Archiv für den Monat: Oktober 2018

Gute Platzierungen für UKM in Focus Klinikliste

Die neu veröffentlichte Klinikliste des Gesundheitsmagazins Focus bescheinigt dem UKM gute Noten. Neben Platz 3 in NRW und Platz 16 bundesweit werden 14 Fachdisziplinen besonders hervorgehoben.

Münster (ukm/maz) – Platz 3 in NRW und Platz 16 bundesweit – das Ergebnis des UKM (Universitätsklinikum Münster) in der Focus Klinikliste 2019, Deutschlands größtem Krankenhausvergleich, kann sich auch in diesem Jahr sehen lassen. Positiv sticht zudem die Patientenzufriedenheit hervor, die mit 83 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt von 79 Prozent liegt. „In NRW verzeichnen wir von den sechs Unikliniken damit sogar den besten Wert“, zeigt sich Univ.-Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, zufrieden. „Das ist der guten Teamleistung aller, seien es Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte oder Beteiligte der Logistik und des Service zu verdanken.“

Neben der Befragung von 1.170 Krankenhäusern in Deutschland, von denen die Top 100 in die Liste aufgenommen werden, zeichnet der Focus auch noch spezielle Fachdisziplinen aus einem Pool von insgesamt 5.500 Fachkliniken aus. Wie in den Vorjahren verteidigt das UKM bei der Behandlung von Hirntumoren, Prostatakrebs, Multipler Sklerose, Depressionen, Angsterkrankungen und in der Strahlentherapie seinen Platz in der Spitzengruppe. Weitere ausgezeichnete Bereiche: Darmkrebs, Parkinson, Risikogeburten, Gefäßchirurgie, Herzchirurgie und Kardiologie. Erstmals den Sprung in die Liste schaffen es die Behandlung bei Leukämie und die Unfallchirurgie.

Für die Erstellung der Klinikliste beauftragt der Focus seit über 20 Jahren das unabhängige Recherche-Institut MINQ. Analysiert werden Fallzahlen, Behandlungserfolg bei Operationen, Komplikationsquoten, technische Ausstattung, Anzahl betreuender Ärzte, Qualifikation der Pfleger, Beteiligung an Qualitätsinitiativen sowie Patientenzufriedenheit und Hygienestandards. Zusätzlich werden tausende niedergelassene Haus- und Fachärzte als auch Klinik-Chefärzte sowie 398.000 Versicherte der Techniker-Krankenkasse nach ihrer Meinung gefragt. Die Befragung erfolgte von Mai bis Juni 2018.

Bild: Urkunden soweit das Auge reicht: Univ.-Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch (vorne rechts), Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, mit den Vertretern der ausgezeichneten Kliniken.

Die ausgezeichneten Kliniken des UKM im Überblick:

Angsterkrankungen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med Volker Arolt

Darmkrebs
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Pascher
Leiter UKM Darmzentrum: Priv.-Doz. Dr. med. Emile Rijcken

Depressionen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Volker Arolt
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Dr. theol. Gereon Heuft

Gefäßchirurgie
Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Alexander Oberhuber

Herzchirurgie
Klinik für Herzchirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Sven Martens

Hirntumoren
Klinik für Neurochirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med. Walter Stummer

Kardiologie
Klinik für Kardiologie I (Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Angiologie)
Direktor: Prof. Dr. med. Holger Reinecke
Klinik für Kardiologie II (Rhythmologie)
Direktor: Prof. Dr. med. Lars Eckardt
Klinik für Kardiologie III (Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen)
Direktor: Univ.-Prof. Dr. Helmut Baumgartner

Leukämie
Medizinische Klinik A (Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Pneumologie)
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Georg Lenz

Multiple Sklerose
Klinik für Allgemeine Neurologie
Direktor: Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med. Heinz Wiendl

Parkinson
Klinik für Allgemeine Neurologie
Direktor: Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med. Heinz Wiendl

Prostatakrebs
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Andres Jan Schrader
Leiter UKM Prostatazentrum: Prof. Dr. med. Axel Semjonow

Risikogeburten
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel
Leiter UKM Geburtshilfe: Prof. Dr. med. Walter Klockenbusch und Priv.-Doz. Dr. med. Ralf Schmitz

Strahlentherapie
Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Hans Th. Eich

Unfallchirurgie
Klinik für Unfall-, Hand und Wiederherstellungschirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Michael J. Raschke

Hochleistungsmedizin trifft Selbstheilung

Auch an einem Universitätsklinikum ist die Unterstützung von Selbstheilungskräften ein Thema. Diese wird das – zusätzlich zum besten medizinischen Angebot – immer mehr in den Blick genommen. Ein Symposium am UKM zeigt, mit welchen Ansätzen Behandler schon jetzt bei der Aktivierung von Selbstheilungskräften und der Förderung der Eigenwirksamkeit der Patienten ansetzen können.

Münster (ukm/aw) – Romy ist 15 Jahre alt und seit fünf Monaten wegen ihrer Magersucht in der Kinderpsychosomatik des UKM (Universitätsklinikum Münster) in Behandlung. Doch ihre Entlassung scheint nun in greifbarer Nähe. Dass das so ist, liegt auch daran, dass sie hier gelernt hat, sich zu entspannen. Geholfen hat ihr dabei Shiatsu, eine Form der Körpertherapie mit asiatischen Wurzeln. „Als Romy hierher kam, war sie unruhig, hat dauernd gezappelt und von sich selbst gesagt, dass sie damit nicht aufhören kann“, sagt Physiotherapeutin Elke Werner. Sie bot Romy deshalb zusätzlich zur medizinisch notwendigen Ernährungs- und Verhaltenstherapie Shiatsu-Sitzungen an. „Shiatsu ist Kommunikation ohne Worte. Komplementäre körperbezogenen Angebote wie unter anderem auch Qi-Gong oder Feldenkrais können die Selbstheilungskräfte aktivieren“, weiß Werner. Und Dr. Jörg Große-Onnebrink, Oberarzt in der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, ergänzt: „Es gibt zunehmend wissenschaftliche Belege dafür, dass diese Methoden Ressourcen für eine Verbesserung der Lebensqualität und für eine positive Beeinflussung von Erkrankungsverläufen sein können. So werden zum Beispiel auch Effekte auf Teile des Immunsystems und auf Strukturen und Funktionen des Gehirns wissenschaftlich beschrieben.“

Bild: Elke Werner und Romy (15) beim Shiatsu. (© Foto UKM)

Beide wollen diese Erkenntnisse am UKM wie auch in der Öffentlichkeit stärken und werden gemeinsam mit den Referenten bei einem Symposium für Ärzte, Studenten und Interessierte Konzept und Anwendungsbeispiele einer an Selbstheilungsprozessen orientierten medizinischen Therapie vorstellen. Prominenter Gast ist auch der Lehrstuhlinhaber für Integrative Gesundheitsversorgung und -förderung, Univ.-Prof Tobias Esch von der Universität Witten/Herdecke. Er referiert zur Selbstheilung in der Medizin.

Für Romy stellte die Ergänzung durch Shiatsu-Therapie jedenfalls die Möglichkeit für einen Neustart dar. „Ich fühle mich inzwischen komplett anders. Früher konnte ich meinen Kopf nicht abschalten, ich dachte ständig 24/7. Letzte Woche bin ich beim Shiatsu ganz tief zur Ruhe gekommen.“ Die apparative Medizin habe sie als notwendig, aber auch sehr unpersönlich erfahren, sagt sie. „Ich weiß, dass beides notwendig ist, fühle mich aber im Krankenhausalltag sehr von Maschinen und Menschen abhängig. Beim Shiatsu finde ich zu mir selbst.“

Infoabend: Keine Angst vor der Angst

Münster – Die Christoph-Dornier-Klinik informiert über moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Ängsten. Der Infoabend findet statt am 7. November 2018 von 18 bis 20 Uhr in der Tibusstraße 7 – 11

Angst zu haben ist gesund und überlebenswichtig. Zu viel Angst aber kann krank machen. Dann scheint das Herzrasen nicht mehr aufzuhören. Die Luft droht knapp zu werden, Schwindel erfasst den ganzen Körper – ein kaum zu steigernder Alarmzustand, der oft sogar als lebensbedrohlich erlebt wird. Das zentrale Problem einer Angsterkrankung ist die zunehmende „Angst vor der Angst“. Sie hält eine Vermeidungsspirale in Gang, die das Leben immer weiter einschränkt. Die Angst aber bleibt und wird eher noch größer.

Die moderne Psychotherapie bietet sehr effektive Methoden, die helfen können, Angsterkrankungen zu überwinden. Am 7. November 2018 informieren die leitende Oberärztin der Christoph-Dornier-Klinik YooJeong Lee und der Psychologische Psychotherapeut Thorsten Zeidler über Formen, Ursachen und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten. Der Infoabend beginnt um 18 Uhr und bietet neben detaillierten Informationen auch Raum für individuelle Fragen.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.
Weitere Informationen erhalten Interessierte telefonisch unter 0251/4810-102 oder im Internet unter www.christoph-dornier-klinik.de.

Ein Zeichen von Kontinuität und Erfahrung

Münster – In der Raphaelsklinik wurden im Rahmen einer Feier und einem festlichen Essen die Jubilare und Rentner dieses Jahres geehrt. Die Vertreter der Betriebsleitung hoben während der Feier hervor, dass in Zeiten des fortlaufenden Wandels im Gesundheitswesen die Kontinuität und der Erfahrungsschatz langjähriger Mitarbeiter gar nicht hoch genug geschätzt werden kann und dankten den Anwesenden herzlich für ihr berufliches Engagement. Während der Feier wurden auch die silberne Ehrennadel für eine 25-jährige und die goldene für eine 40-jährige Tätigkeit in Einrichtungen der Caritas übergeben.

Seit 40 Jahren sind Marie-Luise Schwaf, Petra Niehoff, Angelika Pollmeier und Irmgard Topp in der Raphaelsklinik oder einer anderen Einrichtung der Caritas tätig. Susanne Vollmer, Julia Hepke, Ursula Windoffer, Dorothea Gerke, Alexandra Zimmermann, Doris Janning, Simone Köppen, Frank Schüssleder, Dr. Helmut Kloer, Theresia Kloer, Mechthild Scruggs, Hilke Trenkamp, Doris Varenholz, Ralf Senker, Elisabeth Dick und Beate Schmidt wurde für ihr 25-jähriges Engagement in einer Einrichtung der Caritas geehrt. In den Ruhestand verabschiedet wurden Erika Thamm, Werner Fehmer, Manfred Fehrenkötter und Ursula Höing.

Bild: In der Raphaelsklinik wurden die Jubilare und Ruheständler dieses Jahres geehrt

Ein Plädoyer gegen die Zeitumstellung

Univ.-Prof. Peter Young, Direktor des Instituts für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen am UKM (Universitätsklinikum Münster), ist auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) e.V. in Nürnberg (11. – 13.10.) zum Präsidenten der Fachgesellschaft gewählt worden. Der Schlafexperte positioniert sich, wegen der Auswirkungen auf den menschlichen Schlafrhythmus, klar gegen jegliche Zeitumstellung.

Münster (ukm/aw) – Dass er nach sechs Jahren im Vorstand in diesem Jahr die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) e.V. übernehmen durfte, darüber freut auf ist der Neurologe Univ.-Prof. Peter Young besonders. Immerhin seien unter den rund 2000 Mitgliedern viele verschiedene medizinische Disziplinen gleichberechtigt vertreten. Die vorhandene Bandbreite an Experten – vom Lungenspezialisten über den Kardiologen bis hin zum Psychiater oder Psychologen – ist in gewisser Weise signifikant stellvertretend für die Fülle von Gründen, aus denen Menschen in der ganzen Welt unter Schlafstörungen leiden.

Dass kaum ein Thema die Menschen so sehr bewegt wie der Schlaf, zeigt einmal mehr die Diskussion, die seit der europaweiten Abstimmung der Europäischen Kommission zur Zeitumstellung im Netz stattfindet. Eine letzmalig verbindlich vorgeschriebene Zeitumstellung auf die Sommerzeit soll nach dem Willen der Kommission 2019 erfolgen. Danach soll jeder europäische Staat selbst entscheiden dürfen, ob er dauerhaft lieber die Sommer- oder die Winterzeit einführen will. In Deutschland bevorzugen viele die Sommerzeit gegenüber der ursprünglichen Winterzeit, weil sie sich von längeren Sommernächten einen höheren Freizeitwert versprechen. Schlafmediziner halten das „Uhrendrehen“ für problematisch. „Die Zeitumstellung ist in jeder Form ein aufgezwungener Jetlag, allerdings ohne den positiven Effekt, dass wir in Urlaub fahren. Neunzig Prozent der Menschen kommen damit am Ende irgendwie klar. Es gibt aber circa zehn Prozent der Menschen, die damit nachhaltige Schwierigkeiten haben, die sowieso schon chronische Schlafstörungen haben“, sagt Young.

Grund sei, dass der Mensch jedes Mal seinen inneren Taktgeber mit dem äußeren Zeitvorgeber (Arbeitszeiten, Schulbeginn etc.) synchronisieren müsse. „Da braucht der Mensch vier bis fünf Tage zum Umstellen der Körperfunktionen“, so der Schlafforscher. Seine Empfehlung wäre daher eindeutig ein Ende jeglicher wechselnder Zeitumstellung als sinnvollste Maßnahme. Allerdings mit einer wesentlichen Vorgabe an die Politik und die Entscheidungsträger: Nämlich die Einhaltung einer durchgehenden Winterzeit. „Und wenn wir dann gefragt werden, ob Sommer- oder Winterzeit, dann präferieren die Spezialisten weltweit die Winterzeit, weil dann die Abende nicht ganz so lang sind und sich dadurch das generelle Schlafdefizit in der Gesellschaft nicht auch noch künstlich vergrößert.“

Die Amtszeit Youngs als Präsident der DGSM dauert 2 Jahre bis zum Jahreskongress in Essen im November 2020. Bis dahin wird ganz Europa vermutlich landeseigene Neuregelungen zur Zeitumstellung gefunden haben – wie auch immer diese ausgestaltet sein mögen.


Bild: Schlafmediziner und neuer Präsident der DGSM e.V.: Univ.-Prof. Dr. Peter Young.

Münstersche Biologin für Forschung zu Multipler Sklerose mit dem Herbert-Fischer-Preis ausgezeichnet

Münster/Amsterdam (mfm/ps) – Egal ob Schnitt- oder Schürfwunde: Wir bluten. Damit der Körper nicht zu viel von der lebenswichtigen Flüssigkeit verliert, gerinnt das Blut und verschließt die Wunde. Doch diese Eigenschaft hat nicht nur positive Seiten: Dr. Susann Eichler vom Institut für Translationale Neurologie der Universität Münster konnte nachweisen, dass ein Faktor der Blutgerinnung die Nervenentzündungen bei Multipler Sklerose (MS) fördert. Als Erstautorin der Studie, die im Wissenschaftsjournal Nature Communications veröffentlicht wurde, bekam sie nun den Herbert-Fischer-Preis der Deutschen Gesellschaft für Immunologie“ (DGfI).

Zusammen mit ihrer Kollegin Dr. Kerstin Göbel fand die Biologin Susann Eichler heraus, dass MS-Patienten – insbesondere bei Krankheitsschüben – einen erhöhten Spiegel des Blutgerinnungsfaktors XII (FXII) aufweisen. Das Immunsystem produziert vermehrt Abwehrzellen, um Krankheitserreger unschädlich zu machen, die etwa durch eine Wunde eindringen. Bei Menschen mit MS wendet sich das Immunsystem jedoch gegen körpereigene Zellen und greift das Nervensystem in Gehirn und Rückenmark an. Versuche am Tiermodell der MS zeigten, dass die Symptome der Autoimmunerkrankung abnehmen, sobald der Blutgerinnungsfaktor blockiert wird. „Da bestimmte Proteine die Funktion von FXII hemmen, könnten wir die Anzahl schädigender Abwehrzellen verringern und so möglicherweise die Krankheit therapieren“, schlussfolgert Prof. Sven Meuth, Direktor des Instituts für Translationale Neurologie.

Gerade dieses Potenzial macht für die 35-jährige Nachwuchswissenschaftlerin den Reiz ihres Forschungsthemas aus, dem sie als Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Meuth auch in Zukunft nachgehen möchte: „Der Preis hat mich darin bestärkt, weiter die Wechselwirkung zwischen Immun- und Gerinnungssystem zu erforschen und der Frage nachzugehen, wie die entzündungsfördernde Wirkung des Blutgerinnungsfaktors unterbunden werden kann, ohne die lebenswichtige Blutstillung zu beeinträchtigen.“

Der „Herbert-Fischer-Preis“ ist mit 1.500 Euro dotiert und wird jährlich von der DGfI an junge Wissenschaftler verliehen, die auf dem Gebiet der Neuroimmunologie forschen.

Bild: Dr. Susann Eichler (2.v.r.) ist eine von vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die auf dem European Congress of Immunology in Amsterdam ausgezeichnet wurden (© Foto: DGfI)

Woche des Sehens: Bis 2030 steigt die Zahl der Augenerkrankungen um bis zu 30 Prozent an

Allein durch den demografischen Wandel wird in Deutschland voraussichtlich bis 2030 die Zahl der Augenerkrankungen um bis zu 30 Prozent ansteigen. Die UKM Augenklinik will deshalb für die Gefahren des schlechten Sehens im Alter sensibilisieren. Ärzte der Universitäts-Augenklinik gehen in Altenheime, um vorzubeugen.

Münster (ukm/aw) – Im Tibusstift in Münsters Innenstadt ist man informiert: Die Bewohner, die sich zum Vortrag von Raphael Diener, Assistenzarzt an der Augenklinik des Universitätsklinikums Münster, eingefunden haben, lauschen interessiert und löchern ihn im Anschluss mit fundierten Fragen zu speziellen Augenerkrankungen. „Das ist absolut erfreulich, aber leider nicht der Normalfall“, sagt Diener und verweist auf die Ergebnisse einer Studie, die besagt, dass Menschen in Altenheimen häufig einen eher schlechten Zugang zur augenärztlichen Versorgung haben. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft hat sich für ihre OVIS-Studie 2016 die Daten aus 35 Altenwohneinrichtungen angeschaut und festgestellt: Rund 40 Prozent der älteren Leute in den Einrichtungen haben in den vergangenen Jahren nie einen Augenarzt besucht – einige waren sogar Zeit ihres Lebens noch nie dort. Deshalb erstaunt es nicht, dass Patienten mit, wie sich herausstellte, teilweise akutem Behandlungsbedarf nicht einmal selbst von ihrem eigenen Problem wussten.

Bild: Raphael Diener bei einem Vortrag im Tibusstift Münster (© Foto (UKM/Hauss)

Zu den typischen Augenerkrankungen des Alters zählen die Katarakt, also die Eintrübung der Linse. Diese macht sich oft durch das Sehen „wie durch einen Schleier“ bemerkbar. Die Katarakt ist altersabhängig: „So wie die Haare grau werden, wird auch die Linse trüb“, sagt Diener. Zu den weiteren Alterserkrankungen der Augen zählen die Makula-Degeneration als Erkrankung des scharfen Sehens sowie die Erkrankungen des peripheren Sehens und Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Hier wäre typischerweise das Glaukom zu nennen, bei dem es sich um eine Erkrankung des Sehnervs handelt. Außerdem sollten Patienten, bei denen ein Diabetes mellitus bekannt ist, augenärztlich überwacht werden, um beispielsweise die diabetische Retinopathie, eine Netzhauterkrankung, zu erkennen und zu behandeln.

„Angesichts der Vielzahl von Augenerkrankungen, die Menschen im fortgeschrittenen Alter betreffen können, ist die Erkenntnis, dass gerade ältere Menschen unterdurchschnittlich augenärztlich betreut werden, keine gute Entwicklung“, sagt Prof. Nicole Eter, Direktorin der Augenklinik am UKM. „Deswegen gehen wir in diesem Jahr anlässlich der Woche des Sehens zu den Menschen in die Wohneinrichtungen, um aufzuklären.“

Worauf müssen sich aber gerade ältere Patienten einstellen? Generell kann man natürlich auch schon in jüngeren Jahren von Augenerkrankungen betroffen sein. Trotzdem sollten ältere Menschen ab sechzig aufwärts ihr Augenmerk auf die eigene Sehkraft richten. „Falls sie plötzlich schlechter sehen oder sogar verzerrt, steckt meist eine Erkrankung dahinter. Manchmal kann der Augenarzt schon helfen, indem er eine (schärfere) Brille verordnet. Manchmal ist allerdings eine OP nötig. Aber auch von einem operativen Eingriff kann man in jedem Alter mit Blick auf die Lebensqualität profitieren“, weiß Diener.

Revolutionäre Fortschritte bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Münster – Rund 100 Zuhörer informierten sich im Foyer der Raphaelsklinik über die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und deren Behandlung. Experten des Pankreaszentrums Münster sowie niedergelassener Praxen und der EOS-Klinik berichteten während der dreistündigen Veranstaltung über die besonderen Eigenarten des Bauchorgans sowie die Untersuchungsmöglichkeiten und Operationsmethoden bei Entzündungen und Krebserkrankungen. Noch immer erzeugt die Nachricht, dass die Bauchspeicheldrüse erkrankt ist, bei vielen Betroffenen Sorgen und Ängste. Dabei hat die Medizin auf diesem Gebiet große Fortschritte gemacht.

„Die enge Zusammenarbeit von Radiologen, Gastroenterologen und Chirurgen ist gerade bei einem Organ wie der Bauchspeicheldrüse von entscheidender Bedeutung um zu unterscheiden ob es sich um eine gutartige oder eine bösartige Erkrankung handelt. Im Zweifel muss oft operiert werden, da im Fall eines bösartigen Tumors eine Heilung nur durch eine frühzeitige Operation erreicht werden kann“, so die Experten. In den letzten Jahren habe es bei den medizinischen Behandlungsmöglichkeiten geradezu revolutionäre Entwicklungen gegen. Durch intensivierte Chemotherapien können fortgeschrittene Tumoren oft so verkleinert werden, dass eine Operation möglich wird: „Wir können heute Menschen helfen, bei denen vor 15 Jahren an eine Heilung gar nicht zu denken war“, berichtete der Chefarzt Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann aus der Praxis.

Erst seit kurzer Zeit sind in der Wissenschaft sehr frühe Vorläuferstadien von Bauchspeicheldrüsentumoren bekannt, die mit speziellen Ultraschall-Endoskopen entdeckt werden können. Bei solch frühen Stadien bestehen sehr gute Heilungschancen, wie der Chefarzt Dr. Ulrich Peitz hervorhebt. Aber auch bei fortgeschritteneren Krebserkrankungen sind durch den frühzeitigen Einsatz moderner Chemotherapien, gezielte Bestrahlungen und präzise OP-Techniken des Chirurgen heutzutage gute Erfolge zu erzielen, berichten die Mediziner des Pankreaszentrums.

Bild: Rund 100 Zuhörer kamen zum „Bauchspeicheldrüsentag“ in das Foyer der Raphaelsklinik