Archiv für den Monat: September 2016

Studienkrise: die Angst zu scheitern

Artikel-CDK_09062016Rund 40 Prozent aller Studienanfänger brechen ihr Studium ab. Häufig sind Leistungsprobleme oder mangelnde Motivation der Grund. Manche haben beides. Sie schieben Aufgaben vor sich her und vermeiden Prüfungen, schaffen es aber nicht, sich aus der Situation zu lösen. Und werden darüber krank.

Oft beginnen die Probleme im Studium. Die Anforderungen steigen. Doch statt sich hoch konzentriert auf die Prüfungen vorzubereiten, ist an Lernen kaum mehr zu denken. Jede Ablenkung ist willkommen. Die Zeit verfliegt, vor allem im Internet. Doch das schlechte Gewissen bleibt. Versagensängste machen sich breit. So ging es auch Jonas Bärwald, der seinen wahren Namen für sich behalten möchte. Mit besten Voraussetzungen begann er Jura zu studieren. Er war es gewohnt Erfolg zu haben. Mit jedem Semester fiel es ihm schwerer, sich zu konzentrieren und zu motivieren. Immer häufiger fehlte er in Seminaren, meldete sich vor Klausuren krank, schob Hausarbeiten vor sich her, versäumte Fristen. Und bekam immer mehr Angst – vor Bewertungen, vor Prüfungen, vor seinen Eltern. Er vermied den Kontakt zu anderen Studenten, denn auf einmal schienen alle an ihm vorbeizuziehen. Er selbst steckte fest. Dann drohte ihm die Exmatrikulation.

„Versteckspiel“ verhindert konstruktive Lösung des Dilemmas

Als Jonas Bärwald in die Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie nach Münster kommt, bestimmen Angst und Depression sein Leben. Einsam hat er das Bild des erfolgreichen Jura-Studenten aufrechterhalten, vor allem gegenüber seinen Eltern, die er nicht enttäuschen möchte. „So ein ‚Versteckspiel‘ hat einen hohen Preis“, sagt Judith Müller, stellvertretende leitende Psychologische Psychotherapeutin der Klinik. „Es entfremdet einen noch weiter von den eigenen Bedürfnissen und verhindert eine konstruktive Lösung des Dilemmas. Menschen wie Jonas Bärwald orientieren sich auf der Suche nach Anerkennung in einem hohen Maß an den Erwartungen anderer, meist wichtiger Bezugspersonen. Sie neigen dazu, fremde Ziele als eigene zu übernehmen. Oft wissen sie gar nicht, was sie selber wollen, und trauen sich nicht zu, Dinge anzugehen, aus Angst zu scheitern. Weil ihnen aber die eigene, intrinsische, Motivation und das Vertrauen in sich selbst fehlen, müssen sie sich noch mehr anstrengen und fühlen sich bald überfordert. Das schürt Aversion und Vermeidung. Es entsteht eine ständige, oft unbewusste Furcht davor zu versagen.“

Betroffene sind in extremer Weise fremdbestimmt

In einem solchen Dilemma gefangen entwickeln die Studenten oft entschuldigende Strategien, erklären ihr „Scheitern“ mit Prüfungsängsten oder mangelnder Betreuung. Ihr Hauptproblem, in extremer Weise fremdbestimmt zu sein und sich davon nicht lösen zu können, ändert das nicht. Auch nicht ihre grundlegende Selbstunsicherheit. Stattdessen wächst die Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und den häufig unrealistisch hohen Zielen weiter. Wer es nicht schafft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, bekommt meist noch weitere Probleme. Nicht selten wird das Internet zum Zufluchtsort. Soziale Beziehungen leiden, Ängste wachsen, häufig entwickelt sich zusätzlich eine Depression. Spätestens dann empfiehlt sich professionelle Hilfe.

Hilfsangebote lieber früher als später nutzen

Eine erste Anlaufstelle kann die Studienberatung sein, oder auch der Hausarzt. Beide bahnen bei Bedarf Kontakte zu psychotherapeutischen Praxen oder Kliniken. Im Internet informiert die Christoph-Dornier-Klinik ausführlich über Ängste, Depressionen, Internetabhängigkeit, Persönlichkeitsstörungen und deren Behandlungsmöglichkeiten. Wer sich telefonisch informieren möchte, kann sich jeden Mittwoch von 17 bis 20 Uhr unter 0251 48 10 148 von den Psychologen der Klinik kostenlos beraten lassen. Weitere Informationen unter www.christoph-dornier-klinik.de.

Quelle: © Christoph-Dornier-Klinik Münster

Spende für Herzenswünsche e.V.

Münster – Bei strahlendem Sonnenschein konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals eine Spende über 1167,06 Euro an Vertreterinnen des Vereins „Herzenswünsche“ übergeben. Das Geld kam während des Sommerfestes der Kinderklinik durch den Verkauf von Waffeln, Würstchen und Getränken sowie durch den musikalischen Einsatz der Band „Groovler“ zusammen.
Die Keyboarderin und Sängerin der Gruppe, Verena Lodde, ist Musiktherapeutin in der Kinderklinik, ihre Stelle wurde langjährig von dem Verein finanziert. „Auf diese Weise möchten wir uns bei ‚Herzenswünsche e.V.’ für die großartige Unterstützung in den letzten Jahren bedanken“, wie die Chefärzte der Klinik, Priv.-Doz. Dr. Otfried Debus und Dr. Georg Hülskamp erklären. Die Aktion Herzenswünsche e.V. hilft schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen. Neben der Finanzierung der Stelle der Musiktherapeutin wurden in der Vergangenheit auf diese Weise unter anderem der Einsatz der Klinikclowns oder die Umsetzung größerer Projekte wie der Bau des Spielplatzes für die jungen Patientinnen und Patienten des Clemenshospitals ermöglicht.

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Bild: Hanne Greiwe, Ute Wiengarten und Juliane Renate Wöhlermann von Herzenswünsche e.V. freuen sich über die Spende, die von Dr. Otfried Debus, Verena Lodde, Dr. Georg Hülskamp und Martina Lewin-Löser (v.l.) übereicht wurde.

Quelle: © Clemenshospital Münster

TTC25: Münsteraner Forschungsteam identifiziert Gen-Defekt für schwere Lungenerkrankung

Münster (jr) – 10.000 Liter – das sind über 60 volle Badewannen und zugleich die beeindruckende Menge Luft, die unsere Lunge jeden Tag von Schmutz und Pollen reinigen muss. Liegt ein Defekt in der natürlichen Filterfunktion der Atemwege vor, hat das mitunter drastische Folgen. Ein Forschungsteam unter Leitung von Dr. Julia Wallmeier vom Universitätsklinikum Münster (UKM) konnte nun einen Gendefekt identifizieren, bei dem die Patienten von Geburt an unter einer schweren Beeinträchtigung leiden. Die wegweisenden Erkenntnisse über den Gendefekt mit dem Kürzel TTC25 wurden nun im American Journal of Human Genetics veröffentlicht.

Das Schmutz und Bakterien über die Atemwege in die Lunge gelangen, scheint in Anbetracht von durchschnittlich rund 17.000 Atemzügen pro Tag nicht verwunderlich. Diese Fremdstoffe bleiben normalerweise zunächst an einer speziellen Schleimschicht kleben, bevor sie schließlich über die Bronchien wieder abtransportiert werden. Motor dieses natürlichen Reinigungssystems: kleine Flimmerhärchen, die als Filter fungieren. Eine vorrübergehende Schädigung dieser Härchen, beispielsweise durch einen Virusinfekt, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches und wohl jedem durch unangenehmen Husten und Schnupfen bekannt.

Bei einigen Patienten jedoch sind die Flimmerhärchen durch einen genetischen Defekt bereits von Geburt an in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die Folge: eitriger Husten und Schnupfen sind Dauerzustand. „Auf Dauer führen solche fortschreitenden Infektionen der Atemwege zu einer Schädigung der Lunge“, erläutert Prof. Dr. Heymut Omran, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie des UKM.

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TTC25 lautet nun das Kürzel, das neue Erkenntnisse bringt. Ein internationales Team aus Ärzten und Wissenschaftlern um die münstersche Forscherin Dr. Julia Wallmeier konnte zeigen, dass in Folge dieses Gendefekts die großen Motoren der Flimmerhärchen fehlen. Dadurch sind die Flimmerhärchen in ihrer Bewegung stark beeinträchtigt und können die Atemwege nicht mehr uneingeschränkt von „Eindringlingen“ säubern. Ihre wegweisenden Erkenntnisse publizierte das Team der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heymut Omran nun unter dem Titel „TTC25 – Deficiency Results in Defects of the Outer Dynein Arm Docking Machinery and Primary Ciliary Dyskinesia with Left-Right Body Asymmetry Randomization“ im American Journal of Human Genetics. Der Münsteraner Medizinprofessor Omran liefert bereits seit Jahren führende Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der chronischen Atemwegserkrankungen. Dafür wurde der 49-Jährige bereits im vergangenen Jahr mit der Hans-Bloemendal-Medaille für einmalige und außergewöhnliche Forschungen ausgezeichnet. Durch die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe profitieren Patienten mit dem Gendefekt TTC25 von einer frühen Diagnose und Therapie, um die Lungenfunktion dauerhaft zu erhalten.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Sänger Carl-Ellis singt für kleine Patienten

artikel-cle_27092016Münster – Überraschung für die kleinen Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals: Sänger Carl Ellis, der über Jahre das Gesicht von „Papa“ im Erfolgs-Musical „Starlight Express“ war und zuletzt in der Fernseh-Show „The Voice Of Germany“ die Fans begeisterte, kam am Sonntag für einen Auftritt vorbei. Der Zwei-Meter-Mann zog mit seiner starken Stimme sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen schnell in seinen Bann.

Für Carl Ellis, der im Moment mit seinem Programm „Grateful“ auf Deutschland-Tour ist und sonst vor sehr viel mehr Publikum auf der Bühne steht, war das intime Konzert ein ganz besonderer Moment. „Dankbar ist in der deutschen Übersetzung der Titel meiner Tour und deshalb möchte selber Danke für alles Gute in meinem Leben sagen, in dem ich anderen Menschen Freude bringe“, erläutert der Sänger aus London seine Beweggründe.

Initiiert wurde der Gastauftritt im Clemenshospital von Musiker und Gitarrist Len Mette, der Carl Ellis aktuell bei Tour-Auftritten begleitet. „Die Kinder etwas von ihren Sorgen ablenken und in gleicher Weise den Ärzten und Schwestern, die hier jeden Tag tolle Arbeit leisten, etwas zurückgeben zu können, erschien uns als ideale Kombination“, so Len Mette, in dessen privatem Umfeld es mehrere kleine Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals gibt.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Prominenter Hilfspfleger auf der Palliativstation

Münster – Der neue Mitarbeiter der Palliativstation der Raphaelsklinik dürfte vielen Patienten bekannt vorgekommen sein, Jörg Adler hat am Freiwilligentag einen Vormittag lang die Dienstkleidung des Krankenpflegers übergezogen und bei der Pflege mitgeholfen. „Es war zum Teil wie ein déjà vu für mich, ich habe Anfang der Siebziger während des Studiums auf einer Intensivstation gearbeitet und viele Handgriffe sind mir sofort wieder eingefallen“, berichtete der USC-Präsident und ehemalige Zoodirektor.

Bettlägerige Patienten waschen und in die richtige Lage bringen, damit sie sich nicht wundliegen, Gespräche mit Schwerstkranken führen, Adler schenkte sich nichts und half den Pflegern und Schwestern wo es ging. „Es ist sehr eindrucksvoll, wie viel Zeit notwendig ist, um einen Menschen rundum zu versorgen. Was die Pflegenden leisten, wird in der Öffentlichkeit gar nicht wahrgenommen“ schilderte Adler seine Eindrücke. Die letzte Stunde seines Einsatzes auf der Palliativstation verbrachte Adler am Krankenbett von Barbara Zimmermann.

Gesprächsstoff gab es genügend, über Vietnam, das beide bereist haben und Adler als seine zweite Heimat bezeichnet oder über Borneo, einem Traumziel des 70-Jährigen, „wegen der Nasenaffen“. Doch nicht nur das Reisen ist Thema, auch das Umziehen. Adler arbeitet bei der Caritas, vermittelt Wohnungen für Flüchtlinge und ist gewissermaßen ein Umzugsexperte. Barbara Zimmermann benötigt nach ihrem Umzug nach Coerde dringend Küchenmöbel, der Förderverein der Palliativstation der Raphaelsklinik, dessen Schirmherr Adler ist, hat bereits beim Kauf eines Kühlschranks geholfen, doch das Küchenmobiliar ist ein Problem. Adler will sich umhören. Als er die Dienstkleidung wieder abgelegt hat, war er um viele Eindrücke reicher, wie er sagte. Und die Pflegenden waren froh über die tatkräftige Hilfe durch den prominenten Hilfspfleger.

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Bild: Prominenter Aushilfspfleger: Jörg Adler (m.) mit dem ärztlichen Leiter der Palliaitvstation, Dr. Marc Theisen (l.) am Bett von Barbara Zimmermann.

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Krankenpfleger der Raphaelsklinik schulen Passanten in Wiederbelebung

Münster – Ein Mensch liegt leblos in der Fußgängerzone und jeder der ihn sieht, erschreckt sich zunächst. Das Erschrecken ist echt, der Mensch allerdings nicht, es handelt sich um eine Übungspuppe, die von Krankenpflegern der Raphaelsklinik auf das Pflaster der Salzstraße gelegt wurde. Auf den Schrecken sollte möglichst das Handeln folgen, von den Initiatoren der deutschlandweiten Aktion „Woche der Wiederbelebung“ auf die kurze Formel „Prüfen, Rufen, Drücken“ gebracht. Und genau hier hakt es, wie der Fachkrankenpfleger Ralf Epping erläutert: „In Deutschland beginnen nur etwa 15 Prozent der Menschen mit Wiederbelebungsversuchen, in Skandinavien oder den Niederlanden liegt diese Quote bei rund 80 Prozent“.

Neben der Sorge, irgendetwas falsch zu machen, ist eine Ursache offenbar die mangelnde Übung. Um möglichst vielen Menschen die Grundlagen der Wiederbelebung zu vermitteln, hat Epping gemeinsam mit seinem Kollegen Armin Roettger und in Kooperation mit den Stadtwerken Münster in deren City Shop Salzstraße mehrere Übungspuppen ausgelegt, an denen die Herzdruckmassage unter Anleitung der Experten lebensnah geübt werden kann. Jovana Boysen und Ludger Wielspütz nutzten als erste die Gelegenheit, um ihre bereits etwas angestaubten Kenntnisse aufzufrischen: „In meinem Bekanntenkreis ist kürzlich jemand umgekippt. Wenn ich dabei gewesen wäre, hätte ich vermutlich nicht gewusst, was zu tun ist“, berichtet Boysen. Beide hoffen, dass sie dieses Wissen nie anwenden müssen, freuen sich aber über die günstige Gelegenheit, mit den beiden Krankenpflegern aus der Raphaelsklinik über das Thema Wiederbelebung sprechen zu können und sich praktische Tipps geben zu lassen.

Am kommenden Samstag, 24.09., wird diese kostenlose Aktion von 11 bis 16 Uhr wiederholt, die Stadtwerke Münster und die Krankenpfleger der Raphaelsklinik wünschen sich möglichst viele Interessierte, damit zumindest in Münster die Zahl derjenigen, die beherzt helfen können, steigt.

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Bild: Ludger Wielspütz (l.) und Jovana Boysen (r.) lassen sich von Ralf Epping (m.) die Grundlagen der Herzdruckmassage erklären.

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Multiple Sklerose:
Neuer Wirkansatz gegen Fortschreiten der Erkrankung entdeckt

Münster – Das Rezept für die optimale Therapie von Multipler Sklerose (MS) klingt simpel: den Krankheitsprozess erkennen, sobald er beginnt, die schädlichen Zellen analysieren, die Therapie individuell auf den Patienten abstimmen und engmaschig überwachen. Bisher gibt es dabei aber vor allem ein Hindernis: Die Nervenentzündung wird oft erst spät erkannt – wenn sie schon seit Monaten oder Jahren im zentralen Nervensystem wütet. Dann sind Nervenzellen unwiderruflich zerstört und Körperfunktionen dauerhaft verloren. Neuroimmunologen des Departments für Neurologie am Universitätsklinikum Münster haben nun einen Mechanismus entdeckt, der das Fortschreiten einer bereits bestehenden MS verhindern könnte.

Schlüssel für diesen neuen Wirkansatz ist der Gallensäurerezeptor Farnesoid X. Er findet sich beispielsweise in den weißen Blutkörperchen, den Makrophagen, die im Knochenmark gebildet werden. Wie alle Kernrezeptoren ist auch dieser ein Ankerplatz auf dem Zellkern, an den bestimmte Medikamente andocken können, um ihre Wirkung zu entfalten. Wissenschaftler aus dem Team um Priv.-Doz. Dr. Luisa Klotz konnten nun nachweisen, dass der Farnesoid X schädliche Zellen in Schach halten und sogar bereits geschädigte Nervenzellen reparieren kann. Dazu muss der Rezeptor in den weißen Blutkörperchen mit einem mit der Gallensäure verwandten Wirkstoff aktiviert werden. Bei Mäusen hilft dieses Vorgehen selbst in der späten Phase der Krankheit – wenn andere Medikamente versagen. Das Forscherteam konnte zeigen, dass der Reparaturrezeptor auch bei Zellen menschlicher MS-Patienten funktioniert. „Das ist eine enorm gute Nachricht für Ärzte und Patienten. Denn die meisten Betroffenen kommen ja mit einer bereits länger bestehenden MS zu uns.“, weiß Klotz, die die Untersuchungen durchführte.

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Bild: Die Wissenschaftler Priv.-Doz. Dr. Luisa Klotz und Martin Herold in ihrem Labor.

Vom Labortisch zum Patienten ist es zwar noch ein weiter Weg. Doch in diesem Fall stehen die Chancen, dass aus der münsterschen Entdeckung ein Medikament wird, gut: Im Gegensatz zu etlichen anderen Molekülen ist für den Farnesoid-X-Rezeptor bereits erwiesen, dass er sich als Anknüpfungspunkt für Medikamente eignet, die auch beim Menschen wirken. „Ein Präparat, das den Rezeptor aktiviert, wird schon heute in klinischen Studien zur Behandlung von Lebererkrankungen getestet.“, berichtet Klotz. Was den Nutzen von Farnesoid X für künftige MS-Patienten angeht ist sie deshalb zurückhaltend optimistisch: „Eine therapeutische Anwendung bei MS ist in Zukunft durchaus möglich.“

Quelle: Hucke S, Herold M, Liebmann M, Freise N, Lindner M, Fleck AK, Zenker S, Thiebes S, Fernandez-Orth J, Buck D, Luessi F5, Meuth SG, Zipp F, Hemmer B, Engel DR, Roth J, Kuhlmann T, Wiendl H, Klotz L. The farnesoid-X-receptor in myeloid cells controls CNS autoimmunity in an IL-10-dependent fashion. Acta Neuropathol. 2016 Sep;132(3):413-31.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Lungentag im Clemenshospital gut besucht

Münster – Anlässlich des 19. Deutschen Lungentags informierten Ärzte der Klinik für Pneumologie des Clemenshospitals und deren Kooperationspartner über die Funktion des Atmungsorgans, moderne Untersuchungsmethoden und Möglichkeiten der Therapie von Lungenerkrankungen.

Mit echten Endoskopen hatten die zahlreichen Besucher die Möglichkeit, an einer Übungspuppe Lungenspiegelungen vorzunehmen. Außerdem gab es Einblicke in die Bereiche der Lungenchirurgie, die Physiotherapie informierte über das Thema Atemtherapie. Besonders beliebt war die Lungenfunktionsprüfung, die direkt vor Ort mit einem Arzt besprochen werden konnte. Da viele Lungenerkrankungen vom Rauchen hervorgerufen oder verstärkt werden, war auch die Nichtraucherwerkstatt vor Ort, um Tipps für das Wegkommen von der Sucht zu geben.

Die Krebsberatungsstelle Münster war als enger Kooperationspartner des Lungenkrebszentrums des Clemenshospitals ebenfalls mit einem Stand vertreten. „Wir haben uns über den guten Zuspruch unserer Veranstaltung sehr gefreut, zumal das Thema Lungenerkrankungen üblicherweise nicht so im öffentlichen Fokus steht“, wie der kommissarische Leiter der Klinik für Pneumologie des Clemenshospitals, Dr. Klaus-Peter Czudaj erklärte.

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Bild: Fritzi hat die Lungenfunktionsprüfung professionell absolviert, sie hat Asthma und kennt diese Untersuchungsmethode bereits sehr gut.

Quelle: © Clemenshospital Münster