Erste Hilfe für Erstuntersuchung:
UKM bestückt Flüchtlingsunterkünfte in Münster mit mehrsprachiger Broschüre

Pflegebroschüre soll Verständigung verbessern

Münster (ukm/ks) – Für ausländische Patienten setzt das UKM (Universitätsklinikum Münster) seit diesem Jahr eine mehrsprachige Broschüre ein, die außerdem mit Symbolen ausgestattet ist. Aufgrund der durchweg positiven Rückmeldungen und immensen Nachfrage – die Einrichtungen aus ganz Deutschland umfasst – werden jetzt Unterkünfte für Flüchtlinge in Münster mit dem abwaschbaren Ringbuch bestückt.
„Die Broschüre ist bei uns ständig im Einsatz und wir gehen davon aus, dass allein die Symbolseiten bei der ärztlichen Versorgung und den Erstuntersuchungen der Flüchtlinge gut weiterhelfen können“, so Elke Goldhammer. Die Diplomwissenschaftlerin ist am UKM in der Fort- und Weiterbildungseinrichtung tätig und hat mit Studierenden, Pflegenden und Mitarbeitern des Internationalen Patientenmanagements (IPM) das praktische Hilfsmittel auf den Weg gebracht. Sollte die Nachfrage nach Sprachen steigen, die noch nicht in der Broschüre enthalten sind, kann diese relativ unkompliziert erweitert werden, heißt es aus dem IPM.

„Wir freuen uns über die Initiative des UKM, uns mit der Broschüre zu unterstützen. Auf das Angebot, diese nach den Bedürfnissen der Notunterkünfte zu erweitern, kommen wir sicherlich zurück“, bedankt sich Udo Schröder-Hörster, Koordinator des Lenkungsausschusses der verantwortlichen Hilfsorganisationen für die Landeseinrichtungen in Münster, bei der Übergabe. „Wir sind uns sicher, dass die Broschüre vor allem bei den Erstuntersuchungen gut zum Einsatz kommen wird. Deshalb werden zunächst die Notunterkünfte des Landes in der ehemaligen York-Kaserne und in der ehemaligen Wartburgschule sowie die städtische Erstaufnahme-Einrichtung in der ehemaligen Oxford-Kaserne ausgestattet. Sollten andere Einrichtungen, die Flüchtlinge betreuen, eine Broschüre benötigen, können sich die Verantwortlichen an uns wenden“, so der Leiter des städtischen Amtes für Gesundheit Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

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Bild: Symbole und Übersetzungen erleichtern ab sofort Erstuntersuchungen bei Flüchtlingen, zur Freude des Leiters der Notunterkunft York Alexander Wittfoht (Mitte) und der Leiterin der dortigen Sanitätsstation Nicol Hartung (rechts). Ebenso erfreut über den unkomplizierten Austausch sind (hinten v.l.) der Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes Münster Kai Flottmann, der Geschäftsführer der Johanniter-Unfall-Hilfe Münster Udo Schröder-Hörster, vom UKM die Mitverfasserin der Broschüre Elke Goldhammer sowie der Leiter des Amtes für Gesundheit der Stadt Münster Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

Informationen zur Broschüre

Das laminierte und somit abwasch- und desinfizierbare Ringbuch umfasst 21 Seiten. In bisher neun Sprachen – unter anderem Arabisch und Englisch – wurden die dringlichsten Fragen zusammengestellt und übersetzt. Außerdem helfen Symbolseiten, die vom Gebetsteppich bis zum Telefonhörer reichen und verschiedene Uhrensymbole beinhalten, bei der Kommunikation zwischen Behandelnden und Patienten. Körper- und Skelettabbildungen in Kombination mit Symbolen wie Daumen hoch oder runter und eine Schmerzskala von 1 bis 10 vervollständigen die Broschüre.

Wie komme ich an die Broschüre

Verantwortliche von Einrichtungen für Flüchtlinge in Münster können die Broschüre kostenfrei über das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten anfordern. Mehr Informationen zur Broschüre gibt es auch unter International patients.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster