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Dezember 2011

Hilfe im vertrauten Umfeld für unheilbar kranke Menschen

Volksbank Münster spendet „palliativ-Mobil“ neues Auto
Ein schönes Weihnachtsgeschenk machte heute Norbert Beek, Vorstand der Volksbank Münster, dem St. Franziskus-Hospital. Er übergab einen nagelneuen Ford Ka für „palliativ-Mobil“. Die Volksbank Münster unterstützt aus ihrem Gewinnsparverein jährlich gesellschaftliche und soziale Institutionen mit namhaften Beträgen.

„palliativ-Mobil“ ist ein kostenloser Beratungsdienst im häuslichen Umfeld für schwer erkrankte Personen mit einer begrenzten Lebenserwartung und deren Angehörige. Die Aufgaben umfassen die psychosoziale Begleitung von Patienten und Angehörigen mit regelmäßigen Hausbesuchen. Bereits vor der Entlassung aus dem Krankenhaus wird der Kontakt zu „palliativ-Mobil“ hergestellt. Die examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger und Diplom-Sozialarbeiter geben Hilfestellungen bei Formalitäten und der Organisation von Pflegehilfsmitteln und stehen stets als feste Ansprechpartner zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit Hausärzten und Pflegediensten beraten und unterstützen sie bei der palliativmedizinischen Versorgung.

“‚palliativ-Mobil’ schließt die Lücke zwischen stationärer und ambulanter Betreuung für unheilbar erkrankte Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden können und im heimischen Umfeld eine differenzierte medizinische Versorgung und kontinuierliche fachliche Begleitung und Betreuung brauchen. Andererseits sollen sie die Sicherheit erhalten, in Akutsituationen unmittelbar Rat zu erhalten. Wir freuen uns, dass wir diese Menschen mit dem neuen Fahrzeug sicher erreichen können“, erläuterte Leonhard Decker, Pflegedirektor des St. Franziskus-Hospitals.

Bild: Nach der Schlüsselübergabe besuchten Norbert Beek, Vorstand Volksbank Münster (2.v.l.) und Werner Lehmkuhl, Firmenkundenbetreuer Volksbank Münster (1.v.r), die Palliativstation am St. Franziskus-Hospital. Über das neue Auto freuten sich Dr. Anne Bremer und Dr. Birgit Roesner, beide Leitende Ärztinnen Palliativstation St. Franziskus-Hospital (1. u.  3.v.l.), Leonhard Decker, Pflegedirektor des St. Franziskus-Hospitals (2.v.r.) und Fabian Eichler,  Leiter „palliativ-Mobil“ St. Franziskus-Hospital (3.v.r.).

Bild: Nach der Schlüsselübergabe besuchten Norbert Beek, Vorstand Volksbank Münster (2.v.l.) und Werner Lehmkuhl, Firmenkundenbetreuer Volksbank Münster (1.v.r), die Palliativstation am St. Franziskus-Hospital. Über das neue Auto freuten sich Dr. Anne Bremer und Dr. Birgit Roesner, beide Leitende Ärztinnen Palliativstation St. Franziskus-Hospital (1. u. 3.v.l.), Leonhard Decker, Pflegedirektor des St. Franziskus-Hospitals (2.v.r.) und Fabian Eichler, Leiter „palliativ-Mobil“ St. Franziskus-Hospital (3.v.r.).

Das Austauschprogramm wird von INWENT (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) (seit 2011 „giz“ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)) im Rahmen von BAND (Bilaterale Austauschprogramme Niederlande-Deutschland) finanziell unterstützt. Dieses Programm fördert Partnerschaften zwischen deutschen und niederländischen Einrichtungen der Berufsbildung und soll Austauschprogramme anregen und etablieren.

Ausbildung zum/-r Gesundheits- und Krankenpfleger/-in an der Schule für Gesundheitsberufe am St. Franziskus-Hospital

Berufsbild: Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein selbständig, eigenverantwortlicher und breit gefächerter Beruf mit vielfältigen Tätigkeitsbereichen. Immer orientiert sich die Pflege an den individuellen Pflege- und Lebenssituationen der Menschen, sie lebt von der Kommunikation und Interaktion zwischen den pflegebedürftigen Menschen und den Pflegenden. Dabei sind die Einmaligkeit jedes Patienten mit seinen kulturellen Voraussetzungen und das Zusammenspiel mit den Menschen, die ihm nahe stehen, zu berücksichtigen. Das beinhaltet immer auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, um übergreifende Lösungen für die Gesundheitsprobleme der Patienten zu entwickeln

Die dreijährige Ausbildung beginnt jeweils am 1. Oktober eines Jahres und endet nach dem erfolgreich abgeschlossenen Examen mit der staatlichen Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in.

Weitere Informationen zu den Ausbildungsmöglichkeiten im St. Franziskus-Hospital finden Sie im Internet unter: [www.sfh-muenster.de]

Quelle: Pressemitteilung der St.-Franziskus-Hospital Münster vom 21.12.2011

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Auf der Schwelle zu einem neuen Leben: 150 Patienten im KMT-Zentrum Münster transplantiert

Deutliche Steigerung der Patientenzahlen dank neuer Station / Patienten profitieren auch von Kooperation mit anderem Standort
Münster (ukm/jb) –27 Tage hat Derek Simon in diesem Sommer auf der Station II des Knochenmarktransplantationszentrums (KMT-Zentrum) des Universitätsklinikums Münster (UKM) verbracht. 27 Tage in Isolation, zwischen Hoffen und Bangen, Zuversicht und Verzweiflung. Heute rund 130 Tage nach der Knochenmarktransplantation nähert sich sein Alltag wieder der Normalität. Er muss nur noch wenige Medikamente einnehmen und die Ärzte sind mit seinen Blutwerten zufrieden.

Derek Simon ist einer von 150 Patientinnen und Patienten (rund 120 Erwachsene und 30 Kinder) die 2011 im KMT-Zentrum am UKM behandelt wurden – das sind mehr als jemals zuvor. Möglich ist das durch die neue Station, die im März 2011 durch NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze eröffnet wurde. „Seit der Eröffnung des Knochenmarktransplantationszentrums im Jahr 1999 ist die Zahl der Patienten permanent angestiegen. Die Erweiterung war daher dringend nötig. Jetzt stehen 20 Zimmer für diese hoch spezialisierte Patientenversorgung zur Verfügung“, erklärt Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Münster.

Um die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern, geht das UKM auch neue Wege: So arbeiten die Spezialisten des KMT-Zentrums in Münster mit Ärzten des Klinikums Osnabrück zusammen. Die Patienten werden in Münster transplantiert, die Vorbereitung und Nachbehandlung findet in enger Absprache in Osnabrück statt. „Häufig müssen Transplantations-Patienten längere Wegstrecken und Wartezeiten für einen Behandlungsplatz auf sich nehmen. Durch die Kooperation mit dem Klinikum Osnabrück können viele Patienten aus dem norddeutschen Bereich nun heimatnah betreut werden und müssen nur während der Zeit der Transplantation in Münster sein“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang E. Berdel, Direktor der Medizinischen Klinik A und Leiter des KMT-Zentrums. Das Einzugsgebiet des KMT-Zentrums reicht von den Nordsee-Inseln bis nach Ost-Westfalen und in das nördliche Ruhrgebiet. Speziell die Tatsache, dass am UKM sowohl Kinder und Erwachsene durch ein gemeinsames Ärzte- und Pflegeteam behandelt werden, ist in Deutschland eine Besonderheit. „Das KMT-Zentrum in Münster wurde als erste Einrichtung in Deutschland überhaupt mit dem europäischen Qualitätssiegel der JACIE-Zertifizierung ausgezeichnet. Das ist ein zusätzlicher Beleg für die erfolgreiche Arbeit, die hier bereichs- und fachübergreifend geleistet wird“, betont Prof. Dr. Heribert Jürgens, Direktor der Klinik und Poliklinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie sowie Leiter des KMT-Zentrums.

Bild: Dr. Karoline Ehlert (Klinik und Poliklinik für pädiatrische Hämatologie und Onkologie), Prof. Dr. Wolfgang E. Berdel (Medizinische Klinik A), Derek Simon (Patient), Prof. Dr. Norbert Roeder (Ärztlicher Direktor UKM) und Prof. Dr. Matthias Stelljes vor der in 2011 neu eröffneten Station des KMT-Zentrums.

Bild: Dr. Karoline Ehlert (Klinik und Poliklinik für pädiatrische Hämatologie und Onkologie), Prof. Dr. Wolfgang E. Berdel (Medizinische Klinik A), Derek Simon (Patient), Prof. Dr. Norbert Roeder (Ärztlicher Direktor UKM) und Prof. Dr. Matthias Stelljes vor der in 2011 neu eröffneten Station des KMT-Zentrums.

Die größte Patientengruppe im KMT-Zentrum sind Menschen, die an unterschiedlichen Formen der Leukämie erkrankt sind. Speziell bei akuten Leukämien ist die Transplantation von Knochenmark-Stammzellen ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Die Patienten verbringen in der Regel mehrere Wochen auf den streng isolierten Stationen. Alle Zimmer sind mit einer Vorschleuse versehen und mit einer Filtereinheit ausgerüstet, um maximale Keimfreiheit zu gewährleisten. „Diese strengen hygienischen Bedingungen sind unabdingbar für die Betreuung der abwehrgeschwächten Patienten. Denn damit die gesunden Blutstammzellen des Spenders das Knochenmark des Empfängers ersetzen können und von dort die Produktion von Blutzellen aufnehmen können, muss zuvor das kranke Knochenmark „beseitigt“ werden“, erläutert Prof. Dr. Matthias Stelljes, Oberarzt am KMT-Zentrum, den Ablauf der Therapie.
Hintergrundinformation KMT-Zentrum
Das KMT-Zentrum am UKM ist eine gemeinsame Einrichtung der Medizinischen Klinik A (Hämatologie und Onkologie) und der Klinik und Poliklinik für pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Um eine engmaschige und langfristige Betreuung auch nach erfolgreicher Transplantation zu gewährleisten, legt das Team des KMT-Zentrums bei der Versorgung der Patienten viel Wert auf gründliche Information. Ausführliche Gespräche, kontinuierliche Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und die Möglichkeit psychologischer Begleitung sind integrale Bestandteile des Therapieansatzes.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Münster vom 19.12.2011

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10 Jahre Ausbildungs-Kooperation mit den Niederlanden

Schule für Gesundheitsberufe bietet als einzige Auslandseinsatz für Schüler an
Die Schule für Gesundheitsberufe am St. Franziskus-Hospital kooperiert seit zehn Jahren mit dem „Frieslandcollege“ im niederländischen Leeuwarden. Bislang haben 32 Studenten aus den Niederlanden und ebenso viele Auszubildende zum Gesundheits- und Krankenpfleger aus dem St. Franziskus-Hospital am Austauschprogramm teilgenommen. Begonnen hat das Projekt 2001, als die ersten niederländischen Studenten aus dem Frieslandcollege für ein Auslandspraktikum nach Münster ins St. Franziskus-Hospital kamen. Während ihres rund 20-wöchigen Aufenthaltes arbeiteten sie auf Pflegestationen unterschiedlicher Disziplinen und nahmen am Unterricht der Schule für Gesundheitsberufe teil. Seit 2006 werden die Studenten aus den Niederlanden zusätzlich im St. Rochus-Hospital in Telgte eingesetzt, welches auch Ausbildungsträger der Schule für Gesundheitsberufe ist. Das Frieslandcollege ist ein mittelgroßes regionales Ausbildungscentrum (ROC), vergleichbar mit einer deutschen Berufsschule.

2003 gingen dann zum ersten Mal Auszubildende von der Schule für Gesundheitsberufe aus Münster in die Niederlande. Sie absolvieren im Krankenhaus „De Tjongerschans“ in Heerenveen ein acht- bis elfwöchiges Auslandspraktikum. „De Tjongerschans“ ist ein Allgemeinkrankenhaus der mittleren Größe mit angegliederter Poliklinik. Dort arbeiten die deutschen Auszubildenden auf den Pflegestationen der Allgemeinchirurgie, Neurologie und Pädiatrie. Zudem nehmen sie an den Schulveranstaltungen des Frieslandcolleges in Leeuwarden teil.

„Die Auszubildenden werden intensiv auf die Arbeit mit niederländischen Patienten vorbereitet, zum Beispiel bieten wir ihnen eine mehrwöchige sprachliche und kulturelle Vorbereitung an. Wir stellen fest, dass die Auszubildenden nicht nur mit einem anderen Pflegeverständnis konfrontiert werden, sondern auch persönlich an ihren Erfahrungen wachsen, da ein Auslandsaufenthalt eine hohe Selbstständigkeit abverlangt“, erzählen Ruth Adrian als Schulleitung und Tatjana Wegener und Rudolf Steinebach als Koordinatoren des Austauschs. „Der Blick über den Tellerrand motiviert die Auszubildenden und dient zudem als Anreiz, das eigene Handeln und die bei uns üblichen Arbeitsabläufe einzuordnen. Wir freuen uns aber auch, dass wir als Ausbildungsstätte für die niederländischen Studenten attraktiv sind und wir den jungen Leuten in der täglichen Arbeit unser Pflegeverständnis näher bringen können“, fasst Leonhard Decker, Pflegedirektor des St. Franziskus-Hospitals, zusammen.

Bild (v. li.): Pflegedirektor Leonhard Decker, Annemieke Middelkamp vom Frieslandcollege in Leeuwarden/NL, Rudolf Steinbach, Austausch-Koordinator an der Schule für Gesundheitsberufe, Annika Reitmeyer, ehemalige Austauschschülerin, Schulleiterin Ruth Adrian und Yvonne Tabeling, ehemalige Austauschschülerin.

Bild (v. li.): Pflegedirektor Leonhard Decker, Annemieke Middelkamp vom Frieslandcollege in Leeuwarden/NL, Rudolf Steinbach, Austausch-Koordinator an der Schule für Gesundheitsberufe, Annika Reitmeyer, ehemalige Austauschschülerin, Schulleiterin Ruth Adrian und Yvonne Tabeling, ehemalige Austauschschülerin.

Das Austauschprogramm wird von INWENT (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) (seit 2011 „giz“ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)) im Rahmen von BAND (Bilaterale Austauschprogramme Niederlande-Deutschland) finanziell unterstützt. Dieses Programm fördert Partnerschaften zwischen deutschen und niederländischen Einrichtungen der Berufsbildung und soll Austauschprogramme anregen und etablieren.

Ausbildung zum/-r Gesundheits- und Krankenpfleger/-in an der Schule für Gesundheitsberufe am St. Franziskus-Hospital

Berufsbild: Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein selbständig, eigenverantwortlicher und breit gefächerter Beruf mit vielfältigen Tätigkeitsbereichen. Immer orientiert sich die Pflege an den individuellen Pflege- und Lebenssituationen der Menschen, sie lebt von der Kommunikation und Interaktion zwischen den pflegebedürftigen Menschen und den Pflegenden. Dabei sind die Einmaligkeit jedes Patienten mit seinen kulturellen Voraussetzungen und das Zusammenspiel mit den Menschen, die ihm nahe stehen, zu berücksichtigen. Das beinhaltet immer auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, um übergreifende Lösungen für die Gesundheitsprobleme der Patienten zu entwickeln

Die dreijährige Ausbildung beginnt jeweils am 1. Oktober eines Jahres und endet nach dem erfolgreich abgeschlossenen Examen mit der staatlichen Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in.

Weitere Informationen zu den Ausbildungsmöglichkeiten im St. Franziskus-Hospital finden Sie im Internet unter: [www.sfh-muenster.de]

Quelle: Pressemitteilung der St.-Franziskus-Hospital Münster vom 16.12.2011

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Knapp 70 Prozent aller Frauen nutzen Chance zur Früherkennung – Mammographie-Screening kann Leben retten!

Nordhorn – In Deutschland erkrankt jede achte bis zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening ist daher besonders wichtig. Ab Dezember 2011 beginnt die nächste Runde der Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchungen. Es werden knapp 7.000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren aus Nordhorn angeschrieben und persönlich eingeladen. Die Untersuchungen finden in sehr ansprechenden Räumlichkeiten des Mammographie-Screening-Zentrums der Euregio-Klinik im Erdgeschoss in der Nähe des Eingangsfoyers in der Albert-Schweitzer-Straße in Nordhorn statt.

„Das Mammographie-Screening-Programm ist seit nunmehr vier Jahren sehr erfolgreich etabliert“, erklärte der Organisationsleiter Andreas Kamphaus. Die Teilnahmerate an der Früherkennung liegt in unserer Region mit 67 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Alle zwei Jahre werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zur Teilnahme am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm eingeladen.

Auch die Stadt Nordhorn unterstützt das Mammographie-Screening. Anja Milewski, Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Nordhorn sieht den entscheidenen Vorteil der Früherkennung so: "Je früher eine Auffälligkeit erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen für die Frauen". Sie hofft, dass sich daher möglichst viele Frauen für die Mammographie entscheiden, auch die aus dem fremdsprachigen Raum. Broschüren in türkischer Sprache sind im Gleichstellungsbüro der Stadt Nordhorn zu erhalten. Übrigens: Eine türkisch-deutsche Infoveranstaltung zum Thema Brustkrebsprophylaxe findet in Kooperation von Gleichstellungsbeauftragter und türkisch-islamischen Kulturverein am 27.01.2012 im Gemeindehaus am Markt statt, eingeladen sind dazu alle interessierten Frauen. Referieren wird der Chefarzt der Frauenklinik der Euregio-Klinik, Markus Jansen.
Der Bürgermeister der Stadt Nordhorn, Thomas Berling, ergänzt: „Die Akzeptanz bei den Frauen in Nordhorn ist erfreulicherweise sehr groß. Es wäre großartig, wenn sich die Teilnahmequote erhöhen würde.“

Bild: Andreas Kamphaus (Organisationsleiter der Praxis Drewes + Partner), Markus Jansen (Chefarzt der Frauenklinik der Euregio-Klinik), Dr. Arno Schumacher (Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie), Anja Milewski (Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Nordhorn), Thomas Berling (Bürgermeister der Stadt Nordhorn), Dr. Christoph Winter (Geschäftsführer der Euregio-Klinik.

Bild: Andreas Kamphaus (Organisationsleiter der Praxis Drewes + Partner), Markus Jansen (Chefarzt der Frauenklinik der Euregio-Klinik), Dr. Arno Schumacher (Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie), Anja Milewski (Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Nordhorn), Thomas Berling (Bürgermeister der Stadt Nordhorn), Dr. Christoph Winter (Geschäftsführer der Euregio-Klinik.

„Wir wollen bereits die Frühstadien finden. Der Vorteil für die Frauen ist hierbei sehr groß: Je früher wir Hinweise auf ein Karzinom finden, desto besser, weil dann die Heilungschancen sehr hoch sind und eine schonende Therapie durchgeführt werden kann“, erläutert Dr. Volker von Diepenbroick, der programmverantwortliche Arzt der Praxis Drewes + Partner aus Osnabrück. „Der Vergleich mit den schon vorliegenden Mammographien der vorherigen Runden wird die diagnostische Sicherheit erheblich erhöhen“, so von Diepenbroick, „gleichzeitig wird die Notwendigkeit zur Abklärung von Veränderungen zurückgehen und sich die Prognose von neu entdeckten kleinen Tumoren weiter verbessern. Es ist wichtig das auch weiterhin möglichst viele Frauen diese Chance der Gesundheitsvorsorge nutzen“.

Der Chefarzt der Frauenklinik der Euregio-Klinik, Markus Jansen, betont die Vorteile für die Frauen: „Wir  unterstützen die Teilnahme an den Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchung ausdrücklich. Sollte eine operative Abklärung oder Therapie notwendig sein, können wir mit unserem kooperativen Brustzentrum der Euregio-Klinik schnelle Hilfe vor Ort sicherstellen. Das ist ein großer Vorteil für die Patientinnen.“

Quelle: Pressemitteilung der Euregio-Klinik Grafschaft Bentheim vom 09.12.2011

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Stammzellen, die Leben retten:
Uniklinikum Münster ermöglicht Nabelschnurblutspende / Kooperation mit José Carreras-Stammzellbank

Münster (ukm/bk) – Alle 45 Minuten erkrankt ein Mensch an Leukämie. Allein in Deutschland wird die Krankheit jährlich bei mehr als 10.000 Menschen diagnostiziert. Bei Kindern und Jugendlichen sind akute Leukämien die häufigste Krebserkrankung. Bei sehr schweren Verlaufsformen sowie einigen anderen Knochenmarkserkrankungen bleibt oft nur eine Form der Therapie: die Stammzelltransplantation. Hierbei wird vermehrt auf Nabelschnurblut zurückgegriffen. Seit November besteht die Möglichkeit, am Uniklinikum Münster (UKM) Nabelschnurblut zu spenden.

Über 3,5 Mio. Menschen in Deutschland sind als potentielle Stammzellspender registriert. Dennoch ist es nicht immer möglich, einen geeigneten Spender zu finden, denn: Um das Risiko von Komplikationen möglichst gering zu halten, sollte eine sehr hohe Übereinstimmung zwischen  dem Gewebematerial von Spender und Empfänger vorherrschen. Und genau hier liegt der Vorteil von Nabelschnurblut. Prof. Dr. Claudia Rössig, leitende Oberärztin in der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie am UKM: „Nabelschnurblut ist besonders wertvoll, da es reich an jungen, differenzierungsfähigen Stammzellen ist, die für die Wiederherstellung eines neuen, gesunden Blut- und Immunsystems eines Patienten notwendig sind. Die gewonnenen Blutstammzellen haben daher ein sehr hohes Potential bei der Behandlung von Erkrankungen wie Leukämie.“

Bild: Das UKM ermöglicht seit November das Spenden von Nabelschnurblut. V.L. Prof. Dr. Walter Klockenbusch, Leiter der Geburtshilfe am UKM, Dr. Karoline Ehlert, Oberärztin der Kinderonkologie am UKM, Lutz Körschgen, José Carreras-Stammzellbank und Prof. Dr. Heribert Jürgens,  Direktor der Kinderonkologie am UKM.

Bild: Das UKM ermöglicht seit November das Spenden von Nabelschnurblut. V.L. Prof. Dr. Walter Klockenbusch, Leiter der Geburtshilfe am UKM, Dr. Karoline Ehlert, Oberärztin der Kinderonkologie am UKM, Lutz Körschgen, José Carreras-Stammzellbank und Prof. Dr. Heribert Jürgens, Direktor der Kinderonkologie am UKM.

Während einer Stammzelltransplantation wird das eigene erkrankte blutbildende System der Patienten mittels einer Hochdosis-Chemotherapie komplett ausgeschaltet. Auf diese Weise soll die Bildung neuer bösartiger Blutzellen verhindert werden. Durch Infusionen von gesunden Stammzellen bekommt der Körper dann die Chance, ein neues Blut- und Immunsystem aufzubauen. Weil die Stammzellen aus Nabelschnurblut in ihren Gewebemerkmalen noch sehr undifferenziert sind, sind sie für den Patienten besser verträglich und die Wahrscheinlichkeit von Abstoßungsreaktionen (Graft Versus Host Disease) ist geringer.

Im Gegensatz zur Knochenmarkspende, die mit einem operativen Eingriff für den Spender verbunden sind, ist die Spende von Nabelschnurblut absolut risikolos für den Spender und daher auch in der Anwendung ethisch völlig unbedenklich. So müssen die Eltern eines neugeborenen Kindes lediglich der Verwendung zustimmen. Prof. Dr. Walter Klockenbusch, Leiter der UKM Geburtshilfe, freut sich, dass es seit Ende November im UKM die Möglichkeit zur Nabelschnurblutspende besteht. „Das UKM hat sich bewusst für die Zusammenarbeit mit einer Öffentlichen Blutbank entschieden. Wir sind froh, mit der José Carreras-Stammzellbank einen Kooperationspartner gefunden zu haben, bei dem die Stammzellen jederzeit und für jeden zur Verfügung stehen“, betont Klockenbusch. So ist die Wahrscheinlichkeit, an Leukämie zu erkranken und gleichzeitig eine Transplantation zu benötigen, sehr gering. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Gendefekt bereits vor der Geburt in den blutbildenden Zellen angelegt wurde, was bei einer Eigenbluttherapie kontraproduktiv wäre. „Sowohl aus medizinischer als auch aus ethischer Sicht ist für uns deutlich, dass eine Nabelschnurblutspende nur dann sinnvoll ist, wenn alle, die es benötigen, darauf zugreifen können.“ Mit dieser Haltung entspricht das UKM den Grundsätzen der José Carreras-Stammzellbank, die der Startenor in wenigen Worten zusammenfasste: „Unser Ziel ist klar: Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem.“

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Münster vom 09.12.2011

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Lars Brakelmann gewinnt Grafschafter Korb bei der Messe Clinic-Connect Erst nach Neuseeland und dann in die Euregio-Klinik

Die Euregio-Klinik präsentierte sich kürzlich auf der Messe Clinic-Connect und dem PJ-Tag, um aktiv junge Ärzte für die Grafschaft zu gewinnen und zieht eine sehr positive Bilanz.
Nordhorn – Als akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat sich die Euregio-Klinik auch in diesem Jahr auf der Clinic-Connect und dem PJ-Tag in Münster präsentiert, um Studenten und jungen Medizinern eine Tätigkeit in der Grafschaft schmackhaft zu machen.
Die Clinic-Connect Messe wurde 2008 von der Fachschaft Medizin Münster ins Leben gerufen, um Studenten und Medizinern die Suche nach Stellen, Famulaturen und Praktika zu erleichtern. Nach Auskunft der Organisatoren richtet sich die Messe an Studierende aller Semester, aber auch an bereits fertig ausgebildete Ärzte, die auf der Suche nach einer Stelle sind. Die Euregio-Klinik hat wie bereits in den vergangen Jahren erneut teilgenommen.

In einem Projektteam hat sich die Euregio-Klinik intensiv auf beide Messen vorbereitet und dabei Unterstützung durch die Fach-/Führungskräfte-Initiative der Wachstumsregion Ems-Achse und dem Grafschaft Bentheim Tourismus e. V. erfahren. Der Ärztliche Direktor Dr. Friedrich Auer zeigte sich über den Messeauftritt begeistert: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es als Student ist, einen Überblick über die regionalen und überregionalen Arbeitgeber zu gewinnen. Im Unialltag fehlt es oft an Zeit und Kontaktpunkten um sich umfassend über das Angebot zu informieren. Viele junge Mediziner haben sich für eine Tätigkeit bei uns in der Euregio-Klinik interessiert. Das direkte Gespräch mit den angehenden Medizinern ist dabei ganz entscheidend.“

Priv.-Doz. Dr. Konrad Schoppmeyer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen, Pulmologie und Palliativmedizin, und gleichzeitig im Tandem mit Dr. Ansgar Siegmund, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Beauftragter für das Praktische Jahr (PJ) der Euregio-Klinik ergänzt: „Es ist wichtig, dass wir als Lehrkrankenhaus schon während des Studiums eine Bindung zu den angehenden Medizinern aufbauen und um junge und motivierte angehende Ärzte als Mitarbeiter werben.“ Hierfür sind beide Messen eine wichtige Kommunikationsplattform. „Nur so wird es gelingen, dem Ärztemangel entgegenzuwirken“, ergänzt Dr. Siegmund.

Die Assistenzärztin und PJ-Koordinatorin Julia Kozubek hat selbst ihr PJ in der Euregio-Klinik absolviert und kennt die Sprache der angehenden Studenten: „Unsere praktischen Erfahrungen und guten Kontakte zu den Studierenden sind ein großer Vorteil beim Werben um die zukünftigen Kollegen. Nur so ist es möglich, sich als Krankenhaus abseits von Werbebroschüren und Internetauftritten individuell und persönlich abzuheben und die Vorzüge unserer Region zu erläutern.“

Mit Unterstützung des Grafschaft Bentheim Tourismus e. V. hat die Euregio-Klinik auf der Clinic-Connect ein Gewinnspiel organisiert und einen Grafschafter Korb verlost. Der glückliche 24-jährige Gewinner Lars Christian Brakelmann lag richtig mit der Antwort, dass sich die Euregio-Klinik in Nordhorn und nicht in Enschede befindet. Kürzlich nahm er den Gewinn persönlich aus den Händen von Dr. Siegmund und Julia Kozubek entgegen. Seinen Besuch in der Grafschaft verband Brakelmann gleich mit einer Hospitation in der Klinik von Dr. Siegmund und zeigte sich begeistert. Der angehende PJ-Student ist in Schleswig geboren und aufgewachsen. Er hat bislang in Münster Medizin studiert. Auf der Clinic-Connect ist er auf die Euregio-Klinik aufmerksam geworden. Das erste Tertial des PJ wird er in Neuseeland, ein weiteres Tertial mit dem Wahlfach Psychiatrie in der Euregio-Klinik verbringen. „Mir hat es hier sehr gut gefallen. Über die weitere Zukunftsplanung mache ich mir erst nach Abschluss meines Studiums Gedanken. Ich habe großes Interesse am Fach Psychiatrie und kann mir auch sehr gut vorstellen, als Arzt in Weiterbildung in diesem Fachgebiet zu arbeiten“, so Brakelmann.

Quelle: Pressemitteilung der Euregio-Klinik Grafschaft Bentheim vom 09.12.2011

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Massive Abwehr: Die Hälfte aller Eltern ignoriert das Magersuchtrisiko ihrer Töchter. So das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der TU Dresden

Die Gründe, warum sie an einem diagnostischen Gespräch nicht interessiert sind, reichen von "Für so 'nen Scheiß hab' ich keine Zeit" bis hin zu "Das wächst sich schon wieder zurecht". Nach Auskunft der Technischen Universität Dresden ist nur die Hälfte aller Eltern bereit, sich mit den Essproblemen ihrer Töchter zu befassen. Warum das so ist, erklärt Professor Bernhard Croissant, Chefarzt der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster:

"Bei der Magersucht spielen familiäre Strukturen eine zentrale Rolle. Sie sind nicht nur möglicher Auslöser, sondern auch einer der wichtigsten aufrechterhaltenden Faktoren. Typisch für Familien, in denen Magersucht auftritt, sind eine hohe Leistungsorientierung und Perfektionismus. Beides spiegelt sich meist auch in der Außendarstellung der Familie wider. Dem Idealbild des perfekten, harmonischen Miteinanders haben sich gegenläufige Ansichten und Autonomiewünsche einzelner, insbesondere der Kinder, unterzuordnen.

Gerade in der Pubertät kann das zu massiven Konflikten führen. Einerseits dient die Magersucht als Konfliktlösungsstrategie, andererseits verschärft sie die zugrunde liegenden Konflikte, weil sie die Familie spaltet. Sie entzieht den Eltern die Kontrolle und wird deshalb als Bedrohung empfunden. Je mehr die Eltern versuchen, das Kind zum Essen zu bewegen, desto mehr wird sich dieses in seiner Selbstbestimmung verletzt fühlen und sich weiter in die Magersucht zurückziehen", erklärt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Die Bereitschaft von Eltern eine Therapie ihres essgestörten Kindes zu unterstützen, ist daher zunächst oft nicht groß, auch weil das Problembewusstseinfehlt. Das ändert sich aber in der Regel, sobald Eltern aktiv in die Therapie einbezogen werden und verstehen, welche gesellschaftlichen Mechanismen und familiären Dynamiken einer Essstörung zugrunde liegen können und dass es hierbei nicht um Schuldzuweisungen oder Etikettierungen geht.

Quelle: Pressemitteilung der Christoph-Dornier-Klinik Münster vom 08.12.2011

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"Unter der Folie des Traumas"

Ein Trauma kann das Gedächtnis verändern. Ungewollte Flashbacks und Erinnerungslücken deuten auf eine unzureichende Verarbeitung hin. Das Gefühl der Bedrohung bleibt bestehen.
Etwa 60 Prozent aller Menschen erleben im Laufe ihres Lebens ein für sie einschneidendes traumatisches Ereignis. Zwischen 10 und 20 Prozent von ihnen erkrankt danach an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD). Berufsgruppen wie Lokführer, Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten sind besonders gefährdet. Christian Gravert, Leiter des Gesundheitsmanagements, stellte bei einem Trauma-Symposium in Münster das Betreuungsprogramm der Deutschen Bahn vor. Philipp Hammelstein, Professor für Psychologie und Psychotherapie erläuterte die Grundlagen des Traumageschehens und das Therapiekonzept der Christoph-Dornier-Klinik.
Erschwerter Zugriff auf das Gedächtnis
Das Gedächtnis bildet die Grundlage für das menschliche Selbstverständnis. Gleichzeitig bestimmen persönliche Faktoren mit, was und wie wir  etwas erinnern. Bei einer PTSD ist das Gedächtnis gestört, der bewusste Zugriff auf Erinnerungen an das traumatische Erlebnis erschwert, während Bilder, Geräusche oder andere lebhafte Eindrücke ungewollt und fragmentarisch wiedererlebt werden. Solche Flashbacks können im Wachzustand ebenso wie in Träumen auftreten, dort manchmal alptraumhaft verzerrt.
Anhaltende Bedrohung
"PTSD-Patienten befinden sich sozusagen unter der Folie des Traumas, welches für sie kein zeitlich begrenztes Ereignis darstellt, sondern eine anhaltende Bedrohung, die alle zukünftigen Aktivitäten und Ereignisse dominiert. Das Trauma-Gedächtnis ist fragmentiert und disorganisiert. Es ist möglich, dass sich Patienten an gewisse Ereignisse nur noch bruchstückhaft erinnern. Solche Teilamnesien schützen vor emotionaler Überflutung. Gedächtnislücken können zusätzlich entstehen, weil einzelne Szenen des Traumas gar nicht eingespeichert wurden. Die Unsicherheit, die mit der unvollständigen Erinnerung verbunden ist, ist für viele Traumapatienten schwer auszuhalten", erklärt der Psychologieprofessor, der seit Juni dieses Jahres leitender Psychologe der Christoph-Dornier-Klinik und Supervisor der dortigen Traumatherapie ist.
Vermeidung hilft nur kurzfristig
Gedächtnisdefizite und unkontrollierbare Flashbacks schüren Ängste. Gedanken an das traumatische Erlebnis oder Aktivitäten, Orte und Gefühle, die mit ihm verbunden sind, werden gemieden. Kurzfristig können solche Vermeidungsstrategien sinnvoll, sogar überlebenswichtig sein. Langfristig tragen sie aber wesentlich zur Aufrechterhaltung der Störung bei. Typisch für die PTSD ist zudem ein erhöhter Erregungszustand des Körpers. Ein- und Durchschlafprobleme, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und eine übermäßige Schreckhaftigkeit können die Folge sein. Wie Menschen auf traumatische Erlebnisse reagieren, hängt von ihrer Persönlichkeitsstruktur, ihren Wertvorstellungen und ihrer sozialen Einbettung ab, aber auch von der Möglichkeit, über das Erfahrene zu sprechen und von ihrer gesellschaftlichen Anerkennung als Traumaopfer.
Beispiel Deutsche Bahn
"Bei der Deutschen Bahn gelten traumatisierende Ereignisse, wie Unfälle oder Überfälle, immer als Arbeitsunfälle, unabhängig davon, ob eine ärztliche Behandlung erforderlich wurde oder eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen entstand. Es ist aus psychotherapeutischer Sicht wichtig, die Betroffenen erst einmal zur Ruhe kommen zu lassen und sie dazu anzuleiten, sich selbst zu beruhigen. Bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit werden die Mitarbeiter stufenweise und auf Wunsch unter psychologischer Begleitung an die Belastungssituation herangeführt", berichtet Christian Gravert, der als leitender Arzt der Deutschen Bahn das Gesundheitsmanagement verantwortet. Um Spätfolgen vorzubeugen, berät und unterstützt der ärztliche und psychologische Dienst der Deutschen Bahn traumatisierte und therapiebedürftige Mitarbeiter auch dabei, geeignete externe Psychotherapeuten zu finden.
Hohe Hürde zur Hilfesuche
Durch den Einzug des Traumas in die Alltagssprache droht der Begriff jedoch an Kontur zu verlieren. Seine ursprüngliche Bedeutung verwässert, womit die Hürde zur Hilfesuche gerade für diejenigen Menschen weiter anwächst, die nach außen hin stabil und robust erscheinen müssen.

"Die derzeitige Überdiagnostizierung von Posttraumatischen Belastungsstörungen schadet nicht nur den Traumaopfern, sondern auch den nicht-traumatisierten Patienten. Denn auch sie brauchen eine Therapie, die auf ihr Störungsbild abgestimmt ist", betont Philipp Hammelstein von der Christoph-Dornier-Klinik.
Gefahr von Folge- und Begleiterkrankungen
Belastungsreaktionen nach einem schrecklichen Erlebnis sind erst einmal eine ganz normale Schutzreaktion. In der Mehrzahl der Fälle bilden sie sich im Laufe eines Jahres langsam zurück, ohne professionelle Hilfe. Bleiben die Symptome bestehen, ist eine Psychotherapie unerlässlich. Denn das Risiko einer Chronifizierung ist sehr hoch, ebenso wie die Gefahr von Folge- und Begleiterkrankungen. Studien zufolge geht die PTSD bei der Mehrheit der Patienten mit Angststörungen, Depressionen, Suizidalität, Substanzabhängigkeiten, Somatisierungsstörungen, Borderline- und antisozialen Persönlichkeitsstörungen oder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.
Telefonische Trauma-Sprechstunde im Dezember
Der leitende Psychologe der Christoph-Dornier-Klinik, Professor Philipp Hammelstein, bietet am 13.12.2011 von 17.00 bis 20.00 Uhr und am 20.12.2011 von 18.00 bis 20.00 Uhr eine telefonische Trauma-Sprechstunde an, Telefon: 0251/4810-110.

Weitere Informationen unter: www.c-d-k.de.

Quelle: Pressemitteilung der Christoph-Dornier-Klinik Münster vom 02.12.2011

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