Ab in den Urlaub – wo brauche ich welche Impfung?

Interview mit Priv.-Doz. Dr. Frieder Schaumburg vom Institut für Medizinische Mikrobiologie am UKM

Artikel-UKM_14062016Münster (ukm/ks) – Unser UKM-Experte informiert darüber, wo welcher Impfschutz benötigt wird und wann die Impfung erfolgen muss. Auch klärt Priv.-Doz. Dr. Frieder Schaumburg über die Gefahren und Schutzmöglichkeiten gegen das Zika-Virus auf.

Frage: Wer in den Urlaub fährt oder fliegt sollte früh genug abklären, ob ein besonderer Impfschutz erforderlich ist.
Schaumburg: Die Basis aller Vorbereitung sind die Standard-Impfungen, die auch für Deutschland notwendig sind. Das heißt: Immer vor einer Reise den Impfpass auf Aktualität vom Hausarzt überprüfen lassen. Und als Faustregel kann man sich für Europa merken, dass für alle Länder, die südlich und östlich von Deutschland liegen, eine Hepatitis A-Impfung empfohlen wird. In den Alpenländern, in Osteuropa, im Baltikum und den skandinavischen Ostsee-Regionen sollte man sich gegen „Frühsommer-Meningoenzephalitis“, kurz FSME, impfen lassen. Die Viren, die eine Hirnhautentzündung verursachen können, werden von Zecken auf den Menschen übertragen. Gegen Gelbfieber sollte man sich impfen lassen, wenn man Reisen in die Sub-Sahara, Afrika und Südamerika plant. Bei Reisen in die Tropen und Subtropen empfehlen wir Impfungen gegen Hepatitis-A und Tollwut. Wer nach Süd-Ost-Asien reist, sollte sich zusätzlich gegen die Japanische Enzephalitis impfen lassen.

Frage: Wann sollte eine Impfung erfolgen?
Schaumburg: Idealerweise sollte man seinen Impfschutz spätestens sechs Wochen vor der Reise aufgebaut haben. Wenn bereits eine Grundimmunisierung erfolgt ist, dann reichen auch wenige Tage vorher aus. Einfachimpfungen sollte man zehn bis 14 Tage vor der Abreise bekommen haben, damit ein ausreichender Impfschutz gewährleistet ist. Wer sich in Sachen Impfschutz vor der Urlaubsreise unsicher ist, dem helfen wir gerne in unserer Impfambulanz weiter.

Frage: Gibt es mittlerweile einen Impfschutz gegen das Zika-Virus?
Schaumburg: Momentan wird daran gearbeitet, einen Impfstoff zu entwickeln. Noch gibt es keinen, man ist aber zuversichtlich, dass man einen finden wird. Das Zika-Virus ähnelt sehr dem Gelbfieber-Virus und dagegen gibt es bereits eine Impfung.

Frage: Wie kann man sich dennoch gegen das Zika-Virus schützen?
Schaumburg: a hilft eigentlich nur der allgemeine Schutz gegen Mücken und nicht in die betroffenen Länder zu reisen. Das wären aktuell Süd- und Mittelamerika inklusive Karibik. Es ist zu beachten, dass das Virus sexuell übertragen werden kann und dass es bei infizierten Schwangeren zu Fehlbildungen der Babys kommen kann. Schwangeren raten wir deshalb vor Reisen in die betroffenen Länder ab.

Impfambulanz am UKM:

Terminanfragen werden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag in der Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr unter der Telefonnummer 0251/83 – 55373 entgegengenommen.

Vorabinformationen zu einzelnen Ländern und Erkrankungen gibt es hier

WHO-Reisemedizin (Weltgesundheitsorganisation)
Tropenmedizinische Gesellschaft
Fit-for-Travel
Travelmed
Centrum für Reisemedizin (CRM)
• Auswärtiges Amt (inkl. aktueller Reisemerkblätter zum Herunterladen)
Centers for Disease Control (USA)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster