Archiv für den Monat: Januar 2016

Krankenhaus Steinfurt-Borghorst gerettet!

Das UKM übernimmt ab März die Rolle des Geschäftsbesorgers – Patienten profitieren von der medizinischen Versorgung

Münster (ukm/dm) – Die Zitterpartie ist beendet! Bis zuletzt ist nicht klargewesen, ob es gelingen kann, das Krankenhaus Steinfurt-Borghorst zu retten. Das UKM (Universitätsklinikum Münster) wird ab 01.03.2016 zunächst die Geschäfte des Krankenhauses in der Rolle eines Geschäftsbesorgers führen. Innerhalb der kommenden Monate wird dann der Aufsichtsrat des UKM entscheiden, ob und wann das Marienhospital Steinfurt-Borghorst als Tochterunternehmen für einen dauerhaften Betrieb des Krankenhauses durch das UKM übernommen wird. „Die Zielsetzung ist, das Haus nachhaltig in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Das UKM setzt sich seit vielen Jahren für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Krankenversorgung in der Region ein. Das Marienhospital soll als guter und umfassender internistischer und chirurgischer Versorgungsschwerpunkt für die Bevölkerung im Münsterland fortgeführt und ausgebaut werden. Das medizinische Leistungsangebot wird den Versorgungsnotwendigkeiten und den Bedürfnissen der Patienten in der Region gerecht“, sagt der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor des UKM, Prof. Dr. med. Norbert Roeder. Das UKM sieht seine Rolle in der Sicherstellung der regionalen Krankenversorgung und beteiligt sich daher gerne an der Herbeiführung einer tragfähigen und realistischen Lösung, für die jedoch die notwendigen Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen.

Marienhospital_Steinfurt

Modernisierungskurs und Investitionen erforderlich

Es war lange ungewiss, ob es überhaupt eine Perspektive für das Krankenhaus geben würde. Das Gesundheitsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) hatte es zwar für bedarfsgerecht erklärt, für die erforderliche Weiterführung des Hauses ist aber u. a. dringend eine zeitgemäße Unterbringung der Patienten erforderlich. Aus diesem Grund hat das UKM als Rahmenbedingung für sein Engagement unter anderem den Neubau eines Bettenhauses formuliert. Dieses stellt eine entscheidende Voraussetzung auch für den wirtschaftlichen Betrieb des Krankenhauses dar. Voraussichtlich ab 2017 soll mit dem Bau des neuen Bettenhauses begonnen werden. „Wir gehen aktuell von einer zweijährigen Bauphase aus. Das würde bedeuten, Anfang 2019 wird das Marienhospital über einen großen Teil modern ausgestatteter Patientenzimmer verfügen. Wir freuen uns sehr, dass durch die intensive Zusammenarbeit zwischen dem Marienhospital und dem Universitätsklinikum sichergestellt ist, dass die in Steinfurt behandelten Patientinnen und Patienten auf medizinisch höchstem Niveau behandelt werden,“ unterstreicht der Stellv. Vorstandsvorsitzende und Kaufmännische Direktor, Dr. rer. pol. Christoph Hoppenheit.

Dass das Krankenhaus trotz Insolvenz der Trägergesellschaft bis heute in Betrieb ist, ist einer hochengagierten Mitarbeiterschaft und der finanziellen Unterstützung des Bistums Münster zu verdanken. Und viele Unterstützer setzen sich nun für den Erhalt des Krankenhauses Steinfurt- Borghorst ein. Die Bürgermeisterin und der Rat der Stadt Steinfurt stehen ebenfalls hinter dem Krankenhaus. Die Stadt wird den Bau des neuen Bettenhauses unterstützen. Das UKM wird dafür sorgen, dass keine Finanzierungslücke entsteht.

Das Gesundheitsministerium NRW (MGEPA) leistet die allgemeingültige Pauschalförderung, wie sie für alle anderen Krankenhäuser in NRW praktiziert wird.
Das UKM geht davon aus, dass der Kreis Steinfurt mit 2,5 Mio. Euro den Restrukturierungsprozess des Krankenhauses unterstützen wird, um den Erhalt dauerhaft sicherzustellen.

Das Krankenhaus Steinfurt-Borghorst wird als Haus der gehobenen Breitenversorgung mit den Hauptabteilungen Chirurgie und Innere weitergeführt. Angeboten werden Leistungen innerhalb des Versorgungsauftrages Chirurgie und Innere Medizin sowie in Emsdetten die Psychosomatik. Aus der medizinischen Zusammenarbeit des UKM mit dem Marienhospital ergeben sich viele positive Effekte für die Patientinnen und Patienten.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Frühgeburten verhindern: „Endlich effektive Therapiemethoden in Sicht“

Neue Sprechstunde am UKM für Schwangere mit drohender Frühgeburt / „Beste Betreuung von Frühgeborenen beginnt vor der Geburt“

Münster (ukm/js) – Frühgeborene Kinder haben heute dank moderner Medizin einen viel besseren Start ins Leben als noch vor einigen Jahren. Selbst extreme Frühchen mit weniger als 1000 Gramm Geburtsgewicht haben gute Chancen später ein gesundes Leben zu führen. Doch auch wenn medizinisch vieles möglich ist: „Unser Ziel ist immer, eine Frühgeburt zu vermeiden und die Schwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten. Davon profitiert das Kind lebenslang. Daher beginnt die beste Betreuung von Frühgeborenen bereits vor der Geburt“, erklärt der Leiter der UKM Geburtshilfe und Experte für Risikogeburten Prof. Dr. Walter Klockenbusch. Das Team der Geburtshilfe unter Leitung von Klockenbusch und Dr. Ralf Schmitz arbeitet eng mit den Experten der von Prof. Dr. Heymut Omran geleiteten Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Allgemeine Pädiatrie des UKM zusammen. Zusammen bilden die Geburtshilfe und die UKM Kinderklinik das größte Perinatalzentrum der Region. „Wir betreuen Schwangere aus ganz Westfalen, aber auch dem Emsland oder dem Rheinland“, erklärt Dr. Ralf Schmitz. Das Besondere in der Zusammenarbeit am UKM: Geburtshelfer, Kinderärzte und bei Bedarf weitere Spezialisten betreuen Schwangere, denen eine Frühgeburt droht, von Beginn an zusammen – und nicht erst dann, wenn das Baby auf die Welt kommt. Seit kurzem gibt es eine gemeinsame „Frühgeborenensprechstunde“. „Hier beraten die Spezialisten gemeinsam Schwangere mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt. Durch unsere enge organisatorische und räumliche Verflechtung können wir eine optimale Versorgung anbieten, von der frühen Schwangerschaft bis in spätere kindliche Entwicklungsphasen“, sagt Dr. Claudius Werner, Leiter der Neonatologie an der UKM Kinderklinik. Ist eine Frühgeburt unabwendbar, kann eine umfassende und maximale Versorgung des Kindes gewährleistet werden.

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Bild: Um Frühgeborenen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen, arbeiten am UKM Geburtshelfer und Kinderärzte eng zusammen und versuchen nach Möglichkeit, eine Frühgeburt zu verhindern.

Klockenbusch, Schmitz sowie Omran und Werner sehen aktuell eine Trendwende in Sachen Frühgeburt: Über Jahrzehnte konnte weltweit trotz großer Anstrengungen die Frühgeburtenrate nicht gesenkt werden. „Es besteht nun die berechtigte Hoffnung, dass der gezielte Einsatz bestimmter Verfahren effektive Schwangerschaftsverlängerungen ermöglicht. Endlich sind effektive Therapiemethoden in Sicht. Das bedeutet eine wesentliche Verbesserung für die Lebensperspektive dieser Kinder“, sagt Prof. Dr. Walter Klockenbusch.

Drei Fragen an Prof. Dr. Walter Klockenbusch, Leiter der UKM Geburtshilfe

Welche Schwangeren haben ein Risiko für Frühgeburten?
Prof. Dr. Walter Klockenbusch: „Besonders gefährdet sind Frauen, die bereits zuvor schon einmal eine Frühgeburt erlitten haben, aber auch Schwangere, die zwei oder mehr Kinder erwarten. Aus diesem Grund bieten wir neben der Frühgeborenensprechstunde auch eine Sprechstunde speziell für werdende Mehrlingseltern an.“

Wieso ist es wichtig schon vor der Geburt zu beraten?
Prof. Dr. Walter Klockenbusch: „Wir haben heute gute Möglichkeiten Risikofaktoren schon frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, noch bevor die Frau Beschwerden hat. Das ist aber nur möglich, wenn wir die Schwangeren bereits dann beraten haben.“

Welche Angebote bietet das Perinatalzentrum am UKM darüber hinaus?
Prof. Dr. Walter Klockenbusch: „Unsere Spezialisten verfügen über eine sehr große Erfahrung bei der Früherkennung von Risiken. Außerdem sind wir als Uniklinik auch an der Entwicklung und Erforschung neuer Therapiemöglichkeiten beteiligt. Mein Kollege Dr. Ralf Schmitz hat beispielsweise ein Verfahren entwickelt, das es erstmals ermöglicht subjektiv die Elastizität des Gebärmutterhalses zu messen, was ein wesentlicher Faktor bei Frühgeburten ist.“

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Forschungslabor der Uni-Frauenklinik Münster ist Mitinitiator des EU-Projektes GLYCANC

Mit vereintem Fachwissen gegen den Krebs

Artikel-MFM_27012016Münster (mfm/kd) – Viele Köche verderben den Brei? In der Medizin gilt dieses Sprichwort keineswegs. Einen Beweis dafür, dass die Bündelung von Fachwissen große Vorteile bietet, liefert das internationale Projekt GLYCANC. Das Projekt zur Krebsforschung wurde vom Leiter des Forschungslabors der münsterschen Frauenklinik, Prof. Martin Götte, ins Leben gerufen. Beteiligt sind neben dem Team in Westfalen elf weitere Universitäten und zwei pharmazeutische Firmen aus der ganzen Welt. Die Europäische Kommission unterstützt die Studie mit insgesamt voraussichtlich 650.000 Euro, von denen etwa 100.000 nach Münster fließen.
Ziel des über vier Jahre laufenden Projektes ist es, die Entstehung von Krebs besser zu verstehen. Dazu werden die Strukturen von Glykanen untersucht. Das ist eine Gruppe der Kohlenhydrate (Polysaccharide), die in fast allen Körperzellen des Menschen vorkommen und die an bestimmte Proteine binden. Glykane erweisen sich dabei als sehr vielseitig: Proteoglykane und Glycosaminoglykane steuern beispielsweise die Zellteilung sowie die Kommunikation und Beweglichkeit von Zellen.
Von einem verbesserten Verständnis der Prozesse, an denen die Glykane beteiligt sind, erhoffen sich die Forscher neue Einsichten in die Entstehung und in das Fortschreiten von verschiedenen Krebsarten. Sie könnten zukünftig eine Rolle in der Krebstherapie spielen. Jede der beteiligten Gruppen liefert einen Beitrag aus dem eigenen Fachgebiet. So sollen durch das Zusammenspiel von Expertenwissen und innovativer Forschungstechnik neue Erkenntnisse gewonnen werden. Zusätzlich findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Partnern statt. So war gerade ein Doktorrand der münsterschen Forschungsgruppe in Kairo; weitere Forschungsaustausche zwischen Ägypten, Frankreich, Griechenland, Korea, Italien, Argentinien, Brasilien und Deutschland sind geplant.
Die ersten Ergebnisse werden bei einem Treffen aller Projektmitglieder im Sommer 2016 in Münster zusammengetragen. „Auf den persönlichen Austausch mit unseren Projektpartnern freue ich mich schon besonders“, betont Projektkoordinator Prof. Götte.

Quelle: © Medizinische Fakultät Münster

Mit Hilfe neuer Stents: Verkürzung der Nachbehandlung auf vier Wochen

Neue Stents für Herz-Patienten mit hohem Blutungsrisiko

Münster (ukm/rem) – Schmerzen hinter dem Brustbein und ein unangenehmes Engegefühl: Die Koronare Herzkrankheit weist unterschiedliche Symptome auf. Was Linderung verschafft, ist die Implantation eines Stents, der verengte Gefäße weitet und offen hält. Mit einer neuen Technik können Experten am UKM (Universitätsklinikum Münster) die Nachbehandlungsdauer dieses Eingriffs nun um fünf Monate verkürzen.

„Bisherige Medikamenten-freisetzende Stents waren von einer Kunststoffschicht umhüllt, sogenannte Polymere, die sich langsam auflöst und so ein Medikament innerhalb von mehreren Monaten freigibt. Mit der neuen Technik ist die Arznei direkt auf dem Stent aufgetragen und wird in kurzer Zeit an den Körper abgegeben. Der Stent ist dann nach nur vier Wochen komplett eingewachsen und die Patienten brauchen keine zusätzlichen blutverdünnenden Medikamente mehr einzunehmen“, erklärt Prof. Dr. Johannes Waltenberger, Leiter des Departments für Kardiologie und Angiologie am UKM. Für Patienten bedeutet das ein geringeres Risiko für Blutungskomplikationen sowie eine deutlich kürzere Wartezeit bis zu möglicherweise notwendigen Folge-Operationen. Denn operative Eingriffe sind unter der Einnahme von Blutverdünnern meist nicht möglich.

Der Münsteraner Dr. Jürgen Klein profitierte als einer der ersten Patienten von dem neuen Verfahren. Der promovierte Ingenieur war wegen einer Leistenhernie ins Krankenhaus gekommen, als Ärzte bei ihm zufällig eine Gefäßverengung am Herzen feststellten und ihn in das UKM verlegten. „Wir haben bei Herrn Klein den neuen polymerfreien Stent implantiert. So kann der Leistenbruch nun unmittelbar im Anschluss bereits im Februar operiert werden. Mit dem herkömmlichen Stent hätte der Eingriff erst im Sommer stattfinden können“, erklärt Waltenberger den Vorteil für den Patienten. Jürgen Klein freut sich doppelt über das neue Implantat: „Ich hatte riesiges Glück. Dieses kleine Ding ist meine Lebensversicherung. Und statt mich im Sommer nun noch einmal unters Messer legen zu müssen, können die Eingriffe jetzt kurz hintereinander erfolgen.“

Auch Waltenberger freut sich über die Innovation, die erstmals im Oktober vergangenen Jahres auf einer Fachkonferenz in San Francisco vorgestellt wurde. „Wir sind eine der ersten Kliniken, die den neuen Stent eingesetzt haben. Im laufenden Jahr werden wir so einigen dutzenden Patienten ihre Nachbehandlung erleichtern und sicherer machen können.“

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Bild: Staunen über den kleinen Helfer: Prof. Dr. Johannes Waltenberger zeigt Jürgen Klein den neuartigen Stent, der u.a. die Medikamenten-Belastung für Patienten deutlich verringert.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Vorschulkinder besuchen das Clemenshospital

Artikel-CLE_20012016Münster – „Hier ist mein Bruder aus dem Bauch meiner Mama gekommen!“ Dies ist der erste Satz von einem der Vorschulkinder aus der städtischen Kindertagesstätte Hornstraße, die am Mittwoch, 20. Januar, das Clemenshospital besuchten. Begleitet von ihren zwei Erziehern wurden sie von der Öffentlichkeitsreferentin Sonja Buske in die Ambulanz des Krankenhauses geführt, wo sie von der Gesundheits- und Krankenpflegerin „Anke Radke“ und der Arzthelferin „Tina Gallinat“ den Ambulanz-Alltag erklärt bekommen haben. Nach der Besichtigung durften die Kinder sich den Finger eingipsen lassen, allerdings betrachteten die Mädchen und Jungen das Angebot mit gespaltener Meinung.

„Nein ich will nur die Watte haben“, sagte einer der kleinen Jungs entschlossen. Die Mädchen aber sahen begeistert zu, wie ihnen die Finger eingegipst wurden, und der Gips schlussendlich noch mit Namen und Gesichtern versehen wurde.
Anschließend gab es eine kleine Verschnaufpause bei Kakao und Keksen, während Buske etwas über die Arbeit im Krankenhaus erzählte.
Gestärkt ging es weiter auf die Kinderstation, wo die Aufmerksamkeit der Vorschulgruppe ausschließlich auf dem Spielzimmer lag, in dem eine Kinderkrankenschwester alle Fragen beantwortete.
Mit dem Verlassen der Kinderstation endet der kleine Ausflug. Etwas gelernt haben sie bestimmt alle und die Kinder waren sich sicher, dass sie, beim nächsten Krankenhausbesuch, nicht mehr so viel Angst haben müssen.

Klangauge gegen Seelenschmerzen

Schober-Stiftung ermöglicht Musiktherapie für den palliativmedizinischen Dienst am UKM

Münster (ukm/rem) – Klangauge, Sansula, Meerestrommel: Schon die Namen dieser Instrumente geben einen Einblick in die Klangwelt, die sich dahinter verbirgt. Neben seichten Tönen entlockt Gustav von Blanckenburg den ungewöhnlichen Instrumenten auch wohltuende dunkle Klänge. Seit Anfang des Jahres ist von Blanckenburg Musiktherapeut am UKM (Universitätsklinikum Münster) und betreut Menschen mit unheilbaren Erkrankungen. „Mit der Musik können wir die Patienten kurz aus dem Alltag entführen und von ihren Gedanken rund um den Tod befreien“, erklärt der 26-Jährige, der in der Endphase seines Studiums der klinischen Musiktherapie steckt. „In Improvisationen oder bekannten Stücken können die Patienten ihre Gefühle zum Ausdruck bringen, ohne direkt darüber reden zu müssen“, so von Blanckenburg.

In seiner Masterarbeit untersuchte der Student unter anderem die Auswirkungen der Therapie auf Patienten und Klinikatmosphäre. Von der Wirkung ist auch Privat-Dozent Dr. Philipp Lenz, Leiter des palliativmedizinischen Dienstes am UKM, überzeugt: „Dass Musik einen Einfluss auf unseren Gefühlszustand nimmt, kennen wir alle. Aktuelle Studien zeigen neben schmerzstillenden und entspannenden Effekten auch einen generellen Einfluss auf das Wohlbefinden von palliativmedizinischen Patienten. Deshalb freuen wir uns sehr, die Musiktherapie nun dank der Finanzierung der Schober-Stiftung fest in die Versorgung aufnehmen zu können.“

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Bild: Klangauge in der Palliativmedizin: Privat-Dozent Dr. Philipp Lenz und Musiktherapeut Gustav von Blanckenburg (v.l.) musizieren gemeinsam mit einer Patientin der Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie sowie den Förderern Dr. Anna und Prof. Dr. Dr. Otmar Schober (hinten).

In Anspruch genommen werden kann die Therapie von allen Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen. Nach einem ausführlichen Aufnahmegespräch entwickelt der palliativmedizinische Konsiliardienst des UKM dafür einen Behandlungsplan, der neben der Musiktherapie auch psychosoziale und spirituelle Angebote umfasst. „Gerade im Hightech-Setting eines Universitätsklinikums ist die Musiktherapie etwas Besonderes, weil sie entschleunigt, den Patienten sowie Angehörigen Raum gibt zur Ruhe zu kommen und sich über die vielschichtigen Gefühle dieser Lebenssituation klar zu werden“, so Lenz.

Finanziert wird die Musiktherapie zunächst für ein Jahr von der Schober-Stiftung: „Wir möchten sterbenskranken Menschen helfen, ihren verbleibenden Tagen mehr Leben zu geben. Mit der Verbindung von Musiktherapie und wissenschaftlicher Begleitung des Projektes können wir alle drei Bereiche von Krankenversorgung, Forschung und Lehre unterstützen“, so Prof. Otmar Schober, Vorstand der Stiftung und ehemaliger Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am UKM.

Kochkurs für Patienten nach einer Darmkrebsoperation

Münster – Fisch-Kartoffel-Curry, Hähnchenstreifen mit Rucolasoße oder Tomatensuppe mit Quarkklößchen, das klingt nicht nur lecker sondern wird sogar von Ernährungsexperten empfohlen, vor allem im Zusammenhang mit großen Operationen am Magen oder Darm nach einer Krebserkrankung. Solche Eingriffe haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines speziellen Kochkurses der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Clemenshospitals bereits hinter sich. „Den Betroffenen wird zwar nach der Behandlung erklärt, welche Nahrung sie meiden sollten, praktische Tipps wie sie während eines solchen Kochkurses vermittelt werden, sind aber leider schwer zu finden“, berichtet die Initiatorin des Kurses, Petra Mühlenkamp.
Die Diätassistentinnen Stephanie Benker und Christiane Dorgeist leiten den Kochkurs und haben die Rezepte ausgewählt. Für medizinische Fragen ist der Oberarzt Azam Athamna als Ansprechpartner dabei. Die Nahrung darf weder blähen noch schwer verdaulich sein, sollte weder stopfend noch abführend wirken. Das klingt nach Verzicht und spartanischer Küche, der würzige Duft, der nach kurzer Zeit in der Luft der Küche des Zentrums für ambulante Rehabilitation liegt, spricht allerdings eine andere Sprache. Der Kochkurs ist eine Premiere „und wir hoffen, dass nichts anbrennt“, wie Benker lachend bemerkt.

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Bild: Christiane Dorgeist und Stephanie Benker (v. l.) und Azam Athamna (r.) vom Clemenshospital geben den Teilnehmern des Kochkurses wichtige Tipps.

Gemeinsam zu kochen hat für die Teilnehmer auch einen sozialen Aspekt. Die Gedanken an die Krankheit treten in den Hintergrund, nach kurzer Zeit mischen sich die kulinarischen Wohlgerüche mit dem Lachen und Plaudern der Köchinnen und Köche. Athamna, der an diesem Abend die Schürze des Chirurgen mit der des Kochs getauscht hat, begeistert mit den Würzkünsten seiner Heimat Gaza. Rita und Horst Beckgerd nehmen gemeinsam an dem Kurs teil, obwohl nur die Ehefrau erkrankt war, „ich stelle mich beim Kochen und Essen auf die Bedürfnisse meiner Frau ein, das ist wirklich das kleinste Problem“, berichtet der Ehemann während seine Frau der Tomatensuppe den letzten Schliff gibt.

Beim gemeinsamen Essen stellt sich heraus, dass bei allen Teilnehmern die Krebserkrankung Auswirkungen auf die Lebensgewohnheiten hat, wesentlich bewusster wird nun beim Einkauf auf die Qualität der Lebensmittel geachtet, lieber seltener Fleisch gegessen aber dafür besseres, oft aus dem Bioladen.

Der Kochkurs für Patienten des Clemenshospitals soll zukünftig regelmäßig zweimal im Jahr stattfinden, Interessierte können sich bei Petra Mühlenkamp, Telefon (0251) 976-2351 informieren und anmelden.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Raphaelsklinikmitarbeiter stellen aus

Münster – Fünf Amateurfotografinnen und -fotografen stellen unter dem Titel „Sichtweisen, Momente, Augenblicke“ aktuell ihre Arbeiten im Foyer der Raphaelsklinik aus. Neben der Freude an der Fotografie vereint die Mitglieder der Gruppe ein weiterer Aspekt, alle sind Mitarbeiter der Innenstadtklinik an der Loerstraße. Der Klinikkoch Stefan Baltes zeigt Menschen im städtischen Umfeld, ein Händler wartet auf Kunden, ein Straßenkünstler präsentiert sich im verspiegelten Anzug, ein unerschrockener Fassadenkletterer seilt sich an einer Fensterfassade ab. Veronika Brühl ist Physiotherapeutin und Initiatorin der Fotogruppe, sie hat eine junge Frau in ausdrucksstarken Porträts dargestellt, „jede einzelne Aufnahme erzählt eine eigene Geschichte“, erläutert die Fotografin. Der Illustrator Jörg Hartmann, bekannt geworden durch seinen Wilsberg-Comic, wurde von Michael Bührke fotografisch bei der Arbeit begleitet. Bührke ist in der Raphaelsklinik als Pressesprecher tätig. Der gebürtige Berliner Oliver Ermonis, Krankenpfleger und Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, hat die bekannte Skulptur „Berlin“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff vor einem Himmel mit Schäfchenwolken eindrucksvoll in Szene gesetzt. Unter dem Titel „Ort der Stille“ präsentiert die Verpflegungsassistentin Veronika Würzburg Ansichten des Pariser Friedhofs Père Lachaise. Bewusst verzichtet sie hierbei auf die Darstellung der zahlreichen Prominentengräber sondern konzentriert sich in ihren Arbeiten auf architektonische Details und die stillen Momente inmitten der französischen Metropole. Begleitet und beraten wurden die fünf von dem münsterischen Fotografen Berthold Socha, der auch die Gastrede hielt. „Bei allen hier gezeigten Werken erkennt man, dass es sich nicht um simple Schnappschussfotografie handelt. Gelassenheit und Ruhe aber auch Konzentration spiegeln sich in allen Arbeiten wider.“ Die junge Nachwuchsmusikerin Van de Forst begeisterte die rund 70 Gäste der Ausstellungseröffnung mit ihrer Musik, die seit August auch auf CD erhältlich ist.

Die Ausstellung dauert bis zum 28. Februar und ist täglich geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Bild: Gute Stimmung – Fotografen, Fotomodelle sowie die Musikerin und der Gastredner während der Ausstellungseröffnung in der Raphaelsklinik.

Quelle: © Raphaelsklinik Münster