Archiv der Kategorie: Pressemitteilungen

Ausländische Studierende entdeckten das St. Franziskus- Hospital

Münster – 16 ausländische Medizinstudenten trafen jetzt zu einem Besuch des St. Franziskus-Hospitals ein. In Begleitung der Betreuerin Evelyn Dunkel erhielten die Gäste einen Einblick in die Strukturen und Besonderheiten eines deutschen Krankenhauses. Die Studierenden sind allesamt Teilnehmer am mehrwöchigen Hochschulsommerkurs für Mediziner und lernen Deutsch in Kooperation mit dem Verein WiPDaF (Wissenschaftliche internationale Partnerschaft Deutsch als Fremdsprache) des Sprachenzentrums der Universität Münster. Angereist nach Münster waren die Studierenden aus zwölf verschiedenen Nationen: Ägypten, Aserbaidschan, Armenien, Bulgarien, Kasachstan, Kirgistan, Kroatien, Mauritius, Polen, Russland, Usbekistan, Tschechien.

Prof. Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, nahm die Gruppe in Empfang. Anschließend gab er einen Überblick über das allgemeine Krankenhauswesen in Deutschland und ging insbesondere auf die Leistungen des St. Franziskus-Hospitals ein. Der Besuch erhielt positive Resonanz: „Herzlichen Dank für den freundlichen Empfang und die sehr informative Führung durch Ihre Klinik. Unsere Teilnehmer waren begeistert“, so das Resümee von Evelyn Dunkel.

Bild: Prof. Dr. Michael Möllmann, (Mitte) begrüßte die Studierenden, die sich mit Evelyn Dunkel (1.v.r.) auf den Weg ins St. Franziskus-Hospital gemacht hatten.

Quelle: © St.-Franziskus-Hospital Münster

Expertenwissen aus erster Hand – Patientenseminar zum Thema Hygiene

Ärzte schulen Patienten und deren Angehörige: Ziel ist es, die Keimverbreitung einzudämmen und Neuansteckungen zu vermeiden

Münster (ukm/aw) – Ein Handschlag zur Begrüßung, das Öffnen einer Tür – wir verbreiten täglich vollkommen selbstverständlich Keime und setzen uns ihnen aus. Allein auf unseren Händen befinden sich ca. zehn Millionen Mikroorganismen; eine beeindruckende Zahl, die die Hand zu einem bedeutenden Risikofaktor macht. Dies gilt insbesondere im Gesundheitswesen für Mitarbeiter, Patienten und Besucher. Denn gerade dort gilt die Hand als die Ursache für die Übertragung von Keimen.

Um diese möglichen Übertragungen zu verhindern und Patienten und deren Familien über die Verbreitungswege vom Keimen aufzuklären, veranstaltet das Institut für Hygiene am UKM (Universitätsklinikum Münster) eine Reihe von Patientenseminaren zum Thema. Darin sollen Patienten und Besucher angeleitet werden, an der Bekämpfung von Krankenhausinfektionen mitzuwirken. „Die richtige Händedesinfektion ist im Krankenhaus das A und O“, sagt Krankenhaushygienikerin Dr. Annelene Kossow. Während im Klinikbereich die Händedesinfektion mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel durchgeführt werde, reiche im häuslichen Bereich das Waschen der Hände mit Seife und Wasser in der Regel aus. „Bei einem Infekt wie einem Schnupfen können Patienten und pflegende Angehörige durch häufiges und vor allem richtiges Händewaschen eine Ansteckung vermeiden.“ Das Robert-Koch-Institut empfiehlt auch, dass Patienten beim Thema Hygiene im Krankenhaus miteingebunden werden wollen: „Das funktioniert gut“, freut sich Kossow. „‘Empowerment‘ für Patienten ist das Stichwort, also die Stellung des Patienten zu verbessern, indem der Patient informiert ist und so bei der Behandlung mitwirken kann. Der Patient wird ernst genommen und kann durch die höhere Kompetenz selbst etwas dafür tun, gesund zu bleiben.“

Eigene Fragen zum Thema Hygiene können Patienten und (pflegende) Angehörige natürlich ebenfalls im Rahmen der Patientenseminare stellen.

Die nächsten Termine sind:
Dienstag, 15.08.2017 von 16.00 bis 17.00 Uhr und
Mittwoch, 15.11.2017 von 16.00 bis 17.00 Uhr

Ort: Großer Konferenzraum Ost, Raum 05.403
Zentralklinikum, Ebene 03
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude A1, 48149 Münster

Montag, 18.09.2017, ab 17.00 Uhr im Rahmen des Aktionstags zur Patientensicherheit
Ort: UKM Trainingszentrum, Malmedyweg 17-19, 49149 Münster

Weitere Informationen zum Thema gibt es unter krankenhaushygiene.ukmuenster.de oder auch persönlich unter der eigens für Patienten und Angehörige eingerichteten Telefon-Hotline: 0251.83-52317.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

„Ich bin doch schon groß – ich habe das Geschwister-Diplom!“

UKM Geburtshilfe bereitet werdende Geschwister auf den Familienzuwachs vor / Nächstes Geschwister-Diplom am 2. September

Münster (ukm/cf) – Warum ist Mama plötzlich zu müde zum Spielen? Was macht Papa mit dem alten Spielzeug? Und warum werden die Strampler wieder rausgekramt? Wenn Familien ein weiteres Kind bekommen, ist die Freude groß – das Unverständnis der Erstgeborenen aber häufig auch. Beim kostenlosen Geschwister-Diplom der UKM Geburtshilfe können Kinder lernen, was es heißt, eine große Schwester oder ein großer Bruder zu sein, und all ihren Fragen auf den Grund gehen. Das nächste Kurs findet am 2. September statt.

„Für werdende Geschwister ist vieles unverständlich, was in der Schwangerschaft passiert. Wie isst das Baby und wie bekommt es Luft im Bauch der Mama? Das ist gar nicht so leicht zu verstehen“, weiß Prof. Walter Klockenbusch, Leiter der UKM Geburtshilfe. „Ein Geschwisterchen ist wirklich eine große Sache“, wissen auch Ehlin Klees-Bruhn und ihr Mann Henning Schwöbbermeyer aus der Erfahrung mit ihren zwei Töchtern. Zur Vorbereitung auf das dritte Kind haben sie mit Anniek und Linnea das Geschwister-Diplom am UKM gemacht. Dabei meisterten die Schwestern unter Anleitung einer Kinderkrankenschwester – und natürlich auch ein bisschen Hilfe von Mama und Papa – den ersten Windelwechsel an Puppen. Hebamme Sandra Kroner-Beike erklärte im Anschluss, warum Mütter so viele Treppen laufen müssen und wie und wo das Baby zur Welt kommt. Ein Punkt, der auch die Eltern besonders interessiert: „Jetzt weiß ich immerhin schon mal genau, wo wir hinfahren müssen, wenn es losgeht“, schmunzelt Henning Schwöbbermeyer. Im Ultraschall erfahren die Schwestern dann von Ärztin Chiara De Santis, dass das neue Geschwisterchen in Mamas Bauch zwar kein Fußball spielen, aber dafür wunderbar schlafen und wachsen kann.

Bild: Mit Papas Hilfe klappt das mit dem Windeln wechseln schon ganz gut.

Und was hat den Beiden am meisten Spaß gemacht? „Das Puppenumziehen war toll“, sind sich Anniek und Linnea einig. „Unsere Kleinen waren schon immer Puppenmamas“, schmunzelt Ehlin Klees-Bruhn. „Jetzt kann das Schwesterchen wirklich bald kommen.“

Das Geschwister-Diplom findet alle drei Monate mit rund 20 Kindern in der UKM Geburtshilfe statt. Eltern und/oder Großeltern können die Diplomanden an dem Vormittag begleiten. Einige Plätze für das Geschwister-Diplom am 2. September sind noch frei. Anmeldungen nimmt Andrea Ulff unter Telefon 0251.83-48212 entgegen. Mehr Informationen unter www.rundum-geborgen.de.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Ausbildungsstart für 32 neue Auszubildende am UKM

Startschuss am Uniklinikum Münster: Der größte Arbeitgeber der Region bietet duale Ausbildung in 27 Berufsfeldern

Münster (ukm/cf) – Hoffnungsvolle Gesichter und Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen: 32 junge Menschen beginnen heute (1. August) ihre Ausbildungszeit am UKM (Universitätsklinikum Münster) – manche als Fachinformatikerin oder Koch, andere als Zahntechnikerin oder Tischler. Insgesamt bietet das UKM gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen 27 verschiedene duale Ausbildungsberufe an.

„Das Thema Nachwuchs wird bei uns groß geschrieben“, betont Peter Plester, Leiter des Geschäftsbereichs Personal am UKM. „Wir haben das klare Ziel, unseren Auszubildenden vom ersten Tag an eine qualitativ hochwertige und umfassende Berufsausbildung zu bieten. Das Uniklinikum als größter Arbeitgeber im Münsterland bietet dafür ein spannendes Arbeitsumfeld.“ An ihrem ersten Tag konnten sich die Neulinge erst einmal kennenlernen und den weitläufigen UKM-Campus zu erkunden. Im Anschluss lernten die Azubis beim Reanimationstraining, wie man im Notfall richtig handelt. Nach dem Einführungstag starten die Berufseinsteiger in den nächsten Tagen in ihren jeweiligen Ausbildungsstationen. Je nach Beruf dauert die Ausbildungszeit dann drei bis dreieinhalb Jahre.

Bild: Die 32 neuen Auszubildenden freuen sich auf ihre Zeit am UKM. (Foto © UKM/Fotozentrale/Thomas)

Mit rund 10.000 Mitarbeitern ist das UKM der größte Arbeitgeber im Münsterland und zählt zu den führenden Ausbildungsstätten in der Region. Derzeit sind 109 Auszubildende am UKM beschäftigt, dazu kommen 603 Schülerinnen und Schüler an den acht Schulen und Weiterbildungsstätten des UKM. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.ausbildung.ukmuenster.de.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Zahlreiche Kinder nahmen an dem Malwettbewerb im Clemenshospital Münster teil

Ein Einhorn für das Clemenshospital

Münster – Die Kinder malten farbenfrohe Bilder mit ihren Ideen von einem Traumkrankenhaus. Die Wünsche reichten von einem Regenbogenspielplatz auf dem Dach bis hin zu rosa Einhörnern im Park.
Mit einem Malwettbewerb rief das Clemenshospital Münster Kinder und Jugendliche dazu auf, ein Krankenhaus zu malen, wie sie es sich wünschen. Denn das 50-Millionen-Euro-Bauprojekt am Düesbergweg soll auch den Kleinen gefallen. Unter fast 30 Einsendungen, fanden sich viele gute Ideen für die Gestaltung des Neubaus.

Rote Ziegel und grüne Mauern, Turmspitzen wie bei einem Schloss, Blumen auf dem Dach oder eine Wasserrutsche bis zum Eingang. So sehen die kleinen Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Clemenshospital das ideale Krankenhaus.
Eine der vielen kleinen Architektinnen und Architekten, die sich an der Bauplanung beteiligen wollten, war die siebenjährige Mia. „Da Mia und ihre Cousine Frieda sich nicht vorstellen konnten, dass es im Krankenhaus keine ´Pommesbude´ oder ´Pizzastube´ gibt, wünschen die beiden sich das“, erzählte ihre Mutter Simone. Mia hat eines der schönsten Bilder gemalt und einen von drei Hauptpreisen gewonnen. Aber auch alle anderen Kinder gingen nicht leer aus.

Hier tut sich was

Wir bauen für Sie eine barrierefreie Tiefgarage mit 270 Stellplätzen und einer direkten Anbindung an das Krankenhaus. Über der Tiefgarage werden sieben Etagen mit fünf modernen Pflegestationen errichtet. Die zukünftige Eingangshalle verbindet das Clemenshospital mit dem MedicalCenter. Im Erdgeschoss entsteht ein großzügiges Café mit erweitertem Shopangebot und 70 am Teich gelegenen Außenplätzen.

Auf der Seite www.clemenshospital.de können sich Interessierte über den Baufortschritt informieren und über die Webcam einen Blick auf die Baustelle werfen. Fragen und Anregungen erreichen uns über baustelle@clemenshospital.de.

Bild (v. l.): Priv.-Doz. Dr. Otfried Debus, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Clemenshospital, Karin Wrede, Heilpädagogin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Schwester Ivonne Telenga, stellvertretende Stationsleitung in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, freuen sich über die vielen fantasievollen Vorschläge für den Neubau am Clemenshospital.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Sicheres Hantieren mit Stammzellen: 10.000-Euro-Spende ermöglicht neue Werkbank für das Knochenmark-Transplantationszentrum

Münster (mfm / ls) – Technische Unterstützung im Kampf gegen den Krebs, finanziert aus Spenden: Ärzte und Forscher am Knochenmark-Transplantationszentrum (KMT) des Universitätsklinikums Münster freuen sich über eine 10.000-Euro-Spende des KMT-Freundeskreises. Mit der Summe wurde eine neue Sicherheitswerkbank für ein Labor finanziert. Dies wurde möglich, weil die Sparkasse Münsterland Ost den Freundeskreis mit einer Zuwendung von 5.000 Euro unterstützte.

Am KMT-Zentrum werden seit 1999 Blutstammzellen und Knochenmarkstammzellen transplantiert, um beispielsweise verschiedene Formen von Leukämie zu heilen. Für die Forschungsarbeit mit Zellen im KMT und in der Onkologie sind Sicherheits-Laborwerkbänke unabdingbar, denn in den Labors gelten strenge Bedingungen für die Sauberkeit, unter denen mit Zellen hantiert werden darf. Mithilfe der Neuanschaffung wird eine Verunreinigung der Zellen vermieden. „Gleichzeitig soll so auch eine Gefährdung für die Beschäftigten ausgeschlossen werden“, erklärt Dr. Manfred Gotthardt, Vorsitzender des KMT-Freundeskreises.

Angesichts des steigenden Bedarfes an Knochenmarktransplantationen ist das Zentrum froh über die Finanzspritze, die dazu beiträgt, eines der größten Stammzell-Transplantationsprogramme in Deutschland fortführen zu können. Das KMT ist durch ein Qualitätssiegel zertifiziert, das den europaweit höchstmöglichen medizinischen Standard auf diesem Gebiet ausweist.

Bild: Klinikdirektor Prof. Wolfgang Berdel (l.) und Dr. Manfred Gotthardt, Vorsitzender des KMT-Freundeskreises, freuen sich über die Anschaffung einer Sicherheits-Laborwerkbank mithilfe einer größeren Spende (Foto: FZ/Deiters)

Quelle: © Medizinische Fakultät Münster

Täter ohne Tat

25 Jahre leidet Uwe Saaler* an aggressiven Zwangsgedanken. Sie richten sich gegen diejenigen, die er am meisten liebt: seine Frau, seine Kinder und seine Enkel. Die Scham sitzt tief; keiner weiß, dass er krank ist. Stundenlang grübelt er, meidet den Kontakt. Dann bricht er sein Schweigen – und findet Hilfe

Münster – Der 63-Jährige ist kein Einzelfall. Mehr als zwei von zehn Menschen erkranken an therapiebedürftigen Zwängen. Obwohl sie eine der häufigsten psychischen Erkrankungen sind, werden sie am seltensten behandelt. Die Tendenz, sie aus Scham und Angst zu verheimlichen, ist groß, besonders bei aggressiven Zwangsgedanken, die sich meistens gegen geliebte Menschen richten. Das erschwert auch die richtige Diagnose.

„Menschen, die aggressive Zwangsgedanken entwickeln, erlauben es sich häufig gerade nicht, aggressive Gedanken oder Impulse zu haben und diese in irgendeiner Form auszuleben. Insbesondere gegenüber Familienangehörigen sind Gefühle wie Ärger oder Wut fast tabu. Dieser hohe moralische Anspruch begünstigt die Entwicklung der aggressiven Zwangsgedanken. Je stärker das Verbot ist, desto bedeutungsvoller und mächtiger werden sie“, erklärt Benedikt Klauke, leitender Psychologischer Psychotherapeut der Christoph-Dornier-Klinik in Münster.

Werkzeuge und Kissen werden gedanklich zum Mordinstrument

Bei Uwe Saaler beginnen die Gedanken, als er mit seiner kleinen Tochter eine Puppenstube baut. Während er die Seitenwände vernagelt, denkt er, dass er sie mit dem Hammer erschlagen könnte. Der Gedanke setzt sich fest, wiederholt sich immer wieder, zu Hause, im Baumarkt, bei den Kindern, bei seiner Frau und später bei den Enkeln. Nach schweren Werkzeugen werden auch Kissen „gefährlich“. Der Zwang dehnt sich aus. Schließlich bricht ihm bei jeder Begegnung mit seinen Enkeln der Schweiß aus. Er zieht sich zunehmend zurück und grübelt, oft stundenlang.

Der drohende Verlust der Familie gibt den Anstoß sich zu öffnen

„Die Jahre von 2010 bis 2015 waren die schlimmsten“, sagt Uwe Saaler. Seine Frau und Töchter fragen immer häufiger, warum er nicht zuhört, werfen ihm vor, kein Interesse mehr an ihnen zu haben. Keiner weiß, dass er krank ist. „Das schreckliche Gefühl, nicht mehr zur Familie zu gehören, war der zentrale Anstoß, mich zu öffnen.“ Seine schlimmsten Gedanken behält er für sich. Er befürchtet, dass seine Familie Angst vor ihm haben könnte. Bei ihm treten die Zwangsgedanken oft in Kombination mit materiellen Ängsten oder enttäuschter Erwartung auf. Benedikt Klauke erklärt: „Aufdringliche Gedanken setzen sich häufig auf unangenehme Gefühle, wie Ablehnung, Enttäuschung oder Verlustangst, wenn andere Strategien, diese auszuleben, fehlen“.

2015 wendet sich Saaler an eine Psychiaterin und bekommt Antidepressiva. Es geht ihm besser, aber seine Zwänge lösen sie nicht. Ein Jahr später rät ihm eine Psychologin, sich stationär behandeln zu lassen. Eine Empfehlung führt ihn nach Münster. Im August 2016 hat er dort in der Christoph-Dornier-Klinik ein Erstgespräch. Das Intensivkonzept habe ihn sofort überzeugt, sagt er.

Mensch-ärgere-dich-nicht mit Enkeln – und Hammer im Gepäck

Wenige Wochen später beginnt seine sechswöchige stationäre Therapie. Die Diagnose lautet „Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt“. Jede Woche hat er zehn Einzelpsychotherapiesitzungen. Zusätzlich besucht er Gruppentherapien, darunter die Achtsamkeits- und die Zwangsbewältigungsgruppe. In den ersten zwei Wochen erarbeitet er mit seiner Therapeutin vor allem die biographischen Hintergründe und ein Erklärungsmodell für die Erkrankung. Graphen und Zeichnungen helfen, die Zusammenhänge zu verstehen. „Das war sehr anstrengend, weil man so viel verarbeiten muss“, berichtet der 63-Jährige.

Ab der dritten Woche beginnen die Expositionsübungen, mit und ohne Therapeutin, später auch im familiären Kontext. Es ist wichtig, das Gelernte im Alltag zu erproben. Dafür verbringt er Weihnachten bei seiner Tochter. Im Gepäck: ein Hammer. Während er mit seinen Enkeln Mensch-ärgere-dich-nicht spielt, denkt er „Jetzt könnte ich sie mit dem Hammer erschlagen“, immer wieder, wie ein Mantra. „Als ich ihn dann aus dem Beutel geholt habe, habe ich nicht mal geschwitzt. Ich wusste, ich mach das nicht, egal was ich denke. Es sind nur Gedanken und ein Teil meiner Krankheit“, so Saaler.

Gedanken sind keine Handlungen

„Expositionen mit Reaktionsverhinderung sind die wirksamste psychotherapeutische Methode, um Zwänge zu überwinden“, sagt Diplom-Psychologe Klauke. „Zwangsgedanken zu unterdrücken ist ähnlich vergeblich, wie einen prall gefüllten Ball unter Wasser zu halten. Je mehr wir drücken, desto stärker drängt er an die Oberfläche. Deshalb ist es wichtig, den negativ besetzten und angstauslösenden Gedanken bewusst Raum zu geben. Selbst starke, vermeintlich unerträgliche Gefühle lassen mit der Zeit nach. Durch die Erfahrung, dass nichts passiert, dass Gedanken eben keine Handlungen sind, werden sie entkatastrophisiert. Sie verlieren an Bedeutung und treten in der Folge auch seltener auf.“ Parallel dazu sei es wichtig, Denkmuster und Überzeugungen zu bearbeiten, die die Erkrankung aufrechterhalten.

Früher habe er sich ständig selbst beobachtet, alles Negative auf sich bezogen. Durch die Therapie habe er gelernt, bestimmte Annahmen zu hinterfragen und neu zu bewerten. „Mein Lebensinhalt bestand zu 30 Prozent aus Problemen, heute sind es fünf“, sagt Uwe Saaler. Er genießt die zunehmende Freiheit im Kopf, walkt zwischen den Therapien um den Aasee oder die Promenade entlang, besichtigt mit Mitpatienten den Münsteraner Dom, geht mit ihnen schwimmen. Auch dieses Miteinander und der Austausch mit „Leidensgenossen“ habe ihm sehr geholfen. Er möchte Menschen, die an Zwangsgedanken leiden, Mut machen, sich ihrer Situation zu stellen, sich anzuvertrauen und aktiv zu werden: „Hilfe ist da, aber man muss sie sich holen.“

* Zum Schutz der Person wurde der Name geändert.

Quelle: © Christoph-Dornier-Klinik Münster

Münster mittendrin unterstützt „Mehr Raum für Nähe“

Menschenkicker-Turnier für den guten Zweck

Münster – Das diesjährige Stadtfest „Münster mittendrin“ lockte wieder zahlreiche Besucher in die Innenstadt. Viele feuerten bei den Menschenkicker-Promi-Spielen am Sonntag auf dem Stubengassenplatz das Team des St. Franziskus-Hospitals Münster an, das für den guten Zweck gegen eine Auswahl vom USC Münster und vom SC Preußen 06 e.V. Münster angetreten war. Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten die Franziskus-Kicker das Spiel gegen die Volleyballerinnen gewonnen und gegen die Adlerträger knapp verloren. Jetzt übergaben Bernd Redeker, Organisator und Gesellschafter des Stadtfestes „Münster mittendrin“, Carsten Becker von der Preußen Münster Traditions-Elf, Christian Wasmuth, Geschäftsführer von Team Escape, und Edith Preuß, Zahnärztin in Münster, den Erlös an die Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“. „Wir haben für jedes Tor gespendet und die Summe gemeinsam auf 2.600 Euro aufgerundet. Wir freuen uns, dass damit vier Quadratmeter in der Kinderklinik umgebaut und kindgerecht ausgestattet werden können“, betonen sie. Bereits am Freitag erspielten die WWU Baskets, die Preußen Traditionself und ein Allstar-Team u.a. mit Ex-Preußen-Torwart Daniel Masuch den ersten Teil der Spendensumme.

Bei der Übergabe dabei waren zudem Hanna Orthmann, Spielerin beim USC Münster, und Preußen-Kapitän Adriano Grimaldi. Beide waren beim Menschenkicker-Turnier gegen die Franziskus-Auswahl angetreten und wünschten auch künftig viel Erfolg bei der Spendenkampagne.

Bild: Dr. Ansgar Klemann (r.), Kaufmännischer Direktor, und Dr. Florian Urlichs (l.), Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin, bedankten sich für die Spende. Überreicht wurde sie von (v.l.) Carsten Becker, Edith Preuß, Adriano Grimaldi, Bernd Redeker, Hanna Orthmann und Christian Wasmuth.

Der Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin Dr. Florian Urlichs und der Kaufmännische Direktor Dr. Ansgar Klemann freuten sich sehr über die Spende: „Wir danken den Veranstaltern von ‚Münster mittendrin‘ und allen Spendern für die tatkräftige Unterstützung und den wichtigen Beitrag für kranke Kinder und ihre Eltern“.

Weitere Informationen: www.mehr-raum-für-nähe.de

Durch die Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“ will das St. Franziskus-Hospital in den nächsten Jahren einen Teil der Gesamtkosten für die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen der Kinder- und Jugendklinik einwerben. Die Modernisierung ist dringend erforderlich, denn die bauliche Ausstattung entspricht nicht mehr den aktuellen räumlichen Anforderungen einer modernen Kinderklinik. Doch selbst so wichtige Vorhaben wie dieses lassen sich heute nicht mehr aus eigenen und öffentlichen Mitteln finanzieren. Zur Umsetzung des Bauvorhabens benötigt das Hospital knapp 13 Millionen Euro. Etwa 9,5 Millionen Euro werden aus öffentlichen und Eigenmitteln abgedeckt und rund 3,3 Millionen Euro müssen über Spenden finanziert werden.

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster