Archiv des Autors: HugoBoss

Möglichkeiten des Brustrekonstruktion nach Brustkrebsoperationen

Münster – Am Mittwoch, 18.10. findet um 14.30 Uhr im Clemenshospital ein Vortrag zum Thema „Möglichkeiten der Brustrekonstruktion nach Brustkrebsoperationen“ statt. Referent ist Dr. Massud Mamarvar, Chefarzt für plastische und ästhetische Chirurgie an der Klinik Bassum, Kreis Diepholz. Zu den wichtigsten Therapieformen von Patientinnen mit Brustkrebs gehört, trotz neuer Behandlungsansätze, immer noch die Operation. Die kann mittlerweile bei 80 Prozent der Frauen brusterhaltend durchgeführt werden, in manchen Fällen ist aber die Abnahme der Brust unumgänglich. Der Vortrag beleuchtet die unterschiedlichen Ansätze des Brustaufbaus nach einer Brustkrebsoperation. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Bauen Sie mit: „FranziskusSteinchen“ gegen Spende abzugeben

Kaufleute unterstützen neue Kinder- und Jugendmedizin

Münster – Was ist aus Kunststoff, klein, fast quadratisch, in vielen Farben und mit Aufdruck gestaltet, lädt zum Spielen und Sammeln ein und ist ab sofort bei ausgewählten Partnern in Münster für eine Spende erhältlich? Mit den „FranziskusSteinchen“ erweitern ab sofort zahlreiche Geschäfte ihr Sortiment, um Gutes zu tun: Die zehn Euro, um die pro Steinchen gebeten wird, wandern direkt an das Spendenprojekt des St. Franziskus-Hospitals „Mehr Raum für Nähe“. Mit den Kunststoffsteinchen, auf denen Hinweise zur Spendenkampagne aufgedruckt sind, lässt sich allerhand bauen, daher lohnt es sich, gleich mehrere zu erwerben. Also ruft das St. Franziskus-Hospital Münster auf: Bauen Sie mit!

Von den Kaufleuten am Prinzipalmarkt haben sich im ersten Schritt das Schuhhaus Zumnorde mit mehreren Filialen, das Modehaus Petzhold und der Kieferorthopäde Dr. Frank Lohkamp vom Ärztezentrum am Prinzipalmarkt spontan zum Mitmachen bereit erklärt. Auch im Bettenhaus vor dem Esche an der Königsstraße, bei feine art an der Windthorststraße, bei Otmar im Hauptbahnhof und im La Californie (Picasso-Museum) sind die“FranziskusSteinchen“ ab sofort erhältlich.

Die Chefärzte in der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin PD Dr. Michael Böswald und Dr. Florian Urlichs sind begeistert von der Unterstützung der Kaufleute: „Wir freuen uns sehr, dass unsere Aktion mit so vielen neuen Partnern startet! Jede Spende für die neue Kinderklinik ist wichtig und hilft – damit unsere kleinen Patienten die Nähe und Geborgenheit bekommen, die sie zum Gesundwerden brauchen. FranziskusSteinchen gibt es selbstverständlich auch bei uns im St. Franziskus-Hospital: Die Bücherei im Krankenhaus hat sie ab sofort im Sortiment.“

Wer ebenfalls „FranziskusSteinchen“ in seinem Unternehmen anbieten und so die Kampagne „Mehr Raum für Nähe“ unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, zum Mit-Bauen aufzurufen. Informationen dazu gibt es unter Tel. 0251/935-1935.

Bild: Auf dem Prinzipalmarkt trafen sich jetzt einige Vertreter der „Vertriebspartner“ der ersten Stunde zum Aktionsstart (v.l.): Thomas Zumnorde, Dr. Florian Urlichs, Chefarzt der Neonatologie und Kinderintensivmedizin, NN vor dem Esche, Tina Siegel (Modehaus Petzhold), PD Dr. Michael Böswald, Chefarzt der Allgemeinen Kinder- und Jugendmedizin und Kieferorthopäde Dr. Frank Lohkamp aus dem Ärztezentrum Prinzipalmarkt. Auf dem Foto fehlt Wolfgang Nietan von „feine art“.

Zur Umsetzung des Bauvorhabens benötigt das Hospital knapp 13 Millionen Euro. Etwa 9,5 Millionen Euro werden aus öffentlichen und Eigenmitteln abgedeckt und rund 3,3 Millionen Euro müssen über Spenden finanziert werden. Die Bauarbeiten für die neue Klinik, in der pro Jahr rund 9.000 Kinder und Jugendliche versorgt werden, sind in diesen Wochen gestartet.

Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“
Durch die Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“ will das St. Franziskus-Hospital Münster in den nächsten Jahren einen Teil der Gesamtkosten für die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen der Kinder- und Jugendklinik einwerben. Die Modernisierung im Bestand ist dringend erforderlich, denn die bauliche Ausstattung entspricht nicht mehr den aktuellen räumlichen Anforderungen einer modernen Kinderklinik: Die kleinen und großen Patienten und ihre Begleitpersonen brauchen mehr Platz sowie eine kinderfreundliche Atmosphäre, um künftig noch besser gesund zu werden.
Mehr Infos zum Projekt gibt es unter www.mehr-raum-für-nähe.de

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster

Bauchspeicheldrüsentumor rechtzeitig operiert

Münster – Ursula Liebig fiel mehr als ein Stein vom Herzen, als das Ergebnis aus dem Labor der Raphaelsklinik eintraf: „gutartig“. Am Kopf ihrer Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hatte sich ein Tumor gebildet, ein sogenanntes Papillenadenom. Das Pankreaszentrum der Raphaelsklinik ist auf die Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse spezialisiert und den Experten war sofort klar, dass schnell gehandelt werden muss, da solche Tumoren zu bösartigen Krebserkrankungen ausarten können. „Wir sagten der Patientin, dass ein Aufschieben der Operation in den Herbst viel zu gefährlich wäre!“ erinnert sich der Koordinator des Pankreaszentrums, Dr. Erik Allemeyer.

Veranstaltungshinweis
Unter anderem um auf die Möglichkeiten der Früherkennung und die Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse hinzuweisen aber auch um Ängste und Sorgen abzubauen, veranstaltet das Pankreaszentrum am Samstag, 14.10., von 10.00 bis 13.00 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, einen Infotag für alle Interessierten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos.

Im Zentrum arbeiten unterschiedliche Fachabteilungen des Krankenhauses sowie Praxen niedergelassener Ärzte zusammen, einmal pro Woche treffen sich die Mediziner zur Tumorkonferenz, in der alle neuen Fälle gemeinsam besprochen werden. „Durch diese Zusammenarbeit hat sich für die Patienten in den letzten Jahren sehr viel verbessert. Früher hat jede Abteilung eher für sich gearbeitet, die Informationsweiterleitung war dadurch oft sehr schlecht“, berichtet Allemeyer.

Bei Ursula Liebig wurden zunächst umfangreiche radiologische Untersuchungen unter anderem mit dem Computertomografen (CT) durchgeführt und danach mit dem Endoskop nachgesehen, wie ausgedehnt der Tumor ist. „Wir konnten auf diese Weise erkennen, dass es sich um die Vorform einer bösartigen Tumorerkrankung handelte, die mit einem Durchmesser von etwa viereinhalb Zentimetern zu groß war, um mit dem Endoskop behandelt zu werden“, erläutert der Chefarzt der Gastroenterologie der Raphaelsklinik, Priv.-Doz. Dr. Ulrich Peitz. Während einer etwa vierstündigen Operation durch den Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, wurden der Zwölffingerdarm und der Kopf der Bauchspeicheldrüse entfernt, „der Magen konnte erhalten bleiben“, berichtet der Chirurg. Während einer solchen Whipple-Operation wird die Bauchspeicheldrüse zum Teil oder komplett entfernt. Da das Organ jedoch wichtige Enzyme für die Fettverdauung produziert, muss Ursula Liebig diese zukünftig in Tablettenform zu sich nehmen.

„Es ist für die erfolgreiche Behandlung sehr wichtig, dass Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse möglichst frühzeitig erkannt werden, zum Beispiel durch den Hausarzt bei der Ultraschalluntersuchung“, sagt Peitz und weist darauf hin, wie wichtig die regelmäßige, routinemäßige Kontrolle durch den Arzt ist.

Bild: (v.l.) Priv.-Doz. Dr. Ulrich Peitz, Ursula Liebig, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann und Dr. Erik Allemeyer in der Endoskopieabteilung der Raphaelsklinik

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Die gemeinnützige Gesellschaft FLUGKRAFT spendet Sofortbild-Fotobox dem Clemenshospital

Kranken Kindern schöne Momente schenken

Münster – Ein unscheinbarer, wenn auch großer Kasten steht jetzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals. In dem Kasten befinden sich ein Computer, der mit einer Kamera verbunden ist sowie ein Bildschirm und ein Drucker. Kinder und Jugendliche können sich unbefangen selbst fotografieren, denn die Handhabung ist einfach. Ein Knopfdruck und es wird ein Foto gemacht, ausgedruckt und aus Datenschutzgründen im Computer sofort gelöscht. Möglich machte das die gemeinnützige Gesellschaft FLUGKRAFT, die der Klinik diese ungewöhnliche Fotobox spendete. „Kinder, die mit der Fotobox alleine im Raum sind, lassen erfahrungsgemäß ihren wirklichen Gefühlen freien Lauf. Die Fotos, die so entstehen, sollen den Kindern Freude und Erinnerungen schenken“, erklärte Alexandra Göbel, Fundraiserin und Pressesprecherin von Flugkraft die Idee dahinter.

Bei FLUGKRAFT geht es darum, kranken Kindern und Erwachsenen durch kostenlose Fotos und bundesweit angebotene Schmink-, Foto- und Haarworkshops schöne Momente zu schenken. FLUGKRAFT unterstützt Bedürftige außerdem finanziell und finanziert sich dabei selbst ausschließlich über Spenden.

Bild: Alexandra Göbel, Fundraiserin und Pressesprecherin von Flugkraft (4. v. l.) übergibt die Fotobox an die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Clemenshospital. (V. l.) Judith Höing, stellvertretende Abteilungsleitung der Stationen E1 und E2, Dr. Georg Hülskamp, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Karin Wrede, Heilpädagogin sowie Dr. Martina Klein und Elisa Rühle, Abteilung Fundraising der Alexianer GmbH.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Lesung von Eva von der Dunk im Clemenshospital

Münster – am Montag, 16.10., findet um 16.30 Uhr eine rund 30-minütige öffentliche Lesung der Autorin Eva von der Dunk in der Krankenhauskapelle des Clemenshospitals, Düesbergweg 124, statt. Unter dem Motto „Seelenbilder – leuchtende Momente“ wird die Autorin kurze Text und Gedichte lesen. Ihre Idee ist es, Gedanken zur Natur aus ihren poetischen Spaziergängen in den Wäldern bei Nordkirchen in die Krankenzimmer zu bringen. Besinnliches, aber auch einfach Nettes, Fröhliches und viele Informationen zur Natur werden mit Gedichten und Kurztexten präsentiert. Es werden Texte aus der Anthologie „Schön hier! Lieblingsplätze & Herzensorte in Westfalen“ , die vor Kurzem erschienen ist, vorgestellt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig.

Datum: Montag, 16.10.2017
Ort: Clemenshospital, Krankenhauskapelle
Uhrzeit: 16.30 Uhr
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Quelle: © Clemenshospital Münster

NRW-Gesundheitsminister Laumann und UKM wollen gemeinsam die ländliche Versorgung in der Region sichern

Symposium zum Meinungsaustausch zwischen Entscheidungsträgern der Politik, der Universitätsmedizin und der ärztlichen Selbstverwaltung / Wunsch nach mehr Dialog zur ländlichen ärztlichen Versorgung

Münster (ukm/aw) – Die zukünftigen Herausforderungen und Perspektiven der ländlichen ärztlichen Versorgung waren gestern Abend Thema eines Symposiums im Lehrgebäude der Medizinischen Fakultät Münster, zu dem auch der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes, Karl-Josef Laumann, sowie hochrangige Vertreter der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung geladen waren. „Es ist uns ein Anliegen, mit der Politik und der ärztlichen Standesvertretung in einen offenen Dialog zu treten“, so der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKM (Universitätsklinikum Münster), Prof. Robert Nitsch. „Neuen Initiativen zur künftigen Sicherung der medizinischen Versorgung stehen wir offen gegenüber und fördern diese durch moderne Konzepte.“

Weiterhin unterstrich Nitsch, dass die Universitätsmedizin einerseits Spitzen-forschung betreiben wolle. Andererseits stehe man in der Verantwortung, eine hochwertige Krankenversorgung in der Region bereitzustellen. Um das zu vereinen, seien zahlreiche Maßnahmen notwendig, insbesondere die enge Ko-operation mit Niedergelassenen sowie die gute Zusammenarbeit mit kleineren Krankenhäusern auf dem Land. Forschung und Lehre der Universitätsmedizin müssten auch hier ankommen, so Nitsch: „Auch unsere Patienten auf dem Land müssen wissen, dass sie jederzeit guten und unkomplizierten Zugang zur Spitzenmedizin haben. In unseren Kooperationen mit peripheren Häusern etablieren wir solche Strukturen einvernehmlich vor Ort. Ganz beispielhaft läuft das gerade in Steinfurt in dem von uns übernommenen Marienhospital UKM MHS.“

Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann unterstrich in seinem Vortrag, dass er es als dringliches Ziel seiner Amtszeit ansehe, dass alle Medizinischen Fakultäten im Land einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin einrichten. Diese Disziplin sei das Kernfach des Medizinstudiums. „Die Allgemeinmedizin ist das Rückgrat unserer medizinischen Versorgung. Sie muss endlich überall den zentralen Stellenwert erhalten, den es für eine gute und flächendeckende Versorgung benötigt. In Nordrhein-Westfalen werden pro Jahr etwa 2.000 neue Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Davon werden aber nur rund zehn Prozent Allgemeinmediziner. Das zeigt: Die medizinischen Fakultäten haben ihre Verantwortung in der Vergangenheit leider nicht ausreichend wahrgenommen. Doch jetzt gilt es den Blick in die Zukunft zu richten und die Herausforderung gemeinsam anzupacken. Wir brauchen künftig an jeder medizinischen Fakultät eine W 3-Professur für Allgemeinmedizin. Zudem werden wir in Ostwestfalen eine ganz neue medizinische Fakultät aufbauen. Und wir wollen die sogenannte Landarztquote einführen. Das heißt: Bis zu zehn Prozent aller Medizinstudienplätze sollen in Zukunft an geeignete Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich für bis zu zehn Jahre zur Arbeit als Hausärztin oder Hausarzt in unterversorgten und von Unterversorgung bedrohten Regionen verpflichten“, sagte Laumann.

Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Mathias Herrmann, hob in seinem Vortrag die Bedeutung der Allgemeinmedizin auch für Wissenschaft und Lehre hervor: „Die Allgemeinmedizin ist keine universitäre Disziplin zweiten Ranges, sondern ein akademisches Fach mit breitem Profil. Vor allem ist sie ein hoch spannendes Tätigkeitsfeld für den Nachwuchs. Das vermitteln wir unseren Studierenden nicht nur über die üblichen Lehrinhalte, sondern mit innovativen Konzepten wie der neuen ‚CampusPraxis‘“, sagte Herrmann und spielte damit auf die im Frühjahr eröffnete Gemeinschaft niedergelassener Allgemeinärzte in Münster-Gievenbeck an, die den Studierenden einen praxisbezogenen Patientenkontakt ermögliche. Neben dem schon jetzt zur Stärkung der Fachdisziplin eingerichteten „Centrum für Allgemeinmedizin“ unter Leitung von Prof. Peter Maisel kooperiere die Medizinische Fakultät unter anderem mit 136 allgemeinmedizinischen Lehrpraxen, betont Herrmann: „Das Netz reicht von Lingen bis Menden und von Bielefeld nach Bocholt. Wir sind also breit in der Fläche vertreten.“

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten die Teilnehmer verschiedene innovative Maßnahmen, wie vor allem für die alternde Landbevölkerung in Zukunft eine optimale wohnortnahe und flächendeckende Primärversorgung sichergestellt werden könne. Es herrschte Konsens darüber, dass achtzig bis neunzig Prozent der ersten Arzt-Patienten-Kontakte in Deutschland über den niedergelassenen Hausarzt liefen. Die Attraktivität und Perspektive dieser Schlüsseldisziplin gelte es also nicht nur zu erhalten, sondern auch für Studierende und Ärzte zu steigern, damit sie sich bevorzugt in ländlichen Regionen niederlassen.

Weitere Zitate

Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe:

„Die Zahl der Hausärzte in Westfalen-Lippe ist seit 2013 rückläufig. Immer wieder müssen Kollegen ohne Nachfolger in den Ruhestand gehen. Die Zahl der neu weitergebildeten Ärzte für Allgemeinmedizin reicht einfach nicht aus, um die Ausscheidenden zu ersetzen. Deshalb freue ich mich umso mehr über das erwachende Engagement der Universitäten. Gerade in der Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät und der Uniklinik Münster sind wir auf einem positiven Weg. Wir haben zwar ein bisschen gebraucht – fast fünf Jahre – aber dann haben wir auf unsere Initiative hin eine vorbildliche Campus-Praxis hier in Münster einrichten können. Ziel ist es, die nachrückende Ärztegeneration früh für eine Niederlassung als Hausarzt zu motivieren. Dies geschieht auch bei diversen Informationsveranstaltungen in und an der Uni in Münster.“

Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer-Westfalen-Lippe<:/strong>
„Die Zahl der Facharztprüfungen zum Allgemeinmediziner ist im vergangenen Jahr erfreulicherweise erneut gestiegen. Sie hat aber noch nicht den Umfang erreicht, der notwendig wäre, um die Zahl der sich zur Ruhe setzenden Ärztinnen und Ärzte zu kompensieren. Die Fachärzte für Allgemeinmedizin sowie die weiteren „Generalisten“ unter den Fachärzten, besonders Allgemeininternisten und Allgemeinchirurgen, leisten einen wichtigen Beitrag, weiterhin eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung auch abseits der Ballungsräume in Kliniken und Praxen zu gewährleisten. In einem komplexen Gesundheitssystem sind sie im Regelfall erster Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten und betreuen diese in vielen Fällen über lange Abschnitte ihres Lebens. Die gemeinsamen Anstrengungen von Ärztekammer, Politik und den Akteuren in der Aus- und Weiterbildung, Anreize zu schaffen und den medizinischen Nachwuchs für diesen Bereich der ärztlichen Arbeit zu motivieren, zeigen ersten moderaten Erfolg. Entwarnung in Sachen Ärztemangel können wir aber trotzdem noch nicht geben. Wir sind weiterhin gefordert.“

Bild: Die Runde der Diskutanten zur ländlichen ärztlichen Versorgung: (vorne v.l.n.r.) Prof. Stefan Wilm, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Prof. Robert Nitsch, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor UKM, NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. (Hinten v.l.n.r.): Prof. Mathias Herrmann, Dekan der Medizinischen Fakultät Münster, Dr. Gerhard Nordmann, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Prof. Annegret Kuhn, Moderatorin und Stabstelle des Vorstands Unternehmensentwicklung und Strategische Koordination UKM sowie Prof. Peter Maisel, Leiter des Centrums für Allgemeinmedizin der WWU.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Infoabend „Zurück ins Leben –
Depressionen und Burnout bewältigen“

Münster – Die Depression ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Etwa zehn Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer leiden unter depressiven Symptomen. Die meisten fühlen sich niedergeschlagen, antriebslos und müde, haben Kopf- oder Rückenschmerzen, keinen Appetit und schlafen schlecht. Doch die Depression hat viele Gesichter: Auch Gereiztheit und Überaktivität können ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Treten solche Symptome vor allem im beruflichen Kontext auf, spricht man oft eher von einer arbeitsstressbedingten Depression. Oder auch von einem „Burnout“, der sowohl die Folge als langfristig auch die Ursache psychischer und körperlicher Erkrankungen sein kann.

Datum: Mittwoch, 11.10.2017
Ort: Christoph-Dornier-Klinik in Münster, Tibusstraße 7 – 11
Uhrzeit: 18.00 – 20.00 Uhr
Zielgruppe: für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Der Informationsabend „Zurück ins Leben – Depressionen & Burnout bewältigen“ gibt einen Überblick über die wichtigsten Merkmale von Depressionen, wie sie entstehen und wie sie erfolgreich behandelt werden können. Auch bietet er Raum für weitergehende Fragen. Ansprechpartner sind Dr. med. Andreas Pelzer, Leitender Arzt, und Dr. Dipl.-Psych. Benedikt Klauke, Leitender Psychologischer Psychotherapeut der Klinik.

Quelle: © Christoph-Dornier-Klinik Münster

Selbststigmatisierung überwinden

Münster – Lebenskrisen hinterlassen Spuren, körperlich und psychisch. Dass sich dies auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, ist ganz normal. Leistungsdruck und Wettbewerb machen es schwer, das zu akzeptieren – vor allem im Job. Die eigenen Stigmata und Regeln im Kopf sind dabei oft das größte Problem. Gleichzeitig kann man sie am ehesten verändern. Auch das trägt dazu bei, am Arbeitsplatz psychisch gesund zu bleiben – ein Thema, das der diesjährige Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober ins Zentrum stellt.

79 Prozent der Befragten hatten nach einer Lebenskrise psychische Probleme. Gut 53 Prozent erlebten sich weniger leistungsfähig. Trotzdem ging etwa die Hälfte aller Befragten weiter arbeiten, rund 37Prozent waren jedoch mit ihrer Arbeit unzufrieden, so der aktuelle Fehlzeiten-Report der AOK. „Menschen, die psychisch angeschlagen sind, funktionieren oft gerade auf der Arbeit lange weiter und versuchen Defizite in der Leistungsfähigkeit durch Mehreinsatz zu kompensieren. Dies kostet enorm viel Energie und erhöht auf Dauer das Risiko, psychisch krank zu werden“, erklärt Benedikt Klauke, leitender Psychologischer Psychotherapeut der Christoph-Dornier-Klinik in Münster.

Menschen in Lebenskrisen brauchen vor allem eins: Entlastung. Manchmal hilft eine temporäre Krankschreibung. Eine längerfristige Lösung ist sie in der Regel nicht, da Arbeit neben der Existenzsicherung auch Struktur und Halt geben kann. „Betriebliche Unterstützungsangebote, wie flexible Arbeitszeiten oder eine kurzfristige Umverteilung von Aufgaben, sind daher ebenso wichtig wie die gesellschaftliche Entstigmatisierung von Menschen, die psychisch beeinträchtigt oder nicht hundertprozentig leistungsfähig sind. Eine große Rolle spielen aber auch die eigenen Kritiker im Kopf“, sagt der leitende Arzt der Klinik, Andreas Pelzer. „Vor allem wenn sie Leistungseinbußen und psychische Probleme in den Bereich des persönlichen Versagens rücken.“ Dass sogenannte innere Kritiker so laut werden können, ist nach Ansicht der Experten auch eine Folge des anhaltenden Drangs, sich selbst zu optimieren.

Durchhalteparolen und Optimierungsstrategien bringen in Lebenskrisen jedoch wenig. Vielmehr sollte man vor allem Geduld mit sich haben. Jeder Mensch braucht Zeit und Kraft, um eine schwere Krankheit, das Scheitern einer Partnerschaft oder den Tod eines Angehörigen zu verarbeiten. Und je sorgenfreier er sich diese nehmen kann, desto besser gelingt in der Regel auch die Verarbeitung.

„Die zentrale Frage in solchen Situationen ist, wie gehe ich mit Belastungen, aber auch mit eigenen Ansprüchen um?“, so der Diplom-Psychologe Benedikt Klauke. „Habe ich die Kompetenz, mich für mein Wohl einzusetzen? Kann ich auch mal Nein sagen? Meine Arbeit anders organisieren? Welche inneren Überzeugungen leiten mich? Wie viel muss ich leisten, damit ich mich als etwas wert fühle? Gerade für Menschen, die einen hohen Anspruch an sich haben und sehr pflichtbewusst sind, ist das Nicht-Erfüllen von Erwartungen oft nur schwer auszuhalten. Ebenso das Gefühl, hilfsbedürftig zu sein. Gleichzeitig sind das die Stellschrauben, die man selber beeinflussen kann und an denen wir auch therapeutisch arbeiten können.“

Er rät Menschen in Lebenskrisen, nicht zu warten, bis die Ampel auf Rot steht, sondern sich schon vorher Hilfe zu holen. Sich psychologisch beraten oder psychotherapeutisch unterstützen zu lassen, fühle sich für viele Menschen wie eine persönliche Niederlage an. Dabei übernähmen sie für sich selbst Verantwortung, was eine wichtige Voraussetzung für die Bewältigung einer Krise sei.

Quelle: © Christoph-Dornier-Klinik Münster