Aufbau einer neuen Klinik für neurologische Schlaf- und Beatmungsmedizin in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Münster

Münster – Mit einer neu geschaffenen Klinik für neurologische Schlaf- und Beatmungsmedizin am Clemenshospital in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Münster (UKM) wird die Versorgung von beatmeten Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie von Patienten mit einer amyotrophen Lateralsklerose (ALS) in der Region Münsterland wesentlich verbessert. Die Funktion des Chefarztes wird Prof. Dr. Peter Young übernehmen, der weiterhin auch die Leitung der Klinik für Schlafmedizin und neuromuskuläre Erkrankungen am UKM innehaben wird.

„Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen einem ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der neuromuskulären Erkrankungen wie Prof. Young und einer erfahrenen Klinik für Lungen- und Bronchialheilkunde, wie sie am Clemenshospital seit vielen Jahren existiert, ist deutschlandweit einmalig und eröffnet der Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der Atemwege durch neuromuskuläre Beeinträchtigungen neue Perspektiven“, wie der Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, Hartmut Hagmann, erläutert. Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, ergänzt: “Durch die Schaffung neuer Kapazitäten vor allem bei den Beatmungsplätzen wird dem wachsenden Bedarf für diese Patientengruppe sichtbar Rechnung getragen. Prof. Young wird nun mit seiner Expertise auch im Clemenshospital Patienten zur Seite stehen können.“

„Der Aufbau der Abteilung für Schlaf- und Beatmungsmedizin erfolgt mehrstufig im Zuge der aktuellen Baumaßnahmen am Clemenshospital“, berichtet der Hauptgeschäftsführer der Alexianer, Andreas Barthold. Spätestens zum Ende dieses Jahres wird zunächst eine Beatmungsintensivstation mit acht Betten in Betrieb gehen, bis Mitte 2019 soll dann mit dem Abschluss der Baumaßnahmen die Kapazität auf 18 Betten ausgebaut werden.

Die Notwendigkeit von mehr Beatmungsplätzen, so Prof. Dr. Peter Young, ist sowohl für Patienten mit COPD als auch mit ALS unfraglich: „Während bekanntermaßen bei Patienten mit einer COPD die Entwöhnung von einer Beatmung im Vordergrund steht, kann Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen die Möglichkeit einer Entwöhnung von der Beatmung viel zu selten angeboten werden. Auch sollen Patienten mit einer neuromuskulären Erkrankung wie der ALS frühzeitig an eine Beatmung gewöhnt werden, was die Überlebenszeit und Lebensqualität deutlich verlängert. “

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Bild: (v.l.) Prof. Dr. Norbert Roeder UKM), Hartmut Hagmann (Alexianer), Prof. Dr. Peter Young (UKM), Dr. Klaus-Peter Czudaj (Clemenshospital), Dr. Christoph Hoppenheit (UKM) und Andreas Barthold (Alexianer) freuen sich, dass die Versorgung von Patienten mit einer COPD- oder ALS-Erkrankung durch die Kooperation von UKM und Clemenshospital zukünftig deutlich verbessert wird.

Hintergrund

Der Begriff COPD umfasst alle chronischen Erkrankungen der Lunge, die mit Husten, vermehrtem Auswurf und Atemnot unter Belastung verbunden sind. Umgangssprachlich wird häufig der Begriff Raucherlunge verwendet, was darauf hinweist, dass besonders Raucher und Passivraucher von einer COPD betroffen sind. Es gibt aber auch andere Faktoren, die eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung verursachen können. Deutschlandweit sind etwa drei bis fünf Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen.

Bei der ALS handelt es sich um eine fortschreitende Degeneration der motorischen Nerven, was zu einer starken Beeinträchtigung der Muskulatur, so auch der Atemmuskulatur, führt. Im vorletzten Jahr rückte die Erkrankung durch die sogenannte Ice-Bucket-Challenge in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, die als Spendenaktion vor allem in den sozialen Medien sehr präsent war. Prominente Betroffene sind der Physiker Stephen Hawking und der verstorbene Maler Jörg Immendorff. Hierzulande sind etwa 6.000 bis 7.000 Menschen von einer ALS betroffen.

Das Universitätsklinikum Münster (UKM) gehört bundesweit zu den erfolgreichsten universitätsmedizinischen Maximalversorgern. Derzeit verfügt das Universitätsklinikum Münster über rund 1500 Betten und mehr als 30 Kliniken sowie zahlreiche Institute und Zentren. Im Jahr 2015 wurden im UKM etwa 62.000 Patienten stationär versorgt, ambulant gab es mehr als 500.000 Behandlungen. Mit knapp 10.000 Mitarbeitern ist die UKM-Gruppe einer der größte Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in der Region.

Das Clemenshospital ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und vollständig nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Es verfügt über 405 Betten in 12 Kliniken. Angegliedert sind eine Kurzzeitpflege, ein ambulanter Pflegedienst und das MedicalCenter (Ärztehaus).

Die Alexianer sind ein Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, in dem bundesweit rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind. Mit 800-jähriger Tradition betreiben die Alexianer Krankenhäuser, Einrichtungen der Senioren-, Eingliederungs- und Jugendhilfe, Gesundheitsförderungs- und Rehabilitationseinrichtungen, ambulante Versorgungs- und Pflegeeinrichtungen sowie Werkstätten für behinderte Menschen und Integrationsfirmen. Träger der Unternehmensgruppe ist die Stiftung der Alexianerbrüder.

Quelle: © Clemenshospital Münster