Archiv für den Monat: Oktober 2015

P.A.R.T.Y. zeigt Schülern die Folgen von Drogen und Alkohol im Straßenverkehr

AlcopopsMünster – Häufig sind Kinder und Jugendliche Opfer schwerer Verkehrsunfälle. In der Universitätsstadt Münster mit seinen 500.000 „Leezen“ befinden sich viele Fahrradfahrer unter den Opfern. Nicht selten stehen die Unfallverletzten unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss. Es wird immer wieder deutlich, dass unfallbedingt das Leben von jungen Menschen in Sekundenschnelle drastisch verändert oder schlimmstenfalls sogar beendet wird – oftmals ausgelöst durch Alkohol- oder Drogenkonsum. Häufig können Jugendliche die potenziellen Gefahren nicht realistisch einschätzen können. Daher engagiert sich das Team der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin des Clemenshospitals unter der Leitung von Prof. Dr. Horst Rieger seit mehr als einem Jahrzehnt im Bereich der Unfallprävention, unter anderem mit der Aktion „Schutzkleidung ist cool“.

Mit dem Präventionsprojekt P.A.R.T.Y (Prevent Alcohol and Risk-Related Trauma in Youth) wird das Bewusstsein für Unfallrisiken bei Schülern geschärft. Dabei handelt es sich um ein von der Akademie der Unfallchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie koordiniertes Programm, das junge Menschen zwischen 15 und 18 Jahren über Risikoverhalten und seine Folgen informiert und aufklärt. Unterstützt wird die Aktion von der Polizei, der Berufsfeuerwehr der Stadt Münster sowie von ehemaligen Unfallopfern. Mit einem ambitionierten Programm werden die Stationen eines Unfallopfers vom Schockraum über die Intensivstation bis zur Rehabilitation den jungen Menschen vor Augen geführt. Zu diesem Zweck werden mitunter sehr dramatische Patientenverläufe geschildert und der persönliche Kontakt zu ehemaligen Unfallopfern hergestellt.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Welt-Schlaganfalltag:
Experten diskutierten über Versorgungskette der Schlaganfall-Versorgung im Münsterland

Symposium lockte viele Besucher nach Telgte

Telgte – Anlässlich des Welt-Schlaganfalltages am 29. Oktober sind rund 80 Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe am letzten Wochenende der Einladung der Klinik Maria Frieden nach Telgte gefolgt. Im Fokus des diesjährigen Neurologisch-Geriatrischen Symposiums standen die Versorgungsstrukturen bei einem Schlaganfall.

Ein Schlaganfall ist in den westlichen Industrienationen die dritthäufigste Todesursache und gilt als häufigste Ursache bleibender Funktionsstörungen. So behalten 70 Prozent der Betroffenen als Folge des Schlaganfalls eine bleibende Behinderung, die den Alltag unterschiedlich stark beeinträchtigen oder vollkommen verändern. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich die Schlaganfallrate innerhalb der nächsten 50 Jahre voraussichtlich verdoppeln. „Umso wichtiger ist eine optimale Versorgungskette zur Behandlung des Schlaganfalls – von der Notarztbehandlung über die Rehabilitation bis hin zur ambulanten ärztlichen Weiterbetreuung und Sekundärprävention“, sind sich die Chefärztinnen Professor Dr. Svenja Happe und Priv.-Doz. Dr. Barbara Elkeles als Initiatorinnen einig. Zusammen mit weiteren ausgewiesenen Experten beleuchteten sie die verschiedenen, aufeinander aufbauenden Behandlungsaspekte mit besonderer Betrachtung der regionalen Versorgung im Münsterland.

So erläuterte Prof. Dr. Rainer Dziewas, Klinik für Allgemeine Neurologie/UKM, die Möglichkeiten der Akutbehandlung eines Schlaganfalles und Dr. Florian Bethke, Klinik für Neurologie/Klinikum Ibbenbüren, erklärte die besonderen Probleme der Spastikbehandlung, die den rehabilitativen Verlauf zum Teil erheblich beeinträchtigen kann. Dr. Wolfgang Kusch, Klinik für Neurologie/Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup, gab einen Überblick über die Maßnahmen der Sekundärprävention, die der Früherkennung und damit der Eindämmung des Ausmaßes, bzw. dem Auftreten eines zweiten Schlaganfalles dienen.
Die stationären Rehabilitationsstrukturen in der Klinik Maria Frieden stellte Professorin Dr. Svenja Happe vor: „Die neurologische Frührehabilitation hat das Ziel, verloren gegangene Funktionen bestmöglichst wiederherzustellen und eine Wiedereingliederung in das Sozial- und Arbeitsleben zu erreichen. Hierzu ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Berufsgruppen nötig. Die Aufklärung der Patienten und deren Angehörigen über Symptome und Ursachen sowie die Behandlung sämtlicher Risikofaktoren eines Schlaganfalls sind ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Rehabilitation nach einem Schlaganfall.“ Im Anschluss erläuterte Priv.-Doz. Dr. Martin Ritter, niedergelassener Neurologe, die ambulanten Nachsorge-Abläufe. Mit einem Fokus auf die älteren Schlaganfallpatienten, gab Priv.-Doz. Dr. Barbara Elkeles zum Abschluss einen Überblick über die Besonderheiten dieser zahlenmäßig zunehmenden Patientengruppe. So leiden Schlaganfallpatienten im hohen Lebensalter meist an mehreren Begleiterkrankungen und ihr Krankheitsverlauf sei häufig sehr komplikationsreich, so dass die Behandlung nur interdisziplinär durch Neurologen und Internisten/Geriater erfolgen könne. Hinzu kommt, dass bei der Behandlung typische Alterserscheinungen wie Muskelschwäche, Sturzneigung und Mangelernährung berücksichtigt werden müssen.

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Bild: Die Referenten freuten sich über eine gut besuchte Veranstaltung (v.l.): Priv.-Doz. Dr. Barbara Elkeles, Dr. Florian Bethke, Prof. Dr. Svenja Happe, Priv.-Doz. Dr. Martin Ritter, Prof. Dr. Rainer Dziewas und Dr. Wolfgang Kusch
Weltschlaganfalltag
Jedes Jahr am 29. Oktober wird der Welt-Schlaganfall-Tag ausgerufen, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und die aktive Prävention zu fördern. Durch umfassende Informationen können die Symptome im Akutfall erkannt werden und so schnellst möglichst ein Notarzt verständigt werden. Denn je eher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Chancen auf eine komplette Wiederherstellung. Bei der Vorbeugung und Reduzierung der Risikofaktoren hat ein gesunder Lebensstil den größten Stellenwert.

Risikofaktoren eines Schlaganfalles:

– Bluthochdruck
– Herzrhythmusstörung in Form von Vorhofflimmern
– Diabetes mellitus
– Übergewicht
– Fettstoffwechselstörung
– Schlafapnoe-Syndrom
– Positive Familienanamnese
– Nikotin
– Alkohol in größeren Mengen
– Ungünstige Ernährung (fettreich, salzreich)
– Körperliche Inaktivität

Quelle: © St. Franziskus-Stiftung Münster

Behandlung von Angststörungen:
Münstersche Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie wird Teil eines bundesweiten Forschungsprojektes

Münster (mfm/ps) – Im Oktober fällt der Startschuss: Mit der Forschungskooperation PROTECT-AD sollen die biologischen Grundlagen von Angsterkrankungen sowie die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungsmethoden erforscht werden. An dem Verbundprojekt, das eine Laufzeit von vier Jahren hat, ist auch die münstersche Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie beteiligt. Insgesamt fördert das Bundesforschungsministerium (BMBF) das Projekt, dessen Kurztitel für „Providing Tools for Effective Care and Treatment of Anxiety Spectrum Disorders“ steht, aus dem Programm „Forschungsnetz für psychische Erkrankungen“ mit 5,3 Millionen Euro. Münster ist eines von bundesweit sieben beteiligten Zentren.

Die dortigen Uni-Mediziner können sich bei dem neuen Projekt auf umfassende Erfahrungen aus zwei Vorläuferstudien stützen: Das neue Projekt knüpft an PANIC-NET an, das zuletzt von Klinikdirektor Prof. Volker Arolt geleitet und ebenfalls – von 2010 bis 2013 – vom BMBF finanziert wurde. Für den Nachfolger PROTECT-AD, bei dem die Ausrichtung nun von Panikerkrankungen auf andere Angststörungen ausgeweitet wird, verfügen Priv.-Doz. Dr. Katja Kölkebeck und Prof. Udo Dannlowski als Verantwortliche über ein speziell zertifiziertes Behandlungsteam. Die von diesem untersuchten Krankheitsformen reichen von Panikstörungen über spezifische Phobien bis hin zur Sozialen Phobie, die in zwischenmenschlichen Situationen zutagetritt. Den Schwerpunkt in Münster bildet eine klinische Studie zum „Extinktionslernen“ von Erwachsenen – einem Vorgang, mit dem angstfördernde neuronale und kognitive Strukturen verändert werden können.

Protect-AD

Bild: Das Behandlungsteam von PROTECT-AD mit Prof. Udo Dannlowski (1.v.l.), Priv.-Doz. Dr. Katja Kölkebeck (3.v.l.) und Klinikdirektor Prof. Volker Arolt (4.v.l.) (Foto: FZ)

Um die Behandlung solcher Angststörungen zu optimieren, an denen jeder achte Deutsche leidet, konzentriert sich das Verbundprojekt auf eine intensive ambulante Psychotherapie. Dabei werden zur genaueren Erforschung angstauslösender Reize vor und nach der Therapie bildgebende Untersuchungen des Kopfes und genetische Analysen vorgenommen. Darüber hinaus entwickeln die Beteiligten in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten neue Versorgungskonzepte, um bekannte Mängel bei der derzeitigen Diagnose und Therapie zu beheben, so die fehlende Bezahlung intensivierter Behandlungsmethoden.

„Vor allem die Mischung von wissenschaftlicher Arbeit und ambulantem therapeutischen Angebot macht für unser Team den besonderen Reiz von PROTECT-AD“ aus, freuen sich Kölkebeck und Dannlowski auf die kommende Arbeit. Die Gesamtleitung der multizentrischen Studie liegt bei Prof. Ullrich Wittchen vom Institut für Klinische Psychologie der Technischen Universität Dresden.

Quelle: © Medizinische Fakultät Münster

Vortrags-Veranstaltungen

Veranstaltung: Vorträge zum Thema Brustkrebs

Artikel-RAK_26102015Münster – Am Mittwoch, 28.10., findet um 14.30 Uhr im Clemenshospital, Düesbergweg 124, ein Informationsnachmittag des Brustzentrums Münsterland zum Thema Brustkrebs statt. Als Referentin wird die Autorin, Stiftungsgründerin und ehemalige Betroffene Annette Rexrodt von Fircks Perspektiven aufzeigen, wie nach einer Brustkrebserkrankung neue Kraft geschöpft werden kann. Dr. Rüdiger Langenberg, ärztlicher Leiter des Brustzentrums und Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals, wird in seinem Beitrag schwerpunktmäßig die psychischen Aspekte, das sogenannte Fatigue-Syndrom, behandeln. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos.

Datum: Mittwoch, 28.10.2015
Ort: Clemenshospital, Düesbergweg 124
Uhrzeit: 14.30 Uhr
Referenten: Annette Rexrodt von Fircks, Autorin, Stiftungsgründerin und ehemalige Betroffene
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Veranstaltung: Aktionstag Bauchspeicheldrüse

Am Samstag, 31.10., findet um 10 Uhr in der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, ein öffentlicher Aktionstag zum Thema „Bauchspeicheldrüse“ statt. Immer mehr Menschen sind von Erkrankungen dieses Organs betroffen. Diese sind überwiegend gutartig, können selten aber auch bösartig sein. In jedem Fall kann die moderne Medizin ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten bieten. Zahlreiche Experten des Pankreaszentrums informieren über Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten der Bauchspeicheldrüse. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos.

Datum: Samstag, 31.10.2015
Ort: Raphaelsklinik, Loerstraße 23
Uhrzeit: 10.00 Uhr
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Neurochirurgische Ausbildung am UKM gehört europaweit zu den Besten

Assistenten-Ausbildung von der Europäischen Fachgesellschaft für Neurochirurgie ausgezeichnet / Schneller Wissenstransfer

Münster (ukm/dm) – Die Neurochirurgische Klinik am UKM (Universitätsklinikum Münster) hat ein hervorragend strukturiertes Ausbildungsprogramm für Assistenzärzte. Damit hat sie es als eine von 16 europäischen Kliniken geschafft, von der Europäischen Fachgesellschaft für Neurochirurgie (EANS) ein Zertifikat dafür zu erhalten. „Wir sind ausgesprochen froh, dass unser Ausbildungssystem auf diese Weise Anerkennung findet. Es hilft uns weiterhin junge, exzellente Ärzte an das Universitätsklinikum zu bekommen, damit unsere Patientenversorgung dauerhaft auf höchstem Niveau erfolgen kann“, so Prof. Dr. Walter Stummer, Direktor der Klinik für Neurochirurgie. Das Ausbildungsprogramm für Assistenzärzte ist nach Prüfung der neurochirurgischen Spezialisten umfassend, wirkungsvoll und bietet vor allem Sicherheit für die Patienten. In Deutschland haben neben Münster nur noch drei weitere Kliniken (Charité Berlin, LMU München und die Neurochirurgie der Universität Freiburg) die Auszeichnung erhalten.

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Bild: Spitze in der Ausbildung junger Ärzte: Die Klinik für Neurochirurgie des UKM wurde zur Freude von Direktor Prof. Dr. Walter Stummer (2.v.l.) von der Europäischen Fachgesellschaft für ihr strukturiertes und umfassendes Ausbildungsprogramm ausgezeichnet.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Clara Helene ist
das 1000. Baby dieses Jahres im Clemenshospital

Artikel-CLE_26102015Münster – „Clara Helene wollte unbedingt das 1000. Kind (Baby) des Jahres im Clemenshospital werden und hat sich darum ganz besonders beeilt“, da ist sich ihre Mutter Anett Mühlbach ganz sicher. Zehn Tage vor dem geplanten Termin und nur rund 90 Minuten nachdem die werdende Mutter mit ihrem Mann Lutz Plaschke die Klinik am Düesbergweg betreten hat, erblickte der süße Neuzugang das Licht der Welt. 2650 Gramm bringt das zweite Kind der stolzen Eltern auf die Waage.

Den wohlverdienten Mittagsschlaf ließ sich Clara Helene auch nicht nehmen, als der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Rüdiger Langenberg und die Oberärztin Kerstin Kaste der Mutter mit einem Strauß Blumen zur runden Zahl gratulierten. „Wir freuen uns sehr darüber, dass die Entbindungszahlen im Clemenshospital in den letzten Jahren immer weiter ansteigen und wir trotzdem jede Mutter weiterhin so persönlich und individuell betreuen können, wie zuvor“, freut sich Langenberg. Die aus Lüdinghausen stammenden Eltern haben sich vorher im Umfeld intensiv über die Entbindungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Kliniken informiert, „die Wahl fiel auf das Clemenshospital, weil dort immer mindestens zwei Hebammen anwesend sind. Das vermittelt ein Gefühl der Sicherheit“, erläutert Anett Mühlbach.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Kunstherzen werden in Münster jetzt minimal-invasiv implantiert

OP-Technik mit deutlich kleineren Schnitten / Patienten schnell wieder mobil / Geringeres Risiko von Verwachsungen

Münster (ukm/maz) – Spazierengehen und Ergometerfahren – es ist lange her, dass Krystof Jozefowicz so aktiv war. Ein Linksherzunterstützungssystem (LVAD), auch bekannt als Kunstherz, hilft dem 53-Jährigen, sich wenige Tage nach der Operation weit mehr bewegen zu können als die vergangenen Monate. Dabei profitiert er von einer relativ neuen OP-Methode. „Wir haben Herrn Jozefowicz minimal-invasiv mit zwei kleinen Schnitten statt wie bisher üblich mit einem großen Schnitt operiert“, erklärt Privat-Dozentin Dr. Mirela Scherer, stellvertretende Direktorin der Klinik für Herzchirurgie am UKM (Universitätsklinikum Münster). Die Patienten sind deutlich schneller wieder mobil, zudem sinkt das Risiko einer Wundheilungsstörung. Und die Komplikationsrate einer Folge-OP, wenn ein Spenderherz gefunden ist, wird reduziert, da weitaus weniger Narbengewebe und Verwachsungen vorhanden sind.

Denn ein Herzunterstützungssystem ist in der Regel nur eine Übergangslösung. Die Wartezeit auf ein Spenderorgan von derzeit dreieinhalb bis vier Jahren ist für viele Patienten schlichtweg zu lang, sodass eine lebensbedrohliche Herzmuskelschwäche immer häufiger mittels Kunstherz überbrückt wird. „Wir setzen die Systeme mittlerweile aber auch als Dauertherapie ein, zum Beispiel für Menschen, die aufgrund ihres Alters oder Gesundheitszustandes nicht mehr für eine Herztransplantation in Frage kommen“, so Scherer. Bis zu zehn Jahre kann ein Patient mit Kunstherz leben.

Die etwa vier bis fünf Zentimeter große Pumpe wird bei der OP unterhalb des Herzens platziert und mit der Spitze der linken Herzkammer sowie der Hauptschlagader verbunden. „Das Kunstherz unterstützt damit die Pumpleistung, das Herz des Patienten verbleibt im Körper“, betont Oberarzt Privat-Dozent Dr. Andreas Rukosujew, der neben Scherer die Eingriffe durchführt. Angetrieben wird das Unterstützungssystem durch einen kleinen Motor, ein dünnes Elektrodenkabel stellt die Verbindung nach außen her. Tagsüber erfolgt die Stromversorgung durch Akkus, die der Patient in einer Tasche am Körper trägt. Nachts wird das Herzunterstützungssystem an die Steckdose angeschlossen.

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Bild: Lebensakku in der Tasche: Patient Krystof Jozefowicz mit Privat-Dozentin Dr. Mirela Scherer (2.v.r.) und Privat-Dozent Dr. Andreas Rukosujew (3.v.r.) sowie Prof. Dr. Jürgen Sindermann (l.) und Dr. Henryk Welp (r.).

Für Krystof Jozefowicz ist der Unterschied der Lebensqualität mit dem LVAD trotz der ständig zu tragenden Umhängetasche nach eigenen Worten gravierend. „Vor der OP konnte ich keinen einzigen Schritt machen, so müde, träge und antriebslos war ich“, erzählt der gebürtige Pole, der nun auf einen Reha-Platz wartet. Jetzt, wenige Tage nach dem Eingriff, sei er nicht nur deutlich mobiler: „Ich habe auch keinerlei Schmerzen.“ Gleiches gilt für einen 19 Jahre alten Patienten, der ebenfalls minimal-invasiv operiert wurde. „Diese Ergebnisse bestätigen die bisherigen Erkenntnisse anderer Kliniken, sodass wir zukünftig – je nach Krankheitsbild – voraussichtlich etwa die Hälfte der rund 30 Patienten, die bei uns in Münster pro Jahr ein Linksherzunterstützungssystem erhalten, mit dieser Technik operieren werden“, freuen sich Scherer und Rukosujew.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Erste Hilfe für Erstuntersuchung:
UKM bestückt Flüchtlingsunterkünfte in Münster mit mehrsprachiger Broschüre

Pflegebroschüre soll Verständigung verbessern

Münster (ukm/ks) – Für ausländische Patienten setzt das UKM (Universitätsklinikum Münster) seit diesem Jahr eine mehrsprachige Broschüre ein, die außerdem mit Symbolen ausgestattet ist. Aufgrund der durchweg positiven Rückmeldungen und immensen Nachfrage – die Einrichtungen aus ganz Deutschland umfasst – werden jetzt Unterkünfte für Flüchtlinge in Münster mit dem abwaschbaren Ringbuch bestückt.
„Die Broschüre ist bei uns ständig im Einsatz und wir gehen davon aus, dass allein die Symbolseiten bei der ärztlichen Versorgung und den Erstuntersuchungen der Flüchtlinge gut weiterhelfen können“, so Elke Goldhammer. Die Diplomwissenschaftlerin ist am UKM in der Fort- und Weiterbildungseinrichtung tätig und hat mit Studierenden, Pflegenden und Mitarbeitern des Internationalen Patientenmanagements (IPM) das praktische Hilfsmittel auf den Weg gebracht. Sollte die Nachfrage nach Sprachen steigen, die noch nicht in der Broschüre enthalten sind, kann diese relativ unkompliziert erweitert werden, heißt es aus dem IPM.

„Wir freuen uns über die Initiative des UKM, uns mit der Broschüre zu unterstützen. Auf das Angebot, diese nach den Bedürfnissen der Notunterkünfte zu erweitern, kommen wir sicherlich zurück“, bedankt sich Udo Schröder-Hörster, Koordinator des Lenkungsausschusses der verantwortlichen Hilfsorganisationen für die Landeseinrichtungen in Münster, bei der Übergabe. „Wir sind uns sicher, dass die Broschüre vor allem bei den Erstuntersuchungen gut zum Einsatz kommen wird. Deshalb werden zunächst die Notunterkünfte des Landes in der ehemaligen York-Kaserne und in der ehemaligen Wartburgschule sowie die städtische Erstaufnahme-Einrichtung in der ehemaligen Oxford-Kaserne ausgestattet. Sollten andere Einrichtungen, die Flüchtlinge betreuen, eine Broschüre benötigen, können sich die Verantwortlichen an uns wenden“, so der Leiter des städtischen Amtes für Gesundheit Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

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Bild: Symbole und Übersetzungen erleichtern ab sofort Erstuntersuchungen bei Flüchtlingen, zur Freude des Leiters der Notunterkunft York Alexander Wittfoht (Mitte) und der Leiterin der dortigen Sanitätsstation Nicol Hartung (rechts). Ebenso erfreut über den unkomplizierten Austausch sind (hinten v.l.) der Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes Münster Kai Flottmann, der Geschäftsführer der Johanniter-Unfall-Hilfe Münster Udo Schröder-Hörster, vom UKM die Mitverfasserin der Broschüre Elke Goldhammer sowie der Leiter des Amtes für Gesundheit der Stadt Münster Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

Informationen zur Broschüre

Das laminierte und somit abwasch- und desinfizierbare Ringbuch umfasst 21 Seiten. In bisher neun Sprachen – unter anderem Arabisch und Englisch – wurden die dringlichsten Fragen zusammengestellt und übersetzt. Außerdem helfen Symbolseiten, die vom Gebetsteppich bis zum Telefonhörer reichen und verschiedene Uhrensymbole beinhalten, bei der Kommunikation zwischen Behandelnden und Patienten. Körper- und Skelettabbildungen in Kombination mit Symbolen wie Daumen hoch oder runter und eine Schmerzskala von 1 bis 10 vervollständigen die Broschüre.

Wie komme ich an die Broschüre

Verantwortliche von Einrichtungen für Flüchtlinge in Münster können die Broschüre kostenfrei über das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten anfordern. Mehr Informationen zur Broschüre gibt es auch unter International patients.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster