Auszeichnung für das Brustzentrum am St. Franziskus-Hospital

German Breast Group verleiht Urkunde für „Beste Einbringquote“

Münster – Die German Breast Group (GBG) hat das Brustzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster mit einer Urkunde für die „Beste Einbringquote bei der Patientenselbstauskunft“ geehrt. Anlass für die Auszeichnung ist die „GeparSepto-Studie“, an der das Brustzentrum teilgenommen hatte. Dabei waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Brustzentrums bei der Ansprache 2013 und 2014 sehr erfolgreich: Jede Patientin, die für die Studie angefragt und im persönlichen Gespräch umfassend aufgeklärt wurde, hat eingewilligt, an der Nachverfolgung durch die Patientenselbstauskunft teilzunehmen. Vor der Zustimmung war jede Patientin in einem ausgiebigen Gespräch über die Inhalte, den Zweck und den Ablauf der Studie aufgeklärt worden.

An der „GeparSepto“-Studie konnten Patientinnen teilnehmen, die vor der Brustkrebs-Operation eine Chemotherapie erhalten sollten. Diese medikamentöse Therapie wurde in der Studie nach dem Zufallsprinzip mit einer von zwei Wirkstoff-Varianten durchgeführt. Diese sollten beide den Tumor so weit verkleinern, dass die Operation besser möglich ist. Mithilfe der GeparSepto-Studie will die GBG herausfinden, ob ein neues Medikament bei vielen Patientinnen erfolgreicher wirkt als die etablierte Therapie nach dem Standardverfahren. Hierfür werden Informationen über den Gesundheitszustand der Teilnehmerinnen über einen langen Zeitraum nach der Therapie benötigt. Oft reißt der Kontakt zu den Patientinnen nach der Studienbehandlung ab, so dass die Daten unvollständig bleiben und der Einfluss auf das langfristige Überleben durch die Studientherapie nicht gezeigt werden kann. Aus diesem Grund hat die Studiengruppe GBG das Register zur Patientenselbstauskunft eingeführt. Wenn die Patientinnen zustimmen, werden sie direkt durch das damit betraute Koordinierungszentrum angeschrieben. Hierdurch soll die Vollständigkeit der Follow-Up-Daten und damit die Aussagekraft der Studien verbessert werden. Am Brustzentrum des St. Franziskus-Hospitals hatten sich alle angesprochen Patientinnen zur Teilnahme bereit erklärt.

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Bild: Über die Auszeichnung freut sich das interdisziplinäre Team, das die Studie im St. Franziskus-Hospital begleitet hat (v. l.): Dr. Anne Bremer (Leitende Ärztin Department Hämatologie und Internistische Onkologie), Dr. Barbara Krause-Bergmann (Chefärztin Brustzentrum), Dr. Oliver Albrecht (Oberarzt Department Onkologie), Dr. Corina Neumann (Oberärztin Brustzentrum) und Maria Walter (Study Nurse).

„Die Auszeichnung werten wir auch so, dass die Patientinnen uns vertrauen und die Kommunikation gut funktioniert“, freuen sich Dr. Anne Bremer, Leitende Ärztin, und Dr. Oliver Albrecht, Oberarzt des Department Hämatologie und Internistische Onkologie und Dr. Barbara Krause-Bergmann, Chefärztin des Brustzentrums am St. Franziskus-Hospital Münster. „Die gute Bewertung führen wir auch darauf zurück, dass wir uns viel Zeit für die Gespräche mit den Patientinnen nehmen. So wollen wir jede betroffene Frau in die Lage versetzen, den Behandlungsverlauf gemeinsam mit uns zu entscheiden und zu gestalten“, erläutert Dr. Krause-Bergmann. Die Ärzte und Pflegekräfte in den Behandlungsteams am Brustzentrum verfügen über langjährige Erfahrung und bilden sich stets weiter. Zudem arbeitet das Brustzentrum gut vernetzt mit den Kliniken für Radiologie und Nuklearmedizin sowie mit der Onkologie am St. Franziskus-Hospital zusammen, die schnell und zuverlässig Diagnosen stellen, Therapien vornehmen und mit weiteren Partnern in den Tumorkonferenzen individuelle Behandlungsempfehlungen für jede Patientin entwickeln.

Zertifizierte Brustzentren wie das Brustzentrum am St. Franziskus-Hospital sind verpflichtet, sich an wissenschaftlichen Studien zu beteiligen, um die therapeutischen Möglichkeiten bei einer Krebserkrankung weiter zu verbessern. Zurzeit wird im Brustzentrum die GeparOcto-Studie der GBG durchgeführt. Auch bei dieser Studie handelt es sich um eine so genannte Phase III-Studie, bei der alle verabreichten Medikamente ausgiebige Prüfphasen durchlaufen haben und die daher für die teilnehmenden Patientinnen als gesichert gelten.

Quelle: © St.-Franziskus-Hospital Münster