Archiv für den Monat: November 2018

Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden der Frau

Am Mittwoch, 14. November, findet um 18.00 Uhr in der Alexianer-Waschküche, Bahnhofstraße 6, ein Infoabend zum Thema „Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden der Frau“ statt. In seinem Vortrag geht Dr. Rüdiger Langenberg, Chefarzt der Frauenklinik, auf die Ursachen und Therapien dieser verbreiteten Störungen im Beckenbodenbereich der Frau ein. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos.

Datum: Mittwoch, 14.11.2018
Ort: Alexianer-Waschküche, Bahnhofstraße 6
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Schrittmacher statt Schnarchen

Schnarchen ist oft das erste Anzeichen für ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, die am weitesten verbreitete Schlafstörung. Therapiert wird sie standardmäßig mit einer Atemmaske, mit der jedoch längst nicht alle Patienten zurechtkommen. Heiko Bütergerds profitiert nun von einem neuen Zungenschrittmacher.

Münster (ukm/maz) – Er fühlt sich müde und ausgelaugt – und das seit Jahren: Heiko Bütergerds leidet unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, einer schlafbezogenen Atmungsstörung, bei der es während des Schlafes nahezu minütlich zu Atemaussetzern kommt. Die Folge ist ein wenig erholsamer Schlaf und starke Tagesmüdigkeit. Mehr als fünf Jahre ist der 42-Jährige in ärztlicher Behandlung, seit 2016 am Institut für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen am UKM (Universitätsklinikum Münster). Jetzt wurde ihm ein Hypoglossus-Stimulator, ein Schrittmacher, der die Atemwege während des Schlafes offenhält, implantiert – mit vielversprechendem Erfolg.

Knapp dreieinhalb Stunden hat die Operation gedauert, bei der neben dem Schrittmacher ein Atmungssensor, der das Atemmuster des Patienten erkennt, und eine Stimulationselektrode eingesetzt wurden. Je ein kleiner Schnitt am Hals, an der Brust und unterhalb der Rippenbögen war dafür notwendig. „Die Elektrode wird mit den feinen Nervenästen der Zunge verbunden und sorgt dafür, dass die Zunge beim Einatmen stimuliert wird und damit nicht mehr den Rachenraum verschließt“, erklärt Operateur Dr. Markus Mönninghoff aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des UKM. Etwa vier bis sechs Wochen nach der OP erfolgt die Inbetriebnahme des bis zu fünf Volt starken Schrittmachers – so wie vor zwei Wochen bei Heiko Bütergerds. Mittels kleiner Fernbedienung aktiviert er nun jeden Abend das Gerät, das über zehn individuell einstellbare Stufen verfügt.

Bild: Per Fernbedienung steuert Heiko Bütergerds, hier mit Schlafmedizinerin Dr. Anna Heidbreder (2.v.l.) sowie den Operateuren Jacqueline Rodríguez-Álvarez und Dr. Markus Mönninghoff (r.), seinen neuen Atemwegs-Schrittmacher.

In Deutschland leiden rund zehn Prozent unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, Männer etwas häufiger als Frauen. Auslöser Nummer 1 ist Übergewicht – jedoch nicht bei Heiko Bütergerds. „Das Gewicht spielte bei ihm nie eine Rolle“, erklärt Schlafmedizinerin Dr. Anna Heidbreder. „Allerdings schlugen bei ihm auch Standardtherapien, mit denen viele Patienten gut zurechtkommen, nicht an.“ Bei Betroffenen, bei denen die Atmungspausen nur in Rückenlage auftreten, helfen zum Teil bereits Rückenlagerungsverhinderungswesten, der nächste Schritt ist die sogenannte CPAP-Therapie, eine nächtliche Überdruckbeatmung durch eine Maske. „Ich hatte mit der Maske Beklemmungsgefühle und habe noch weniger geschlafen“, erzählt der Niedersachse, der nach Ausschöpfung dieser Möglichkeiten und mit mittelschwerer obstruktiver Apnoe, das heißt mehr als 15 und maximal 30 Atemaussetzer pro Stunde, als Patient für den Schrittmacher in Frage kam.

Seine Hoffnung ist groß, dass sich nach Jahren schlechter Nächte nicht nur diese bessern, sondern auch tagsüber der Akku endlich wieder voll ist – für die Arbeit, für Hobbies, einfach für ein weitgehend normales Leben. „Die ersten Nächte waren schon eine Wohltat“, erzählt Heiko Bütergerds, „und an den Schrittmacher gewöhnt man sich sehr schnell, zumindest in den unteren Stufen. Ich habe sogar schon eine Nacht komplett durchgeschlafen – das erste Mal seit Jahren!“

Moderne Behandlung bei Darmkrebs

Münster – Am Samstag, 10.11.2018, informieren Experten des Darmkrebszentrums Münster ab 10 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, über moderne Methoden bei der Behandlung von Darmkrebs. Neben den Themen Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie werden auch die Bereiche Stomatherapie, Psychoonkologie und Pflegediagnosen behandelt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig.

Datum: Samstag, 10.11.2018
Ort: Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23
Uhrzeit: 10.00 Uhr
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Götz Alsmann wirbt für die Grippeschutzimpfung

Münster – Grippe ist kein Schnupfen, das macht der ärztliche Direktor der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Claus Spieker, deutlich. „Während der vergangenen Grippewelle hatten wir zwei junge Patienten auf unserer Intensivstation liegen, bei denen als Folge einer Grippeerkrankung schwere Komplikationen aufgetreten sind“, erinnert sich der Internist. Mögliche Schäden am Herzmuskel bilden sich auch nicht wieder zurück, wie der Experte betont.

Um die Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik zu motivieren, die kostenlose Grippeimpfung in Anspruch zu nehmen und dadurch nicht nur sich selber sondern auch die Patienten zu schützen, kam prominente Unterstützung in das Innenstadtkrankenhaus, der Entertainer Götz Alsmann schaute vorbei und informierte sich bei den Ärzten über den Nutzen der Grippeschutzimpfung. „Ich selber bin leider ein Impfmuffel, weil ich im Herbst meist erkältet bin und gehört habe, dass man sich dann lieber nicht impfen lassen sollte“, erklärt Alsmann. Dr. Carolin Dame vom Clemenshospital nimmt Alsmann hier allerdings den Wind aus den Segeln: „Eine einfache Erkältung ist kein Grund, sich nicht impfen zu lassen“. Es geht den Verantwortlichen der Kliniken um die sogenannte Herdenimmunität, für die so viele Menschen in einer Gesellschaft geimpft sein müssen, dass es nicht mehr zu einer Ausbreitung eines Erregers kommen kann. „Unser Ziel ist, dass sich 80 Prozent der Mitarbeiter impfen lassen“, erklärt Dame.

„Keine Impfung polarisiert so wie die Grippeschutzimpfung“, weiß die Betriebsärztin der Kliniken, Dr. Katharina Fastenrath und erklärt die mögliche Ursache: „Jeder kennt jemanden der jemanden kennt, der nach der Impfung krank wurde. Es ist aber absolut normal, dass im Herbst die Menschen vermehrt Erkältungen bekommen, das passiert vollkommen unabhängig von einer Grippeschutzimpfung“.

Als Slogan der Impfwochen für die Mitarbeiter haben sich die Organisatoren „Wir holen euch ins Boot“ ausgedacht und das Schlauchboot auch gleich mitgebracht. Mobile Impfteams gehen mit dem Vierfach-Impfstoff auf die Stationen und bieten denjenigen das Impfen an, die nicht zu den Terminen der Betriebsärztin kommen können, immer das Schlauchboot im Schlepptau.

„Beim Hausarzt kann man sich kostenlos gegen Grippe impfen lassen, wenn man entweder älter als 60 Jahre, schwanger oder chronisch krank ist. Auch Personen, die in einem medizinischen oder pflegerischen Beruf arbeiten, müssen für die Impfung nichts bezahlen“, erklärt Dr. Carolin Dame. Als Anreiz für die Mitarbeiter von Clemenshospital und Raphaelsklinik werden Freifahrten auf der MS Günther verlost: „Wir haben das ganze Boot gemietet und werden mit 130 Mitarbeitern auf große Fahrt gehen“, wie Dame erklärt.

Bild: Götz Alsmann (2.v.l.) unterstützt das Team von Clemenshospital und Raphaelsklinik beim Werben für die Grippeschutzimpfung