Chronische Lungenerkrankungen sind weit verbreitet

Münster – „Die COPD ist sehr weit verbreitet, rund drei bis fünf Millionen Menschen sind in Deutschland von dieser Lungenerkrankung betroffen“, berichtet Dr. Klaus-Peter Czudaj, kommissarischer Leiter der Klinik für Pneumologie des Clemenshospitals und bedauert, dass trotz dieser Zahlen das Bewusstsein für die Krankheit in der Bevölkerung noch nicht sehr verbreitet sei.

Die Abkürzung steht für den Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankung und bezeichnet eine Gruppe von Krankheiten der Lunge die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot gekennzeichnet sind, hervorgerufen meist durch das Rauchen. So wie bei Rosemarie Ebbing (Name geändert), die seit ihrem 15. Lebensjahr geraucht hat. Wann genau die Beschwerden bei der 71-Jährigen angefangen haben, kann sie nicht sagen, „das kam über die Jahre schleichend und wurde immer schlimmer“.

Irgendwann war die Münsteranerin dann auf Sauerstoff angewiesen, den sie zwischendurch über einen dünnen Schlauch durch die Nase einatmen muss. Die Krankheit erschwert nicht nur das Atmen, die Lungen werden außerdem besonders anfällig für Infektionen. Im April letzten Jahres hat es Ebbing dann hart getroffen, eine schwere Lungenentzündung bedrohte ihr Leben. „Das war für mich das Signal, sofort mit dem Rauchen aufzuhören und es fiel mir überraschend leicht“, wie sie berichtet. Trotzdem kam vor zwei Monaten der nächste Schlag: „ Ich bin nachts aufgestanden und zusammengebrochen. Was dann passierte, weiß ich nicht mehr“. Ihre Ärzte im Clemenshospital hingegen erinnern sich sehr gut: „Wir haben erst versucht, die Patientin über eine Maske zu beatmen, als das erfolglos blieb, haben wir einen sogenannten Tubus, einen Beatmungsschlauch, in die Luftröhre gelegt und später einen Luftröhrenschnitt zur Beatmung vorgenommen“, berichtet Dr. Dr. Christiane Specht, Oberärztin der Klinik für Pneumologie. Nachdem sich der Zustand besserte, musste die Patientin ganz langsam wieder an das Atmen ohne maschinelle Unterstützung gewöhnt werden, ein mühsamer Prozess, der von den Experten des Clemenshospitals Schritt für Schritt durchgeführt und begleitet wird, unterstützt durch spezielle Atemgymnastik. „Wichtig ist, dass die Patienten nach ihrer Entlassung gewissenhaft ihre Medikamente einnehmen und die Atemtherapie weiterführen“, erklärt die Oberärztin der Abteilung, Dunja Adeil-Obeidi.

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Bild: Dr. Dr. Christiane Specht, Dr. Klaus-Peter Czudaj und Dunja Adeil-Obeidi (v.l.) kümmerten sich mehrere Wochen um Rosemarie Ebbing, die an einer COPD erkrankt ist.

Quelle: © Clemenshospital Münster