Archiv für den Monat: August 2015

Diagnose Darmkrebs: Vorsorgen und früh handeln!

Münster – Wer die Diagnose Darmkrebs bekommt, ist verständlicherweise zunächst geschockt. Tausend Gedanken gehen einem durch den Kopf. Die Angst ist groß. Doch was die Experten des Darmkrebszentrums der Raphaelsklinik bei ihrem Patiententag am Samstag vermittelten, macht Hoffnung: Jeder kann in einem nicht unerheblichen Maße sein eigenes Schicksal positiv beeinflussen. Eigeninitiative in Form von frühzeitiger Vorsorge und ein guter Kenntnisstand sind hier die wichtigsten Schlagworte. Das macht Mut.

Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Stomatherapeuten, Radiologen und Labormediziner berichteten beim Patiententag von ihrer Arbeit und stellten sich den Fragen der Besucher im voll besetzten Foyer der Innenstadtklinik. Dabei stand die Darstellung der Symptome von gut- und bösartigen Darmerkrankungen genauso auf dem Programm wie die optimalen Behandlungsmöglichkeiten. Aber auch die genetische Vorbelastung und Weitervererbung wurden angesprochen, und der Leiter des Zentrums, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, referierte darüber, was passiert, wenn es zu Absiedlungen in der Leber gekommen ist.

In den Pausen konnten sich die Besucher zusätzlich an den Ständen der Selbsthilfegruppen und Medizinproduktehersteller informieren und erste Kontakte knüpfen, zudem standen die Referenten jederzeit für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Das äußerst positive Fazit des Tages lautete: Auch wenn Darmkrebs eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen mit zirka 70.000 Betroffenen pro Jahr ist, zeigt sich in den letzten Jahren eine gering rückläufige Zahl der Neuerkrankungen. Gleichzeitig sind die Aussichten im Erkrankungsfall in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Grund dafür sind effektive Vorsorgeuntersuchungen und große Fortschritte in der Medizin. Selbst wenn der Krebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird, existieren heute sehr gute Behandlungskonzepte. Daher ist es so enorm wichtig, dass sich Betroffene direkt in die Hände eines Darmzentrums begeben, wenn die Diagnose Krebs gestellt wurde. Fast noch wichtiger ist es aber, noch viel früher und vor allem regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge zu gehen.

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Bild: Dr. Rüdiger Liersch, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie der Raphaelsklinik, referierte über Chemo- und Strahlentherapie bei Darmkrebs.

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Vorreiter in Ultraschalldiagnostik:
UKM erhält DEGUM-Gesamtzertifikat

Höchste Zertifizierungsstufe in Anästhesiologie, Pränatalmedizin und Geburtshilfe sowie Kardiologie / Ultraschall zählt zu den häufigsten Untersuchungen

Münster (ukm/jb) – Ultraschalluntersuchungen gehören zu den häufigsten Untersuchungen im Krankenhaus: Schließlich ermöglichen sie schonend detaillierte Bildaufnahmen– beim ungeborenen Kind genauso wie beim älteren Patienten. Das UKM (Universitätsklinikum Münster) wurde nun von der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) für seine hohe Expertise in diesem Bereich ausgezeichnet. Das UKM hat in den Bereichen Anästhesiologie, Pränatalmedizin und Geburtshilfe sowie Kardiologie jeweils die höchste Zertifizierungsstufe erreicht und erhielt daher als deutschlandweit erste Klinik die höchste Auszeichnung der DEGUM als Interdisziplinäres Zentrum. „Die DEGUM hat sich zur Aufgabe gemacht, die Qualität der Ultraschalldiagnostik in den jeweiligen Facharzt- oder Schwerpunktausbildungen und in der klinischen Arbeit zu sichern. Das UKM verfügt flächendeckend über sehr gut ausgebildete Ultraschallanwender auf dem neuesten Stand der Technik. Ich freue mich daher sehr, das UKM als bundesweit erste Klinik als Interdisziplinäres Zentrum auszuzeichnen“, sagte Prof. Dr. Dirk Becker, Präsident der DEGUM während der offiziellen Zertifikatsübergabe an Dr. Thomas Ermert (Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie), Prof. Dr. Jörg Stypmann (Klinik für Kardiologie) und Dr. Ralf Schmitz (Leiter Pränatalmedizin). Die zertifizierten Bereiche sind damit gleichzeitig auch Weiterbildungszentrum für die Ultraschall-Ausbildung anderer Ärzte.

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Bild: Prof. Dr. Dirk Becker (Präsident DEGUM) und Prof. Dr. Peter Jecker (Sekretär DEGUM) überreichten das Zertifikat offiziell an die UKM-Vertreter (v.l.) Dr. Ralf Schmitz (Pränatalmedizin und Geburtshilfe), Prof. Dr. Norbert Roeder (Ärztlicher Direktor UKM), Prof. Dr. Jörg Stypmann (Klinik für Kardiologie) und Dr. Thomas Ermert (Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, rechts im Bild).

„Dank des sehr guten Ausbildungssystems der DEGUM verfügen unsere Spezialisten über besondere Kenntnisse in der Ultraschalldiagnostik, von denen unsere Patienten direkt profitieren. Denn die Ultraschalldiagnostik ist das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ich freue mich sehr, dass das UKM hier Vorreiter ist“, bekräftigte der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Norbert Roeder.

Mit fast 10.000 Mitgliedern gehört die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin zu den größten medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland und zu den größten Ultraschallgesellschaften weltweit.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Golfturnier für den guten Zweck

Artikel-RAK_25082015Münster – 2200 Euro aus einem Wohltätigkeits-Golfturnier des Golfclubs Münster-Tinnen konnten dem Förderverein Palliativmedizin Raphaelsklinik als Spende übergeben werden. Organisiert wurde die Veranstaltung von Puppa Thiele (m.), die auch zahlreiche Preise für eine begleitende Tombola sammelte. Der Schirmherr des Fördervereins, Zoodirektor Jörg Adler (r.), nutzte die Gelegenheit für eine erste Golfstunde, verwies jedoch auch auf den ernsten Hintergrund der Veranstaltung: „Wir erleben heute den weiten Spannungsbogen zwischen der Erholung beim Golfspielen in dieser wunderbaren Natur und den Menschen, denen es in diesem Moment nicht gut geht, die palliativ betreut werden müssen.“ Frank Schüssleder (l.) nahm als Vertreter des Fördervereins die Spendensumme entgegen, „die zu 100 Prozent in das Wohl der Patienten unserer Station investiert werden“, wie der Klinikseelsorger bestätigte.

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Ein Blätterdach für das Spielhaus
AWA Social Day im St. Franziskus-Hospital

Münster – Etwas für die Menschen in Münster tun – so lautet die Devise des Social Day der Aussenwirtschaftsakademie GmbH (AWA Social Day) Münster und ihrer Münsteraner Partnergesellschaften. Im Rahmen dieses jährlichen Aktionstages engagierten sich drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im St. Franziskus-Hospital Münster.
Ein neues Blätterdach und viel Spaß standen auf dem Programm, als drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWA einen Tag mit den Patienten der Kinderklinik des St. Franziskus-Hospitals verbrachten. Sie malten, bastelten und gestalteten gemeinsam ein Dach für das kleine Haus im Spielzimmer, das an diesem Tag in ein buntes Künstleratelier verwandelt wurde. Neben den bereitgestellten Materialien spendeten die AWA-Mitarbeiter außerdem Puppen, Autos und einen Gutschein für Unterhaltungsmedien.

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Bild: Sie schenkten dem Spielhaus ein neues Dach: v.l.: Patient Mathis Schnier, Heilpädagogin Britta Franz, AWA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Doris Forster, Thomas Hülskramer und Anne Buchmüller sowie Patient Ziya Davies.

Der AWA Social Day der Aussenwirtschaftsakademie findet zum fünften Mal statt. An diesem Tag werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWA sowie ihrer Partnerunternehmen der KonVent Kongress- und Veranstaltungsmanagement GmbH (Tochter der AWA), der AWB Steuerberatungsgesellschaft mbH und der AWB Wolffgang & Harksen Rechtsanwaltsgesellschaft freigestellt, um sich sozial engagieren zu können.

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster

Kommissionierautomat in Apotheke des UKM eingeweiht

Medikamenten-Ausgabe im Eiltempo / Lagerfläche mehr als doppelt so groß wie im Regallager / Schnelle Ausgabe von Arzneien und Waren-Einsortierung über Nacht

Münster (ukm/maz) – 17 Meter lang, knapp zwei Meter breit und Platz für 45.000 Medikamente: Der neue Kommissionierautomat des UKM (Universitätsklinikum Münster) ist ein echtes Raumwunder. In der Apotheke schlängelt sich das hochtechnisierte Gerät platzsparend an einer Wand des Raumes entlang, in dem zuvor 136 Meter Kommissionierfläche in Form von Regalen standen. „Wir haben jetzt viel kürzere Laufwege bei gleichzeitig höherer Lagerfläche, denn Kapazität hatten wir bisher nur für 20.000 Medikamente“, nennt Dr. Christoph Klaas, Leiter der Klinik-eigenen Apotheke, nur zwei der Vorteile.

Seine Augen leuchten, wenn er von der Neuanschaffung, die das UKM rund 300.000 Euro gekostet hat, spricht. „Wir können die Zeit, die zuvor für das händische Kommissionieren benötigt wurde, nun für andere Tätigkeiten, die mehr Aufmerksamkeit benötigen, nutzen“, erklärt Klaas, dessen Team täglich zahlreiche eigene Produkte wie individuell zubereitete Zytostatika, Ernährungslösungen oder Kapseln mit Spezialdosierungen für die Patienten herstellt. Für alle gängigen Medikamente ist hingegen jetzt der Automat zuständig. Einzige Voraussetzung: Sie müssen eine rechteckige Verpackung haben, ausgeschlossen sind unverpackte Flaschen und Salbentuben. Willkürlich können die Arzneien nach Anlieferung in einen großen Behälter gegeben werden, der Automat scannt und vermisst jede einzelne Packung und sortiert sie in das Lager ein. Das kann auch über Nacht geschehen. „Wir müssen zukünftig keine Inventur und Lagerpflege mehr machen, da alle Produkte sowie ihre Position im Computer erfasst sind – inklusive Haltbarkeitsdatum“, sagt Klaas.

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Bild: Dr. Christoph Klaas (m.) und Mitarbeiterin Jenny Bauer mit Prof. Dr. Norbert Roeder zwischen 45.000 Medikamenten, die der neue Kommissionierautomat verwaltet.

Solch eine automatisierte Lösung war erstmals vor acht Jahren am UKM Thema. Immer wieder wurde abgewogen, welches Gerät das richtige ist, wohin die Entwicklung geht. „Ich bin froh, dass wir diesen Schritt nun gegangen sind und ein Modell haben, das auf dem neuesten Stand der Technik ist“, sagt Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, mit Blick auf den Roboter-Arm, der im Inneren des Automaten mit drei Metern pro Sekunde unterwegs ist. Auf Knopfdruck stellt er eine gewünschte Bestellung binnen kurzer Zeit zusammen, greift die Packungen von einem der 1.500 Regalböden und lässt sie in einen kleinen Container gleiten. Vor der Auslieferung an die Station überprüft noch einmal ein Mitarbeiter, ob alles mit den Anforderungen für den Patienten übereinstimmt. Insgesamt 1500 bis 3000 Packungen werden am UKM pro Tag von der Apotheke an die Stationen ausgeliefert.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Professor Spieker in der aktuellen Focus-Liste

Artikel-RAK_20082015Münster – Prof. Dr. Claus Spieker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I der Raphaelsklinik, wird in der aktuellen Ärzteliste des Magazins FOCUS unter Deutschlands Top-Mediziner aufgeführt. Der Mediziner wird den Lesern insbesondere für die Behandlung des Bluthochdrucks empfohlen. In die regelmäßig durchgeführte Bewertung gehen nach Angaben des FOCUS unter anderem die Ergebnisse von Umfragen unter medizinischen Fachgesellschaften, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Empfehlungen von Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen, Klinikchefs, Oberärzten und niedergelassenen Medizinern ein.

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Neues Spielzimmer für die Kinderklinik

Münster – Nicht nur über einen neuen Kicker können sich die jungen Patientinnen und Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals freuen. Das Spielzimmer der Station wurde komplett renoviert und neu ausgestattet. Mit 2500 Euro hat hierbei der Förderverein „Freundeskreis Clemenshospital e.V.“ den Umbau finanziell maßgeblich unterstützt. Dessen Vorsitzender, Prof. Dr. Arnt René Fischedick (m.), der Chefarzt der Kinderklinik, Dr. Georg Hülskamp (l.) und die Abteilungsleitung Stefanie Suchanek (r.) heben besonders die hygienischen Eigenschaften des Raums und den gelungenen Übergang zur Terrasse und zum Spielplatz hervor. „Viele unserer Patienten haben eine Abwehrschwäche gegenüber Keimen, da ist die Hygiene von sehr großer Bedeutung“, erklärt Hülskamp. „Das neue Spielzimmer wird nun auch von den jugendlichen Patienten besser angenommen, da es eine spezielle Chill-Ecke gibt, in die man sich auch mit Freunden gut zurückziehen kann“, berichtet Suchanek.

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Bild: Dr. Georg Hülskamp, Prof. Dr. Arnt René Fischedick und Stefanie Suchanek (v.l.) freuen sich über die neue, helle Einrichtung des Spielzimmers.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Tiergestützte Hör-Sprachtherapie
für hörgeschädigte Kinder mit Cochlea Implantat am UKM

Hör mal wer da bellt!

Münster (ukm/lil) – Tiere üben auf Kinder eine besondere Anziehungskraft aus. Man kann sie anfassen, kann mit ihnen spielen und muss für sie sorgen, denn genau das fordern Tiere ein. Besonders für hörgeschädigte Kinder, die oftmals in Ihrer Kommunikation eingeschränkt sind, wirkt die Kommunikation mit Tieren motivierend. Denn was Kinder in ihrer Entwicklung fördert ist das Gefühl gebraucht zu werden und das Gefühl jemanden an ihrer Seite zu haben.

Die Phoniatrie und Pädaudiologie des UKM (Universitätsklinik Münster) hat sich diese Erkenntnis zu Nutze gemacht und gemeinsam mit dem Förderverein „Hör mal! Hilfe für hör- und sprachgestörte Kinder Münster e. V.“ ein neues Projekt ins Leben gerufen. In die Hör-Sprachtherapie für hörgeschädigte Kinder sollen Therapietiere aktiv mit eingebunden werden. Logopädinnen und eine Heilpädagogin der Klinik helfen den Kindern bei dem neuen Lernprozess und leiten Eltern an, die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder im Alltag zu fördern.

Bianca Terhürne, Fachkrankenschwester für Allgemeine Psychiatrie, trainiert seit Jahren mit verschiedensten Tierarten auf dem eigenen Hof und wirkt aktiv in dem neuen Projekt mit. Eine kleine Gruppe von fünfbetroffenen Kindern hatte nun erstmals die Möglichkeit mit den Tieren in Kontakt zu treten. Alle Kinder sind bereits im Besitz eines Cochlea Implantates, das Ihnen das Hören und somit eine Lautsprachentwicklung ermöglichen. Der Umgang mit Tieren kann die oft noch fehlende Sprachanregung überbrücken und so den Therapieprozess fördern. „Der Kontakt zum Tier spricht nicht nur alle Sinne an, sondern fördert auch das Selbstwertgefühl der Kinder“, unterstreicht Andrea Embacher, Dipl.- Heilpädagogin der Phoniatrie und Pädaudiologie am UKM.

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Bild: Furkan (5) flüstert Eseldame Kimi einen Witz ins Ohr, da muss sogar Tiertrainerin Bianca Terhürne lachen. Furkan bekam mit zwei Jahren sein Cochlea Implantat.

Die speziell geschulten Therapietiere laden die Kinder zu Kontaktaufnahme und Zuwendung ein, wodurch die zwischenmenschliche Kommunikation gefördert wird. Egal ob einen Hund zu führen, einen Esel zu reiten oder einem Kaninchen liebevolle Zuwendung zu schenken, die Kinder lernen ihre eigenen Stärken kennen und Grenzen zu setzen. Durch die emotionale Verbindung zu den Tieren kann auch bei Kindern, die noch nicht sprechen können, eine kommunikationsanregende Wirkung erzeugt werden.

Finanziert wird das Projekt durch Spenden des Children-Kinderbeirats Münster und einer Privatspende.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster