behandlung - aber: "Es ist falsch zu sagen, ein offenes Bein kann man nicht heilen. Man kann." Ratschlag für alle Betroffenen: "Oft die Beine hoch legen."
Quelle: © Westfälische Nachrichten Nr. 10 2012
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