Eine App für alle Fälle: App „Notfallstandards“

Notaufnahme des UKM führt das System „Notfallstandards“ für die Notfalldiagnostik und -therapie ein

Münster (ukm/rem) – Reger Andrang in der Notaufnahme – gerade nachts und am Wochenende ist das keine Seltenheit. Insbesondere in Notfallsituationen sind schnelles Handeln und differenzialdiagnostische Überlegungen überlebenswichtig. Die interdisziplinäre Notaufnahme (LANO) des UKM (Universitätsklinikum Münster) hat jetzt einen Weg gefunden, diesen Anforderungen noch besser gerecht zu werden. Mit der App „Notfallstandards“, die vom Universitätsspital Basel entwickelt wurde, bietet das Klinikum den Ärzten schnelle Informationen im Notfall. „Bei dem zeitlichen Druck, der in der Notaufnahme herrscht, bleibt nicht immer Zeit, um alle relevanten Differentialdiagnosen in den üblichen Lehrbüchern nachzuschlagen. Die App liefert dann einen kurzen symptom- und fachorientierten Leitfaden“, beschreibt Privat-Dozent Dr. Philipp Kümpers, oberärztlicher Leiter der LANO, die Vorteile der Anwendung.

UKM_Notfall-App

Bild: Dr. Arne Bokemeyer, Prof. Dr. Hermann Pavenstädt und Privat-Dozent Dr. Philipp Kümpers (v.l.) und sind von der App „Notfallstandards“ überzeugt.

Das Programm arbeitet mit standardisierten Folien, die von jedem Klinikum selbst angepasst werden können. „Von den 1.000 Folien haben wir rund 70 Folien bearbeitet und auf unsere Standards angepasst. Vor allem die Möglichkeit, Telefonlisten und Links zu Dokumenten zu hinterlegen, bietet den wechselnden Kollegen eine schnelle Reaktionsbasis“, so Kümpers weiter. Neben verschiedenen Krankenhäusern in der Schweiz, Österreich und Italien wird die App auch in Deutschland bereits an unterschiedlichen Kliniken genutzt.

Am UKM läuft das Pilotprojekt zunächst für vier Jahre und wird derzeit finanziert durch die Medizinische Klinik D. „In der Notaufnahme haben wir alle sechs Monate elf neue Assistenzärzte. Das macht einen schnellen Überblick ohne allzu große Einarbeitung besonders wichtig. Durch die Einführung der App kann die Weiterbildung der jungen Ärzte deutlich vereinfacht werden“, betont Prof. Dr. Hermann Pavenstädt, Direktor der Klinik. Auch für Studenten bildet die App eine gute Entscheidungshilfe bei verschiedenen Behandlungsfeldern.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster