Ein Vierteljahrhundert für moderne Psychotherapie

Münster – Vor 25 Jahren wurde die Christoph-Dornier-Klinik in Münster eröffnet. Seitdem unterstützt sie psychisch erkrankte Menschen dabei, Wege zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Für die Gesundheitsregion Münsterland sei sie ein Glücksfall und wichtiger Partner ‒ hoch kompetent und hoch spezialisiert, sagt Peter Schnepper, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, kurz bevor er die Jubiläumsurkunde überreicht.

„1993 wurden störungsspezifische Vorgehensweisen, die sich im englischsprachigen Raum als sehr effektiv erwiesen hatten, in deutschen Kliniken kaum angewandt. Für die evidenzbasierte Psychotherapie in Deutschland war die Christoph-Dornier-Klinik ein Meilenstein. Ihr Konzept und ihre Struktur ermöglichten, moderne und wissenschaftlich begründete, hochwirksame Therapieverfahren konsequent umzusetzen“, so der leitende Psychotherapeut, Benedikt Klauke, zuvor in seinem Festvortrag. Mit spannenden Einblicken in die damalige Berichterstattung lässt er vor Mitarbeitenden und Gästen die Geschichte der Klinik noch einmal Revue passieren.

Bild: Stolz auf 25 erfolgreiche Jahre Psychotherapie: Peter Schnepper (IHK) und die therapeutische Leitung der Christoph-Dornier-Klinik, (v.l.n.r.) Vera Frühauf, Andreas Pelzer, Benedikt Klauke und YooJeong Lee (Copyright: Christoph-Dornier-Klinik)

Ihre Gründung geht auf die private Initiative des Querdenkers, Malers und Mäzens Christoph Dornier (1938 – 2008) zurück, einem Sohn des Flugzeugbauers Claude Dornier (1884 – 1969). Sein Anliegen war es, den Transfer neuester psychotherapeutischer Forschungsergebnisse in die Praxis zu fördern. Diese Vision wurde Wirklichkeit und werde bis heute gelebt, sagt Klauke.

Angst- und Zwangserkrankungen, Essstörungen, Depressionen, Traumafolgestörungen und Persönlichkeitsstörungen sind die Behandlungsschwerpunkte des Hauses. Rund 400.000 Einzeltherapieeinheiten wurden seit der Eröffnung geleistet. Zusammen mit ergänzenden Gruppentherapien sind es weit über eine halbe Million.

Wie gut der zentrale Standort in der Tibusstraße geeignet ist, das Therapiekonzept umzusetzen, illustriert der promovierte Diplom-Psychologe an konkreten Beispielen. Der Lambertiturm, der Wochenmarkt, die Feuerwehr, aber auch Busse und öffentliche Toiletten kommen darin vor. Alles sei für Alltagserfahrungen, aber auch für Expositionsübungen, in denen sich Patient*innen ihrer Angst vor Höhe, Schmutz oder Menschenmengen stellen, fußläufig erreichbar. Neben der Arbeit an Gedanken und Emotionen sind diese ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Ihrem Fokus auf die individuelle intensive Einzelpsychotherapie sei die Klinik immer treu geblieben, schließt ihr leitender Arzt Andreas Pelzer. Gemeinsam mit seinem Team freue er sich nun darauf, das innovative Behandlungskonzept in die Zukunft zu führen und weiteren Jugendlichen und Erwachsenen zugänglich zu machen.

„In der Wirtschaft spricht man mit Respekt von Hidden Champions, familiengeführten kleinen und mittleren Betrieben mit innovativen Spezialprodukten, internationaler Ausrichtung und hohem Verantwortungsbewusstsein. Für mich ist auch die Christoph-Dornier-Klinik ein ganz besonderes Unternehmen – freilich ohne „hidden“ zu sein. Die Menschen, die das Haus führen und die es mit Leben füllen, sind keine Maschinen. Sie stellen sich in den Dienst erkrankter Menschen und sie arbeiten täglich daran, für sie und für die Klinik noch besser zu werden. Das zeichnet echte Champions aus. Respekt und Glückwunsch für 25 erfolgreiche Jahre!“, gibt Peter Schnepper dem Klinikteam mit auf den Weg. Dann überreicht er die Jubiläumsurkunde der IHK.