Archiv der Kategorie: Pressemitteilungen

Hightech-Mikroskop ermöglicht präzisere Operationen am Gehirn

Münster – Bei Operationen am Gehirn ist Präzision gefragt. Eines der weltweit präzisesten Operationsmikroskope ist nun im Clemenshospital im Einsatz. „Wir operieren durch eine kleine Öffnung zum Teil in großer Tiefe, da sind eine gute Sicht und ein scharfes Bild sehr wichtig“, berichtet Prof. Dr. Uta Schick, Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie. Zeiss Kinevo 900 heißt das Gerät, das in etwa so viel kostet wie ein Einfamilienhaus in guter Lage und wesentlich mehr kann, als es der Begriff Mikroskop vermuten ließe. „Das Gerät merkt sich bis zu fünf eingestellte Positionen und fährt automatisch wieder zu diesen zurück, wenn der Operateur den jeweiligen Punkt anwählt“, erklärt die Neurochirurgin.

Der Fokus bleibt auf Wunsch fixiert auf den Ort, an dem der Eingriff stattfindet, so ist es möglich, um den Punkt herumzuschwenken, ohne ihn aus den Augen zu verlieren. Die Handgriffe, mit denen das Mikroskop bedient wird, haben mehrere Knöpfe, die individuell vom jeweiligen Neurochirurgen belegt werden können. Wechselt der Operateur, wird das Gerät einfach auf dessen jeweiligen Programmierungen umgestellt. Das Mikroskop, das an einem langen Roboter-Arm befestigt ist, passt sich automatisch den Schwingungen des Bodens an: „Wenn früher ein Mitarbeiter durch den Raum ging, wackelte das Bild manchmal, was sehr störend war“, berichtet Schick und fährt fort „das ist vorbei, das neue Mikroskop gleicht solche Erschütterungen automatisch aus“. Dieser gesamte Robotik-Anteil des Mikroskops ist neu, das gab es zuvor nicht.

Neben einer besonders hohen Auflösung und Schärfentiefe ist auch die Beleuchtung rekordverdächtig: „Das Mikroskop hat ein besonders helles Xenon-Licht, mit dem wir auch in größeren Tiefen wie zum Beispiel der Schädelbasis sehr gut sehen können. Mit sogenannten Fluoreszenzen können wir Gefäße und Tumoren besonders gut erkennen“, erklärt Schick. Das Bild, das der Operateur durch das Mikroskop sieht, wird laufend aufgezeichnet. Der Clou: Das Gerät kann gewissermaßen in die Vergangenheit sehen: „Es werden immer die letzten zehn Minuten gespeichert. Wenn ich also eine Aufnahme starte, beginnt der Film zehn Minuten früher. So geht keine Information verloren“, freut sich Prof. Dr. Uta Schick über die neuen Möglichkeiten in ihrem ebenfalls nagelneuen OP-Saal. Der Zeiss Kinevo 900 wird zukünftig bei allen gehirnchirurgischen Eingriffen zum Einsatz kommen, bei denen eine hohe Präzision besonders notwendig ist.

Bild: Am Clemenshospital können Operationen am Gehirn dank des neuen Hightech-Mikroskops mit erhöhter Präzision durchgeführt werden.

Kunden spenden für kranke Kinder

Münster – Die Idee, die Kevin Leinhübner vor vier Jahren hatte, war offenbar goldrichtig. Zwei Weihnachtsbäume im Eingangsbereich des Marktkauf an der Loddenheide trugen statt Kerzen und Christbaumkugeln Wunschzettel an ihren Zweigen. Die Wünsche waren gedacht für die jungen Patientinnen und Patienten der Klinik für Kinder und Jugendmedizin des Clemenshospitals. Die Kunden konnten sich einen passenden Wunsch aussuchen und erfüllen. Jetzt wurde die bunte Fracht an die Kinderklinik übergeben, deren Mitarbeiter begeistert waren über die Spendenfreudigkeit der Kunden.

58 Geschenke warten nun darauf, am Heiligabend an die Kinder verteilt zu werden, die die Weihnachtsfeiertage im Krankenhaus verbringen müssen. „Inzwischen fragen die Kunden schon von sich aus nach dem Wunschbaum“, berichtet der Geschäftsstellenleiter Uwe Marx beeindruckt. Unterstützt wird die Aktion vom Kinderschutzbund Münster, dessen Geschäftsführer Dieter Kaiser bei der Geschenkübergabe dabei war. Im kommenden Jahr wollen Marx und Leinhübner die Aktion auf jeden Fall wiederholen, dann sollen allerdings drei Bäume für die zahlreichen Wünsche der Kinder und Jugendlichen der Kinderklinik bereitstehen.

Bild: 58 bunt verpackte Geschenke warten darauf, am 24. Dezember an die jungen Patientinnen und Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals verteilt zu werden.

Leuchtende Augen in der Kinderkardiologie

Münster (ukm/ab) – Wer unter den Tannenbaum der Kinderkardiologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) blickt, der könnte denken, es sei schon Heiligabend. Kinderwagen, Kuscheltiere, Bücher oder Puzzle. Der Anblick der vielen Geschenke dürfte wohl jedes Kinderherz höherschlagen lassen. Zu verdanken ist diese frühzeitige Bescherung einem ganz besonderen Weihnachtsengel namens Johanna Voet.

Das UKM und besonders die Kinderkardiologie sind Johanna Voet vertraut. Denn auch sie verbrachte viele Jahre hier – kennt das Gefühl, die Adventszeit im Krankenhaus verbringen zu müssen. „Im Alter von drei Monaten war ich das erste Mal auf der Kinderkardiologie“, erzählt die 29-Jährige. Grund dafür war ein angeborener Herzfehler, eine hochgradig valvuläre Aortenstenose, eine Verengung der Hauptschlagader. Mehrmals wurde Johanna deshalb operiert, musste drei Mal stationär für mehrere Wochen aufgenommen werden.

Auch wenn es für Voet damals keine leichte Zeit war, verbindet sie Positives mit der Kinderkardiologie, denn hier konnte ihr geholfen werden. Zur Weihnachtszeit beschloss sie daher, selbst aktiv zu werden und ein Dankeschön zurückzugeben. Gemeinsam mit einem anonymen Spender und der Unterstützung einer Buchhandlung und eines Spielwarengeschäftes aus ihrem Wohnort Dinklage konnte die ehemalige Patientin nun kurz vor dem Weihnachtsfest Spielzeuge im Wert von 1.100 Euro an das Team der Kinderkardiologie überreichen. So sollen auch die Kinder, deren gesundheitliche Situation ein Weihnachtsfest Zuhause nicht zulässt, eine besinnliche und frohe Zeit auf der Station haben.

„Es ist immer großartig, wenn uns ehemalige Patientinnen und Patienten nach den vielen gemeinsamen, oft auch schweren Stunden nach Jahren glücklich und gesund besuchen“, freut sich der Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie Prof. Dr. Hans-Gerd Kehl, der Johanna noch aus ihren Kindertagen kennt, über den Besuch. Und auch bei Stationsleitung Jutta Gießler ist die Freude über die neuen Spielzeuge, die am Heiligabend eine Überraschung sein werden, groß: „Johannas Spende hilft vielen Kindern in einer schweren Zeit.“


Bild: Frühzeitige Bescherung in der Kinderkardiologie am UKM: Johanna Voet (Mitte) überreicht die Geschenke an den Klinikdirektor Prof. Dr. Hans-Gerd Kehl und Stationsleitung Jutta Gießler. (© Foto (UKM)

Christoph Tiemann sorgte für vorweihnachtliche Stimmung

Münster – Für eine kleine Auszeit in der Adventszeit sorgten Moderator Christoph Tiemann und Pianist Philip Ritter im Foyer der Raphaelsklinik. Vor rund 80 begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern wurden unter dem Titel „Strolch im finsteren Tann“ mal mehr mal weniger besinnliche Texte vorgetragen und vertont, die für eine abwechslungsreiche Stunde sorgten. Von Rainer Maria Rilke über Loriot, Heinz Erhardt bis Erich Kästner reichte das Spektrum der Autoren. Von Ernst Jandl gab es mit dem Kommentar „Wir haben ja auch einen Bildungsauftrag“ das kurze, experimentelle „Weihnachtslied“ zu hören. Die NDR-Comedy-Reihe „Stenkelfeld“ von Detlev Gröning und Harald Wehmeier war mit der Geschichte „Weihnachtsbeleuchtung in Oenkelstieg“ vertreten und sorgte mit seiner absurden Schilderung der nachbarschaftlichen Hochrüstung im Bereich der Weihnachtsbeleuchtung für Begeisterung. Die von den Zuhörern eingeforderte Zugabe gewährten Tiemann und Ritter erst nach dem Versprechen der Anwesenden, zu Weihnachten wieder Geschichten vorzulesen. Den Schlusspunkt setzten die beiden Entertainer dann mit der Geschichte „Der selbstsüchtige Riese“ von Oscar Wilde. Die Benefizveranstaltung fand zu Gunsten des „Fördervereins Palliativmedizin Raphaelsklinik“ statt, deren Vorsitzende Gaby Marbach den Nachmittag moderierte.

Bild: Christoph Tiemann (r.) und Philip Ritter (l.) sorgten im vollbesetzten Foyer der Raphaelsklinik für humorvolle, vorweihnachtliche Unterhaltung

Essstörungen – Leben braucht Gewicht!

Münster – Im Januar 2020 starten wir unsere Vortragsreihe wieder mit einem Infoabend zum Thema Essstörungen. Im Fokus stehen dabei die Erkrankungsbilder Magersucht und Bulimie. Wir möchten Betroffene, Angehörige und Interessierte über erste Anzeichen, Hintergründe und Behandlungsmöglichkeiten informieren und zu einem offenen Austausch anregen.

Essstörungen – Leben braucht Gewicht!
Mittwoch, den 29. Januar 2020; 18:00 – 20:00 Uhr

Informationsabend zu Magersucht und Bulimie für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Das größte Risiko, an einer Essstörung zu erkranken, liegt in der Pubertät. Doch Magersucht und Bulimie betreffen nicht nur Jugendliche. Unbehandelt bleiben sie meist bis ins Erwachsenenalter bestehen, oder sie brechen in emotional belastenden Situationen wieder auf. Umso wichtiger ist es, eine Essstörung so früh wie möglich zu erkennen und zu therapieren.

Am 29. Januar 2020 informieren Experten der Christoph-Dornier-Klinik Betroffene, Angehörige und Interessierte über Anzeichen, Hintergründe und Behandlungsmöglichkeiten von Magersucht und Bulimie. Der Infoabend beginnt um 18 Uhr in der Tibusstraße 7-11, 48143 Münster. Neben den Vorträgen wird es Raum und Zeit für Fragen und einen offenen Austausch geben.

Infos: Der Eintritt ist frei! Um Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage oder telefonisch unter 0251/4810-102.

Dark Mode bei Smartphones ohne Effekt?

Münster – Dass die ausgedehnte Nutzung von Handys und Tablets durch den geringen Abstand zum Auge bei Nutzern Kurzsichtigkeit verursacht, dessen ist sich die Medizin sicher. Smartphone-Hersteller wollen dieser Belastung für die Augen mit dem Angebot eines Dark Mode begegnen, den der Nutzer wahlweise einschalten kann. Damit liest er dann statt schwarz auf weiß, weiß auf schwarz. Dr. Natasa Mihailovic, Funktionsoberärztin an der Augenklinik des UKM (Universitätsklinikum Münster) kann die Wirksamkeit dieses Modus nicht bestätigen. Es gebe keinerlei medizinische Studien oder Veröffentlichungen, die zeigen, dass eine invertierte Anzeige weiß auf schwarz die Augen schonen würde. Stattdessen empfiehlt die Augenärztin, sich möglichst viel im Freien aufzuhalten. Tageslicht könne das Risiko für Kurzsichtigkeit erheblich senken: Schon vierzig Minuten zusätzlicher Aufenthalt im Freien hemmen eine fortschreitende Kurzsichtigkeit um 20 Prozent, so Mihailovic. Wer sich sogar täglich zwei Stunden draußen im Hellen aufhalte, senke sein Risiko sogar um die Hälfte.

„Es gibt keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen, die die positive Rückwirkung des Dark Mode auf die Sehkraft belegen.“
(Dr. Natasa Mihailovic, Funktionsoberärztin UKM Augenklinik)

2000 Euro Spende für das Pelikanhaus des Clemenshospitals

Münster – Seit 1991 gibt es den Second Hand Flohmarkt für Babys und Kinder in Südkirchen bereits, doch der letzte Mitte September war der mit Abstand erfolgreichste, sind sich Anna Büscher und Katrin Ausperger vom Verein „Südkirchen hilft Kindern e.V.“ sicher. Was vor 28 Jahren in einem kleinen Pfarrraum begonnen hat, nimmt inzwischen die Fläche der Grundschule Südkirchen samt Turnhalle ein. „Es gibt rund 280 Verkäufer, 70 bis 80 ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass alles klappt“, berichtet die Kassiererin des Vereins, Katrin Ausperger. 2000 Euro konnten sie nun als Teil der Gewinne aus dem Verkauf von Spielzeug, Kleidung, Büchern und Co. an das Clemenshospital übergeben. Vorgesehen ist die Spende für den Bau des Pelikanhauses, einem geplante Unterbringung für Familien schwerkranker Kinder. „Die Spenden gehen immer an Projekte, die das Wohl von Kindern und Jugendlichen zum Ziel haben“, erklärt die erste Vorsitzende des Vereins, Anna Büscher. Bei der Auswahl des jeweiligen Spendenempfängers achtet der Verein darauf, dass es sich immer um lokale Projekte mit klarer Zielsetzung handelt. Den Kontakt zum Clemenshospital stellte der Nordkirchener Bernd Eggenstein her, dessen Kinder Anton und Klara auf der Kinderintensivstation behandelt werden mussten.

Bild: Martina Lewin und Sabrina Schulz vom Clemenshospital freuen sich über die Spende, die von Anna Büscher und Katrin Ausperger übergeben wurde (v.l.).

Neue Sektion Interventionelle Neuroradiologie am UKM

Münster (ukm/aw) – Mit dem 1. Dezember hat sich das UKM (Universitätsklinikum Münster) in Sachen Neuroradiologie verstärkt. Dr. Christian-Paul Stracke ist Leiter der neuen Sektion für Interventionelle Neuroradiologie (SIN) im Institut für Klinische Radiologie (Klinikdirektor Univ.-Prof. Walter Heindel). Mit ihm hat das UKM einen ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der kathetergestützten Neurointerventionen gewinnen können. Im Interview erläutert Stracke, was die Vorteile seines Schwerpunkts sind und was ihn eigentlich daran fasziniert.

Herr Dr. Stracke, sie arbeiten auf dem Gebiet der „Interventionellen Neuroradiologie“. Nur wenige Menschen werden damit sofort etwas anfangen können…
Die „Interventionelle Neuroradiologie“ ist ein relativ junges Spezialgebiet, das sich aus der Diagnostischen Radiologie entwickelt hat. Man nutzt röntgengestützte Verfahren und Kathetertechniken vor allem zur Behandlung von Gefäßerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks. Wir behandeln zum Beispiel Patienten mit einem akuten Schlaganfall mit Verschluss einer Hirnarterie. Dadurch bewahren wir sie vor schlimmeren Folgen. Wir behandeln aber auch andere, nicht akute Erkrankungen, wie zum Beispiel Gefäßaussackungen (Aneurysmen) oder Gefäßmissbildungen des Hirns.

Wie genau behandeln Sie Patienten?
Prinzipiell arbeiten wir durch die Gefäße, also zumeist über die Leisten- oder Armarterie kommend, und man durchleuchtet tatsächlich den Kopf oder die Gefäße. Und die Werkzeuge, mit denen wir arbeiten, sind dabei auf dem Röntgenbild sichtbar. Das sind zum Beispiel Ballons oder andere Instrumente, um ein Gerinsel zu entfernen, oder auch Implantate wie Stents oder Platinspiralen. Diese sind alle unter einer Durchleuchtungsanlage sichtbar. Früher konnten diese Eingriffe nur von einem Neurochirurg in einer offenen Operation durchgeführt werden, heute sind diese Eingriffe minimal-invasiv und können durch eine Leistenpunktion einen komplizierten Eingriff im Gehirn vornehmen, somit hat die Interventionelle Neuroradiologie die Behandlung von Patienten mit Schlaganfall tatsächlich revolutioniert.

Was reizt Sie an Ihrer Arbeit und warum sind Sie ans UKM gekommen?
Die Arbeit in der Interventionellen Neuroradiologie beinhaltet grundsätzlich erst mal komplizierte, aber auch interessante Fälle. Fälle, die auch mit Risiken verbunden sind. Viele Patienten verfolgt man über Jahre. Außerdem ist das Innovationstempo in diesem Fach sehr hoch – wir benutzen heute keine Materialien mehr, die älter als zehn Jahre sind.
Ans UKM bin ich gekommen, weil es für mein Fachgebiet ein besonders großes Potential bietet. Es gibt hier eine sehr große und sehr aktive Neurochirurgie und eine ebenso große und aktive Neurologie. Das bietet große Möglichkeiten, die neuen Verfahren zum Patienten in die Region zu bringen. Gerade weil die Innovation in diesem Fach aber auch besonders schnell und hoch ist, ist es mir wichtig, dass ich auf meinem Fachgebiet forschen und damit einen unmittelbaren Beitrag für die Patientinnen und Patienten leisten kann.

Bild: Dr. Christian-Paul Stracke ist der Leiter der neuen Sektion für Interventionelle Neuroradiologie am UKM.