Archiv für den Monat: August 2017

„Früher wurde das Kinn auf die Brust genäht“ – neuartige Orthese hilft nach Luftröhren-OP

Körperteiluntertützendes Korsett sorgt für die richtige Schonhaltung nach Operation / Heilungsprozess wird gewährleistet

Münster (ukm/aw) – Ewald E. hat in seinem Leben schon zwei Mal dem Krebs getrotzt – trotzdem hat den Achtzigjährigen die dritte Erkrankung mit einem Tumor in der Luftröhre (Trachea) natürlich erschreckt. Gleichzeitig aber wusste er: „Ich will auch dieses Mal überleben.“ Geäußert hatte sich der Tumor durch starke Luftnot und ein unüberhörbares Geräusch beim Einatmen (Stridor). Eine Computertomografie zeigte, dass die Luftröhre fast vollständig verlegt war, also quasi „zu“. Als dringlichste Maßnahme erfolgte durch die Lungenfachärzte des UKM (Universitätsklinikum Münster) zunächst eine Lungenspiegelung zur Erweiterung der Engstelle mit einem Laser, damit Herr E. wieder besser Luft bekam.

„Der Tumor lag wie ein gewachsener Ball in der Trachea“ erinnert sich Dr. Karsten Wiebe, Leiter der Sektion Thoraxchirurgie und Lungentransplantation im Department für Herz- und Thoraxchirurgie am UKM. „Insgesamt sind Tumore der Luftröhre sehr selten, können aber erfolgreich entfernt werden, wenn nur ein kurzes Teilstück der Luftröhre befallen ist“, sagt Wiebe. In einer zweieinhalbstündigen Operation entfernten er und die Oberärztin Dr. Michele De Waele ein mehr als drei Zentimeter langes Segment der Luftröhre komplett. Die Enden wurden wieder zusammengenäht. Weil bei einer Operation eine Beatmung nicht kontinuierlich möglich ist, wurde die Lungenfunktion des 80-Jährigen durch den Anschluss an eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) aufrechterhalten. „Bei dieser Technik wird die Atmung des Patienten „ersetzt“, indem das venöse Blut mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid entfernt wird“, weiß Chirurgin De Waele.

Besondere Aufmerksamkeit braucht nach einer Trachea-Operation der Heilungsprozess: Damit die Naht der gekürzten Luftröhre nicht unter zu viel Spannung steht, müssen die Patienten den Kopf für circa drei Wochen andauernd nach vorne gebeugt halten: „Früher wurden in solchen Fällen die Betroffenen in einer Gipsschale im Bett gehalten und eventuell sogar das Kinn vorübergehend auf die Brust genäht, um das zu gewährleisten“, sagt Wiebe.

Um Patienten wie Ewald E. dieses strapaziöse Verfahren zu ersparen, hat die UKM ProTec eine spezielle körperunterstützende Orthese gefertigt. Sie ist so geformt, dass der Kopf in der richtigen Schonhaltung gehalten wird, ohne dass dies für den Patienten übermäßig anstrengend wird. „Mit dieser von uns maßangefertigten Orthese kann Herr Espeter sich frei bewegen und auch früher aus dem Krankenhaus entlassen werden“, freut sich Sebastian Pfister, Leiter der UKM ProTec Orthopädische Werkstätten GmbH , die rund 400 verschiedenster und eigens auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Korsette pro Jahr fertigt.

Ewald E. selbst findet: „Diese Orthese zu tragen ist alle Male besser als das, was ich früher an Behandlung hätte mitmachen müssen.“ Und dass der 80-Jährige auch nach der dritten Krebserkrankung darauf eine gute Chance hat, glauben die Experten des UKM sicher. Dr. Karsten Wiebe sieht in seinem Patienten ein ganz typisch Beispiel für die gut funktionierende interdisziplinäre Behandlung am UKM: „Dies ist ein ganz eindrücklicher Fall. Alle Beteiligten haben durch enge Abstimmung möglich gemacht, dass Herr Espeter mit guter Lebensqualität hoffentlich noch sehr alt werden kann.“

Bild: (v. l.) Sebastian Pfister, Leiter der UKM ProTec, und Dr. Michele De Waele sowie Dr. Karsten Wiebe vom UKM erklären Patient dem Patienten die Orthese.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Pflegekräfte: Begleitung beim beruflichen Wiedereinstieg

Pflegende bekommen individuelle Betreuung und praktische Anleitung nach mehrjähriger Berufspause

Münster/Greven/Telgte – Das St. Franziskus-Hospital Münster, das Maria-Josef-Hospital Greven und die Klinik Maria Frieden Telgte bieten examinierten Pflegekräfte, die mehrere Jahre beruflich pausiert haben, einen Wiedereinstiegs­-Kurs für eine Rückkehr in den Pflegeberuf an. Ausgebildete Pflegekräfte bekommen damit die Chance, den Anschluss an die aktuellen berufsfachlichen Kenntnisse und Verfahren zu erlangen.

Der Pflegeberuf ist noch immer hauptsächlich ein Frauenberuf. Damit verbunden unterbricht häufig ein hoher Anteil sehr gut ausgebildeter Fachkräfte familienbedingt ihre Berufstätigkeit. Möchten die Pflegenden nach einigen Jahren wieder in den Beruf einsteigen, trauen sie sich jedoch die Arbeit auf den Stationen oft nicht mehr zu. Die Sorge, der rasanten Entwicklung von medizinischen, technologischen und pflegerischen Neuerungen nicht Stand zu halten, hält viele von ihrer Rückkehr in den Pflegeberuf ab.

Diese Sorge ist nicht unbegründet: Der professionelle Pflegebereich hat sich stetig verändert und weiter entwickelt. Weiterbildungen sind hier unabdingbar, um mit den schnellen Entwicklungen des Pflegeberufs Schritt halten zu können. Bei dem geplanten Kurs setzen sich die Berufsrückkehrer und –innen mit den aktuellen Themen des theoretischen und praktischen Pflegewissens auseinander. Sie können dadurch schnell an ihr berufliches Können anknüpfen und erlangen Sicherheit für die Rückkehr in die Pflegepraxis im Krankenhaus.

Der Wiedereinstieg soll den Bedürfnissen der potenziellen Teilnehmer angepasst werden. Dies beinhaltet je nach Kenntnisstand die Teilnahme an Fortbildungen zu Themen, wie z.B. Pflege- und Hygienestandards, EDV-Dokumentationen, Reanimationstraining oder Kinästhetik. Ebenso werden die Rückkehrer intensiv durch Kollegen im Stationsalltag betreut und angeleitet. Der Praxiseinsatz findet im St. Franziskus-Hospital Münster, im Maria-Josef-Hospital Greven oder in der Klinik Maria-Frieden Telgte statt.

Der Kurs mit der theoretischen und praktischen Anleitung findet vom 7.11. bis 1.12.2017 statt.
Alle Interessierten sind zu einer Infoveranstaltung am Mittwoch, 6. September 2017 um 18.30 Uhr ins Marienhaus des St. Franziskus-Hospital Münster (St. Mauritz-Freiheit 48) eingeladen. Um unverbindliche Anmeldung unter Telefon 0251.935-3999 wird gebeten.

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster

Besuch aus Ghana

Münster – Im Rahmen des Austauschprogramms zwischen der Gemeinde Heilig Geist in Münster und St. Joseph im ghanaischen Bimbilla haben vier Lehrer aus dem kleinen Ort etwa 360 Kilometer nördlich der Hauptstadt Accra der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals einen Informationsbesuch abgestattet. Begleitet wurden sie dabei von Elsbeth Büll und Dr. Stefan Becker vom Arbeitskreis Ghana-Heilig Geist. „Es geht bei unseren gegenseitigen Besuchen darum, die jeweilige Lebens- und Glaubenswelt des anderen Landes besser kennenzulernen und Projekte anzustoßen“, erläutert Büll. Chefarzt Dr. Georg Hülskamp informierte die Besucher während eines Rundgangs über Unterbringungs- und Teamstrukturen, Behandlungsmöglichkeiten und besondere Schwerpunkte der Kinderklinik. Besonders die moderne Kinderintensivstation zur Versorgung von Frühchen ab 1.500 Gramm Körpergewicht beeindruckte die Delegation aus Ghana.

„Für eine Magenspiegelung, wie sie hier durchgeführt werden kann, müssen wir bis in die Distrikthauptstadt Tamale fahren, das sind über 150 Kilometer“, wie eine der Besucherinnen berichtet. Neben dem Clemenshospital standen unter anderem die Alexianer in Amelsbüren, Schulen, Altenheime, Kindergärten sowie ein Besuch auf dem Kirchturm von St. Lamberti und bei der Firma Brillux auf dem ambitionierten Programm. Auch eine Fahrt nach Köln und ein Empfang beim Weihbischof Stefan Zekorn wurden für die Gruppe organisiert.

Bild: Elsbeth Büll (l.) und Dr. Stefan Becker (m.) besuchten mit einer Delegation aus Ghana die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin unter der Leitung des Chefarztes Dr. Georg Hülskamp (r.)

Quelle: © Clemenshospital Münster

Zyste an der Wirbelsäule: Erfolgreicher Eingriff im Wirbelsäulenzentrum des Clemenshospitals

Münster – „Wir operieren sehr viel an der Wirbelsäule, aber einen solchen Fall sieht man nur sehr selten“, berichtet der Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals, Dr. Roland Hahn, noch sichtlich beeindruckt. Eine 50 Zentimeter lange Zyste hat sich im Rückenmarkskanal von Ellen T. ausgebreitet, deren Ursprung vermutlich über 30 Jahre zurückliegt.

„Ich wurde als Kind auf dem Weg zur Schule von einem Auto angefahren und durch die Luft geschleudert. Glücklicherweise hatte ich in meinem Tornister einen großen Schulatlas, der beim Aufprall den Rücken geschützt hat“, berichtet die Patientin.

Es war Mitte der 1980er Jahre, die Computertomografie steckte noch in den Kinderschuhen, die Magnetresonanztomografie wurde gerade erst erfunden. So übersahen die Ärzte seinerzeit einen winzigen Knochensplitter, der im Rückenmarkskanal im Verlauf von Jahrzehnten vermutlich die Entstehung der Zyste verursachte. „Vor vier Jahren fing es mit Kribbeln im Arm und Taubheitsgefühlen an“, berichtet die 40-Jährige. Später kamen rasende Kopfschmerzen hinzu, die nur im Liegen zu ertragen waren und Zeichen eines Unterdrucks durch Verlust von Nervenwasser waren. Lange Zeit war den behandelnden Ärzten in ihrer Heimatstadt Stadtlohn die Ursache unklar, erst eine spezielle Kontrastmitteluntersuchung im hochauflösenden Magnetresonanztomografen des Clemenshospitals förderte den seltenen Befund zu Tage. Im zertifizierten Wirbelsäulenzentrum des Clemenshospitals unter der Leitung von Chefärztin Prof. Dr. Uta Schick verschlossen die Experten während der OP zunächst am oberen Ende in Höhe des zweiten Halswirbelkörpers das kleine Loch in der Rückenmarkshaut, damit sich die davor gelegene Zyste nicht weiter mit Nervenwasser füllen konnte. Als zweiter Schritt wurde im Bereich der mittleren Brustwirbelsäule eine Fensterung der Zyste vorgenommen, um die Flüssigkeit abzulassen und den Druck vom Rückenmark wegzunehmen.

„Wenn nicht operiert worden wäre, hätte sich die Zyste immer weiter mit Flüssigkeit gefüllt und es wäre zu Symptomen wie bei einer Querschnittslähmung gekommen“, erläutert Hahn. „Unmittelbar nach der Operation waren das Kribbeln, die Kopfschmerzen und die Taubheitsgefühle verschwunden. Jetzt geht es noch für drei Wochen in die Reha und dann kann auch die Meisterprüfung als Friseurin im Dezember und Januar kommen!“, freut sich Ellen T..

Quelle: © Clemenshospital Münster

Unerkannte Gefahr: Infektionen durch Pilze

Invasive Pilzinfektion gefährdete Ziyads Leben nach Chemotherapie / Menschen mit geschwächtem Immunsystem besonders betroffen

Münster (ukm/cf) – Mit knapp vier Jahren musste der kleine Ziyad schon große Kraft beweisen. „Wir waren im Urlaub in Marokko, da bekam Ziyad auf einmal starkes Fieber“, erinnert sich Mutter Samina Bemayyad, wie im Sommer 2015 alles begann. „Doch auch mit Antibiotika ging es ihm nicht besser.“ Wieder in Deutschland ließ Familie El Gabgab ihren Sohn gründlich durchchecken. Blutuntersuchungen brachten schließlich die niederschmetternde Diagnose: Leukämie. Noch am selben Tag wurde Ziyad in die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) überwiesen. Chemotherapie und zwei Knochenmarktransplantationen folgten. Doch damit nicht genug: Schon zu Beginn der kräftezehrenden Behandlung entwickelte Ziyad eine gefährliche Pilzinfektion im linken Lungenflügel.

„Mit der Luft, die wir einatmen, sind wir ständig Sporen von Pilzen ausgesetzt, aber bei Menschen mit einem gesunden Abwehrsystem hat dies überhaupt keine Bedeutung“, erklärt Prof. Dr. Andreas Groll, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. „Ziyads Immunabwehr war durch seine Krankheit und die notwendige Chemotherapie aber zu geschwächt, um sich gegen das Eindringen der Erreger wehren zu können.“ Und das war lebensbedrohlich. „Wenn Pilzinfektionen in dieser Situation nicht erkannt und mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden, führen sie unweigerlich zum Tod “, betont Groll das Risiko bei abwehrgeschwächten Patienten. Der Mediziner forscht zur klinischen Mykologie – also die Biologie, Ausbreitung, Diagnostik, Vorbeugung und Behandlung von Pilzerkrankungen – bereits seit mehr als 20 Jahren.

„Durch Fortschritte in der Diagnostik und neue, hochwirksame Medikamente haben sich in den letzten Jahren die Möglichkeiten zur Kontrolle invasiver Pilzinfektionen deutlich verbessert“, weiß Groll, der gleichzeitig Vorsitzender der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft (DMykG) ist. „Aber bei weit mehr als 100 unterschiedlichen Pilzarten, die den Menschen krank machen können, stehen wir auch heute noch vor vielen offenen Fragen.“ Deshalb diskutiert die Fachgesellschaft auf ihrer Jahrestagung vom 31. August bis 2. September 2017 im Fürstenberghaus Münster neueste Forschungsergebnisse unter Beteiligung internationaler Experten.

Auch der kleine Ziyad hat bereits von den Fortschritten profitiert: „Er ist noch nicht geheilt, aber wir haben es geschafft, die Pilzinfektion seit mehr als zwei Jahren in Schach zu halten“, freut sich Groll. Heute geht es Ziyad wieder so gut, dass Familie Gabgab ihren Sohn mit nach Hause nehmen konnte. In Zukunft wird er dann dreimal die Woche in die Knochenmarktransplantations-Ambulanz am UKM kommen. Mama Samina ist stolz auf ihren kleinen Kämpfer: „Es war eine schwere Zeit, aber Ziyad ist so tapfer.“

Bild: Nach einer abschließenden Untersuchung kann Prof. Dr. Andreas Groll, Leitender Oberarzt der Kinderonkologie und Vorsitzender der DMykG, den kleinen Ziyad mit seiner Mutter Samina nach Hause entlassen. (© Foto (UKM/Deiters)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Kinderglück im Clemenshospital: Verein spendet 120 bunte Kissen

Münster – Der Verein Kinderglück spendete der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals jetzt 120 Kissen. In liebevoller Handarbeit haben Ehrenamtliche des Vereins die bunten Trostspender genäht. Die Kinder können mit den Kissen kuscheln und sich an den knalligen Farben und dem fröhlichen Kinderglück-Gesicht erfreuen. Wenn ein Kind entlassen wird, darf es das Kissen mit nach Hause nehmen.

Bild: Freuen sich über viele bunte Kissen (v. l.): Priv.-Doz. Dr. Otfried Debus (Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Clemenshospital), Bernd Krispin (Gründer des Vereins Kinderglück), Dr. Martina Klein (Leiterin Fundraising, Alexianer), Sr. Ivonne Telenga (Stellvertretende Stationsleitung, Clemenshospital) und Metin Duman (Verein Kinderglück) sowie zwei kleine Patienten, die die Kissen als Erste ausprobieren durften.

Quelle: © Clemenshospital Münster

„Ein Stück Normalität zurückgewinnen“

Nach erfolgreicher Entfernung eines Tumors am Mageneingang geht es Uwe H. heute wieder gut / Viszeralonkologisches Zentrum des UKM erhält Zertifikat von der Deutschen Krebsgesellschaft

Münster (ukm/lie) – „Endlich kann ich wieder richtig essen!“ Uwe H. weiß zu schätzen, was den meisten Menschen völlig selbstverständlich erscheint. Der 51-Jährige litt an einem sogenannten Kardiakarzinom – einem bösartigen Tumor am Mageneingang. Nach erfolgreicher OP im Viszeralonkologischen Zentrum des UKM (Universitätsklinikum Münster) geht es ihm heute wieder gut.

Wegen anhaltender Schluckbeschwerden ging der Ahlener in seiner Heimatstadt zu verschiedenen Ärzten und ließ sich durchchecken. Ein Röntgenbild brachte den bedrohlichen Befund zutage: Eine Verengung am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Es wurden Proben entnommen, die den Verdacht bestätigten: Krebs. „Zum Glück habe ich mich vorher auf beides eingestellt: Es ist entweder nichts oder der Supergau“, blickt Uwe H. zurück. „Deswegen hat mir die Diagnose nicht den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Nach einer Chemotherapie kam er zur OP nach Münster in das Viszeralonkologische Zentrum, das jetzt durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden ist. „Das Zentrum befasst sich mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes“, erklärt Zentrumskoordinator Priv.-Doz. Dr. Emile Rijcken. Es setzt sich aus dem Darm-, dem Pankreas-, dem Magen- und dem Leberkrebszentrum zusammen – damit verfügt das UKM als einziges Krankenhaus in der Region über vier zertifizierte Behandlungszentren für Tumore der Verdauungsorgane. „Das Zertifikat bescheinigt, dass das Zentrum die hohen Standards der DKG erfüllt“, freut sich Rijcken über den Qualitätsnachweis. „Wir möchten, dass sich die Patienten sicher und wohl bei uns fühlen.“

Das war auch für Uwe H. von besonderer Bedeutung: „Dadurch hielt sich meine Angst vor der OP in Grenzen.“ Mit Hilfe der sogenannten minimal-invasiven Hybrid-Technik konnten Prof. Daniel Palmes, Leiter des Magenkrebszentrums, und sein Team den Tumor vollständig entfernen. „Dabei haben wir so schonend wie möglich operiert – mit vier kleinen Bauchschnitten und nur einem etwas größeren Schnitt im Bereich des Brustkorbs“, erläutert der Chirurg das Vorgehen. Neben den befallenen Anteilen der unteren Speiseröhre und des oberen Magens mussten auch zahlreiche Lymphknoten entnommen werden. „Das ist wichtig für ein langfristig gutes Ergebnis“, so Palmes. Denn diese Art Tumor streut häufig in den Bauch- sowie in den Brustraum. Nach nur elf Tagen konnte Uwe H. das Krankenhaus wieder verlassen. Heute – wenige Monate nach der OP – geht es ihm so gut, dass er schon bald zur Wiedereingliederung an seinen Arbeitsplatz in der Druckerei der Westfälischen Nachrichten zurückkehren kann. „Die Erkrankung ging ganz schön an die Substanz“, so Uwe H. „Jetzt wünsche ich mir, einfach ein Stück Normalität zurückzugewinnen: gesund bleiben, arbeiten gehen, Urlaub machen und weiterhin gutes Essen genießen.“

Bild: Freuen sich über den Behandlungserfolg: Uwe H. (r.) und Prof. Daniel Palmes. (© Foto (UKM/Thomas)

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Ausländische Studierende entdeckten das St. Franziskus- Hospital

Münster – 16 ausländische Medizinstudenten trafen jetzt zu einem Besuch des St. Franziskus-Hospitals ein. In Begleitung der Betreuerin Evelyn Dunkel erhielten die Gäste einen Einblick in die Strukturen und Besonderheiten eines deutschen Krankenhauses. Die Studierenden sind allesamt Teilnehmer am mehrwöchigen Hochschulsommerkurs für Mediziner und lernen Deutsch in Kooperation mit dem Verein WiPDaF (Wissenschaftliche internationale Partnerschaft Deutsch als Fremdsprache) des Sprachenzentrums der Universität Münster. Angereist nach Münster waren die Studierenden aus zwölf verschiedenen Nationen: Ägypten, Aserbaidschan, Armenien, Bulgarien, Kasachstan, Kirgistan, Kroatien, Mauritius, Polen, Russland, Usbekistan, Tschechien.

Prof. Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, nahm die Gruppe in Empfang. Anschließend gab er einen Überblick über das allgemeine Krankenhauswesen in Deutschland und ging insbesondere auf die Leistungen des St. Franziskus-Hospitals ein. Der Besuch erhielt positive Resonanz: „Herzlichen Dank für den freundlichen Empfang und die sehr informative Führung durch Ihre Klinik. Unsere Teilnehmer waren begeistert“, so das Resümee von Evelyn Dunkel.

Bild: Prof. Dr. Michael Möllmann, (Mitte) begrüßte die Studierenden, die sich mit Evelyn Dunkel (1.v.r.) auf den Weg ins St. Franziskus-Hospital gemacht hatten.

Quelle: © St.-Franziskus-Hospital Münster