Crouzon-Syndrom: Fünfjähriger Junge aus Bulgarien erfolgreich im Clemenshospital behandelt

Münster – Der fünfjährige Nikolay Petrov aus Bulgarien leidet an der seltenen Erbkrankheit Crouzon-Syndrom, in deren Folge haben sich seine Schädelnähte vorzeitig verschlossen und seine Augenhöhlen sind viel zu klein. Da die medizinische Behandlung aufwändig ist und in seiner Heimat nicht möglich war, litt er unter einer chronischen Erhöhung des Schädelinnendrucks, auf dem rechten Auge war er bereits erblindet, das Sehen auf dem linken Auge war deutlich eingeschränkt und verschlechterte sich in kurzer Zeit. Nikolay drohte zu erblinden.

Die neurochirurgische Klinik am Clemenshospital unter der Leitung von Chefärztin Prof. Dr. Uta Schick ist auf die chirurgische Behandlung von Krankheiten der Sehnerven spezialisiert und auf diesem komplexen Gebiet eine international anerkannte Expertin. Auch werden in der Neurochirurgie regelmäßig Kinder mit vorzeitigen Verschlüssen der Schädelnähte operiert in Kooperation mit dem Cranio-Facialen-Centrum Münster (CFC) unter Leitung des bekannten Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen Prof. Dr. Dr. Ulrich Joos sowie der Kinderintensivstation unter der Leitung der Chefärzte Dr. Georg Hülskamp und Priv.-Doz. Dr. Otfried Debus.

Der bulgarische Assistenzarzt Simeon Georgiev stellte den Kontakt zwischen der Familie und den Chirurgen in Münster her, diese setzten sich für eine Finanzierung der Behandlung ein, so dass Nikolay kurzfristig mit seiner Mutter zur Operation ins Clemenshospital kommen konnte. In einer vielstündigen Operation wurden einerseits die vorderen Teile des Stirnbeins sowie der Augenhöhlen versetzt, besonders aufwändig war aber vor allem die beidseitige, vollständige Entlastung der Sehnerven unter dem Operationsmikroskop, hier war Millimeterarbeit gefragt. Da die Zeit drängte, war die langwierige Vorbehandlung mit einem Gewebeexpander zur Erweiterung der Kopfhaut nicht möglich, so dass zusätzlich auch eine Lappenplastik zum Verschluss der Wunde am Kopf erforderlich wurde. Außerdem wurde dem Kind eine Hirnwasserableitung implantiert zur weiteren Senkung des Schädelinnendrucks. Insgesamt eine erhebliche Belastung für ein kleines Kind, die Nikolay aber durch die umfassende Betreuung gut überstanden hat.

Zur großen Freude der Spezialisten von Clemenshospital und CFC geht es Nikolay heute gut, das Sehvermögen des linken Auges ist erhalten, auf dem zuvor erblindeten Auge kann der Junge wieder hell und dunkel unterscheiden. Dank einer Spende des Vereins „Herzenswünsche“ konnten Nikolay und seine Mutter noch in Deutschland bleiben, um die ambulanten Nachuntersuchungen zu ermöglichen.

Bild: Prof. Dr. Uta Schick und der Oberarzt Dr. Bernd Hoffmann aus der Neurochirurgie des Clemenshospitals und Dr. Georg Hülskamp aus der Kinderklinik des Clemenshospitals freuen sich über die erfolgreiche Behandlung des fünfjährigen Nikolay.

Quelle: © Clemenshospital Münster