Archiv der Kategorie: Pressemitteilungen

Endometriose: Regelschmerzen und unerfüllter Kinderwunsch

Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster

Münster – Wenn Frauen während ihrer monatlichen Regelblutung von heftigen Schmerzen geplagt werden, denken die wenigsten an eine ernsthafte Erkrankung. Doch starke Unterleibsschmerzen sind nicht normal. „Diese Schmerzen sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden, denn in 70-80 Prozent aller Fälle ist eine Endometriose die Ursache nicht nur für Schmerzen bei der Regel und beim Geschlechtsverkehr, sondern häufig auch für ungewollte Kinderlosigkeit“, so Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universitätsklinik Münster. In Deutschland ist schätzungsweise jede zehnte Frau davon betroffen, darunter auch viele junge Frauen: Denn die chronische Erkrankung setzt oft schon mit der ersten Regelblutung ein. „Eine frühe Diagnose ist wichtig, um rechtzeitig eine Therapie einzuleiten und spätere Unfruchtbarkeit zu verhindern“, so Professor Kiesel, denn nach wie vor dauert es durchschnittlich sechs bis sieben Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Aufklärung tut not! In Zusammenarbeit mit der Europäischen Endometriose Liga lädt die Frauenklinik daher am Donnerstag, 29. Juni 2017, zu einer Informationsveranstaltung über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ein. Professor Kiesel, Ernährungsberaterin Maria Barnowski, Schmerztherapeut PD Dr. med. Daniel Pöpping, Dr. med. Sebastian Schäfer, Leiter des Endometriosezentrums und Kinderwunschexperte PD Dr. med. Andreas Schüring, stehen Besucherinnen für Fragen zur Verfügung. Zudem berichten betroffene Frauen über ihre Erfahrungen.

Endometriose – schmerzhaft aber behandelbar

Bei der Endometriose handelt es sich um die gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Herde von ‚versprengtem‘ Gebärmuttergewebe können sich an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken ansiedeln. „Das Gebärmuttergewebe baut sich im Zyklus der Frau auf und wieder ab. Dies führt zu Blutungen und oftmals zu starken Schmerzen“, so Dr. med. Sebastian Schäfer, Leitender Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums der Universitätsfrauenklinik. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. Die Endometrioseherde werden immer größer und so können sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden – diese sind dann oft Ursache einer Unfruchtbarkeit.

Endometriose ist behandelbar. Die Wahl der Therapie wird nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung getroffen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin erfolgt der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation.

Thema: Endometriose
Datum: Donnerstag, 29.06.2017
Ort: Universitätsklinikum, Lehrgebäude, Albert-Schweitzer-Campus 1, Münster
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Zielgruppe: betroffene Frauen, ihre Partner und Interessierte
Referenten: Professor Kiesel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am UKM,
Ernährungsberaterin Maria Barnowski, Schmerztherapeut PD Dr. Daniel Pöpping,
Dr. Sebastian Schäfer, Leiter des Endometriosezentrums
und Kinderwunschexperte PD Dr. Andreas Schüring
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Quelle: Universitätsklinikum Münster

Gesundheitscampus Emsdetten:
Einrichtung einer außerklinischen Intensiv- & Beatmungspflege

Steinfurt (mhs/aw) – Gute Nachrichten für die Menschen in Emsdetten: Am 1. September diesen Jahres öffnen sich die Türen der ehemaligen Komfortstation des im Jahr 2015 geschlossenen Marienhospitals wieder zum Wohle der Gesundheitsversorgung aller. In der dritten Etage des Hauses richtet die „Das Gezeitenland mobil GmbH“ rund 20 Versorgungsplätze für Menschen ein, welche beispielsweise auf Grund invasiver Beatmung eine intensivmedizinische Pflege und Betreuung benötigen.

„Wir freuen uns sehr, dass der Kontakt zu den Geschäftsführern des UKM Marienhospital Steinfurt GmbH, Herrn Dr. Thorsten Kraege und Herrn Dirk Schmedding, so reibungslos verlief“, so der Geschäftsführer der Das Gezeitenland mobil GmbH, Damian Stampa. Die beiden Geschäftsführer des UKM MHS ergänzen: „Der Gesundheitscampus Emsdetten wird durch den Einzug der Gezeitenland GmbH weiter mit neuem Leben gefüllt. Durch die bereits ansässigen Haus- und Fachärzte sowie durch die Apotheke und das Sanitätshaus, wird zudem die optimale Versorgung der dann dort betreuten Patienten gewährleistet und der Gesundheitsstandort Emsdetten gestärkt.“

Bei der Gezeitenland mobil GmbH werden Patienten ausschließlich durch dreijährig examiniertes Pflegefachpersonal betreut. Jede Pflegekraft pflegt höchstens bis zu drei Patienten zeitgleich. Außerdem müssen alle Pflegefachkräfte im ersten Beschäftigungsjahr eine zertifizierte Weiterbildung zur Heimbeatmung nachweisen. Zum Start der neuen Intensivpflege im September werden die Pfleger in Emsdetten durch Kollegen der ehemaligen Johannesklinik in Altenberge unterstützt. Diese betreuen dort seit August 2015 bis zu 24 Patienten mit Intensivpflegebedarf und stehen den neuen Kollegen dann mit ihrer Kompetenz und Erfahrung als Ansprechpartner zur Seite.

Mit der Aufnahme des Pflegebetriebs im September wird auch die Cafeteria des ehemaligen Marienhospitals wieder öffnen. So haben neben Patienten und Angehörigen auch alle Mitarbeiter des Campus sowie die Emsdettener Bürger und Freunde dann wieder die Möglichkeit, gemeinsam zu frühstücken oder eine Tasse Kaffee und selbstgebackenen Kuchen zu genießen.

Bild: In der dritten Etage des ehemaligen Marienhospitals nimmt ab September die Das Gezeitenland mobil GmbH ihren Betrieb auf.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Den Arbeitstag musikalisch abschütteln:
Singkreis für Mitarbeiter geht in die Testphase

Internationales Konzept der „Singenden Krankenhäuser“ wird am UKM umgesetzt

Münster (ukm/cf) – Shake it Baby! heißt es seit Mai am UKM: In beinahe allen Kulturen spielt Singen eine wichtige Rolle und auch wissenschaftliche Studien sprechen der Musik zunehmend heilende Wirkung zu. Seit einigen Wochen wird deshalb am UKM (Universitätsklinikum Münster) zur Unterstützung der Mitarbeiter ein besonderes musikalisches Konzept angeboten. „Ob nach einer anstrengenden Frühschicht oder in der späten Mittagspause – Singen hilft, dass wir einfach loslassen und die Belastung abschütteln“, erklärt Organisator Gustav von Blanckenburg, Klinischer Musiktherapeut am UKM.

Die Testphase des Projekts ist Ende Mai gestartet. „Viele sind am Anfang zwar neugierig aber noch etwas zaghaft“, weiß der Singleiter im Auftrag des Netzwerks Singende Krankenhäuser e.V. „Wenn das Eis aber erst einmal gebrochen ist, erkennen die Teilnehmer, wie viel Spaß das gemeinsame Singen macht.“ Gesungen werden einfache Lieder aus aller Welt und auch bekannte Songs wie „I like the flowers“ oder „Wonderwall“– je nach Stimmung der Mitarbeiter. Gustav von Blanckenburg begleitet die Treffen mit der Gitarre. Dabei gilt immer der Grundsatz: Musikalisch sein oder gar Singen können sind keine Voraussetzungen. „Es gibt keine falschen Töne, sondern nur Variationen“, schmunzelt von Blanckenburg.

Der Singkreis für Mitarbeiter basiert auf dem Konzept der Singenden Krankenhäuser. Hinter der Idee steht die Initiative Singende Krankenhäuser e.V., die Singangebote für Gesundheitseinrichtungen anbieten. Der Verein ist international aktiv und steht dafür, die heilende Kraft von Musik zur Gesundheitsfürsorge und Krankheitsbewältigung anzuerkennen. Auch das UKM setzt ein Zeichen und nimmt ab August den wöchentlichen Singkreis in das Programm der Gesundheitsförderung für UKM-Mitarbeiter auf. Mehr Informationen zum Konzept finden Interessierte auch im Internet.

Bild: Beim Singen schütteln Gustav von Blanckenburg und Pflegende des UKM den anstrengenden Arbeitstag ab.

Quelle: © Universiätsklinikum Münster

Patientenorganisation
PRO RETINA Deutschland e.V. feierte 40-jähriges Jubiläum

Fortschritte für Patienten mit seltenen Augenerkrankungen im Fokus

Münster (ukm/aw) – Die Erkrankungen beginnen schleichend und schmerzlos: Die Sehschärfe lässt nach, Farben erscheinen blass, gerade Linien schlagen plötzlich Wellen. Ursache sind Veränderungen im „Makula“ genannten Zentrum der Netzhaut, der Stelle des schärfsten Sehens. Es gibt zahlreiche Augenerkrankungen, bei denen die Zellen in der Makula nach und nach zerstört werden. Insbesondere bei den seltenen Formen spielen Erbfaktoren eine Rolle. Diese seltenen Augenleiden standen im Mittelpunkt einer Tagung, die die Patientenorganisation PRO RETINA Deutschland e.V. zusammen mit der Augenklinik am UKM (Universitätsklinikum Münster) am Wochenende veranstaltete.

Gemeinsamer Patiententag Makula in Zusammenarbeit mit der UKM Augenklinik

Am Samstag diskutierten Expertinnen und Experten über Krankheiten mit komplizierten Namen wie „Makuladystrophie“ oder „Hereditäre Optikus-Neuropathie“. Am Sonntag konnten sich Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen in Workshops bei Spezialisten über diese Erkrankungen informieren. Die Teilnehmer waren aus der ganzen Bundesrepublik angereist. Denn deutschlandweit leiden nur wenige tausend Menschen an einem dieser seltenen Augenleiden. Entsprechend dauert es oft Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Bild: (v.l.) Heike Ferber (Leiterin Arbeitskreis Makula PRO RETINA e.V.), Prof. Nicole Eter, Direktorin der Augenklinik am UKM, Franz Badura und Markus Georg (beide PRO RETINA Deutschland e.V.).

Für diese Menschen hatte Professorin Nicole Eter, die Direktorin der Klinik für Augenheilkunde der Universität Münster, gleich zu Beginn der Tagung gute Nachrichten: Das Wissen über diese Erkrankungen wächst seit einigen Jahren kontinuierlich aufgrund intensiver Forschungsarbeiten. Bei manchen stehen bereits Behandlungsverfahren zur Verfügung, die das Fortschreiten der Erkrankung zumindest aufhalten. Für einige zeichnen sich auch schon mögliche Heilungskonzepte mit modernen Verfahren wie Gentherapie oder Stammzell-behandlung ab, die weltweit intensiv erforscht und in ersten klinischen Studien an Patienten erprobt werden.

Franz Badura, Vorstandsvorsitzender der PRO RETINA Deutschland e.V., und Eter betonten auf der Veranstaltung die Bedeutung des Aufbaus eines Patientenregisters, den die Patientenorganisation vorantreibt. So soll ein Überblick gewonnen werden, wie viele Menschen letztlich von den vielen verschiedenen einzelnen Erkrankungsbildern betroffen sind. Auf Basis der Daten sollen dann Wissenschaftler und Ärzte neue Methoden der Diagnostik und Therapien entwickeln. Die genetischen Ursachen der verschiedenen Makulaerkrankungen sind – trotz des teilweise ähnlichen Krankheitsbildes – durchaus unterschiedlich. Moderne Therapieoptionen setzen jeweils an der spezifischen genetischen Wurzel der Erkrankung an – was auch bedeutet, dass es nicht ein Therapieverfahren für alle Makulaerkrankungen geben wird.

Mit einer Ballonaktion lenkten die Veranstalter am Sonntagnachmittag die Aufmerksamkeit der Menschen in der Stadt Münster und im Umland auf das Thema Sehbehinderung: An den gelben Ballons, die vor der Klinik in den Himmel stiegen, war jeweils eine Simulationsbrille befestigt. Mit Hilfe dieser Brille lassen sich Sehbeeinträchtigungen nachempfinden.

Quelle: © Universiätsklinikum Münster

Marienhospital Steinfurt:
Hohe Qualität in der Versorgung mit künstlichem Gelenkersatz

Endoprothetikzentrum des UKM Marienhospitals Steinfurt ist zertifiziert

Steinfurt (scho) – Für Patienten, die unter Gelenkverschleiß an Knie oder Hüfte leiden, ist der künstliche Gelenkersatz eine letzte Therapiemöglichkeit. Von dem künstlichen Ersatz des erkrankten Gelenkes verspricht weniger Schmerzen und mehr Beweglichkeit. Auch bei Knochenbrüchen, zum Beispiel im Bereich der Hüfte, kann der künstliche Gelenkersatz eine wirksame und schnelle Hilfe sein, um die Geh- und Belastungsfähigkeit des Patienten wiederherzustellen.

Das UKM Marienhospital Steinfurt gehört nun zu den Krankenhäusern, die für diese Eingriffe mit einem Zertifikat ausgezeichnet wurden. Das Endoprothetikzentrum am UKM MHS steht unter der Leitung von Hans-Ulrich Sembowski. „Für Patienten ist das Zertifikat wie ein Gütesiegel“, sagt er. Gemeinsam mit Dr. Andrea Pokorná und Dr. Christoph Schulte ist er einer der drei Hauptoperateure des Zentrums. Dirk Schmedding, Geschäftsführer des Steinfurter Krankenhauses ergänzt: „Wer eine Klinik sucht, die sich auf die Implantation von künstlichen Gelenken spezialisiert hat, kann dank des Zertifikates sicher sein, dass wir die hohen Anforderungen der Fachgesellschaft erfüllen.“

In einem umfangreichen Verfahren wurde überprüft, wie das Krankenhaus in Steinfurt die Prozessabläufe und medizinischen Standards der deutschen Fachgesellschaften erfüllt. Ein besonderes Augenmerk hatten die Prüfer auf die Therapieabläufe im UKM Marienhospital Steinfurt. Sie beschäftigten sich mit den Prozessen, die ein Patient von der Diagnosestellung bis zur Nachsorge im Krankenhaus durchläuft. In zahlreichen Standards und Verfahrensanweisungen sind diese Prozesse genau beschrieben und in einem Qualitätsmanagementsystem hinterlegt.

Vor Ort konnten sich die Prüfer davon überzeugen, dass die Mitarbeiter diese Vorgaben einhalten und weiterentwickeln. Verschiedene Berufsgruppen des Krankenhauses waren an der Prüfung beteiligt. Neben den Chirurgen des Zentrums waren auch Röntgenärzte, Pflegefachkräfte, OP-Pflegefachkräfte, Narkose-Pflegefachkräfte, Krankengymnasten, und der Sozialdienst gefordert. Sembowski ist sich sicher: „Das gute Zusammenspiel der verschiedenen Fachdisziplinen zeigt sich auch in der Zufriedenheit unserer Patienten.“

„Mit unseren Maßnahmen wollen wir für jeden Patienten die hohe Qualität in der Versorgung mit künstlichem Gelelenkersatz sichern“, so Sembowski. Für die Diagnostik steht vor Ort die notwendige technische Ausstattung zur Verfügung. Dazu gehört unter anderem auch die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). In den Gesprächen mit seinen Patienten legt Sembowski Wert darauf, dass sie umfassend über ihre Erkrankung aufgeklärt werden. Sie sollen realistisch einschätzen können, welchen Erfolg sie durch den operativen Eingriff erreichen. Die Patienten beginnen schon einen Tag nach der Operation mit Übungen, um sich schnell an das alltägliche Leben mit dem künstlichen Gelenkersatz zu gewöhnen. Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt nehmen die Patienten an einer Rehabilitationsmaßnahme teil.

Jeder Operateur muss pro Jahr eine bestimmte Anzahl an Operationen zum Ersatz von geschädigten Gelenken an Hüfte oder Knie vorweisen, um an dem Zertifizierungsverfahren teilnehmen zu können. So sollen ein hohes Maß an Kompetenz, Spezialisierung und Erfahrung gewährleistet werden. Am UKM MHS werden diese Mindestzahlen weit überschritten: Im Jahr 2016 wurden insgesamt fast 500 Eingriffe im Endoprothetikzentrums durchgeführt.

Bild: Die drei Operateure des Endoprothetikzentrums am UKM Marienhospital Steinfurt: Leitender Oberarzt Hans-Ulrich Sembowski (rechts), Oberärztin Dr. Andrea Pokorná und Facharzt Dr. Christoph Schulte (links).

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Clemenshospital: Vier Mal Gold für die Hygiene

Münster – Bereits zum vierten Mal in Folge wurde das Clemenshospital Münster mit dem Goldsiegel der „Aktion Saubere Hände“, ausgezeichnet. In Deutschland haben 38 von knapp 2000 Kliniken das Goldsiegel erhalten, unter neun Häusern in Nordrhein-Westfalen erfüllt in Münster nur das Clemenshospital die „goldenen“ Kriterien der „Aktion Saubere Hände“.

„Das Hygienebewusstsein ist bei den Mitarbeitern nach vier Jahren Gold in Folge nachhaltig geprägt und so hoch, dass sie selbständig über hygienische Verbesserungen nachdenken“, erklärt Dr. Carolin Dame, leitende Ärztin der Krankenhaushygiene. Das goldene Siegel und die damit verbundene Qualität sei die Basis für Infektionsprävention und damit für die Patientensicherheit.

Die Händedesinfektion nimmt einen der größten Stellenwerte bei der Krankenhaushygiene ein. Gemessen wird sie am Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln. Jährliche Schulungen und Aktionstage, regelmäßige Begehungen auf den Stationen und zahllose Gespräche mit den Mitarbeitern zeigen deutliche Erfolge: Der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel ist kontinuierlich gestiegen und die Infektionszahlen sind seit Jahren rückläufig. Aber auch andere Maßnahmen müssen nachgewiesen werden, um das goldenes Siegel zu bekommen.

Bild: (v.l.) Cornelia Mählmann (Hygienefachkraft in Ausbildung), Claudia Nonnhoff und Martin Wolke (Hygienefachkräfte) sowie Dr. Carolin Dame (leitende Ärztin der Krankenhaushygiene) freuen sich über das Goldsiegel der „Aktion saubere Hände“.

Im Clemenshospital wird die Abteilung Krankenhaushygiene aktuell im Zuge des Neubaus an Bauplanungen beteiligt, denn, so Hygienefachkraft Martin Wolke: „Die Händedesinfektion ist nur ein Teilaspekt des Hygienekonzeptes. Der Gedanke der Hygiene muss alle Arbeitsprozesse durchdringen.“

Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance („Regeltreue“) der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen.

Sie wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen – mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, des Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ), dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V..

Rooming-In: Gesunde Nähe im Clemenshospital

Gerade kranke Kinder benötigen viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die Nähe der Eltern kann sogar den Genesungsprozess fördern. Deshalb ist es wichtig, dass ein Elternteil Platz hat, mit seinem Kind im Krankenhaus zu bleiben.

Münster – So wie bei Justus und Konrad. Die Zwillinge kamen, genau wie ihre beiden Geschwister, im Clemenshospital Münster zur Welt. Wegen des geringen Geburtsgewichts, wurden sie zunächst auf der Kinderintensivstation überwacht. „Vor allem in der frühen Phase der Neugeborenen ist Nähe wichtig, dies gilt natürlich auch für Frühgeborene oder wenn andere gesundheitliche Probleme wie Infekte vorliegen“, erklärt Dr. Rüdiger Langenberg, Chefarzt der Frauenklinik im Clemenshospitals. Deshalb war Claudia Hombergs froh, ganz nah bei ihren Kindern Justus und Konrad bleiben zu können. „Ich fand Rooming-In toll, weil ich rund um die Uhr bei meinen Babys sein konnte. Die Station hat es geschafft, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, in der man sich wohl fühlt.“

Rooming-in ist für Kinder aller Altersgruppen wichtig. Es hilft Ängste zu vermeiden und vorhandene abzubauen. Außerdem hat es körperliche Auswirkungen. „Die Nähe führt nachweislich zu einer Entspannung des Neugeborenen oder Kindes, was am Überwachungsmonitor anhand der Herzfrequenz und des Atemrhythmus gut zu sehen ist“, so Langenberg.

Die Kinderintensivstation des Clemenshospitals ist in drei Fachbereiche unterteilt: Neonatologie, Frührehabilitation und Intensivmedizin. Hier werden die kleinen Patienten auf 15 Plätzen medizinisch und pflegerisch betreut. 39 Pflegekräfte und drei Ärzte stehen den Familien zur Seite.

Rooming-In ist mittlerweile gängige Praxis in Kinderkliniken und Krankenhäusern – so auch auf allen Kinderstationen im Clemenshospital. Wenn Neugeborene jedoch auf die Intensivstation müssen, ist dort oft kein Platz für die Eltern. Im Clemenshospital ist das anders. Auf der Kinderintensivstation gibt es mehrere Zimmer, in denen ein Elternteil bei seinem Kind bleiben kann. „Durch die meist integrative Versorgung der Mutter auf der neonatologischen Intensivstation, ist ein sogenanntes Bonding und Zusammenfinden noch besser möglich“, betont Langenberg.

Bonding wirkt wie ein „emotionaler Sekundenkleber“, der die innere Bindung zwischen Eltern und Kind erleichtert, stärkt und aufbaut. Das Neugeborene entwickelt dadurch Urvertrauen. Den Eltern gibt sie Kraft, auch in schwierigen Phasen für das Kind da zu sein. Aber auch für das Klinikpersonal hat Rooming-In einen Vorteil. „Eltern sind die Übersetzer ihrer Babys und Kleinkinder. Durch sie können wir die Kinder und Ihre Bedürfnisse oft besser verstehen“, erklärt Dr. Georg Hülskamp, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Clemenshospital.

Bild: Im Clemenshospital haben Eltern und Ihre Kinder auch auf der Intensivstation ganz viel Platz, so wie Claudia Hombergs und ihre Zwillingen Justus und Konrad (Rooming-In).

Quelle: © Clemenshospital Münster

Leben mit einer Unterarmprothese

Moderne Unterarmprothese ermöglicht Bewegungsfreiheit / Positive Resonanz nach drei Jahren UKM ProTec am Uniklinikum

Münster (ukm/cf) – Getränkekisten heben, nach Einkaufstüten greifen und den Blinker setzten. Eigentlich keine ungewöhnlichen Tätigkeiten, doch für Stefan Weiden war das lange Zeit nicht möglich. Der 46-Jährige ist mit einer angeborenen Fehlbildung am linken Arm auf die Welt gekommen und ist seit seiner Geburt auf eine Unterarmprothese angewiesen. Schon von Beginn an setzte der Dortmunder sein Vertrauen ins UKM (Universitätsklinikum Münster). Für das 2014 gegründete Tochterunternehmen UKM ProTec – Orthopädische Werkstätten war Weiden damit einer der ersten Patienten.

„Seit der Gründung vor drei Jahren haben wir unser oberstes Ziel nie aus den Augen verloren“, so Sebastian Pfister, Geschäftsführer der UKM ProTec. „Wir wollen mit innovativen und individuellen, orthopädischen Hilfsmitteln Menschen wie Stefan Weiden zu einer besseren Lebensqualität verhelfen.“ Denn bereits im Alter von drei Jahren erhielt Weiden seine erste Prothese. „Eigentlich bin ich als Linkshänder geboren – nur leider eben ohne passenden Unterarm“, erzählt der 46-Jährige. „Da musste ich von Anfang an Umlernen – ob beim Schreiben oder Fahrradfahren.“ Lange Zeit galten die Nervensignale in Weidens` Oberarm als zu schwach für eine bewegliche Prothese. „Mit dem Fortschritt der Technik können wir heute mit weniger Signalstärke mehr Bewegungsfreiheit erreichen“, weiß Michael Rolf, Mitarbeiter der UKM ProTec. Der Handersatz glich zu Beginn auch eher einem Haken als einer tatsächlichen Hand. „Früher konzentrierte man sich erst einmal auf die Funktion“, so Rolf. „Heute geht es auch um die Optik. Die Hand soll sich mit möglichst hoher Funktionalität natürlich in das Gesamtbild einfügen.“ Das moderne Prothesensystem ermöglicht dem Sozialarbeiter, alltägliche Aufgaben mit Kraft und Präzision zu bewältigen. Ein großer Vorteil ist beispielsweise das bewegliche Handgelenk. „Niemand sitzt mit der Handkante am Tisch, sondern man legt die Hand natürlich flach hin“, so Weiden. „Das kann ich jetzt auch!“

In der Pubertät gab es auch bei ihm eine Phase der Rebellion. „Man muss selbst Hilfe zulassen“, weiß der Sozialarbeiter. Heute hat er das zum Beruf gemacht und unterstützt als Schwerbehindertenbeauftragter eines weltweit operierenden Konzerns andere Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung. Zur jährlichen Pflichtinspektion seiner Prothese vertraut der Dortmunder aber auch heute noch auf die Expertise der UKM ProTec: „Ich habe mich von Anfang an in Münster gut aufgehoben gefühlt.“

Bild: Stefan Weiden (Mitte) und UKM ProTec-Mitarbeiter Elke Laudage und Michael Rolf sind froh über die vielen Möglichkeiten, die eine moderne Handprothese bietet. (© Foto UKM/Thomas)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster